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Beschreibung
vor 1 Tag
Tobi hat keinen Angelschein. René hatte mal einen, war aber lange
nicht mehr aktiv. Und dann sitzt da Steven – seit 1988
leidenschaftlicher Angler und Camper, selbst Prüfer beim
Fischereischein – und erklärt den beiden, was Angeln wirklich
bedeutet. Eine Folge mit echtem Expertenwissen, ganz ohne
Fachchinesisch.
Wir starten mit dem Thema, das viele Camper abschreckt: dem
deutschen Fischereischein. Rund 600 Fragen, eine Prüfung,
Naturkunde, Gerätekunde, Gesetzeskunde – kein Wunder, dass viele
lieber ins Ausland fahren. Denn in Schweden, Dänemark oder den
Niederlanden kauft man eine Angelkarte einfach per App oder an
der Tankstelle. Steven erklärt, wie das in der Praxis
funktioniert und was es mit der App „iFiske" auf sich hat. Für
alle, die es in Deutschland trotzdem versuchen wollen: In einigen
Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg gibt es
Touristenfischereischeine – zeitlich begrenzt, ohne Prüfung.
Ein großes Thema ist die Philosophie hinter dem Angeln. Steven
versteht Angler als Naturschützer, nicht nur als Hobbyfischer. Er
erzählt von jahrelangen Projekten zur Wiederansiedlung der
Meerforelle und erklärt, warum große Fische oft zurückgesetzt
werden sollten – und warum die deutsche Gesetzgebung zu Catch
& Release manchmal zu kuriosen Situationen führt.
Zur Ausrüstung: Für den ersten Versuch im Urlaub muss es kein
teures Profi-Setup sein – ein Einsteigerset für rund 50 € reicht
für den Anfang. Was aber von Anfang an dabei sein sollte:
Kescher, Totschläger, Hakenlöser und Maßband. Steven erklärt,
warum das nicht optional ist, sondern zum waidgerechten Umgang
mit dem Tier dazugehört. Dazu gibt es noch einen Exkurs zu
geflochtener Schnur, den besten Allround-Ködern für Barsch, Hecht
und Zander – Spinner in Kupfer mit roten Punkten, Wobbler und
Gummifische – und dazu, wie man ein Gewässer „liest": Wo stehen
die Fische, und warum?
Praktischer Teil für Van-Camper: Steven transportiert seine Ruten
platzsparend in KG-Rohren auf dem Dachträger, Kleinteile kommen
in Euroboxen oder Werkzeugkisten. Und ganz wichtig – Fisch wird
draußen zubereitet. Geruch und Fettspritzer im Van sind keine
gute Idee. Dafür gibt es auf skandinavischen Campingplätzen oft
eigene Filetiertische – wieder ein Pluspunkt für den Norden.
Zum Abschluss noch ein kulinarischer Tipp von Steven: Barsche
direkt mit Haut in Alufolie grillen – oder Filets für 12 Stunden
in Zitrone einlegen, bis die Säure das Fleisch gart. Klingt
ungewöhnlich, soll aber eine echte Delikatesse sein.
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