Am vergangenen Sonntag im Gottesdienst hat der Priester in der
Predigt einen Schlussgedanken formuliert, der mir sehr gefallen
hat. Also habe ich ein bisschen recherchiert und nachgeforscht und
den Hintergrund gefunden. In einem Buch über das Charakterbild des
ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer wird davon erzählt, dass der
weltberühmte Baptistenprediger und Evangelist Billy Graham bei
Adenauer zu Besuch war.Graham war in den fünfziger und sechziger
Jahren des vorigen Jahrhunderts weltberühmt. Er füllte große
Kirchen, Säle und ganze Stadien, wenn er kam, um zu predigen und
den Menschen Gottes Wort zu erklären.Die beiden haben sich
ausführlich und gut unterhalten und Adenauer war beeindruckt davon,
dass Billy Graham auf alle Fragen des Glaubens eine fundierte
Antwort hatte und in allem sicher Auskunft geben konnte. Aber zum
Ende des Gesprächs kommt diese kurze Bemerkung Adenauers, der ein
gläubiger Katholik ist. Er sagt zu Billy Graham: "Ich freue mich
über alle, die Menschen zu Gott führen, aber nehmen sie mir bitte
eine Bemerkung nicht übel: Wenn ich sehe, wie sicher Sie im Glauben
sind, bin ich froh, dass ich katholisch bin. Wissen Sie, als
Katholik muss man nicht so sicher sein: Da genügt es, wenn man den
aufrichtigen Wunsch hat glauben zu können. Glauben ist eine Gnade,
die man nicht erzwingen kann.""Isset nit härrlich", würde jetzt ein
Kölner sagen und damit sein Gefallen ausdrücken. In den Texten der
Bibel findet man dazu viele verschiedene Aussagen. "Durch Gottes
Gnade bin ich, was ich bin", heißt es da oder auch: "Meine Gnade
genügt Dir, denn meine Kraft wird in den Schwachen vollkommen." Es
ist eine sehr befreiende Kraft im Alltag und eine Stärkung im
täglichen Leben. Das Wissen um die Gnade Gottes befreit uns davon,
uns immer wieder vor Gott und den Menschen beweisen zu müssen.Also
kommt das Wort in den Tag für Dich heute von Konrad Adenauer:
"Wissen sie, als Katholik muss man nicht so sicher sein: Da genügt
es, wenn man den aufrichtigen Wunsch hat glauben zu können. Glauben
ist eine Gnade, die man nicht erzwingen kann." – Sehr
tröstlich.
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