Brückentage heißen bei uns im Schulkontext bewegliche Ferientage.
Klingt auch irgendwie ganz nett. Ja, da kommt wieder was in
Bewegung in mir. Ich versuche wieder öfter und regelmäßiger mit dem
Fahrrad in die Schule zu fahren. Morgens wenn es noch etwas frisch
ist, das mag ich. Ich überquere nur zwei Straßen, den Rest radle
ich über weite Felder, die sich auch immer mehr verändern und meist
bei uns hier besonders gelb erstrahlen, wenn der Raps beginnt zu
blühen. Hier sieht man nicht viele Bäume, eher kleine Hecken und
Sträucher am Feldwegrand oder den Weg säumende Kornblumen und roter
Mohn. Diese weiten Felder der Zülpicher Börde, die mag
ich besonders. Diese Felder, die einen so unfassbar weit schauen
lassen und wenn die Sonne scheint, einem viele Sonnenstrahlen, aber
auch so wunderbares Licht am Morgen schenken. Die Goldene Stunde.
Wie wunderbar es ist dann zu radeln. Ja, so idyllisch
kann mein Morgen sein. Aber nur, wenn ich es wirklich schaffe
früher aufzustehen als sonst, mein Rad aus dem Gartenhaus zu holen,
wenn ich es denn finde und wenn ich eben wieder mehr in Bewegung
komme. Gott und ich - wir sind auch in Bewegung.
Ich rede jeden Tag von ihm und über ihn im Unterricht. Ich glaube,
dass er mich trägt und erträgt, wenn ich auch Schwere und Tiefe mi
tragen darf in wertvollen Beratungskontexten. Und ich glaub
manchmal, ich rede viel zu wenig mit Gott. Ich bete. Aber ich
bin keine Vorzeige-Beterin. Ich habe schon oft Bibellesen,
Journaling, Gebetsroutinen versucht … aber ich bin kein
Routine-Mensch. Ich bin einfach zu gerne eben in Bewegung. Ich
liebe es, Neues auszuprobieren und schaffe es nicht einmal im
gleichen Restaurant zweimal das Gleiche zu essen. Ich bin einfach
viel zu neugierig. Und Gott, du weißt das doch. Du gehst mit,
egal ob ich gehe, laufe, hüpfe oder tanze. Mein Gott ist
ein bewegender, bewegter und in Bewegung bringender Gott. Und
vielleicht habe ich mehr Routine als ich denke. Da morgens auf dem
Fahrrad. Da ist Gott doch auch. In mir. In meiner Bewegung. Im
Vogelgesang. In der Weite der Felder. Im Duft, der noch so frischen
Morgenluft. Im Fahrtwind, der mir das Haar zerzaust. Da im
Morgenlicht, das nur einen Moment die wunderschönste Farbe hat, da
will ich seufzen. Seufzen ist vielleicht mein Gebt, um mehr
mit, statt nur über Gott zu sprechen. Der
DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper
Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und
der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die
Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen
darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio
um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.
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