Man kann nicht nicht kommunizieren. Kein Satz hat Paul Watzlawick
so berühmt gemacht wie dieser. Auch ohne Worte stehen wir ständig
im Austausch mit anderen, ob wir wollen oder nicht. Watzlawick hat
unser Verständnis von Kommunikation nachhaltig verändert.
Kommunikation ist nicht nur das, was wir sagen, sie ist Haltung,
Beziehung und Präsenz. Sie ist lebensnotwendig. Alleine können wir
nicht überleben. Kommunikation lässt uns leben, und das Wort selbst
verrät viel: communicare heißt übersetzt "verbinden". Menschen
stehen in Verbindung, wenn sie kommunizieren. Kommunikation prägt
unsere Identität, unser Bewusstsein, unser Menschsein.Und da kommt
der Heilige Geist ins Spiel. Er ist die Kommunikation Gottes, die
Kommunikation Gottes in sich selbst, aber auch sein Weg in diese
Welt hinein. Er ist es, der Maria dazu bringt, Gott in die Welt zu
tragen, und er ist heute noch präsent in jedem einzelnen von uns.
Gott teilt sich mit in der Schöpfung, in der Erlösung und bleibend
in seinem guten Heiligen Geist. Gott ist Kommunikation, und
vollkommene Kommunikation ist vollkommene Liebe.Antoine de
Saint-Exupéry hat einmal geschrieben: "Vollkommenheit entsteht
nicht dann, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern wenn man
nichts mehr wegnehmen kann." Auf Gott, auf den Heiligen Geist
bezogen heißt das: Seine Vollkommenheit verliert nichts, wenn er
teilt. Er wird nicht kleiner, wenn er sich dem Menschen zuwendet.
Im Gegenteil: Liebe wächst, wenn sie sich verschenkt.Heute mal noch
ein zweites Zitat vom seligen Johannes Duns Scotus, der nur ein
paar Meter hier vom Studio des Domradios entfernt liegt: "Gott will
Mitliebende." Er bringt es auf den Punkt. Der Heilige Geist
befähigt uns, er befähigt immer wieder neu die Menschen dazu, mit
Gott zu lieben. Es ist ein Aufruf, sich einzuklinken in Gottes
Kommunikation, zu hören, zu bedenken, zu wahren, weiterzugeben und
zu leben.Und doch erleben wir heute eine merkwürdige Spannung. Nie
war Kommunikation so allgegenwärtig und selten war echtes Verstehen
so schwierig. Wir senden ständig, aber offenbaren wir uns? Oder
zeigen wir als Menschen manches Mal nur Bilder? Diese Krise der
Kommunikation zeigt sich auch im Reden von Gott. Uns fehlen oft
Worte, Gesten und Formen. Das ist kein neues Problem, aber wir
dürfen uns diesem Problem stellen - mit dem guten Paul
Watzlawick: Man kann nicht nicht kommunizieren. In dieser Zusage
liegt auch ein Kern unseres Glaubens. Gott lässt uns in unserer
Kommunikation nicht allein. Dafür hat er in sich seinen Heiligen
Geist, und dieser ruft uns immer wieder in seine Kommunikation
hinein: in das Leben, in die Beziehung, in die Liebe.
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