Heute ist unser letzter Reisetag mit den Hörerinnen und Hörern des
Domradio. Und da es keinen organisierten Punkt mehr gibt, haben wir
geplant, mit denen, die Lust haben, hoch zur Rocca Maggiore zu
steigen und uns dort oben außen und innen umzuschauen.Die Burg
wirkt noch heute riesig, obwohl sie immer wieder von den
Stadtbewohnern geschleift und ihre Steine zum Bau der eigenen
Häuser genutzt haben. Es ist wahrscheinlich, dass es bereits in der
Antike, vom IV. bis III. Jahrhundert v. Chr., umbrische Siedlungen
gab, doch die ersten sicheren Informationen über die Existenz einer
militärischen Befestigung stammen aus dem Jahr 1174, als die Stadt
von der schwäbischen Dynastie im Auftrag von Kaiser Friedrich I.
Barbarossa besetzt wurde.Es wird auch berichtet, dass ein junger
Friedrich II. dort von Konrad Lützen betreut wurde, der damals Graf
der Stadt war. Nach dem blutigen Aufstand der Assisianer im Jahr
1198, an dem auch der junge Franziskus teilnahm, wurde die Festung
als Symbol der kaiserlichen Unterdrückung der Stadt dem Erdboden
gleichgemacht.Das außergewöhnliche Denkmal, das wir heute noch
sehen werden, ist daher das Ergebnis eines Wiederaufbaus im
vierzehnten Jahrhundert, der von einem Kardinal und päpstlichen
Legaten entworfen wurde, der im Auftrag von Papst Innozenz IV.
zahlreiche Militärfestungen errichten ließ, um jene Gebiete
zurückzuerobern, die der Kontrolle der Kirche entgangen waren.Für
uns Heutige klingt das eher befremdlich, aber im Laufe der
Kirchengeschichte gab es immer Dinge, die im Nachhinein
erklärungsbedürftig waren.Aber es gibt noch eine andere Facette
dieser Burg: Oben vom Turm kann man die gesamte Stadt überblicken
und sie wirkt vor hier oben, als seien alle Häuser unter einem
Dach. Da die Formation der Dächer von oben nach unten geht und
Straßen und Wege überdeckt. Lediglich die großen Kirchen ragen
heraus.Alle unter einem Dach, ob arm oder reich oder fromm oder
eher nicht so, ob glücklich oder traurig, ob gesund oder krank,
jung oder alt.Dieser Blick macht nachdenklich und zugleich
hoffnungsfroh.
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