Sich wandeln lassenIn diesen Tagen kommen viele Menschen in Köln
zusammen zur Eucharistischen Konferenz ”Kommt und seht“. Eine tolle
Möglichkeit, sich diesem großen Geheimnis der Liebe Gottes neu zu
stellen. Und wir wollen uns vorbereiten auf das große Jubiläum ”750
Jahre Fronleichnam in Köln“.Aber was ist das eigentlich für ein
Zeichen, das da geschieht? Vielleicht hilft der Blick auf andere
Zeichen, um es tiefer zu verstehen. Manchmal begegnen mir
Studentinnen und Studenten in der Hochschulgemeinde, die dann auf
einmal ein zerbrochenes Herz um den Hals tragen: der junge Mann auf
der einen, die junge Frau der anderen.In der Antike, im römischen
und griechischen Raum, waren solche Zeichen – zerbrochene Herzen,
Ringe oder auch zerbrochene Stäbe – Zeichen, die die Gegenwart, das
Zusammensein und die Verbindung repräsentierten. Sie hatten sogar
einen rechtlichen Charakter.Das lateinische Wort "Sacramentum"
bezeichnet ein Pfand, das verloren ging, wenn ein Eid gebrochen
wurde. Es setzte eine Gemeinschaft voraus, die sich durch das
Zusammenfügen wieder verlebendigte.Auch die Eucharistie, die
heilige Kommunion, ist ein Zeichen der Nähe – und sie schafft Nähe.
In der Feier der Eucharistie drückt sich das geheimnisvolle
Zusammenwirken von Gott und Mensch aus. Ein "Mysterion"
bezeichnet das Geheimnis, das sich hier vollzieht. Worin liegt es
heute für uns?Es ist zunächst eine Danksagung. Beim Abendmahl
feierte Jesus diese Danksagung ”für euch und für die vielen“. Er
stiftet Versöhnung, schenkt Vergebung und ermöglicht Wandlung,
Neuschöpfung und Neubeginn.Die heilige Mutter Teresa hat einmal
gesagt: ”Keiner darf aus der Kirche hinausgehen, wie er
hineingegangen ist.“ Durch den Heiligen Geist geschieht die
Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi. Und doch geht
es nicht nur um das, was auf dem Altar geschieht – es geht um uns,
es geht um dich und mich.Wie lassen wir uns hineinnehmen? Nehmen
wir Jesus einfach nur auf, oder lassen wir zu, dass er uns wandelt?
Die Eucharistie lädt uns ein, selbst gewandelt zu werden. Das
Gebrochene, wir Menschen, wird zusammengefügt – wie die
zerbrochenen Zeichen der Verbundenheit in der Antike.Wandlung
bedeutet aber auch, anders in der Welt zu wandeln: anders
miteinander umzugehen, anders zu leben. Jesus gibt uns die
Möglichkeit, diese Nähe zu feiern, Dankbarkeit zu spüren und
Veränderung zuzulassen.Das Geheimnis der Eucharistie, dem wir in
diesen Tagen in Köln mehr nachgehen, zeigt uns, dass wir sind als
Gemeinschaft miteinander verbunden sind, dass wir werden gewandelt
werden, und dass wir diese Wandlung in die Welt
hinaustragen.Erinnert euch noch einmal, was Mutter Teresa gesagt
hat: ”Keiner darf aus der Kirche hinausgehen, wie er hineingegangen
ist.“ Lassen wir uns auf diese Wandlung ein.
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.