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Beschreibung
vor 4 Tagen
Matthias, Gregor und Sebastian besprechen heute zwei bizarre
Heldensagen, eine aus dem brasilianischen Dschungel, eine aus dem
westdeutschen Avantgarde-Theater. Ein Double Feature mit
überraschenden Gemeinsamkeiten, jedoch keinesfalls unkompliziert.
Macunaíma (Joaquim Pedro de Andrade,
1969)Basierend auf Mário de Andrades satirischem
Modernismus-Roman von 1928 folgt der Film dem „Held ohne jeden
Charakter": Als schwarzer Mann im Urwald geboren, verwandelt er
sich in einen weißen Mann und zieht nach São Paulo, wo er auf
nymphomane Guerilleras, kannibalistische Industriemagnaten und
politischen Wahnsinn stolpert. Ein anarchischer Höhepunkt des
Cinema Novo, politisch aufgeladen und gedreht im Schatten der
brasilianischen Militärdiktatur.
Freak Orlando (Ulrike Ottinger, 1981)Inspiriert
von Virginia Woolfs Orlando (ebenfalls 1928) erzählt Ottinger in
fünf Episoden eine Geschichte der Welt vom Altertum bis zur
Gegenwart, mit der zeitreisenden Orlando als stetig wandelnder
Figur durch Inquisition, Freak-Shows und Kaufhäuser. Ein
Zeitdokument der Westberliner Avantgarde-Szene, bemerkenswert in
seiner Kühnheit, herausfordernd hinsichtlich seiner
Distanziertheit zum Zuschauer.
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Coverbild von Gregor Schenker
Soundmix von Sebastian Kempke
Musik: "Epilogue (Instrumental Version)" by Josh Woodward
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