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Beschreibung
vor 1 Woche
Du stehst an einem warmen Augusttag am Straßenrand bei Sault und
spürst den feinen Staub der provenzalischen Erde unter deinen
Sohlen. Ein einzelner Lavendelsamen liegt dort im hellen Licht
auf dem Stein, und als der Wind plötzlich dreht, trägt er den
schweren, honigsüßen Duft von siebentausend Hektar violetten
Blüten direkt zu dir herüber. Es ist ein Geruch, der nach
glühender Hitze und wilden Kräutern schmeckt und so intensiv ist,
dass die Zeit für einen Moment lang stehen bleibt, während die
alte Frau vor dem Café nur kurz den Kopf hebt, als hätte sie in
der Luft eine längst vergessene Erinnerung erkannt.
Dich erwartet eine Reise durch die sanften Farben des Lubéron,
vom ockergelben Leuchten in Roussillon bis zum tiefen Blau, das
sich am Abend wie ein schweres Tuch über die Felder legt. Du
hörst das rhythmische Klopfen einer Ziege am Brunnenquader, das
metallische Zischen der Zikaden, die pünktlich zum
Sonnenuntergang verstummen, und das ferne, elastische Geräusch
eines Korkenziehers in der Dämmerung. Während die Schatten der
Weinreben über die warme Erde von Gigondas wandern, bereitet dich
die Stille der Dörfer auf die Nacht vor, in der die Steine der
Gassen die gespeicherte Wärme des Tages nur ganz langsam an die
kühle Nachtluft abgeben.
Lass dich fallen in dieses flüssige, goldene Licht, das über die
Berge fließt und alles in eine tiefe Ruhe taucht. Du spürst den
glatten Stein der Mauern unter deinen Fingerspitzen und hörst das
ferne, resonante Schlagen der Kirchturmuhr von Goult, das die
Zeit in der Dunkelheit neu ordnet. Atme den Duft von getrocknetem
Moos, Eisen und spätem Lavendel ein, schließe die Augen und finde
deinen Schlaf in der sanften Schwerelosigkeit dieser
südfranzösischen Nacht.
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