Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 1 Monat
Wie das Kaninchen vor der Schlange: Im Angesicht einer Schlange
erstarrt das Kaninchen. Es ist unfähig, sich zu bewegen, gelähmt
von Angst. Bis heute benutzen wir dieses Bild, wenn Menschen
in bedrohlichen Situationen nicht mehr handeln können. Das ist ein
bisschen spöttisch, aber sehr treffend. So ähnlich reagieren auch
wir Menschen auf das Böse oft. Es lähmt uns, es macht sprachlos.
Wir sind dann starr vor Angst. Nicht umsonst wird das Böse
vielleicht deswegen in der Bibel mit dem Bild der Schlange
beschrieben. Schon im griechischen Wort "Drakon" steckt die
Bedeutung der Starrblickende. Das Böse fixiert, es fesselt den
Blick, es will verführen. Die Schlange ist Symbol einer
Lebensweise, die sich von Gott entfernt hat. Eine gespaltene Zunge
steht für ihre Nichtwahrhaftigkeit. Sie häutet sich und verändert
sich deshalb nur äußerlich. Sie windet sich ohne einen klaren
Standpunkt, sie kriecht auf der Erde und klammert sich fest. Sie
wirkt hypnotisch und lässt die Beute erstarren, das wissen wir
spätestens seit der Schlange Kaa aus dem Dschungelbuch. Wir
Menschen kennen diese Verführung seit Anbeginn, aber entscheidend
ist, wir sind ihr nicht ausgeliefert. Das Gegenbild gegen das
Böse ist Maria, die wir in diesem Monat Mai besonders verehren.
Nicht als ferne Idealfigur, sondern als Mensch mit Mut. Sie lässt
sich ausrichten auf Gott, sie bleibt nicht starr, sie handelt. In
der Offenbarung im Neuen Testament der Bibel heißt es über sie:
"Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel, eine Frau mit der
Sonne bekleidet, der Mond unter ihren Füßen und ein Kranz von 12
Sternen auf ihrem Haupt." Maria bringt das Gute in die Welt, ja
mehr noch, den Guten selbst. Sie ist die Mutter des neuen Lebens.
Dafür steht sie in diesem Mai. Der Schriftsteller Franz Kafka hat
das einmal so formuliert: "Es bedurfte der Vermittlung der
Schlange, das Böse kann den Menschen verführen, aber nicht Mensch
werden." Durch Maria wird Gott Mensch, das Böse lähmt, Gott
aber macht lebendig. Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis
Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von
ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen
im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan
Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander
verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als
Podcast.
erstarrt das Kaninchen. Es ist unfähig, sich zu bewegen, gelähmt
von Angst. Bis heute benutzen wir dieses Bild, wenn Menschen
in bedrohlichen Situationen nicht mehr handeln können. Das ist ein
bisschen spöttisch, aber sehr treffend. So ähnlich reagieren auch
wir Menschen auf das Böse oft. Es lähmt uns, es macht sprachlos.
Wir sind dann starr vor Angst. Nicht umsonst wird das Böse
vielleicht deswegen in der Bibel mit dem Bild der Schlange
beschrieben. Schon im griechischen Wort "Drakon" steckt die
Bedeutung der Starrblickende. Das Böse fixiert, es fesselt den
Blick, es will verführen. Die Schlange ist Symbol einer
Lebensweise, die sich von Gott entfernt hat. Eine gespaltene Zunge
steht für ihre Nichtwahrhaftigkeit. Sie häutet sich und verändert
sich deshalb nur äußerlich. Sie windet sich ohne einen klaren
Standpunkt, sie kriecht auf der Erde und klammert sich fest. Sie
wirkt hypnotisch und lässt die Beute erstarren, das wissen wir
spätestens seit der Schlange Kaa aus dem Dschungelbuch. Wir
Menschen kennen diese Verführung seit Anbeginn, aber entscheidend
ist, wir sind ihr nicht ausgeliefert. Das Gegenbild gegen das
Böse ist Maria, die wir in diesem Monat Mai besonders verehren.
Nicht als ferne Idealfigur, sondern als Mensch mit Mut. Sie lässt
sich ausrichten auf Gott, sie bleibt nicht starr, sie handelt. In
der Offenbarung im Neuen Testament der Bibel heißt es über sie:
"Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel, eine Frau mit der
Sonne bekleidet, der Mond unter ihren Füßen und ein Kranz von 12
Sternen auf ihrem Haupt." Maria bringt das Gute in die Welt, ja
mehr noch, den Guten selbst. Sie ist die Mutter des neuen Lebens.
Dafür steht sie in diesem Mai. Der Schriftsteller Franz Kafka hat
das einmal so formuliert: "Es bedurfte der Vermittlung der
Schlange, das Böse kann den Menschen verführen, aber nicht Mensch
werden." Durch Maria wird Gott Mensch, das Böse lähmt, Gott
aber macht lebendig. Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis
Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von
ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen
im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan
Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander
verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als
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