Vincent van Gogh – Wenn die gelbe Kerze leise flackert

Vincent van Gogh – Wenn die gelbe Kerze leise flackert

vor 3 Wochen
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Beschreibung

vor 3 Wochen

Du sitzt am hölzernen Tisch einer kleinen Kammer unter dem Dach,
während das sanfte Licht einer einzigen Kerze über eine Schale
mit Zwiebeln und deinen Tabak streicht. Der Duft von frischer
Ölfarbe und Terpentin hängt schwer und beruhigend im Raum,
vermischt mit dem fernen Aroma von feuchter Erde aus dem Garten
deiner Kindheit. Draußen in der Dunkelheit von Auvers ruhen die
Weizenfelder unter einem weiten Sternenzelt, und nur das leise
Kratzen deiner Feder auf dem Papier unterbricht die tiefe Stille
der Nacht. In diesem Kokon aus Schatten und warmem Schein findest
du die Ruhe, die dir der Tag oft verwehrt hat.





In dieser Reise begleitest du Vincent von den sonnigen Sandburgen
im Pfarrgarten von Zundert bis hin zum goldenen Licht des Südens
in Arles. Du spürst die Wärme des Gaslichts auf deiner Haut und
hörst das ferne Läuten der Kirchenglocken, die dich sanft in den
Feierabend begleiten. Es ist eine Erzählung über das Ankommen in
der Stille, über die Farben der Dämmerung und den Frieden, der
einkehrt, wenn die Pinsel gereinigt sind und das Herz zur Ruhe
kommen darf. Hier wartet nichts mehr von dir, außer dass du dich
dem Rhythmus der ruhigen Atemzüge und dem sanften Schein des
Mondes hingibst.





Lass dich nun in die weichen Kissen sinken und schließe deine
Augen, während das Bild der Zypressen im Wind langsam vor deinem
inneren Auge verblasst. Du darfst alles loslassen und dich von
den warmen Farben eines gelebten Lebens in den Schlaf tragen
lassen. Atme den Duft des Sommers ein, lausche dem leisen Knarren
der alten Holzdiele und finde deine wohlverdiente Ruhe in diesem
friedlichen Moment der Geborgenheit. Gute Nacht und träum schön
von den Sternen über dem Feld.



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