"Mal ein Feiertag, an dem man nicht in die Kirche muss!"

"Mal ein Feiertag, an dem man nicht in die Kirche muss!"

vor 1 Monat
Morgenimpuls mit Schwester Katharina
4 Minuten
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Beschreibung

vor 1 Monat
Heute ist der 1. Mai und der Tag hat seine vielfältigen
Bedeutungen. Wir haben uns im Konvent darüber unterhalten, wie wir
den Tag als Kinder und Jugendliche erlebt haben. Bei einer
Mitschwester kommt dann immer der Satz des Vaters der gesagt hat:
"Mal ein Feiertag, an dem man nicht in die Kirche muss!" Bei mir
kommt auch noch einmal deutlicher heraus, wie wir zum Beispiel in
der DDR-Diktatur damit umgegangen sind.Am Abend vor dem 1. Mai sind
wir zum Tanz in den Mai gegangen, in der Nacht haben wir den neuen
Pfarrer aus dem Bett geklingelt, weil wir wussten, dass er
Geburtstag hat und haben mit einer ganzen Truppe bei ihm Frühstück
bekommen. Dann sind wir auf den nächsten Berg gewandert, um den
Sonnenaufgang zu erwarten und ihn mit Gitarrenbegleitung zu
besingen und mit dem mitgebrachten Bier aus den Rucksäcken
anzustoßen. Am frühen Nachmittag war dann die Maidemonstration im
Dorf, zu der alle Leute verpflichtet waren und für uns das Beste
daran war, dass wir unsere Fahrräder mit bunten Krepppapierstreifen
schmücken konnten. Und abends war dann in der Kirche die
Eröffnung der Maiandachten zu Ehren Marias, der Muttergottes, bei
der die Kirche freiwillig proppenvoll, die gefühlvollen Lieder mit
Inbrunst gesungen und die Texte schon damals ein bisschen weltfremd
waren. Und dann habe ich sehr viel später irgendwann mitbekommen,
dass seit 1955 der 1. Mai der Gedenktag des heiligen Josef des
Arbeiters geworden war. Meine Güte, das alles an einem Tag!Was ist
davon geblieben für mich und für Dich? Vielleicht könnten wir heute
mal nachdenken über den Wert der Arbeit bei uns selbst, in unseren
Familien, in unserer westlichen Gesellschaft und weltweit. Über die
Arbeit, die wir brauchen, um unseren Lebensunterhalt zu verdienen
und auch, um uns zu entwickeln und kreativ zu werden. Und was es
für die vielen Menschen bedeutet keine Arbeit zu haben.Und
natürlich auch den Feiertag genießen mit hoffentlich sonnigem Flair
und Lust auf Draußenzeit.

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