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  4. Bryan Caplan – The Myth of the Rational Voter
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In seinem 2007 erschienenen Buch rĂĽttelt der
amerikanische Ă–konom Bryan Caplan an den
Grundfesten unseres politischen Selbstverständnisses. Das Werk
dekonstruiert den naiven Glauben an die Weisheit der Wähler.
Caplan zeigt schonungslos auf, dass demokratische
Fehlentscheidungen nicht primär das Resultat von Lobbyismus oder
reiner Unwissenheit sind, sondern auf die systematische
Irrationalität der Wähler selbst zurückgehen. Das Buch
„„The Myth of the Rational Voter““ zwingt die Gesellschaft dazu,
die idealisierte Vorstellung der Demokratie mit der ökonomischen
Realität abzugleichen. Es ist ein Standardwerk für
politischen Realismus.

3 zentrale Erkenntnisse aus dem Buch

* Der Wähler ist systematisch voreingenommen:
Anders als das sogenannte „Wunder der Aggregation“ behauptet,
heben sich die Irrtümer ahnungsloser Wähler nicht gegenseitig
auf. Caplan belegt, dass Wähler unter vier massiven Vorurteilen
leiden: dem Anti-Markt-Bias, dem
Anti-Ausländer-Bias, dem
Arbeitsbeschaffungs-Bias und dem
Pessimismus-Bias.

* Rationale Irrationalität leitet das
Wählerverhalten: Weil die einzelne Stimme bei Millionen
von Wählern praktisch nie das Wahlergebnis entscheidet, kostet es
den Wähler persönlich nichts, irrationalen Überzeugungen zu
folgen. Sie konsumieren diese „Wohlfühl-Illusionen“, weil sie an
der Urne gratis sind, obwohl sie der Gesellschaft als Ganzes
schaden.

* Demokratien scheitern, weil sie den Wählern geben, was
sie wollen: Schlechte politische MaĂźnahmen existieren
nicht, weil Politiker den Wählerwillen ignorieren. Im Gegenteil:
Sie existieren, weil die Politiker im Kampf um Wählerstimmen
exakt das liefern mĂĽssen, was die systematisch irrende
Mehrheit lautstark verlangt.

FĂĽr wen ist das Buch besonders interessant?

* Politikinteressierte und Wähler, die verstehen
wollen, warum trotz bester Absichten oft wirtschaftsschädliche
Gesetze verabschiedet werden und wie eigene kognitive
Verzerrungen Wahlen beeinflussen.

* Wirtschaftsstudenten und Ă–konomen, die sich
oft darĂĽber wundern, warum die klaren Erkenntnisse der
ökonomischen Wissenschaft in der politischen Praxis so selten
Gehör finden.

* Verfechter der Demokratie, die ihre Argumente
schärfen wollen, indem sie sich mit einer der fundiertesten und
empirisch belegten Demokratiekritiken auseinandersetzen.

Was Du aus dem Buch mitnehmen kannst

Die Illusion der rationalen Wahl

Lange Zeit glaubten Ökonomen an die Theorie der „rationalen
Ignoranz“: Da eine einzelne Stimme kaum Gewicht hat, informiert
sich der Wähler nicht, wählt zufällig, und die informierten
Wähler geben den rationalen Ausschlag. Caplan widerlegt dieses
Konzept. Die Wähler irren sich gerade nicht zufällig, sondern
systematisch in dieselbe Richtung. Sie
unterstĂĽtzen politische MaĂźnahmen, die objektiv ihren eigenen
Interessen schaden, weil sie sich von tief verwurzelten
ideologischen Vorurteilen statt von Fakten leiten lassen.

Die vier fatalen Denkfehler

Ein echtes Aha-Erlebnis bietet Caplans
Auswertung der Daten, die belegen, dass die breite Ă–ffentlichkeit
im Vergleich zu Experten vier massive blinde Flecken aufweist:
Sie misstraut dem Mechanismus des freien Marktes, fĂĽrchtet den
Handel mit Ausländern, hält den bloßen Erhalt von Arbeitsplätzen
fälschlicherweise für wichtiger als Produktivitätssteigerungen
und ist unbegründet negativ eingestellt. Der Wähler entscheidet
sich für die rationale Irrationalität, weil sein
Irrglaube ihn isoliert betrachtet nichts kostet – die immense
Zeche in Form von Wohlstandsverlusten zahlt jedoch die gesamte
Gesellschaft.

Mehr Markt wagen

Caplan liefert am Ende keine fatalistische Dystopie, sondern eine
unbequeme Wahrheit: Wenn die Demokratie systematisch fehlerhaft
ist, weil die Masse irrt, mĂĽssen wir unseren unkritischen
„demokratischen Fundamentalismus“ hinterfragen. Die
gesellschaftliche Relevanz dieses Buches liegt in der Anregung,
marktwirtschaftlichen Lösungen wieder mehr Raum zu geben – nicht
weil der freie Markt perfekt wäre, sondern weil er im Vergleich
zur fehleranfälligen Politik meist die besseren
Ergebnisse fĂĽr den Wohlstand aller liefert.

Das Buch in einem Satz

Weil die eigene Stimme an der Wahlurne nichts kostet, geben sich
Wähler systematisch unlogischen Vorurteilen hin, was die
Demokratie dazu zwingt, schlechte und wohlstandsschädigende
Gesetze umzusetzen.

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„Bryan Caplan – The Myth of the Rational Voter“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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