Corona Gespräch 18 - Erfahrungen der Oberbürgermeisterin

Corona Gespräch 18 - Erfahrungen der Oberbürgermeisterin

vor 4 Jahren
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Beschreibung

vor 4 Jahren
In dieser Folge erzählt uns Oberbürgermeisterin Dr. Heike
Kaster-Meurer, welche Veränderungen die Pandemie in der
Stadtverwaltung mit sich brachte und was sich privat für sie
änderte. Wir, Marc und Yuliyan von Gässjer FM, befragen
KreuznacherInnen zu ihren Erlebnissen während der Coronapandemie.
„Anfang 2020 zeichnete sich ja so langsam ab, das ist eine
Angelegenheit, die bleibt nicht in China. Wir müssen hier was tun.
Und ich habe dann in der Verwaltung einen Krisenstab ins Leben
gerufen. Kein Krisenstab, wo jetzt das Amt für Brand und
Katastrophenschutz involviert ist, sondern ein Krisenstab für die
Verwaltung selber. Um zu gucken: „Wie können wir uns dann
aufstellen in einer Zeit, wo klar ist, wir müssen Menschen räumlich
trennen?““ – Heike Kaster-Meurer, Oberbürgermeisterin der Stadt Bad
Kreuznach „Stadtratssitzung haben wir zunächst ausgesetzt, haben
für das Allerwichtigste Beschlüsse im Vorstand gefasst und sind
dann ja auch zu digitalen Sitzungen gekommen, zu Videokonferenzen.
Auch das war ja vorher überhaupt nicht denkbar. Ich weiß noch, als
ich das vorgeschlagen habe, gab es einen Riesen, einen riesen
Widerstand, wie man denn sowas machen kann. Ich würde ja
Mandatsträgern jede Rechte abschneiden. Das hat sich ja inzwischen
auch relativiert. Wir fragen ja auch immer noch, ob Präsenz oder
Videokonferenzen gewünscht sind. Und der letzte
Jugendhilfeausschuss beispielsweise hat als Videokonferenz
stattgefunden und es gibt gar keine Vorbehalte mehr.“ – Heike
Kaster-Meurer, Oberbürgermeisterin der Stadt Bad Kreuznach „[…] Und
es gab aber auch ganz viele Betroffene.Und gerade die Menschen, die
auf Trinkgeld angewiesen sind… Ich denke mal, Gastronomen oder die
Gastronomiebeschäftigten sind ja auch unterstützt worden. Aber wenn
ich Kurzarbeitergeld bekomme von einem Festgehalt und mir fehlt
dann das Trinkgeld, dann ist es natürlich noch mal eine ganz andere
Situation, als wenn man in der Verwaltung arbeitet, wo klar ist Ich
kann Urlaub nehmen, wenn ich jetzt nicht unbedingt gebraucht
werde.“ – Heike Kaster-Meurer, Oberbürgermeisterin der Stadt Bad
Kreuznach „Schaffen wir es in Zukunft noch, den sozialen Frieden zu
finanzieren? Da mache ich mir große Sorgen. Aber nicht für meine
Person, sondern insgesamt für unsere Stadtgesellschaft, für die
Gesellschaft insgesamt. […] Diese Entwicklung, dass die
Gesellschaft auseinanderdriftet, dass sich bestimmte Menschen, auch
das Wohnen und Leben in einer Stadt nicht mehr leisten können. Das
haben wir ja vor Corona schon gehabt, das hat sich ja schon
abgezeichnet. Aber das, finde ich, ist jetzt noch mal durch Corona
beschleunigt worden. Und das ist auch etwas, was mir große Sorgen
macht und wo ich mich auch wirklich frage: „Wie schaffen wir es
kommunalpolitisch, da gegenzusteuern?““ – Heike Kaster-Meurer,
Oberbürgermeisterin der Stadt Bad Kreuznach „ […] Das steckt,
glaube ich, auch tief in den Knochen der Menschen. Die Angst, es
kommt etwas Unberechenbares. Bisher gab es ja immer so eine –
zumindest einigermaßen – so eine Verlässlichkeit. […] Ich gehöre ja
eher zu den Boomern. Wir hatten es immer gut, wir hatten immer
genug zu essen. Es gab keinen Krieg, es gab immer Frieden, es gab
immer Freiheit. Wir konnten immer reisen. Aber jetzt haben wir
gelernt das ist alles nicht so selbstverständlich. Und es kann
durchaus sein, dass plötzlich irgendwas ist. (Dass) irgendetwas
passiert und alles ist anders.“ – Heike Kaster-Meurer,
Oberbürgermeisterin der Stadt Bad Kreuznach
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