Rezension: Tage wie Salzwasser von Sita Maria Frey

Rezension: Tage wie Salzwasser von Sita Maria Frey

vor 23 Stunden
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Beschreibung

vor 23 Stunden
"Tage wie Salzwasser" ist ein Buch über Verlust, Trauer und die
Frage, was ein Aufbrechen mit uns macht, vor allem wenn wir nicht
aus freiem Willen aufbrechen, sondern weil das Leben uns dazu
zwingt. Versicherungsmathematikerin Atlanta ist schwanger und steht
plötzlich allein da. Fahrradmonteurin Enza soll sich auf den Weg zu
ihrer Familie an die sizilianische Ostküste machen – auch wenn sie
am liebsten in ihrer vertrauten kleinen Werkstatt bliebe. Die
beiden hätten sich nie gesucht. Und finden sich trotzdem. Was Frey
gelingt, ist ein feines Gespür für das Innenleben ihrer Figuren.
Atlanta ist rational, manchmal ruppig, aber erschütternd ehrlich,
besonders dann, wenn sie mit gesellschaftlichen Erwartungen an
schwangere Frauen bricht. Enza dagegen ist warmherzig, fast scheu,
und öffnet sich nur langsam. Zwei Frauen, die sich ergänzen, weil
sie so verschieden sind. Eine schwangere Frau auf einem Motorrad –
das provoziert. Und das ist beabsichtigt. Im Interview erklärt
Sita, dass sie ganz bewusst eine Figur schaffen wollte, die
gesellschaftliche Erwartungen unterläuft: "Letztendlich erwarten
wir von Frauen, dass sie sich immer uneingeschränkt auf diese
Kinder freuen und die Schwangerschaft einfach so eine glückliche
Phase ist." Atlanta zeigt, dass das Klischee Muttersein gleich
Glücklichsein eine Lüge ist und zumindest keine universelle
Wahrheit. Wer Geschichten mag, die sich entwickeln, die überraschen
und die Raum lassen für eigene Gedanken, wird dieses Buch lieben.
Infos zum Buch Tage wie Salzwasser von Sita Maria FreyVerlag:
Droemer HCSeitenanzahl: 320 SeitenISBN:
978-3-426-56461-5Erscheinungstag: 02.05.2025 Affiliate-Links*:
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