Rückkehr zum Mond: Was die Artemis-Mission erreichen will

Rückkehr zum Mond: Was die Artemis-Mission erreichen will

vor 1 Woche
Über 50 Jahre nach «Apollo» fliegen wieder Menschen zum Mond. Und diesmal geht es weniger um Prestige, sondern um Forschung. Und Ziel ist nicht einfach, zum Mond zu fliegen, sondern zu bleiben – und weiterzugehen. Das eigentliche Ziel ist der Mars.
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Einstein

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vor 1 Woche
Über 50 Jahre nach «Apollo» fliegen wieder Menschen zum Mond. Und
diesmal geht es weniger um Prestige, sondern um Forschung. Und Ziel
ist nicht einfach, zum Mond zu fliegen, sondern zu bleiben –
und weiterzugehen. Das eigentliche Ziel ist der Mars. «Artemis 2»
wird noch nicht auf dem Mond landen. Eine Astronautin und drei
Astronauten umrunden den Mond, testen das neue Orion-Raumschiff
unter realen Bedingungen – und bereiten damit die nächste Etappe
vor: die erste Mondlandung seit «Apollo». Den Mond auf die Erde
geholt Bevor es ernst gilt, wird auf der Erde trainiert. In Köln
wurde dafür auf 700 Quadratmetern die Mondoberfläche realitätsnah
nachgebaut. Hier wird getestet, was später sitzen muss – mit dem
Ziel, Risiken zu minimieren und Fehlerquellen zu erkennen, bevor es
400’000 Kilometer weit weg ernst wird. «Einstein»-Moderator Tobias
Müller erkundet die neue Mondsimulationsanlage Luna gemeinsam mit
Astronaut Matthias Maurer, welcher massgeblich am Projekt beteiligt
ist und für eine Mondmission nominiert ist. Europas Schlüsselrolle
– und die Schweiz mittendrin Ohne Europa würde mit «Artemis» kein
Astronaut zum Mond fliegen, betont Daniel Neuenschwander, Direktor
für bemannte Raumfahrt bei der ESA. Denn das Servicemodul, das von
der ESA gebaut wurde, liefert Strom, Wasser, Sauerstoff – und vor
allem den nötigen Antrieb Richtung Mond. Und auch die Schweiz
mischt vorne mit. Firmen wie Beyond Gravity liefern
Schlüsselmechanismen – hochpräzise Technik, die im All
funktionieren muss. Bauen, leben und überleben Doch «Artemis» will
mehr als nur hinfliegen. Das Ziel ist, zu bleiben. Aber der Mond
hat keine Atmosphäre, keine schützende Hülle. Strahlung und extreme
Temperaturschwankungen machen ihn lebensfeindlich. Es braucht
Schutzbauten. «Einstein» zeigt, wie Forschende auf das setzen, was
bereits da ist: Regolith. Der Mondstaub soll vor Ort zu Bausteinen
verarbeitet werden – gebrannt, gesintert oder per 3D-Druck geformt.
So könnte eine Mondbasis entstehen und der Mond zum Testgelände und
zur Startrampe werden für spätere Missionen zum Mars. Von Mond zum
Mars Während in Köln für den Mond trainiert wird, hat die
französische Weltraumagentur CNES in Toulouse bereits den Mars im
Blick. Mit dabei ist die Schweizer Weltraum-Medizinerin Jessica
Studer. Sie untersucht, wie Isolation, künstlich erzeugter Stress
und Kommunikationsverzögerungen Körper und Teamleistung
beeinflussen. Denn eine Marsmission dauert zwei bis drei Jahre.
Funksignale brauchen bis zu 40 Minuten. Die Crew muss autonom
handeln – ohne direkte Hilfe von der Erde. Für solche
Langzeitmissionen zählt nicht nur Technik. Mindestens so
entscheidend sind auch Psyche, Teamwork und die Fähigkeit, unter
Druck fokussiert zu bleiben. Und Jessica Studer will herausfinden,
wie Menschen auf diese speziellen Herausforderungen vorbereitet
werden können.
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