ArchivWare vom 4. Mai 2022 - Herrschaft durch freiwillige Unterwerfung

ArchivWare vom 4. Mai 2022 - Herrschaft durch freiwillige Unterwerfung

vor 1 Jahr
»Nominell leben wir in einer Demokratie. Das heiß…
33 Minuten
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Podcast by Radio München

Beschreibung

vor 1 Jahr
»Nominell leben wir in einer Demokratie. Das heißt: Das Volk
regiert sich selbst. Tatsächlich hat, wie jeder weiß, das Volk
nicht den geringsten Einfluss auf die Regierung, weder in der
großen Politik noch auch nur in solchen administrativen
Alltagsfragen wie Mehrwertsteuer und Fahrpreiserhöhungen. [...] Das
entmachtete Volk hat seine Entmachtung nicht nur hingenommen – es
hat sie geradezu liebgewonnen.« Das sind Wort des
Politikwissenschaftlers Johannes Agnoli bereits 1967 in seinem Werk
„Die Transformation der Demokratie“. Er beschrieb die
Rückentwicklung der Demokratie zu einer neofeudalen oder
autoritären Herrschaftsform. Unter „gelenkter Demokratie“ versteht
der 2015 verstorbene Demokratietheoretiker Sheldon S. Wolin eine
politische Organisationsform, bei der Regierungen durch Wahlen
legiti- miert werden, die sie zu kontrollieren gelernt haben. Sein
Alterswerk „Umgekehrter Totalitarismus“ geht davon aus, dass
„gemanagte Demokratie“ totalitäre Züge entwickelt. Passt der
Begriff „Demokratie“ dann heute noch auf unsere Gesellschaftsform?
Wolin's Buch war 2008 erschienen und wurde jetzt, 2022, ins
Deutsche übersetzt. Sie hören „Umgekehrter Totalitarismus“ eine
Rezension von Ulrich Teusch über das gleichnamigen Buch von Sheldon
S. Wolin. Sprecher: Ulrich Allroggen und Martin Muliar. Das Buch
„Umgekehrter Totalitarismus ist jetzt auf Deutsch im Westend-Verlag
erschienen, es hat 464 Seiten und kostet 36 Euro. Der emeritierte
Kieler Psychologieprofessor Prof. Rainer Mausfeldt verfasste das
Vorwort. Der Text war zunächst bei multipolar erschienen:
multipolar-magazin.de/artikel/sheldo…totalitarismus
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