Die Macht der Medien - Prof. Dr. Michael Meyen im #justfuckindoit Frische Sicht Interview Nr. 38
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vor 4 Jahren
In dieser Spezial-Folge spreche ich mit Prof. Dr. Michael
Meyen, der 1967 auf Rügen geboren wurde und 1988 in Leipzig noch
in der DDR begann Journalismus zu studieren. Während der Wende
kam er dann zur Medienforschung und arbeitete zunächst bis 1997
selbst als Journalist und Nachrichtenredakteur in der
Tagespresse, beim Hörfunk und beim Teletext.
Nach seiner Promotion und Habilitation dozierte er zunächst in
Leipzig und Halle, seit 2002 nun an der
Ludwig-Maximilians-Universität in München im
Fach Kommunikationswissenschaft. Schwerpunkte seiner
Forschung und Lehre sind u.a. Journalismus und
Medienorganisation. Als Buchautor hat er u.a.
„Breaking News: Die Welt im Ausnahmezustand: Wie uns die Medien
regieren.“ (Westend, Frankfurt 2018) und „Das Erbe sind wir.
Warum die DDR-Journalistik zu früh beerdigt wurde. Meine
Geschichte.“ (Herbert von Halem, Köln 2020) veröffentlicht.
In diesem Interview sprechen wir unter anderem darüber, wie er
mit seinem Blog „Medienrealität“ Schwierigkeiten bekommen hat und
später für einen im Vorfeld kontrovers diskutierten VHS-Vortrag
zum Thema „Das Versagen des Journalismus in der Corona-Zeit“
unter Druck von außen geriet. Warum es ihm lieber gewesen wäre,
als Wissenschaftler nur Beobachter zu bleiben und auf
Twitter-Angriffe als „Antisemit“ und „Verschwörungstheoretiker“
verzichtet hätte und wie ihn sein Interview bei KenFM zum
Rücktritt von dem bis dato von ihm geleiteten Forschungsverbund
„Zukunft der Demokratie“ gezwungen hat - diese Fragen klären wir.
Auf was es in großen Medien ankommt, wie der Auftrag
Öffentlichkeit in einen Würgegriff aus Kommerz, Politik und Moral
gekommen ist und was der Imperativ der Aufmerksamkeit im Ausdruck
unserer Wertegemeinschaft bedeutet, erfährt der geneigte Zuhörer
hier.
Meyen erläutert uns, welche Bühnen es in der Medienlandschaft
gibt, wodurch bestimmt wird, welche man wann betreten darf, wie
der Rundfunkrat im öffentlich-rechtlichen Rundfunk funktioniert
und die Vertragsverhältnisse, das Wohlverhalten und die
persönlichen Verbindungen von Journalisten und Funktionären
darüber bestimmen, wer überhaupt wo eingeladen wird oder in
welcher Position landet und was in den Medien letztlich
veröffentlicht wird. Am Beispiel des bayerischen
Ministerpräsidenten Markus Söder erklärt er uns plakativ, wie
Medialisierung ungeahnte Wege ebnet, um eine positive mediale
Darstellung zu bewirken und durch bewusste Inszenierung ein
positives Bild in der Öffentlichkeit erzeugt wird.
Wir sprechen über die Unterschiede von ÖR-Rundfunk und anderen
Medien, was Verantwortungsverschwörung bedeutet und welchen
großen Graben der Wahrheitsbegriff aufreißt. Was ist unser
Anspruch an den öffentlichen Raum? Was sind Voraussetzungen
dafür? Wie bereinigen Regulierer und Diskurswächter im
Hintergrund den Medienmarkt? Warum führt das unter anderem zu
Löschungen und Kontensperrungen etwa auf YouTube? Was ist die
Rolle der Leitmedien vs. Oppositionsmedien, warum fällt es allein
so schwer, den Begriff dafür korrekt zu wählen
(alternative/unabhängige/moderne Medien) und warum können wir die
Realität der Leitmedien schlicht nicht ignorieren?
Herrschaftsverhältnisse seien laut Meyen heute
Definitionsmachtverhältnisse und die Wahrheit als Übereinstimmung
von Aussagen mit der Wirklichkeit Aussagen eines
Wahrheitsregimes, das von Menschen gemacht sei. Wie es Wikipedia
geschafft hat, dass dessen Inhalte inzwischen für Wahrheit
gehalten werden, und warum selbst das
Bundesgesundheitsministerium durch eine Kooperation mit Google
Einfluss nimmt, ist Inhalt unseres ausführlichen Gesprächs.
Es geht um externalisierte Konflikte und Kontaktschuldvorwürfe,
warum Redaktionen homogener geworden sind und weniger Streit
aushalten müssen, warum Schnelligkeit in der Berichterstattung
als Kollegenorientierung tituliert wird und wie durch das
Internet dieses Abschreiben zur Homogenisierung des Mainstreams
führt. Wie das den...
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