#75 Börsenerfolg heißt manchmal auch: Nicht kaufen

#75 Börsenerfolg heißt manchmal auch: Nicht kaufen

12 Minuten

Beschreibung

vor 1 Tag
Zwischen Turniervorbereitung an der Côte d’Azur und klaren
Marktanalysen wird deutlich: Auch in bewegten Börsenzeiten gilt
Disziplin vor Aktionismus. Im Fokus stehen drei Unternehmen, bei
denen Insider zuletzt beherzt zugegriffen haben – doch das Urteil
fällt differenziert aus. Bei ThyssenKrupp bewertet er die
konzertierten Käufe des Vorstands zwar als starkes Signal, bleibt
jedoch skeptisch. Nach dem Verkauf der Aufzugssparte, der
Abspaltung von ThyssenKrupp Marine Systems und dem Umbau zur
Holding steht der Konzern weiterhin unter strukturellem und
politischem Druck. Hohe Investitionen in die CO₂-Transformation,
Unsicherheiten im Stahlgeschäft und fehlende Ergebnisdynamik
sprechen aus seiner Sicht gegen ein Investment – trotz optisch
günstiger Bewertung. Auch bei All for One Group, einem
IT-Dienstleister mit Schwerpunkt auf SAP- und
Digitalisierungsprojekten, überzeugt ihn das
Chance-Risiko-Verhältnis nicht. Projektabhängige Erträge, starke
internationale Konkurrenz und stagnierende Gewinnperspektiven
dämpfen die Fantasie – trotz deutlicher Kurskorrektur seit den
Hochs. Der dritte diskutierte Titel, Amadeus Fire, sorgt mit
auffällig häufigen Insiderkäufen für Aufmerksamkeit. Doch auch hier
bleibt Ramge kritisch: Ein anspruchsvolles Bewertungsniveau,
begrenztes Wachstum und mögliche Disruptionsrisiken durch KI im
Personalbereich lassen ihn Abstand halten. Nicht jeder Insiderkauf
ist automatisch ein Kaufargument. Wer langfristig erfolgreich
investieren will, braucht mehr als nur positive Signale aus dem
Management – entscheidend sind nachhaltige Geschäftsmodelle,
planbare Erträge und überzeugende Perspektiven

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