Ist ADHS eine Modediagnose, Lisa Christ?

Ist ADHS eine Modediagnose, Lisa Christ?

Immer mehr Kunstschaffende bezeichnen sich selbst als neurodivers. Vor allem bei jungen Erwachsenen haben ADHS-Diagnosen Hochkonjunktur. Leben wir im Zeitalter eines «Diagnose-Enthusiasmus»? Gleichzeitig steigt das Bedürfnis nach mentaler Gesundheit.
30 Minuten

Beschreibung

vor 4 Tagen
Immer mehr Kunstschaffende bezeichnen sich selbst als neurodivers.
Vor allem bei jungen Erwachsenen haben ADHS-Diagnosen
Hochkonjunktur. Leben wir im Zeitalter eines
«Diagnose-Enthusiasmus»? Gleichzeitig steigt das Bedürfnis nach
mentaler Gesundheit. Digitale Diagnosen Jeder zehnte Mensch in der
Schweiz ist wegen psychischer Probleme in Behandlung. Und auch in
den sozialen Medien findet man immer mehr psychiatrische Diagnosen.
Ist das alles ein Hype? Wem dient die Diagnostizierung: den
Betroffenen oder der Gesellschaft? Die Soziologin Laura Wiesböck
erörtert, warum psychologische Bezeichnungen in den sozialen Medien
inflationär verwendet werden. Und Comedian Lisa Christ erklärt,
warum sie sich bewusst dafür entschieden hat, auf Instagram über
ihre ADHS-Diagnose zu sprechen. Gesundheit im Wandel Der
Diagnosekatalog der Weltgesundheitsorganisation, die ICD-11,
enthält Tausende Krankheitsbezeichnungen, sogenannte Codes. Immer
wieder kommen neue hinzu. Andere fallen weg. Was als krank gilt,
ist nicht nur Abbild des jeweiligen Forschungsstandes, sondern auch
des Zeitgeists. Wer aber bestimmt, was wir krank nennen? Und wie
therapieren wir? «Kulturplatz» hat in die Vergangenheit und in die
Zukunft geblickt: mit einem Medizinhistoriker und einem Arzt. Kunst
und ADHS ADHS und Kunst, das kann passen und ist doch oft
schwierig. Wie lebt und arbeitet es sich auf Ritalin? Die
Kinderbuch-Illustratorin Tanja Stephani lässt die Zuschauenden an
ihrem Alltag teilhaben. Sie geht positiv mit ihrer Neurodiversität
um. Wie sie erfahren immer mehr Betroffene erst als Erwachsene,
warum ihnen manche Dinge so schwerfallen. «Hauptsache gesund» Wir
leben in einer Zeit, in der «Mental Health»-Inhalte boomen. Leben
wir bereits in einer Zeit des «Healthism», eines übersteigerten
Gesundheitsstrebens? Aber wer sagt, was die Schweizerinnen und
Schweizer unter «Gesundsein» verstehen? Das Stapferhaus in Lenzburg
setzt sich auf vielfältige Weise mit dem Themenkomplex Gesundheit
auseinander. In Zusammenarbeit mit Philosophen, Medizinerinnen,
Historikern und Ökonominnen entsteht eine Ausstellung, die zum
Nachdenken anregt.

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