Sport mit Behinderung: Trainieren mit Stoma (künstlicher Darmausgang)
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Beschreibung
vor 1 Woche
In der Vergangenheit habe ich nie viel über meine Behinderung
erzählt, weil ich kein Fan von Negativität bin oder sich in
schlechten Erfahrungen und Selbstmitleid zu wälzen. Aber ich
denke, man sollte auch nicht nur die Höhen und Erfolge zeigen,
sondern man sollte sich auch immer wieder vor Augen führen, dass
niemand erfolgreich geboren wird und jeder auf seinem Weg viele
kleine und große Probleme zu meistern hat. In meinem Fall fing es
im 17. Lebensjahr mit der Krankheit an, mein Darm machte immer
mehr Probleme und ich hatte ständig Abszesse und Schmerzen von
morgens bis abends. Ich war jahrelang handlungsunfähig und
verbrachte die meiste Zeit mit Krankenhausaufenthalten,
Medikamenten und Operationen. Es war keine Lebensqualität oder
Freude mehr vorhanden, dementsprechend wirkte sich das auch auf
meine Psyche aus und ich wurde depressiv, wünschte mir einfach
nicht mehr aufzuwachen... Nach 14 Jahren Qualen traf ich die
lebensverändernde Entscheidung: Ich ließ mir meinen kompletten
Dickdarm entfernen. Mit 31 konnte ich dann endlich das
Krankenhaus - schmerzfrei - verlassen und ein richtiges Leben zu
führen. Direkt nach meiner Entlassung (ich wog damals 50kg)
verfolgte ich meinen Traum: Innerhalb von einem Jahr auf der
Bodybuilding Wettkampfbühne stehen mit Adern und Muskeln. Und das
tat ich. Getrieben von Willenskraft und Disziplin trainierte und
arbeitete ich an mir jeden einzelnen Tag. Hier entscheidet das
Mindset, denn ich bin überzeugt, wie man in eine Sache reingeht,
so kommt man heraus. Die Ärzte sagten ich darf nicht mehr als 5kg
heben, heute hebe ich 150kg. Die Ämter wollte mich in Frührente
schicken, heute bin ich selbstständig mit 2 Unternehmen. Wer
etwas voll Selbstzweifeln startet, wird es nur halbherzig
durchziehen und bei der ersten Hürde alles hinwerfen, weil er
sich in seiner Meinung bestätigt sieht, dass er es eh nicht
schafft. Wer motiviert in einer Sache durchstartet, der wird auch
den nötigen Biss an den Tag legen und Momentum aufbauen, das ihm
auch in den Tiefen genug Energie gibt, um seine Ziele zu
erreichen. Ich liebe meinen künstlichen Darmausgang und deshalb
muss das Leben erst recht nicht vorbei sein! Dank meinem Stoma
habe ich wieder Lebensqualität und konnte mir seitdem endlich ein
Leben aufbauen nach meinen Vorstellungen! Meine Geschichte hat
dich inspiriert? Dann teile das Video gerne mit anderen!
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