Geteilte Narben, gemeinsame Zukunft Teil 1

Geteilte Narben, gemeinsame Zukunft Teil 1

Urban Conversations: Dresden–Coventry
21 Minuten

Beschreibung

vor 5 Tagen
Urban Conversations: Dresden–Coventry (TU Lectures Plus) Was
bleibt, wenn Städte sich ihrer verwundeten Geschichte stellen – und
einander dabei zuhören? In unserer 40. Folge widmen wir uns dem
Dialog zwischen Dresden und Coventry – zwei Städten, deren Namen
untrennbar mit den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs verbunden
sind. Die Bombardierung Coventrys im November 1940 und die
Zerstörung Dresdens im Februar 1945 stehen nicht isoliert
nebeneinander, sondern in einem historischen Zusammenhang, der bis
heute nachwirkt – politisch, kulturell, emotional. Die
Live-Aufzeichnung dieses besonderen Abends im Raskolnikoff brachte
zahlreiche Gäste aus Coventry zusammen, die mit ihrer Haltung des
„Father forgive“ eine Perspektive einbrachten, die weit über
historisches Gedenken hinausgeht. In Coventry ist Vergebung kein
abstrakter Begriff, sondern Teil der städtischen Identität –
sichtbar geworden im Wiederaufbau der Kathedrale und in einer
Erinnerungskultur, die Versöhnung aktiv anbietet. Dresden hingegen
hat einen eigenen Weg des Erinnerns entwickelt – geprägt von
Brüchen, Instrumentalisierungen und einer bis heute sensiblen
öffentlichen Debatte. Gerade in dieser Unterschiedlichkeit entstand
ein intensives Gespräch: nicht im Vergleich von Leid, sondern im
gemeinsamen Nachdenken über Verantwortung, Weitergabe von
Geschichte und die Frage, was nachfolgenden Generationen bleibt.
Wir haben an diesem Abend viele Ebenen berührt - vom individuellen
Schicksal bis zu gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, von
persönlichen Geschichten mit hoffnungsvollen Wendungen bis zur
Rolle von Städtepartnerschaften, von historischer Analyse bis zu
sehr gegenwärtigen Fragen. Die Städtepartnerschaft zwischen Dresden
und Coventry wurde dabei nicht als offizielles Programm verhandelt,
sondern als gelebte Beziehung – getragen von Menschen, die über
Jahre hinweg Begegnungen ermöglichen, oft jenseits öffentlicher
Aufmerksamkeit. Mit uns im Gespräch waren: Tine & Günter Starke
– Fotograf:innen, deren Arbeiten den Abend visuell rahmten Sabine
Coady Schaebitz von der Coventry University, Herausgeberin von
Heritage and Democracy – Introductory Thoughts Rainer Barczaitis –
Coventry Coordinator und Übersetzer Johannes Schütz- Historiker,
Technische Universität Dresden Was diesen Podcast so interessant
macht, ist seine Atmosphäre: eine Stunde, in der historische
Schwere auf menschliche Offenheit traf. Eine Stunde, in der
deutlich wurde, dass Versöhnung kein abgeschlossener Akt ist,
sondern ein fortwährender Prozess – im Gespräch, im Zuhören, im
Aushalten unterschiedlicher Perspektiven. Wir danken der Galerie
Raskolnikoff herzlich für ihre Gastfreundschaft im Rahmen der
Ausstellung von Günter und Tine Starke. Der Raum wurde für diesen
Abend zu einem Ort des Vertrauens. Diese Folge lädt dazu ein, das
Gespräch mitzuerleben – nicht als historische Lektion, sondern als
lebendigen Dialog über Erinnerung, Verantwortung und die
Möglichkeit einer gemeinsamen Zukunft. Live aufgenommen und
produziert von Johannes Gerstengarbe ( Ballroom Studios )
Musikalische Begleitung Jo Aldinger (https://jochenaldinger.de/)
Ein Projekt der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU
Dresden in Kooperation mit dem COSMO Wissenschaftsforum, den
Städtischen Bibliotheken Dresden und der Dresdner Philharmonie.
Dieses Vorhaben wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung
und Forschung (BMBF) und dem Freistaat Sachsen im Rahmen der
Exzellenzstrategie von Bund und Ländern.

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