Nervige Touristen sorgen für kleinstes Museum der Welt - das Hoosesagg-Museum Basel

Nervige Touristen sorgen für kleinstes Museum der Welt - das Hoosesagg-Museum Basel

32 Minuten

Beschreibung

vor 3 Jahren

BITTE NICHT ANFASSEN! #7 – Das Hoosesaggmuseum Basel


Show Notes 


Dagmar Vergeat war von Touristen genervt und hat deswegen ein in
Basel ein Museum gegründet – eines der kleinsten der Welt. Das
hängt jetzt als 70 x 70 cm großer Schaukasten an ihrer Haustüre
mitten in der Innenstadt und ist eine Erfolgsgeschichte. Denn
seit mehr als 25 Jahren stellt das Hoosesaggmuseum allerlei
kuriose und schräge Sammlungen aus. Und da stellt sich die Frage:
Warum funktioniert das? Und warum sammeln Menschen eigentlich
Dinge? Dazu haben wir diesmal auch Hilfe aus der Wissenschaft.
Stefanie Menke von der Uni Würzburg ist zu Gast, die als
Wissenschaftlerin für Museologie arbeitet und uns die Frage
beantwortet, ob das Hoosesaggmuseum auch für ihre Forschung
interessant wäre. 


Hilfreiche Links: 


Das ist das Imberggässlein, wo das Museum liegt:
https://www.escucha.de/wp-content/uploads/Bild-Imberggässlein-scaled.jpg


Das ist die Homepage der Professur für Museologie der Uni
Würzburg mit allen Infos, wie Zulassungsvoraussetzungen, etc.:


https://www.phil.uni-wuerzburg.de/museologie/museologie-und-museumswissenschaft/


Ein Interview mit Prof. Guido Fackler (Uni Würzburg) über den
Drang der Menschen, Dinge zu sammeln:


https://www.phil.uni-wuerzburg.de/fileadmin/EXT00249/Presseberichte/1207121_Interview_Fackler_normal_JnrB3FuG5i.pdf


Auf der Homepage des Hoosesaggmuseums sind alle Ausstellungen
seit 2009 dokumentiert:


Das ist die Homepage der ICOM, die Richtlinien für Museen
vorschlägt:


Museum Definition


Infos zum Museum:  


Hoosesaggmuseum Basel


Imberggässlein 31


CH-4051 Basel


+41 061 261 00 11


https://www.hoosesaggmuseum.ch/


über BITTE NICHT ANFASSEN!:  


Woran denkst du beim Wort Museum? An weltberühmte
Ausstellungsstücke wie Sarkophage ägyptischer Pharaonen, an
Gemälde von Picasso oder an technische Erfindungen wie das
Automobil? Denkst du an das Deutsche Museum in München, das
Pergamon-Museum in Berlin oder an das Städel in Frankfurt? Wir –
das sind Ralph Würschinger und Lukas Fleischmann – denken beim
Wort Museum an etwas Anderes: an Milbenkäse, Mausefallen, an
Flipper-Automaten, Nummernschilder oder auch an Gartenzwerge.
Denn die schätzungsweise 7.000 Museen in Deutschland haben so
viel mehr zu bieten als das Angebot der großen Häuser. 


Mit „BITTE NICHT ANFASSEN – Museum mal anders“ begeben wir uns an
kleine Orte, in Seitengassen großer Städte, um die kleinen und
alternativen Ausstellungen zu finden, von denen du vermutlich
noch nie gehört hast. 


Pro Monat erscheint eine Folge, für die einer von uns beiden ein
besonderes Museum besucht und sich mit dem jeweils anderen
darüber austauscht. Dabei kommen Museumsbetreiberinnen und
-betreiber zu Wort, aber auch die Exponate an sich werden hörbar
gemacht. 


Dieser Podcast ist für Museumsliebhaber, für Mitarbeiter aus dem
Museumsbereich und für alle, die sich für Kunst, Kultur und
Technik-Geschichte interessieren und skurrile Stories
mögen. 


BITTE NICHT ANFASSEN! ist eine Produktion von Escucha – Kultur
für's Ohr. 


Mehr Infos auf https://www.escucha.de/bitte-nicht-anfassen/ 


Wenn ihr als Museum darüber nachdenkt, ob Podcasting
etwas für euch ist – hier sind 10 gute Gründe dafür:
https://www.escucha.de/gruende-fuer-museumspodcasts/


~~~~~


Kontakt 
Instagram: https://www.instagram.com/bittenichtanfassen_podcast/ 

E-Mail: info[at]escucha.de 


Podcast-Credits: 
 


Sprecher: Lukas Fleischmann, Ralph Würschinger 
Produktion: Escucha GbR 
Podcast-Grafik: Tobias
Trauth https://www.instagram.com/don_t_obey/ 
Intro/Outro: Patrizia Nath
(Sprecherin) https://www.patrizianath.com/, Lukas
Fleischmann (Musik) 


Wenn euch der Podcast gefällt, dann abonniert uns und
empfehlt uns weiter. Welches Museum sollen wir unbedingt
vorstellen? Schreibt uns eure Vorschläge! 


Transkript: 


Dagmar:


Grüezi und herzlich willkommen. Mi Name isch Dagmar Vergeat und
Sie sin do jetz im Hoosesaggmuseum in Basel. A nei, net in Basel,
soll I net sagen, oder?


Lukas: Doch vielleicht doch.


Dagmar:


herzlich willkommen und grüezi, Mi Name isch Dagmar Vergeat und
ich bin Kuratorin im Hoosesaggmuseum


INTRO



Ralph


Hi Lukas


Lukas


hallo Ralph und auch Hallo an alle Zuhörenden da draußen


Ralph:


Lukas, Es ist ja wieder so weit. Neues Monat, neue Podcast Folge
und diesmal warst du unterwegs.


Lukas:


Du sagst auch neues Monat.


Ralph:


Ist das falsch? Ich. Für mich ist es neuer Monat.


Luukas:


Also für mich ist es ganz komisch, wenn jemand neues Monat sagt.
Aber ich glaube, es gibt beides.


Ralph:


Das ist wieder so was. Bayern und Restdeutschland Monat neu,
Podcast neu. Worum geht es denn diesmal?


Lukas:


Also heute geht's – und das habe ich ja schon angekündigt –
Vergangene Folge wieder um ein Museum, was sich in einem
Grenzgebiet befindet. Und zwar sind wir jetzt nicht im deutsch
belgischen Grenzgebiet, sondern wir sind im deutsch
schweizerischen Grenzgebiet, genauer gesagt es geht nach Basel.


Ralph:


Hmm, Basel? Okay, du wohnst in Bonn. Das heisst, das ist jetzt
auch nicht der nächste Weg. Wie kam es denn dazu, dass du nach
Basel gefahren bist?


Lukas:


Also, das war eine ganz spontane Idee, weil ich da einen guten
Freund besucht habe, der da runter gezogen ist. Ja Grüße Stefan.
Und mit dem war ich abends tatsächlich noch ein Bier trinken. Was
man in Basel so macht, das hat eine sehr, sehr reiche Kultur. Und
dann habe ich dem eben von diesem Format erzählt, was wir hier
produzieren. Und dann meinte Stefan, es gibt in Basel ein Museum,
das perfekt in unsere Reihe passen würde. Und tatsächlich habe
ich dann, da bin ich am nächsten Tag spontan hingegangen. Ich
hatte wie immer ein Aufnahmegerät dabei und wir konnten
tatsächlich eine spontane Folge von Bitte nicht anfassen drüber
machen.


Also sozusagen ein Zufallsfund dieses Mal aber, der sich, glaube
ich, als sehr witzig herausstellen wird. Also ich war auf jeden
Fall sehr beeindruckt davon.


Ralph:


Ja, ich erinnere mich ja noch, dass du letztes Mal gesagt hast,
es wird um ein sehr, sehr kleines Museum gehen. Genauer gesagt
das kleinste der Welt, hast du sogar gesagt. Genau richtig. Ja.
Also, was kann das denn jetzt sein?


Lukas:


Also genau. Pass auf. Wir reden heute über besonders kleine
Dinge. Wir reden über nervige Touristen und wir reden darüber,
was das ganze mit der Evolution des Menschen zu tun hat. Und dazu
gehen wir ins Hosensack Museum, Imberggässlein.


Ralph:


hosensack. Das ist wahrscheinlich Hosentasche, oder?


Lukas:


Richtig. Das ist ein ich habe nachgeguckt. Das ist vor allem in
der Schweiz und Österreich verbreitet.


Analog ins Deutsche wäre es das Hosentaschen Museum. Und noch
zusätzlich habe ich für diese Folge ein kleines Special
vorbereitet, denn wir kriegen nämlich auch wissenschaftliche
Unterstützung. Also wir fangen jetzt erst mal an mit Basel. Warst
du da schon mal? Nein. Okay, Basel. Kannst du dir vorstellen, die
Innenstadt liegt malerisch am Rhein? Eine richtig schöne Altstadt
mit ganz viel mittelalterlichen Gässchen.


Und wie das bei mittelalterlichen Städten ja so ist mit den
kleinen Gässchen, macht das, dass die Innenstadt sehr verwinkelt
ist und dass natürlich ganz schön viele Touristen durch die Stadt
gehen. So, und Basel ist ja auch und das war mir gar nicht so
klar ein riesen Spot von großen Museen. Dadurch, dass da viel
Pharmaindustrie ist, gibt es da sehr viele Kunst Mäzene.


Und es gibt in Basel über 45 Museen. Was mir gar nicht so bewusst
war. Und das kleinste davon, das ist das Museum von Dagmar
Vergeat. Weil das liegt, nämlich das Hosensack Museum liegt
nämlich in genauso einem kleinen Gässchen. Und bevor ich jetzt
mehr über das Museum erzähl, lass einfach mal Dagmar zu Wort
kommen.


Dagmar:


Als ich hier eingezogen bin, vor 35 Jahren, waren diese Fenster.
Das sieht man jetzt nicht. Aber das ist so eine Gasse mit großen
Fenstern. Und da gab es an der Türe ein Fenster und hier bei den
Zimmer das Fenster und alle Leute schauten da rein und das störte
mich. Und ich wollte aber nicht so konservative Vorhänge
aufhängen, also dachte ich, wir machen etwas anderes. Und so
begann die Geschichte auch Museum zuerst machten wir einen
Fensterladen und machten diesen Kasten vor die Türe. 70 mal 70
Zentimeter groß ist diese Kosten und dort drinnen probierte ich
Gegenstände zu verkaufen.


Ralph:


Aha. Okay. Was die Dagmar jetzt erzählt hat, fasse ich mal so
auf, dass das ja wirklich erst mal so eine Art Schaufenster war,
das sie auch genutzt hat. Und sie hat gesagt, sie wollte da erst
Dinge verkaufen. Aber wie ist es denn dann dazu gekommen, dass
aus diesem Schaufenster ein Museum wurde und dann noch ein
Museum, das irgendwie mit einer Hosentasche zusammenhängt?


Lukas:


Also die einfache Lösung mit dem Verkaufen Es hat nicht geklappt,
es hat kein Mensch die Sachen gekauft, die sie da reingestellt
hat.


Ralph:


Weißt du, was für Sachen sie da reingestellt hat?


Lukas:


Keine Ahnung. Weiß sie auch nicht mehr. Aber wir kommen später
drauf, dass sie da relativ viel Sachen hat? Deswegen keine
Ahnung, was da drin war. Aber dann hat sie sich gedacht Ja, gut,
wenn keiner meine Sachen kauft, jetzt ist die Vitrine schon schon
draußen, dann mache ich halt was Kulturelles draus. Und dann
mache ich ein Museum rein und so ist das Museum entstanden. Wie
der Name entstanden ist und woher das herkommt. Dazu gleich
nochmal Was Dagmar uns jetzt erst noch mal erzählt, waren sie die
ersten Exponate, diese dann im Hosensack Museum hatte.


Dagmar:


Die ersten Sammlungen waren ja von uns. Da war zum Beispiel diese
Schnaps Gläser waren da mal drin am Anfang. Da waren ja die Fiat
500 drin, einfach solche Sachen die wir sammelten und das ging
dann nicht lange, da läutete es und die Leute fragten Ah, so eine
coole Idee, ich sammle das, ich sammle das. Und so hat das sich
Mund zu Mund weiter entwickelt.


Und unterdessen haben wir regelmäßige Ausstellungen circa alle,
je nachdem, was für eine Ausstellung das ist und wie gut sie
ankommt. Zwischen sechs und und zwölf Wochen.


Ralph:


So Wow, genau. Also sehr viele Ausstellungen im Jahr.


Lukas:


Ja, Dagmar und ihr Mann, die kuratieren das und die sind
mittlerweile in Kontakt mit Menschen aus der ganzen Welt, aus
ganz Europa, die tatsächlich von diesem Hosensack Museum erfahren
haben und die Sammlungen haben. Naja und Dagar sammelt wirklich
viel. Die hat wahnsinnig viele Sammlungen, die da reinpassen und
auch dazu später noch mal mehr.


Ich weiß, ich musste ich mal ein bisschen nach hinten vertrösten,
aber das spielt in meine Dramaturgie rein, sage ich mal


Ralph:


okay, die Dagmar und ihr Mann, was haben die denn für ein Laden
dort in der Stadt? Oder wohnen die dort?


Lukas:


Die wohnen da. Das ist das Wohnhaus. Also Fensterladen war nicht
gedacht als Fensterladen, also so wie den zuklappen kannst,
sondern wirklich ein Fensterladen also, das diese Vitrine kein
Museum ist, sondern ein mini verkaufsstand. Die wohnen da in in
diesem Haus.


Und es ist witzigerweise das Haus der ersten Hebamme Basels. Und
da steht sogar drauf, weil es irgendwie überliefert ist und ich
glaube, das Haus, in dem die wohnen, ist aus dem 13. Jahrhundert,
also ein mittelalterliches Haus, das ist halt ein total schönes
Haus.


Ralph:


Okay, also ein schnuckeliges Haus und die Wohnen im Zentrum, wo
viele Leute vorbeigehen. Im Erdgeschoss und normalerweise konnten
alle reingucken, und dann hat sie sich das überlegt, als, ja, als
Sichtschutz sozusagen. Genau das die Blicke abgelenkt werden. Ja,
aber vielleicht erklärt auch Dagmar noch mal, wie sie auf den
Namen gekommen ist.


Dagmar:


Es gibt einen Basler Dichter, der hat ein Gedicht gemacht, das
heißt mim Bueb sie Hosensack in deinem Hosensack hätte da Bueb,
der Junge ganz viele Gegenstände, und die zupft er alle raus do
isch ein verknülltes Taschentuch. Ein Sackmesser, ein Regenwurm,
ein Stück angefressenes Brot, solche Sachen, beide Säcke voll,
und das war unsere Idee. All diese Sachen haben Platz in einem
Hosensack.


Das definiert auch ein bisschen die Grösse. Es geht darum, um die
Größe vom Kasten der ist 70 mal 70. Es geht aber auch um die
Größe der Gegenstände. Sie sollten können in einem Hosensack
Platz haben. Wir haben auch schon Sachen ausgestellt, die hatten
keinen Platz im Hosensack.


Ralph:


Ja, okay, witzige Idee. Geschenkidee. Und was heißt das denn?
Also, was für Sachen werden denn da ausgestellt? Klar, die Dagmar
hat jetzt schon gesagt Schnaps, Gläser, glaube ich, hatte sie
ausgestellt. Es gibt ja viele Leute, die auch beitragen bei
diesem Museum. Und was geben die dann der Dagmar zum Ausstellen?


Lukas:


Also sie hat mir erzählt, es gab einmal einen Fall, da hat eine
eine Interessierte am Hosensack Museum ihr Steine zugeschickt,
die in Herzform waren.


Dann muss sie so ein bisschen lachen, weil das hat mich ein
bisschen an die Wurzeltiere erinnert.


Ralph:


Da ist ein Stein vom Herzen, vielleicht irgendein Freund oder
Freundin im Geiste.


Lukas:


Genau. Und Dagmar meinte auch ja, ist gar kein Problem, das
können wir gerne ausstellen. Und dann wollte sie diese Steine
aber in die Vitrine mit Heißkleber festmachen, weil es ja klar,
diese Vitrine hängt ja an ihrer Wohnungstür.


Also das Museum hängt ja an der Tür und diese Tür muss man ja auf
und zumachen, wenn man in das Haus rein will. Und natürlich
musste die die Objekte fixieren können, so so und dann wollte sie
die Steine mit Heißkleber festmachen. Und dann hat natürlich die
Dame gesagt, ja, sie möchte nicht, dass die Steine ausgestellt
werden, weil sie mit Heißkleber festgemacht würden. So von daher
ging das nicht. Aber ich kann dir mal sagen, was drin war, was
gerade ausgestellt wurde, als ich vor Ort war. Und zwar das waren
nämlich Holzlöffel.


Dagmar:


Jetzt ist eine junge Frau aus Genf. Sie ist eine Deutsche, die
sammelt Löffel. Diese Holzlöffel, die ausgestellt sind, 72 Stück
an der Zahl. Und die hat da mal geschrieben, die war auch hier zu
Besuch, hat das gesehen und dann hat sie mir die zukommen lassen.
Wir haben das ausgestellt in dieser Form. Finds noch cool wie es
aussieht. Sieht aus wie ein Gemälde und die bleiben jetzt drin
bis kurz zur Fasnacht.


Ralph:


Hast Du dazu ein Foto?


Lukas:


Dazu habe ich ein Foto. Das ist in den Shownotes und ich glaube,
da wird ein wichtiger Teil oder ein wichtiges Kriterium deutlich.
Denn die Dinge, die man zugeschickt bekommt, die müssen auch so
sein, dass sie die arrangieren kann. Und erst wenn die, wenn
diese Objekte, die sie zugeschickt bekommt, richtig arrangiert
werden und richtig präsentiert werden, dann entsteht sozusagen
der museale Wert. Und das ist auch bei diesen Löffeln so, also da
sind tatsächlich nur Holzlöffel in unterschiedlicher Größe,
Varianz, unterschiedliches Alter. Ein Objekt wäre quasi
vollkommen irrelevant, aber dadurch, dass es so viele sind und
dadurch, dass sie so angeordnet sind und an die hintere Seite
dieser Vitrine festgemacht sind, entsteht ein Gemälde. Das heißt,
aus so banalen Objekten wird nicht nur ein Museum, sondern
ehrlich gesagt auch ein bisschen Kunst. Und das ist dann schon
cool.


Ralph:


Ja, das klingt auf jeden Fall nach Kunst. Wenn sie das so extra
noch drapiert und es ist ja dann quasi Das Museum ist ja quasi
die Möglichkeit für Sammlerinnen und Sammler weltweit ihre
Sammlungen zu präsentieren.


Lukas


Absolut. Und ich habe nämlich später auch noch eine Idee.


Ralph:


Ich habe mir jetzt vorher noch mal eine grundsätzliche Frage,
weil ich habe das Hosensack Museum glaube ich mir vollkommen
falsch vorgestellt, weil ich dachte, das wäre wie so ein
schaufenster, durch das man in die Wohnung reingucken kann. Aber
jetzt hast du vorhin ja gesagt, das ist an der Tür befestigt.


Lukas:


Ja, genau. Also an der Eingangstür. Das ist so eine massive alte
Eingangstür. Und da ist diese Vitrine dran befestigt. Genau. Also
das ist quasi in der Haustür zu ihrem Wohnhaus, das
Hosensack-Museum war tatsächlich so erfolgreich und gleichzeitig
ist Dagmars älteste Tochter, die ja in diesem Zimmer gewohnt hat,
längst ausgezogen ist, die ist schon längst erwachsen


Und jetzt hat sie dieses Zimmer quasi benutzt, um ihre Sammlungen
darin auszustellen und zu drapieren. Das heißt, wenn du jetzt
vorbei läufst, hast du quasi eigentlich zwei Sammlungen, die du
anguckst, nämlich einmal siehst du dieses Schaufenster, was da
ursprünglich gestört hat, dass die Leute da durchgucken, siehst
jetzt die ganzen Sammlungen, die Dagmar hat und teilweise auch
Sammlungen, die sie dann bekommt, weil es gibt nämlich einige
Sammlungen, die im Hosensack Museum ausgestellt werden, bei denen
die Sammler dann sagen Ja, kannst du behalten.


Stellt sich mir rein und Dagmar fügt diese Sammlung dann zu ihren
anderen Sammlungen hinzu. Und dann, 1 Meter weiter rechts ist
dann die Eingangstür und da ist die Vitrine und das ist das
offizielle Hosensack Museum und da sind dann die Objekte
präsentiert.


Ralph:


Ja, das ist ja quasi ein Museum, das 24 Stunden geöffnet hat.


Lukas:


Richtig, weil man da ja immer vorbeigehen kann und sieht, es
angucken kann. Genau. Und was aber genauso spannend ist, ist und
das hatte ich ja schon erwähnt, dieser Raum daneben, denn der ist
jetzt voll mit Zeugs. Und wäre das nicht so geordnet, würde man
wahrscheinlich davon ausgehen, dass es eher eine Rumpelkammer
oder keine Ahnung, ja ne Messiwohnung ist Aber das ist alles
geordnet, also das erklärt ja auch, Dagmar mal kurz, wie das da
drin aussieht.


Dagmar:


Am Anfang war das nur eine Wand, die so Ecken, wo sie jetzt sind
und zum Beschreiben, das sind drei verschiedene Schaukästen, das
sind Gegenstände, die hängen, stehen oder sonst irgendwie an den
Wänden festgemacht sind. Sind etwa 5000 Gegenstände
schätzungsweise schon bald ein Kunstwerk?


Ralph:


Jetzt hat sie ja das Kunstwerk noch mal erwähnt. Also auf mich
wirkt das auch eher wie so eine Art Atelier, das verschiedene
Kunstwerke präsentiert. Aber man kann die Sachen alle nicht
kaufen, oder?


Lukas:


Nein, da kann man gar nichts kaufen. Aber du sitzt da einfach
drinnen in diesem Raum und um dich herum ist an den Wänden alles
mögliche Ansammlungen präsentiert. Es geht von PEZ Spendern zu
den bereits erwähnten 1400 Modellen verschiedene Karten an der
Decke hängen Blech Schilder. Also es sind ist es wirklich nur der
Boden. Da ist halt ein Tisch drauf und ein Stuhl. Da kann man
sich schon hinsetzen und da kann man auch quatschen. Nur da ist
quasi nichts. Der Rest steht voll mit Dingen und das ist Macht,
eine ganz eigene Atmosphäre. Und Dagmar erzählt, dass das so gut
ankommt, dass teilweise dieser Raum mittlerweile gebucht wird und
dass sie schon Heiratsanträge erlebt hat in dem Raum. Und dass
sie den jetzt teilweise auch für Führungen vermietet und keine
Ahnung, was das funktioniert auf jeden Fall, aber es ist wirklich
mini klein. Also wie groß wird der Raum sein, wenn's hochkommt?
Zwölf Quadratmeter, 11 bis 12 Quadratmeter, irgendwie so was in
der Richtung.


Ralph:


Genau diesen Raum kann man aber normalerweise auch nur von außen
sehen. Oder gibt es da Öffnungszeiten?


Lukas:


Nein, den kannst nur von außen sehen, oder so und was ich mich
jetzt eigentlich gefragt habe und ich habe das ja als Special
angekündigt. Ich habe Dagmar gefragt, warum sie eigentlich
sammelt und was für sie Sammlungen sind. Und ihre Antwort war so
ein bisschen:


Ja, sie findet es halt cool. Oder sie findet es lustig. Aber so
wirklich erklären oder so, so einen stichhaltigen Grund konnte
sie mir gar nicht nennen. Und dann habe ich sie gefragt Ja, aber
warum schicken dann die ganzen Menschen das? Und dann hat sie
gesagt Ja, das ist auch ähnlich, die finden es lustig. Und dann
dachte ich mir Okay, warum sammeln Menschen eigentlich?


Dann habe ich mal gegoogelt und es gibt tatsächlich eine Person,
die uns das sehr gut erklären kann. Und zwar ist das Stefanie
Menke. Stefanie Menke ist Doktorin der Museologie.
Beziehungsweise Sie arbeitet an der Professur für Museologie der
Universität Würzburg. Und das ist tatsächlich eine sehr junge
Professur. Und es ist meines Wissens nach die einzige in
Deutschland, die sich akademisch mit Museen beschäftigt.


Das heißt, wir haben da die Expertin da, die uns erklärt, warum
Menschen eigentlich sammeln.


Ralph:


Das ist eine Premiere hier bei bitte nicht anfassen!


Lukas


Absolut, denn wir müssen ja hier ein bisschen Wissenschaft
reinbringen.


Ralph:


Absolut genau, weil ich habe mich nämlich auch gefragt, ob da ein
Kontext zu den Sammlungen gibt, aber anscheinend ja nicht
richtig.


Lukas


Aber jetzt hör doch einfach mal kurz rein, was Stefanie Menke
sagt Warum der Mensch sammelt.


Stefanie:


Es gibt so eine Grundannahme, dass tatsächlich das Sammeln uns
Menschen irgendwie gewissermaßen im Blut oder auch in der DNA
liegt. Also man führt das tatsächlich zurück auf die Zeit der
Jäger und Sammler, als das Sammeln von Essbarem oder auch von
Gegenständen, die man noch gebrauchen konnte, tatsächlich
überlebensnotwendig war. Das ist zunächst mal nur also kein
Sammeln in unserem Verständnis, weil es ist noch nicht Sammeln
als eine Kulturtechnik. Es ist zunächst mal nur in
Anführungsstrichen Sammeln so, als eine Art Vorratshaltung.


Ralph:


Das kann ich mir schon vorstellen, dass das so ist. Ich kenne es
aus eigener Erfahrung im Endeffekt auch, weil ich weiß jetzt
nicht, ob ich das Sammeln nennen würde, aber die ganzen
Vorratsgläser, in denen sich vielleicht irgendwie vorher so
Gemüse oder Obst oder sonst irgendwas befunden hat, die sammle
ich auch. Die schmeiß ich nicht weg. Naja, für schlechte Zeiten
irgendwie genau.


Lukas:


Aber die sammelst du erst mal, aber damit, damit machst du noch
nichts. Dass der Mensch erst mal sammelt, dass das Sammeln von
Sachen quasi uns im Blut liegt. Das ist der eine Punkt. Und der
andere Punkt, der da glaube ich, ganz wichtig ist. Und das ist
quasi die, der Übergang von Ich sammle etwas, um mich auf
schlechte Zeiten vorzubereiten oder um eine Sicherheit zu haben.
Und die nächste Ebene, das ist dann, dass wenn Stefanie Menke von
Sammeln als Kulturtechnik spricht und da haben wir auch noch mal
kurz rein.


Stefanie:
Sammeln als Kulturtechnik, über das wir hier sprechen, meint,
oder das ist eigentlich erst dann der Fall, wenn der symbolische
oder ideelle Wert, der den Dingen beigemessen wird, gegenüber dem
praktischen Nutzwert vielleicht im Vordergrund steht. Also das
heißt nicht, dass dieser Nutzwert ganz verschwinden muss,
unbedingt automatisch. Aber ich möchte die Sammlung jetzt, ich
lege die nicht an, weil ich die Sachen aufessen möchte oder
später irgendwas noch mit den machen möchte, sondern es ist was
anderes, was ich mit dieser Sammlung oder von dieser Sammlung
möchte.


Ralph:


Ja, ich glaube, manche Leute möchten sich auch vielleicht ein
bisschen mit Sammlungen definieren.


Lukas:


Du nimmst mir alle weiteren Erklärungen vorweg. Genau. Du hast
vollkommen recht.


Stefanie:


Ich finde es viel spannender als die Sammlung an und für sich
finde ich es eigentlich die Sammler Person anzugucken und zu
gucken, warum die eigentlich sammelt oder wie die sammelt.
Manchmal ist es auch so, würde ich sagen, dass die Sammlung mehr
über die sammelnde Person oder über die sammelnde Instanz aussagt
als über den Gegenstand selbst. Das ist ja auch durchaus möglich.


Lukas:


Dagmar sammelt ja nicht nur, sondern sie sammelt ja Sammlungen.
Von den hat es ja so viele. Und sie widmet Sammlungen ja sogar
das Hosensackmuseum. Und jetzt ist die Frage bei der ganzen
Präsentation des Museums Was ist eigentlich interessanter? Die
Tatsache, dass Dagmar das macht, die Tatsache, wie das Museum
entstanden ist oder was da eigentlich ausgestellt wird?


Ralph:


Na, da würde ich sagen, die Dagmar, weil sie ja quasi mit diesen
Ausstellungen, wie ja auch die Frau Menke vorhin gesagt hat, den
Dingen halt einen Wert gibt, der vom tatsächlichen Wert abweicht,
wie jetzt bei den Holzlöffel oder so, die sind ja an sich nicht
viel wert. Und der Dagmar ist es anscheinend auch wichtig. Dann
also sie. Sie steht ja nicht als Person im Vordergrund, wenn ich
das so verstanden habe bei diesem Hosensack Museum, sondern sie
nutzt er nur einen Teilraum und möchte er eigentlich auch nicht
gesehen werden selbst, sondern sie schiebt diese Sachen einfach
vor, oder?


Lukas:


Also ich glaube schon, dass sie gerne gesehen würde und ich
glaube auch, dass sie das sehr, sehr, sehr gerne auch durch das
Museum führt, denn sie ist glaube ich schon ziemlich begeistert
von ihrer Idee und die kommt ja auch gut an! Also sie hat mir
gezeigt, dass sogar die New York Times schon Artikel über ihr
Museum geschrieben hat und dass in irgendwelchen internationalen
Museumsführer vertreten ist.


Ralph:


Witzig, das erinnert mich auch irgendwie schon wieder and as
Wurzelmuseum, wo der Betreiber gemeint hat, dass sie Leute von
überall auf der Welt Briefe schreiben.


Lukas


Ja, also von überall aus der Welt nicht. Aber sie hat auch
gemeint, dass schon teilweise Prominente bei ihr waren und
Politikerinnen bei ihr waren und so was. Also bei aller Liebe zum
Sammeln Ich glaube, sie sammelt wahnsinnig gerne und das ist,
glaube ich, für sie auch eine total wichtige, total wichtiges
Hobby. Und sie ist ja auch super. Sie sei wirklich cool und hat
viel Humor und keine Ahnung. Es hat richtig Spaß gemacht, aber
ich glaube, sie definiert sich auch sehr stark oder sie
präsentiert sich nicht definiert, aber sie präsentiert sich auch
sehr stark über das Hosensack muss her und das ist aber völlig
normal, sagt Stefanie Menke. Denn sammelnde Personen definieren
sich irgendwann mal zwangsläufig sogar ein bisschen über ihre
Sammlungen. Denn man muss Sammlungen auch ein bisschen als
Kommunikation verstehen und als Interaktion. Das heißt, indem ich
sammle und indem ich Sammlungen präsentiere, kommuniziere ich
auch mit den Menschen. Und das kann auch teilweise ganz absurde
Dimensionen annehmen, denn Stephanie Menke hat mir mal erzählt,
was für sie als Wissenschaftlerin so die schrägsten Sammlungen
sind.


Stefanie:


Es gibt auch zum Beispiel Sammler, die explizit irgendwie so, als
würde ich mir da jetzt besonders creepy daherkommen möchten, weil
sie Dinge sammeln, die andere vielleicht eher irritierend,
abschreckend oder abstoßend finden. Also es gibt Sammler, die
sammeln konservierte Leichenteile und stellen sich die ins
Wohnzimmer irgendwelche schrumpf Köpfe. Oder es gibt auch
Menschen, die sammeln explizit Dinge, die sich irgendwann mal im
Besitz von Mördern befunden haben oder so was, was viele Leute
irritiert.


Aber das hat dann sicherlich was damit zu tun, dass man selber
irgendwie auf eine bestimmte Art gesehen werden möchte oder man
möchte irgendwie besonders abgefahren und merkwürdig vielleicht
daherkommt.


Ralph:


Ja, man möchte vielleicht auch irgendwie in einer bestimmten
Klasse, sag ich mal, angehören zu einer bestimmten Gruppe,
einfach jetzt mit diesen Schrumpfköpfen. Und so weiter. Das hat
ja was elitäres, so was kann sich ja auch nicht jeder leisten.


Lukas:


Genau das ist das eine. Also dass quasi Sammlungen von Prestige
Gegenständen oder von Gegenständen mit so einem hohen Aha wert.
Witzigerweise ist es so, dass es weder in der Wissenschaft ist,
noch irgendwie in anderen, zum Beispiel auch in der Verwaltung
eine Definition von Museum gibt oder eine Definition von
Sammlung. Also im Prinzip, Ralph, könnten wir unser eigenes
Museum gründen und wir könnten zum Beispiel das bitte nicht
anfassen Museum gründen über schräge Museen und keiner könnte es
uns verbieten, weil der Begriff ist nicht geschützt, wir könnten
damit machen, was wir wollen.


Und bei Sammlungen ist das auch so und es gibt auch keine, keine
Zahl, ab wann was eigentlich wissenschaftlich gesehen eine
Sammlung ist. Dagmar zum Beispiel hat gesagt Für sie ist alles ab
drei eine Sammlung. Das habe ich auch Stephanie Menke gefragt,
aber sie meinte dann Naja, es kommt ein bisschen darauf an, denn
angenommen, man hat jetzt einen Künstler, eine Künstlerin, deren
OEuvre relativ klein ist beispielsweise, es gibt nur fünf Bilder
auf der ganzen Welt, dann hättest du mit zwei Bildern schon eine
sehr repräsentative Sammlung und von daher muss man das immer so
ein bisschen in Relation setzen.


Ralph:


Aber das muss eigentlich schon mehr als ein Objekt sein.


Lukas:


Immer mehr als ein Objekt. Absolut. Ein Objekt ist keine
Sammlung. Es muss immer mehr als eins sein. Und für Dagmar gilt
mehr als drei. So, und jetzt ist es natürlich so, dass wir bei
Bitte nicht anfassen ja nicht nur die Museen vorstellen, sondern
im besten Fall ja auch, wie der Ökonom sagen würde,
Synergieeffekte zwischen diesen Museen herstellen wollen.


Und zwar habe ich Dagmar natürlich erzählt, in welchen Museen wir
bislang waren und ob da das eine oder andere vielleicht auch fürs
Museum dabei wäre.


O-Ton:


Hmm, wir waren jetzt für diese Sendereihe schon im Mausefallen
Museum. Wir waren im Peitschen Museum, wir waren im Wurzel Museum
und wir waren im Puzzle Museum. Welches von diesen Museen würden
Sie gerne hier mal ausstellen?


Dagmar:


Mäuse natürlich. Recht lustig und was halt sehr Peitsche nett, ne
Wurzel.


Wurzeln Wurzel ja so von Bäumen und so solche Wurzeln ist
natürlich zu groß für uns, aber das ist natürlich spannend, das
würde mir auch gefallen. Aber Mausefallen wir Mausefallen nicht
lustig. Ich bin offen für alles.


Ralph:


Ja, perfekt. Ja, genau. Vermitteln.


Lukas:


Ja, wir können vermitteln. Das haben wir auch schon gedacht. Ich
dachte, es wär doch super, wenn man eine. Wenn man irgendwie 50
Nerother Rundfallen oder irische Mausefallen dann einfach in das
große Hoosesagg-Museum nach Basel schicken würde und da was draus
machen würde.


Ralph:


Aber es gibt ja auch keine Wurzel Tiere, die passen auch rein.
Oder die Rubik Würfel die Begriffe passen auch von Robinson.


Lukas:


Aber ich glaube, die hatten sie schon, die Rubik Würfel. Ach und
ich glaube bei den Wurzeltieren ist eher die Logistik das
Problem, denn die würden ja wahrscheinlich auseinanderbrechen.


Ralph:


Stimmt, das geht nicht, den darf man nicht Sonnenlicht aussetzen,
da hat man schon ein Problem. Also wir haben jetzt von vielen
Leuten erfahren, dass von mir erfahren, dass ich Vorrats Gläser
sammel. Wir haben von Dagmar erfahren, was sie sammelt und auch
was andere Leute, die bei Dagmar ausstellen, sammeln. Was
sammelst du dann?


Lukas


Ich ja, ich weiß ein bis zur Sammlung nennen kann, weil ich es
jetzt ein paarmal ignoriert habe. Aber ich, wir sind ja beruflich
viel unterwegs. Ralph, und ich sammel immer extrem hässliche
Kühlschrank Magneten.


Ralph:


Ach, das wusste ich gar nicht. Also die müssen extrem hässlich
sein.


Lukas:


Die müssen extrem hässlich sein und manchmal bringen mir auch
Freunde extrem hässliche Kühlschrank Magneten aus dem Urlaub mit
und die werden dann gerated. Also bislang kann ich nur sagen,
bislang führt der Kühlschrank Magnet aus Verona, den mir Judith
mitgebracht hat. Der ist wirklich an Hässlichkeit kaum zu
überbieten.


Ralph:


Ja, sehr spannende Meta Folge eigentlich auch jetzt durch Frau
Menke, die das ja auch wissenschaftlich einordnet. Und ja, fand
ich sehr cool. Ja, und ich glaube wirklich, dass auch fast jeder
sammelt, wenn auch unbewusst.


Lukas:


Genau das sagt sie auch, also dass viele Sammlungen einfach
unbewusst stattfinden. Und dann hatte ich sie auch noch gefragt,
ob die Sammlung auch für sie, also ob das Museum jetzt speziell
für Sie interessant wäre als wissenschaftliches Objekt. Und sie
sagt auf jeden Fall, denn in ihrem Studiengang machen die auch
viele Exkursionen und da wäre es auch mal interessant es
Hosensack Museum wissenschaftlich zu analysieren. Und vielleicht
sind ja auch Zuhörende dabei, die jetzt sagen Boah, ich würde
gern mehr über dieses Fach wissen. Wir haben natürlich auch in
den Shownotes die Professur für Biologie der Universität Würzburg
reingepackt und ihr könnt euch das angucken. Da gibt es ganz
tolle Studiengänge. Falls jemand noch gar nicht weiß, was er mit
seiner Zeit anfangen soll. Oder falls jemand von Museen jetzt so
begeistert ist, dass er sagt, er möchte sich da bestens ausbilden
lassen. Die Kontakte gibt es jetzt über bitte nicht anfassen.
Super. Also du hast ja gesagt, dass das ist keine das Museum kein
geschützter Begriff ist.


Ja, aber trotzdem gibt es ja in Deutschland Organisationen, die
sich dafür einsetzen, dass da so eine Einheitlichkeit stattfindet
zu Kriterien. Jetzt zum Beispiel beim Museumsbau, und da kann ja
nicht jeder mitmachen, oder oder. ICOM, glaube ich, ist ja auch
ein großer Begriff in der Museumslandschaft, da gehört ja dazu
Sammeln einerseits, aber auch bewahren und vermitteln und ich
weiß nicht, ob ich nicht noch was vergessen hat. Aber das sind so
Pfeiler. Genau.


Lukas:


Aber das gilt dann, glaube ich, für die großen Häuser. Das kann
ja sein. Aber bei den kleinen Museen, und das ist ja auch eine
Erkenntnis, die wir haben, aus den Folgen, die wir bislang
gemacht haben, geht es ja vor allem darum, dass es ja Menschen
sind, die sich in ihrer Freizeit meistens ehrenamtlich mit
solchen Dingen beschäftigen. Und die haben weder die Zeit noch
die finanziellen Ressourcen oder wollen das nicht investieren,
was ich natürlich vollkommen nachvollziehen kann. Aber das ist
auch eine Erkenntnis, die ich jetzt hatte in der Zeit, in der wir
es bitte nicht anfassen, machen, dass wir gerade die Menschen,
die so ein bisschen verrückt sind und diese Museen machen, dass
es einfach meistens total spannende und kommunikative Leute sind.
Also das ist echt, echt spannend, einfach.


Ralph:


Ich musste jetzt nur lachen, weil es so charmant gesagt, dass die
auch ein bisschen verrückt sind. Ja, die sind ja, aber die sind
ja positiv verrückt. Positiv wie alle, aber irgendwie positiver.
Ja, das stimmt. Ja, cool. Vielen lieben Dank fürs Vorstellen des
Museums. Ich kann ja schon ein bisschen was zur nächsten Folge
sagen, weil da bin ich wieder unterwegs gewesen für und da
verschlägt es mich in die Hauptstadt Deutschlands. Also nach
Berlin. Und Berlin ist ja eine riesige Stadt mit sehr
unterschiedlichen Stadtteilen, also so kleinen Kosmen, sagt man
das so unterschiedlichen Kosmos. Und da gibt es natürlich auch
ganz viele unterschiedliche Museen.


Lukas


Ich bin gespannt. Dann bis zum nächsten Mal.


Ralph:


Danke an alle, die zugehört haben heute bei der Folge Wenn ihr
Feedback habt, dann gerne an uns schreiben per Mail.


Lukas:


Info@escucha.de . Wir freuen uns über jedes Feedback.


Ralph:


und schickt diese Folge doch an Leute weiter, die auch eine
Sammlung haben, die für die Dagmar vielleicht interessant sein
könnte. Vielleicht können wir da vermitteln. Wunderbar. Dann
mach's gut.


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Escucha.


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