Warum wir Gold, Aluminium und kleine Läuse verspeisen - das Zusatzstoffmuseum Hamburg

Warum wir Gold, Aluminium und kleine Läuse verspeisen - das Zusatzstoffmuseum Hamburg

41 Minuten

Beschreibung

vor 3 Jahren

BITTE NICHT ANFASSEN! #11 – Das Zusatzstoffmuseum Hamburg 


Show Notes 


Gold, Aluminium und Schelllack: Das alles habt ihr vermutlich
sogar schon einmal gegessen. Denn diese Dinge sind als
Zusatzstoffe in Lebensmitteln zugelassen und tragen die sog.
E-Nummern, die ihr auf der Zutatenliste eurer Lebensmittel seht.
Auch Aromastoffe, die den Geschmack von Döner, Schinken und
Bier verstärken, gehören dazu. Aber wie gelangen die in
unser Essen? Und ist das jetzt schädlich? Das
Zusatzstoffmuseum auf dem Hamburger Großmarkt gibt seit 2008
Antworten darauf. Zeit für einen Trip mit Museumsdirektor
Christian Niemeyer in die Geschichte, Gegenwart und Zukunft
unserer Lebensmittelversorgung.


Hilfreiche Links: 


Hier gibt’s das Lexikon der Zusatzstoffe online:
https://www.zusatzstoffmuseum.de/lexikon-der-zusatzstoffe.html


Das Zusatzstoffmuseum setzt sich in einer Petition für faire
Kennzeichnung bei Lebensmitteln ein:
https://www.zusatzstoffmuseum.de/petition.html


Weitere Infos über das Saccharin:


https://de.wikipedia.org/wiki/Saccharin


954 Saccharin


Zur Entdeckung des Süßstoffs gibt es übrigens eine tolle Folge
von BehindScience:
https://behind-science.blogs.julephosting.de/24-constantin-fahlberg-suesses-ohne-zucker


Infos zum Museum:  



Deutsches Zusatzstoffmuseum
Grossmarkt
20097 Hamburg


www.zusatzstoffmuseum.de


über BITTE NICHT ANFASSEN!:  


Woran denkst du beim Wort Museum? An weltberühmte
Ausstellungsstücke wie Sarkophage ägyptischer Pharaonen, an
Gemälde von Picasso oder an technische Erfindungen wie das
Automobil? Denkst du an das Deutsche Museum in München, das
Pergamon-Museum in Berlin oder an das Städel in Frankfurt? Wir –
das sind Ralph Würschinger und Lukas Fleischmann – denken beim
Wort Museum an etwas Anderes: an Milbenkäse, Mausefallen, an
Flipper-Automaten, Nummernschilder oder auch an Gartenzwerge.
Denn die schätzungsweise 7.000 Museen in Deutschland haben so
viel mehr zu bieten als das Angebot der großen Häuser. 


Mit „BITTE NICHT ANFASSEN – Museum mal anders“ begeben wir uns an
kleine Orte, in Seitengassen großer Städte, um die kleinen und
alternativen Ausstellungen zu finden, von denen du vermutlich
noch nie gehört hast. 


Pro Monat erscheint eine Folge, für die einer von uns beiden ein
besonderes Museum besucht und sich mit dem jeweils anderen
darüber austauscht. Dabei kommen Museumsbetreiberinnen und
-betreiber zu Wort, aber auch die Exponate an sich werden hörbar
gemacht. 


Dieser Podcast ist für Museumsliebhaber, für Mitarbeiter aus dem
Museumsbereich und für alle, die sich für Kunst, Kultur und
Technik-Geschichte interessieren und skurrile Stories
mögen. 


BITTE NICHT ANFASSEN! ist eine Produktion von Escucha – Kultur
für's Ohr. 


Mehr Infos auf https://www.escucha.de/bitte-nicht-anfassen/ 


 Wenn ihr als Museum darüber nachdenkt, ob
Podcasting etwas für euch ist – hier sind 10 gute Gründe
dafür:
https://www.escucha.de/gruende-fuer-museumspodcasts/


~~~~~
Kontakt: 
Instagram: https://www.instagram.com/bittenichtanfassen_podcast/
 
E-Mail: info[at]escucha.de  


Wollt ihr uns unterstützen?  


Dann schaut doch auf unserer Steady-Seite vorbei:
https://steadyhq.com/en/bitte-nicht-anfassen  


Podcast-Credits:   


Sprecher: Lukas Fleischmann, Ralph Würschinger  
Produktion: Escucha GbR  
Podcast-Grafik: Tobias Trauth
https://www.instagram.com/don_t_obey/  
Intro/Outro: Patrizia Nath (Sprecherin)
https://www.patrizianath.com/, Lukas Fleischmann
(Musik)  


Wenn euch der Podcast gefällt, dann abonniert uns und
empfehlt uns weiter. Welches Museum sollen wir unbedingt
vorstellen? Schreibt uns eure Vorschläge! 


Transkript


00:00:34:08 – 00:00:34:23


Ralph


Hallo, Lukas.


00:00:35:12 – 00:00:36:11


Lukas


Hallo, Ralph. Grüß dich.


00:00:37:05 – 00:00:59:24


Ralph


Ja. Und grüße auch an alle, die uns zuhören. Wir sind hierbei.
Bitte nicht anfassen! Dem Podcast eures Vertrauens. Wenn es um
kleine und skurrile Museen geht. Und das Konzept dahinter ist ja,
dass immer einer von uns beiden ein Museum besucht. Eben ein
kleines und skurriles Museum und dem anderen und euch da draußen
erzählt, worum es eigentlich geht in dem Museum.


Und der andere, der hat ja meistens keine, keine Ahnung, worum es
geht. Und in diesem Fall bin ich derjenige, der wieder mal keine
Ahnung hat.


00:01:09:18 – 00:01:33:04


Lukas


Ja, das hast du schön ausgedrückt. Ich jetzt nicht besser
erklären können. Ja, weil ich war für dich diesen Monat in
Hamburg auf dem Hamburger Großmarkt. Denn da gibt's ein Museum,
das seit 2008 besteht und das sich um ganz kleine Dinge dreht,
die jeder von uns schon tausendfach zu sich genommen hat. Tja.


00:01:33:12 – 00:01:35:04


Ralph


Und möchtest du ein bisschen präziser werden?


00:01:35:13 – 00:01:55:08


Lukas


Natürlich, damit du weißt, worum es geht. Ich habe dich ja vor
der Folge gebeten, dir für diese Folge zwei Lebensmittel mit in
das Studio zu holen. Und zwar einmal Sojasauce und einmal
Ketchup. Und vielleicht kannst du mal die Sojasoße nehmen und mal
hinten auf der Zutatenliste vorlesen, was da alles drauf ist.


00:01:56:10 – 00:02:04:14


Ralph


Ja, okay. Zutaten Wasser, Sojabohnen, Weizen und Speisesalz.


00:02:05:15 – 00:02:29:12


Lukas


Okay, krass. Ist gar nicht mehr drin. Okay, faszinierend. Okay.
Ich hatte gehofft. Ich hatte gehofft, dass da doch ein bisschen
mehr auf der Liste steht. Ich habe mal zum Vergleich auch eine
Sojasauce mitgenommen. Bei mir ist das Gleiche drin, was bei dir
draufsteht und noch zusätzlich ein Konservierungsstoffe und zwar
Kalium Sorbet. Ich bin der Meinung, dass es dann beim Ketchup
anders aussehen wird.


00:02:30:08 – 00:02:35:15


Lukas


Bitte nimm mal das Ketchup zur Hand und lies dir mal vor, was
hinten auf der Zusatz Liste steht. Auf der Zutatenliste steht.


00:02:37:02 – 00:02:56:07


Ralph


Ja und es ist nicht gegen das Mikro gekommen. Zutaten von von
Tomaten, Ketchup 72 % Tomatenmark einfach konzentriert,
Zucker, Branntwein, Essig, Salz, Gewürze, Zwiebeln, Pulver und
Paprika Pulver.


00:02:57:11 – 00:03:21:00


Lukas


Auch hier bin ich ehrlich gesagt ein bisschen überrascht, weil
ich auch hier dachte, dass mehr auf der Liste drauf steht. Ich
habe hier zum Vergleich auch ein Ketchup mitgebracht Das gute
Hella Gewürz Ketchup. Einer der Geschmäcker meiner Kindheit,
würde ich mal sagen. Und bei mir ist nämlich noch drinnen. Und
zwar Säure, eins Mittel Zitronensäure, dann Verteidigungsmittel,
und zwar Guakernmehl, Johannesbrotkernmehl und ich habe noch
Natrium Laktat drinnen als Säure Regulator und als
Geschmacksverstärker Mono Natrium Glutamat. Also da ist die Liste
ein bisschen länger als bei deinem Ketchup.


00:03:33:00 – 00:03:40:21


Ralph


Ja, gut, aber meiner ist ja auch total basic, weil bei mir heißt
der Tomaten Ketchup. Und ich habe genau gesehen, dass bei dir
Gewürz Ketchup draufsteht.


00:03:41:03 – 00:04:02:06


Lukas


Ja, das stimmt. Es kann sein, dass es aber jedenfalls ist. Meine
Zutatenliste ist ein bisschen länger bei meinem Ketchup und bei
meiner Sojasoße auch. Vielleicht hast du schon erahnt, worum es
heute gehen wird. Es geht nämlich genau um diese Zutatenliste.
Und es geht vor allem um Stoffe, die Lebensmittel hinzugefügt
werden, um eine gewisse Funktion zu erfüllen. Es geht nämlich um
Zusatzstoffe.


00:04:02:24 – 00:04:09:06


Ralph


Hmmm, ja, gehört habe ich das schon, aber ich weiß ehrlich gesagt
nicht genau, was Zusatzstoffe sind.


00:04:09:19 – 00:04:34:17


Lukas


Ja, also Zusatzstoffe sind. Also es sind Stoffe, die du
Lebensmittel hinzu gibst, die irgendeine Funktion in diesem
Lebensmittel ausüben. Also zum Beispiel wäre ein Zusatzstoff
Backpulver, weil Backpulver ist ein chemisch hergestellter Stoff,
der dafür sorgt, dass dein Kuchen aufgeht. Also diese Funktion
des Backpulver wird erfüllt und damit ist es ein Zusatzstoff.
Andere Zusatzstoffe sind die und davon hast du bestimmt schon mal
gehört.


00:04:34:23 – 00:04:54:07


Lukas


Die diese Nummern haben hinten, die gibt es ja auch auf diesen
Zutatenliste drauf. Und ich hatte ein bisschen gehofft, dass du
auf deiner Sojasoße oder auf deinem Ketchup eine Nummer hinten
drauf hast, da ich schon bei mir keine gefunden habe. Vielleicht
werden die gar nicht mehr verwendet, aber jedenfalls alles, was
eine Nummer hat, ist dann offiziell in der EU zugelassener
Zusatzstoff.


00:04:54:12 – 00:05:27:17


Lukas


Da kümmert sich die Europäische Behörde um Lebensmittelsicherheit
mit dem Sitz in Parma in Italien drum und diese Zusatzstoffe, die
darfst du quasi in Lebensmittel reinmachen. Ja, und die Idee von
dem Zusatzstoff im Museum ist es ist so ein bisschen eine Bildung
dafür zu schaffen und eine Kommunikation dafür zu schaffen, was
wir eigentlich zu uns nehmen, woher diese Zusatzstoffe kommen und
dass die Industrie da manchmal auch wirklich sehr, sehr offen,
fast so ein bisschen leichtsinnig damit umgeht.


00:05:27:17 – 00:05:46:14


Lukas


Weil es natürlich wahnsinnig viele Möglichkeiten gibt, Sachen ein
bisschen zu kompliziert darzustellen oder andere Bezeichnungen zu
verwenden. Und so weiter und so fort. Und dann weiß man gar nicht
mehr so genau, was eigentlich alles in unseren Lebensmittel drin
ist. Das Zusatzstoffe Museum, das möchte das so ein bisschen
verhindern oder? Bzw halt nicht verhindern. Aber halt drüber
aufklären.


00:05:47:01 – 00:06:08:12


Ralph


Ja, klingt unglaublich spannend, aber ich absolut mit
beschäftigt, muss ich zugeben. Ich lese auch. Ja, ich lese auch
nicht immer die Zutatenliste, ganz selten tatsächlich nur auf
meinem Ketchup, weil ich den jetzt noch hier habe. Da heißt es
auch ohne Zusatz von Geschmacksverstärker Aroma,
Konservierungsstoffe. Sind diese drei Begriffe denn auch Teil von
den Zusatzstoffen?


00:06:09:00 – 00:06:34:00


Lukas


Ja, da kommen wir auch später noch mal dazu, gerade auch was
Aromastoffe betrifft. Das ist nämlich auch superspannend.
Vielleicht noch ein kurzer Hinweis, denn auf dieses Museum sind
wir gar nicht selbst gekommen, sondern das war ein Hinweis von
zwei unserer Stamm Hörerinnen und zwar einmal von Andreas und von
Melanie. Die beiden haben uns unabhängig voneinander das
Zusatzstoff Filmmuseum empfohlen und da dachten wir, wenn es uns
schon zwei Leute empfehlen, dann müssen wir da hinfahren.


00:06:34:03 – 00:06:38:19


Lukas


Also danke Melanie und danke Andreas dafür für den Hinweis mit
dem Zusatzstoffe Museum.


00:06:39:03 – 00:06:41:03


Ralph


Ja und danke Lukas, dass du da hingefahren ist.


00:06:41:13 – 00:07:06:17


Lukas


Ja, das hat wirklich wahnsinnig Spaß gemacht. Es ist ein tolles
Museum. Genau. Jedenfalls. Es ist 2008 gegründet und von der
Hamburger Lebensmittelkette Achtung wird es betrieben. Und wie
ich schon gesagt habe, ist es auf dem Hamburger Großmarkt. Das
ist ein bisschen schwierig zu finden. Was Sie auch freimütig auf
der Homepage zugeben. Aber an der Pforte vom Großmarkt kann man
fragen, wo das Zusatzstoffe Museum ist und die helfen einem sehr
freundlich weiter.


00:07:07:09 – 00:07:09:09


Ralph


Okay, also per Zufall stolpert man jetzt eigentlich nicht.


00:07:09:09 – 00:07:32:12


Lukas


Nein, da muss man wirklich hin wollen. Ja, aber es ist ein Besuch
absolut wert. Und geleitet wird das Museum von Christian
Niemeyer. Christian Niemeyer ist selbst Biologe und leitet das
Museum schon etliche Jahre und kümmert sich da um die
Vermittlung. Und genau ihn habe ich eigentlich mal gefragt, was
diese Nummern eigentlich bedeuten und woher das kommt.


00:07:32:12 – 00:07:35:12


Lukas


Weil wir kennen die E Nummern, aber was steckt hinter diesen
Begriffen?


00:07:35:22 – 00:07:58:23


Christian Niemeyer


Also das E wird im Allgemeinen gelesen für Europa. Einige sagen
auch edible, also essbar. Man muss dazu wissen, die Nummern für
diese chemischen Substanzen gab es schon vor dem System der vier
Nummern. Man hat für den Handel solche Sachen durchnummeriert,
damit man weiß, wo man sozusagen den Handel regeln kann. Das war
so was wie eine bestimmte Nummer für Pflanzen, Kohle, eine
bestimmte Nummer für Kreide.


00:07:59:07 – 00:08:16:12


Christian Niemeyer


Und als man noch 74 sich wirtschaftlich darum gekümmert hat, die
Vorläufer Gruppierung der heutigen EU zu gründen, wollte man
wirtschaftlich diese Stoffe abstimmen und hat gesagt okay, wenn
wir sie zulassen für Lebensmittel, wir listen sie jetzt mal, was
ist überhaupt überall im Einsatz und dann setzen wir das auf
Europa davor.


00:08:16:22 – 00:08:17:19


Lukas


Okay.


00:08:18:00 – 00:08:33:01


Christian Niemeyer


Wichtig ist dafür, die Nummern fangen so 1E1 100 an, gehen aber
in eine Nummerierung, daher bis über 1400. Es sind aber nicht
1400 E Nummern im Einsatz, sondern es sind ja nur 340 Nummern,
die für Lebensmittel Verwendung gefunden haben.


00:08:33:24 – 00:08:40:08


Ralph


Ich verstehe für Europa und die sind alle 3 bis 4 stellig oder
was.


00:08:41:02 – 00:08:42:21


Lukas


Ja genau in der Bezeichnung gehört.


00:08:43:06 – 00:08:45:21


Ralph


Worum geht es denn da nicht bei eins los? Hast du das auch
gefragt?


00:08:46:13 – 00:08:49:05


Lukas


Die habe ich nicht gefragt, keine Ahnung. Aber jedenfalls.


00:08:49:14 – 00:08:51:13


Ralph


Gleich noch eine andere Frage.


00:08:52:19 – 00:08:55:21


Lukas


Bitte stellt die andere Frage. Vielleicht weiß ich da ja auch
keine Antwort drauf.


00:08:56:08 – 00:09:00:24


Ralph


Ja, ist das jetzt abgeschlossen mit den E Nummern oder können da
noch zukünftig neue dazukommen?


00:09:01:13 – 00:09:26:13


Lukas


Es verändert sich also, es können auch neue dazukommen. Es fallen
auch immer mal wieder welche raus, weil zum Beispiel gemerkt
wird, dass verschiedene Nummern Reaktionen hervorrufen, die man
vorher noch gar nicht gekannt hat. Also von diesen 340
zugelassenen Stoffen sind 60 bis 70 diskussionswürdig und es gibt
zum Beispiel auch Nummern, die nur für einzelne Lebensmittel
zugelassen sind. Also ich habe mal ein Beispiel dafür.


00:09:26:22 – 00:09:42:19


Lukas


Und zwar gibt es eine Nummer, die nur im britischen Hering
zugelassen ist, und die sorgt dafür, dass der britische Dosen
Hering schön braun bleibt. Aber dieser Stoff ist in keinem
anderen Lebensmittel zugelassen.


00:09:43:07 – 00:09:45:16


Ralph


Da fragt man sich schon Warum braucht es einen eigentlich?


00:09:46:00 – 00:10:08:10


Lukas


Ja, das hat ganz viel mit europäischer Essens, Kultur und mit
europäischen Eigenheiten zu tun. Es gibt auch zum Beispiel
Stoffe, die nur im Parmesan zugelassen sind und in keinem anderen
Käse. Also das ist total interessant. Es hat auch viel mit der
Geschichte zu tun, es hat viel mit traditionellen
Herstellungsverfahren zu tun. Genau das wird aber von der
Europäischen Lebensmittelbehörde in Parma festgelegt.


00:10:09:09 – 00:10:29:17


Lukas


Und es ist ja so, also diese Kategorisierung bei Keith, das ist
natürlich super schwierig, weil wenn wir uns jetzt zum Beispiel
mal die Geschichte der Zusatzstoffe angucken, dann ist es so,
dass so viele Nummern und diese ganze Klassifizierung, das ist
ein total junges Phänomen, also vorher hat es das natürlich nicht
gegeben und vorher war es natürlich kaum reguliert.


00:10:30:03 – 00:10:34:20


Ralph


Der Christian Niemeyer, der hat ja, glaube ich, auch gesagt, dass
das erst in den 70er Jahren aufgekommen ist, oder?


00:10:35:11 – 00:10:55:21


Lukas


Ja, genau richtig. Aber die Geschichte der Zusatzstoffe ist
wahrscheinlich so alt wie die Geschichte des Kochens, weil
Menschen schon immer Sachen hinzugefügt haben. Aber das war nicht
immer gut. Ein Beispiel, was weniger gut gelaufen ist, was aber
einer der ältesten Zusatzstoffe ist, die benutzt wurden. Das
erklärt ja auch Christian Niemeyer mal.


00:10:56:04 – 00:11:18:20


Christian Niemeyer


Bis in die Antike zurück. Da haben wir Bleizucker im Wein. Also
die Winzer haben damals sich Methoden ausgedacht, weil es ja
keinen Zucker gab und Honig teuer war, den Wein zu süßen, der gut
ankam. Und so hat man dann eine Substanz hergestellt, die nannte
sich im antiken Rom Frutum und wurde zu Speisen und Getränken
eingesetzt und hat die Leute eben mit einem langsam wirkenden
Schwermetall Nervengift versehen, mit dem Blei.


00:11:19:08 – 00:11:40:03


Christian Niemeyer


Und das war durchaus umstritten schon in Rom zu der Zeit. Es ist
nicht so, dass man sagt, na ja, die Alchemie oder keine Ahnung,
sondern man konnte es mal für Abtreibung einsetzen und das hätte
man durchaus schon Haupt und Nebenwirkungen nutzen können oder
besprechen können. Nur es braucht sehr lange, bis wirklich eine
funktionierende Analytik die Leute davor schützen kann, dass das
eingesetzt wurde.


00:11:40:10 – 00:11:46:23


Ralph


Ja, Analytik. Okay, diese Analytik, die hat man jetzt seit den
70er Jahren, oder wie genau soll es so lange dauern?


00:11:47:07 – 00:12:07:15


Lukas


Ja, das hat sehr lange gedauert, weil die Geschichte wirklich
sehr interessant ist. Es gibt zum Beispiel heute noch
Zusatzstoffe, die genauso in Lebensmitteln verwendet werden, wie
das in der Antike schon der Fall war. Jetzt natürlich nicht das
Frutum. Glücklicherweise, weil wir natürlich keine Lust auf eine
Bleivergiftung nach dem Rotwein Konsum haben. Aber wenn wir mal
beim Rotwein bleiben.


00:12:08:03 – 00:12:34:18


Lukas


Rotweine werden auch heute noch geschwafelt und Schwefel ist auch
schon in der Antike als Zusatzstoff hinzugefügt worden und
Schwefel hat heute die Nummer 220 und Schwefel gibst du Schwefel
den Wein, damit der erstens länger haltbar bleibt und damit er
nicht braun wird, der würde nämlich sonst oxidieren, also eine
chemische Verbindung mit Sauerstoff eingehen und deswegen fügst
du dem Schwefel, dem dem Wein hinzu.


00:12:34:18 – 00:12:57:09


Lukas


Und das ist, wie gesagt, die Zusatzstoff Nummer E 220. Na ja, und
jetzt ist es halt so, dass jetzt ja abseits von den
Zusatzstoffen, die quasi so in der Natur vorkommen, die man
Sachen hinzufügen kann, wie zum Beispiel jetzt im Schwefel gibt
es natürlich Sachen, die innerhalb der Geschichte der Menschheit
immer also Zusatzstoffe, die hergestellt wurden.


00:12:57:15 – 00:13:18:13


Lukas


Und das geht vor allem im 18. Jahrhundert los, aber erlebt den
Boom im 19. Jahrhundert. Also im Prinzip hat sich da, wie
wahrscheinlich alles im 19. Jahrhundert so krass geändert, dass
es eigentlich erst ab dann so wirklich Auswirkungen auf unser
jetziges Leben hat. Vielleicht, um ein Beispiel zu geben. Hast du
schon mal Saccharin gehört? Dem Begriff Saccharin.


00:13:18:24 – 00:13:26:07


Ralph


A la Saccharin? Ja, ja, ähm. Ich verbinde das irgendwie mit
Zucker.


00:13:27:09 – 00:13:56:13


Lukas


Ja, genau. Also, Saccharin ist ein Süßstoff. Das ist ein
künstlicher, süßer Erzeuger. Und die Geschichte dahinter ist
total spannend, weil Saccharin wird ja bis heute verwendet. Der
Stoff ist nämlich 1878 zufällig in den USA entdeckt worden. Und
zwar war da ein deutscher Wissenschaftler, Konstantin Wahlberg.
Und der hat in New York bei seinem Professor Ira Ramsen
geforscht. Und die wollten eigentlich die Verbesserung der
Zuckerproduktion erreichen.


00:13:56:16 – 00:14:24:08


Lukas


Die wollten eigentlich die Zucker Ernte optimieren, damit die da
einfach eine Ernte Verbesserung haben. Und da haben die ein
bisschen mit Kohlenstoff herumexperimentiert und der Legende nach
ist es so, dass Konstantin Wahlberg sein Brot in dieser in einer
dieser künstlichen Kohlenstoff Verbindungen hat liegen lassen.
Und dann hat er bei der Mittagspause gemerkt, dass das auf einmal
total süß geschmeckt hat, obwohl er keinen Zucker darin hat.


00:14:24:18 – 00:14:54:18


Lukas


Dann haben die das halt weiter überprüft und haben dann einfach
gemerkt Ja, krass, die haben den ersten künstlich hergestellten
Süßstoff zufällig gefunden. Und dann ist es so, dass Konstantin
Wahlberg aus den USA nach Deutschland gegangen ist und hat das
Patent und alles dafür für das Saccharin in Deutschland
angemeldet. Deswegen hat er in den USA einen ziemlich
beschissenen Ruf, weil er als Verräter gilt und als derjenige,
der quasi US amerikanische Erfindung einfach nach Deutschland
mitgenommen hat.


00:14:54:18 – 00:15:05:09


Lukas


Und in Deutschland bzw dann dem deutschen Kaiserreich hat das
angemeldet. Aber und das ist total interessant, es gilt quasi als
Süße für die Armen, weil es natürlich viel, viel billiger ist als
Zucker.


00:15:06:21 – 00:15:11:10


Ralph


Aber hat nicht Süßstoff den Ruf, dass es eigentlich
gesundheitsschädlich ist? Aus Zucker?


00:15:12:09 – 00:15:14:22


Lukas


Das ist so eine Frage. Welcher Süßstoff? Das gibt es auch.


00:15:14:23 – 00:15:15:17


Ralph


Oder irgendwie so was.


00:15:15:18 – 00:15:44:22


Lukas


Da gibt es ja mittlerweile ganz viele verschiedene und da gibt
es, glaube ich keine einfache Antwort. Beziehungsweise würde ich
mir jetzt die nicht zutrauen, weil ich glaube, dass halt
verschiedene Süßstoffe also jeder Zusatzstoff hat natürlich auch
irgendwelche Auswirkungen, von daher keine Ahnung. Und ich
glaube, dass das süßes Mittel nicht ohne sind. Aber in dem Fall
ist es halt einfach so, dass dieses Süße für die Armen, also das
Saccharin, dafür gedacht war, um Menschen halt billig mit
Lebensmittel zu versorgen.


00:15:45:22 – 00:16:02:01


Lukas


Die Zusatzstoffe sind nicht immer nur billiger Ersatz für
eigentlich hochwertige Produkte, sondern irgendwann entdeckt es
auch die Industrie für sich. Und das wiederum passiert dann nicht
in Deutschland, sondern in den USA. Aber der Konzern, der hat
auch für Deutschland große Auswirkungen.


00:16:02:11 – 00:16:25:18


Christian Niemeyer


Da haben wir das Saccharin 1901 mit einer Firma verknüpft
Monsanto, Monsanto ist in den USA gegründet und produziert nur
Saccharin, nichts weiter, weil es ein so großer Markt ist.
Insgesamt und hinten in der Ausstellung können wir auch anzeigen
sehen. Das ist da aus dem Jahr 1964 von der Firma Monsanto. Da
wird ein zweiter Süßstoff mit beworben Sarin.


00:16:25:18 – 00:16:55:22


Christian Niemeyer


Und die überdecken gegenseitig ihre viel Geschmacksrichtungen.
Und deshalb ist es jetzt da, beworben als The New Super Team for
Diet Foods, sehr schön dargestellt mit einer Silhouette einer
Dame im Badeanzug auf der Taille sozusagen. Sind die Pfeile, die
jetzt die Taille schmal machen und das zeigt, da gibt es erst
diesen Wandel mit Hollywood, mit dem neuen Image sozusagen des
Aussehens, hat man jetzt auch vermarkten können, dass diese Stoff
eben Kalorien freisetzt.


00:16:56:16 – 00:17:03:03


Ralph


Ja, das sieht man mal, wie stark dann die Werbung ist und wie man
also das Drehen und wenden kann, wie man eigentlich möchte.


00:17:04:00 – 00:17:34:12


Lukas


Absolut. Also gerade so in den Sechzigern merkst du ja, wie diese
Werbeindustrie vollkommen beginnt, die Konsumgewohnheiten der
Menschen radikal zu ändern. Der Arme Leute Zusatzstoff wurde auf
einmal total kommerzialisiert und mit so einem Hollywood Gedanken
verbunden, nämlich dass er dünn macht und dass er eine gute Figur
macht. Da siehst du einfach, wie so Zusatzstoffe, also wie die
Industrie den Sinn und den Zweck von so einem Stoff radikal
ändern kann.


00:17:35:05 – 00:17:57:18


Lukas


Und das ist bei ganz vielen anderen Dingen genauso passiert. Und
es ist auch immer, das passiert ja die ganze Zeit, dass irgendein
Stoff beworben wird, der angeblich das und das auslösen soll, der
früher für was ganz anderes eingesetzt wurde. Ja, und auch ganz
deutlich sieht man das bei dem Einsatz von Aromastoffen. Also
Aromastoffe sind jetzt keine Zusatzstoffe, weil die Zusatzstoffe
erfüllen ja eine Funktion.


00:17:58:03 – 00:18:26:01


Lukas


Und bei Aromastoffen ist es so, dass die ein Aroma künstlich
erzeugen oder einen Geschmack künstlich hinzufügen, den man nicht
hat, weil natürliche Produkte dafür zu teuer wären oder zu
aufwendig werden. Und einen ganz berühmten Stoff und auch ein
Stoff, der auch im 19. Jahrhundert erfunden wurde, ist sozusagen
der erste künstliche Aromastoffe ist. Den hast du garantiert auch
schon mal benutzt oder zumindest zu dir genommen.


00:18:26:07 – 00:18:56:01


Christian Niemeyer


Um auch zum Beispiel geht es um die Aromastoffe. Das ist jetzt
wieder eine weitere Gruppe. Da wird Vanille das erste Mal
synthetisiert. Das heißt, man kann einen Duftstoff aus der
Berliner Art bilden und damit den schönen, nebeligen Zucker
produzieren. Und da nimmt sozusagen der Bereich der Industrie
Fahrt auf. Und heute haben Sie zugelassen über 200.000
zweieinhalbtausend Aromastoffe, die sechs 7000 Düfte nachbauen
können,.


00:18:56:01 – 00:19:00:09


Ralph


7000 Düfte können diese Aromastoffe nachbauen. Habe ich das
richtig verstanden?


00:19:00:16 – 00:19:32:21


Lukas


Ja, es sind mehrere 1000. Ja. Es wird quasi deutlich, dass diese
Industrie hier vor allem jetzt auch natürlich wahnsinnig kreativ
ist. Was das Erfinden und das Hinzufügen von neuen Zusatzstoffen
betrifft. Und ich sage dir mal ein ziemlich futuristisches
Beispiel, an dem auch deutlich wird, wie kompliziert dieses
Verhältnis sein kann. Es gibt nämlich einen Versuch, gerade mit
Viren, also mit Bakteriophagen, Joghurt und Milchprodukte länger
haltbar zu machen.


00:19:33:12 – 00:20:00:01


Lukas


Die sollen quasi die Viren, die Viren sollen die Bakterien
abtöten, die im Joghurt dafür sorgen, dass der Joghurt verfallen
würde. So, jetzt müsstest du das natürlich aber deklarieren und
wenn du jetzt auf die Zusatzstoffe Liste, auf die Zutatenliste
drauf schreibst dieser Stoff enthält Viren, dann ist es natürlich
schwierig. Dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Joghurt
gekauft wird, relativ gering, weil wenn der draufsteht, der
enthält Viren.


00:20:00:01 – 00:20:30:20


Lukas


Viren verbindet man mit Müll, mit Krankheit, mit Erkältung, mit
keine Ahnung was. Das würde kein Mensch kaufen. Und jetzt ist es
so, das hat natürlich auch die Industrie erkannt und sagt
natürlich Ja, wir dürfen es nicht. Wir nennen aber die
Europäische Lebensmittelbehörde sagt, ihr müsst es aber
deklarieren. Und jetzt ist es so, dass über zehn Jahre lang haben
die hin und her kommuniziert und diskutiert und keine Ahnung,
was, wie sie diese Viren benennen dürfen.


00:20:31:11 – 00:20:51:22


Lukas


Und es ist so, dass dabei nichts rausgekommen ist, konnten sich
nicht einigen und das hat zur Folge, dass und das ist ein
bisschen das Paradoxon, dass, weil diese Frist verstrichen ist,
müssen Sie das jetzt nicht angeben. Das heißt, wenn in deinem
Joghurt Viren drin sind, müssen sie es nicht angeben, weil es
sich in der Bürokratie nicht geeinigt haben, wie die das Ding
jetzt richtig bezeichnen.


00:20:52:01 – 00:21:04:20


Ralph


Was? Das ist ja ein Skandal, dass es genau so läuft. Eigentlich
müssten es müsste das doch sein. Die Frist ist abgelaufen,
deswegen dürfen Sie nicht die Viren reinpacken, richtig? Genau
umgekehrt ist es ja wirklich. Das ist irgendwie eine Frechheit.


00:21:05:13 – 00:21:32:09


Christian Niemeyer


Der Europäische Gerichtshof hat gesagt Wenn ihr es nicht schafft,
eine Regelung dafür zu finden, beginnend 2008 bis 2019, dann
erlauben wir jetzt schon, das einzusetzen ohne Deklaration, weil
es doch so ein wichtiger Stoff ist. Und inwieweit die die
Kennzeichnung da durchgesetzt wird, das war eben die eigentliche
Frage. Also warum bemüht man sich nicht solche neuen Stoffe? Das
sind ja jetzt keine Zusatzstoffe mehr auch dem Verbraucher
kenntlich zu machen.


00:21:32:17 – 00:21:47:07


Christian Niemeyer


Das ist immer der Wettbewerb zwischen Verbrauchern, Wissen,
Marketing und Lobbyarbeit. Und das ist etwas, was die Ausstellung
durchaus versucht ein bisschen mehr Kompetenz und Fachwissen in
dieser Diskussion an den Normalverbraucher zu bringen.


00:21:48:01 – 00:22:09:09


Ralph


Ich bin trotzdem nach wie vor wütend, weil ich finde, dass ist
schon sehr stark Lobbyarbeit des Volkes ist. Das ist einfach
skandalös und ich verstehe nicht, weil ja Niemeyer. Herr Niemeyer
hatte gemeint, dass das kein Zusatzstoff wäre, aber man könnte
doch einfach sagen, dass diese Viren jetzt einen Zusatzstoff
werden, oder nicht?


00:22:09:21 – 00:22:27:06


Lukas


Ja, aber ich glaube, das Ding ist halt, es ist ja eine super neue
Methode, Viren da hinzuzufügen. Und ich glaube, deswegen ist es
anders als Zusatzstoffe oder auch anders als Aromastoffe. Ich
glaube einfach, dass sie noch mal eine andere Funktion erfüllen,
weil es eine ganz eigene Kategorie ist. Und inwieweit es dann
weitergeht, keine Ahnung. Also müssen mal gucken.


00:22:27:06 – 00:22:45:20


Lukas


Vielleicht wird sich das ja in den nächsten in den nächsten
Jahren klären. Aber ich glaube, das Beispiel zeigt halt einen
ganz wichtigen Punkt Wir brauchen Zusatzstoffe in Lebensmitteln,
um unsere Lebensmittelsicherheit und überhaupt generell unsere
Ernährungssicherheit zu garantieren.


00:22:46:14 – 00:23:11:11


Ralph


Für mich ist das ein Beispiel, das zeigt, wie sich auch unsere
Gesellschaft in neuerer Zeit verändert hat. Also hin dazu, dass
wir mehr Transparenz fordern, also dass eben alles gekennzeichnet
werden muss. Das jetzt nicht nur bei Lebensmitteln, sondern es
ist ja generell in unserer Gesellschaft so, wir wünschen uns ja
von der Politik mehr Transparenz im Arbeitsleben, was weiß ich wo
generell.


00:23:11:19 – 00:23:34:02


Ralph


Und das zeigt ganz deutlich, dass ich zumindest in meiner
Reaktion, dass ich mich dann darüber aufregt, dass es eben nicht
transparent ist bzw dass es so inkonsequent ist irgendwo. Weil
einerseits gibt es ja diese Zusatzstoffe und diese Liste und die
Hersteller sind verpflichtet, das anzugeben und es wahrscheinlich
in Amerika oder in anderen Kontinenten noch mal anders als in
Europa.


00:23:34:02 – 00:23:45:22


Ralph


Vielleicht gehen wir später noch darauf ein, aber gleichzeitig
versuchen dann Firmen irgendwie wieder einen Kniff raus zu
spielen, um um das zu verdecken. Das ist echt schlimm.


00:23:46:05 – 00:24:01:12


Lukas


Um mal noch ein bisschen Transparenz hinzuzufügen. Ein krasses
Beispiel, wie zum Beispiel mit künstlichen Aromen ein Produkt
erzeugt wird, das sich sonst eigentlich kaum jemand leisten
könnte. Ist Himbeer Joghurt.


00:24:02:02 – 00:24:26:22


Christian Niemeyer


Also die Hersteller selber sagen rund 25 % der Getränke und
Lebensmittel im Supermarkt sind aromatisiert. Wir sind also
relativ verwöhnt, was das Ganze angeht. Und Sie können hier so
ein Extrem sich angucken. Wir haben immer so ein, zwei
Preisvergleiche, da geht es jetzt hier um Joghurts, wenn Sie 100
Kilogramm Joghurt mit einem Himbeer Geschmack versehen wollen.
Der Gesetzgeber gibt vor, wie viel Minimum in einem Produkt drin
sein muss und Früchten.


00:24:27:05 – 00:24:47:13


Christian Niemeyer


Aber wenn Sie in Europa arbeiten, dann haben Sie das heute noch
für einige Hersteller. Die müssen 12 bis 15 % Früchte
einsetzen bei den Himbeeren. Dann sind sie für 100 Kilo schon im
Preisbereich, je nach Saison von über 30 € für die Rohware.
Wenn Sie aber bei der Himbeere einen Duftstoff nachbauen, dann
können Sie für 0,06 € Himbeer Duft in dieses Produkt
bringen.


00:24:47:17 – 00:24:48:23


Christian Niemeyer


Und das ist die Bandbreite.


00:24:50:22 – 00:25:01:04


Ralph


Die Bandbreite, die auch zeigt, was was Marketing ausmacht. Weil
es ist ja trotzdem. Es wird ja trotzdem als Himbeer Joghurt
verkauft, wo es dann nur zum Teil so ist.


00:25:01:23 – 00:25:23:09


Lukas


Ja, aber da gibt es dann verschiedene Bezeichnungen. Boah, ich
weiß nicht. Also ich glaube, wenn das Frucht Joghurt heißt, dann
hat soundsoviel Prozent wirkliche Früchte drinnen. Wenn es heißt
Joghurt mit Frucht Erzeugnissen hat so viel drinnen und wenn es
heißt mit Frucht Geschmack, dann hat es wiederum weniger Prozent.
Also das können wir dann auch in die schauen und reinpacken.


00:25:23:09 – 00:25:30:21


Lukas


Da gucke ich noch mal, da gibt es auf jeden Fall Bezeichnungen.
Das ist ja auch so wie beim Apfelsaft der Apfelsaft Apfel
Konzentrat. Und so weiter und so fort.


00:25:30:21 – 00:25:34:08


Ralph


Saft, Konzentrat, direkt, Saft. Und so weiter. Gibt es ja auch.


00:25:34:08 – 00:26:00:01


Lukas


Aber überleg dir mal, wenn du jetzt 100 Kilo Himbeer Geschmack
möchtest oder Jogurt mit 100 Kilo Himbeer Geschmack was der mit
was dich mit künstlichen Aromen 0,06 € kostet gegenüber
35 € für den Kilopreis für Himbeeren. Ich habe das mal
nachgeguckt, was man so ungefähr auf dem Großmarkt nimmt. Dafür.
Das heißt, dass die Aromen und das habe ich ausgerechnet
99,83 % billiger sind als die Frucht.


00:26:00:24 – 00:26:43:05


Ralph


Es zeigt aber auch, wie sehr diese Zusatzstoffe schon angekommen
sind bei uns und und ja, inwieweit wir vielleicht auch schon so
ein bisschen den den Kontakt zu den natürlichen Lebensmitteln
verloren haben oder so also das klingt jetzt so negativ, weil es
hilft ja da dabei, dass es halt günstiger ist und trotzdem
schmeckt. Also trotzdem glaube ich, regt es halt so, diese
Erwartungshaltung, wenn man jetzt beispielsweise eine frische
Himbeere kriegt oder als Kind jetzt als Kind, dann findet man
immer süße Sachen sehr toll und dann kriegt man vielleicht
irgendwie eine Frucht und die ist dann nicht süß und dann bleibt
man nicht auf der Frucht hängen, sondern hätte gern lieber das
aromatisiert.


00:26:44:07 – 00:26:48:14


Lukas


Ja, absolut. Aber es geht halt nicht mehr ohne. Das ist halt so
der Punkt.


00:26:51:12 – 00:27:09:02


Lukas


was ich Total faszinierend finde ist Ich habe den. Ich habe das
ja vorhin schon kurz erwähnt. Es gibt einen Teil im Museum, der
kannst du in verschiedenen Aromen schnuppern und ich habe da
gerade eine Gruppe von Gästen gesehen. Und dann habe ich mich zu
dem Meeting gestellt und habe quasi gesagt, dass die für mich so
ein kleines Experiment durchführen sollen.


00:27:09:02 – 00:27:25:11


Lukas


Und zwar sollten die Aromen erraten. Also da gab's so kleine
Fläschchen, da waren die konzentrierten Aromen drin und die
kannst du aufmachen, da kannst du dann riechen. Und dann ging es
ja darum Kannst du die erraten oder nicht? Und daher ist es am
besten, einfach selber mal rein, weil das ist ziemlich witzig.


00:27:26:03 – 00:27:48:24


Gruppe Besucher


Riecht an verschiedenen Aroma-Fläschchen, die nach Bier, Döner,
Tequila oder Knoblauchbrot riechen sollen. Sie erkennen aber
keine der Aromen und amüsieren sich darüber.


00:28:28:07 – 00:28:45:04


Ralph


Krass, krass. Keine Ahnung davon, wie das riecht. Na gut, ich
habe es jetzt auch nicht gerochen. Aber krass, hätte ich nicht
gedacht, dass es so schwierig ist. Hast du das dann selber auch
mal probiert?


00:28:45:15 – 00:29:01:14


Lukas


Ja, ich habe es auch gemacht. Also Christian Niemeyer hat mir
Muscheln gezeigt. Bei Muscheln habe ich irgendwie ein
Schweinefleisch gedacht. Also das gerochen habe. Dann gab's noch
Schinken an dem Döner habe ich auch gerochen, weil ich wissen
wollte, ob der, ob ich das wirklich rieche. Aber keine.


00:29:01:14 – 00:29:02:13


Ralph


Schinken, Döner?


00:29:03:13 – 00:29:05:13


Lukas


Schinken, Döner, Schinken, Döner.


00:29:05:13 – 00:29:05:21


Ralph


Was ist das?


00:29:06:00 – 00:29:09:03


Lukas


Also Schinken, Schinken und Döner. Also Schinken.


00:29:09:22 – 00:29:12:18


Ralph


Weiß ja nicht. Zusatzstoffe. Da gibt es ja alles nur Schinken
und.


00:29:13:01 – 00:29:18:09


Lukas


Käse und Döner. Tequila habe ich auch gerochen. Und dann. Also,
das ist.


00:29:18:14 – 00:29:19:23


Ralph


Das, war Tequila?


00:29:20:07 – 00:29:39:03


Lukas


Nein, habe ich nicht. Das einzige, was ich halbwegs erraten
hatte, aber auch nur so indirekt, war Pfefferminz. Weil da habe
ich gesagt, es ist Zahnpasta und man hat ja, das ist ein Aroma,
was in die Zahnpasta eingefügt wird. Also das war das Einzige,
was ich erwartet hatte. Der Rest keine Chance. Also das ist so,
also manche sind echt übel.


00:29:39:03 – 00:29:54:15


Lukas


Mich hat es, glaube ich, so ein bisschen an die Folge vom
Digusting Food Museum erinnert. Mit dem Altar of Stinky Cheese,.
Also ich weiß nicht, ich war ja nicht im Museum in Berlin, aber
da hatte ich halt wirklich auch so diese Aroma Gerüche, die ich
teilweise noch ewig lang in der Nase hatte, weil die so intensiv
waren.


00:29:54:15 – 00:29:55:08


Lukas


Das war echt.


00:29:57:02 – 00:29:57:21


Ralph


Faszinierend.


00:29:58:19 – 00:30:23:07


Lukas


Und auch das zeigt wieder als Verbraucher bist du wirklich
ziemlich machtlos, weil du, weil du gar nicht weiß, was halt
alles wirklich drin ist und und jetzt finde ich, kommen wir zum
Clou des Museums aus meiner Sicht, weil normalerweise könnte man
dieses Museum ja jetzt so aufbauen, das soll diese Zusatzstoffe,
sie ist in der Form und dann die Geschichte dazu, Stoffe und so,
das haben ja auch alles gemacht.


00:30:23:08 – 00:30:50:01


Lukas


Es ist auch alles total toll und didaktisch wertvoll. Aber was
mir am besten gefallen hat, weil ich das als Konzept super cool
finde Die haben einen Supermarkt nachgebildet und das sind
jeweils verschiedene Täfelchen. An den Wänden und auf den
Täfelchen sind Lebensmittel abgedruckt und du gehst jetzt durch
das Museum durch und hast einen Einkaufskorb dabei und kannst
quasi diese Täfelchen nehmen und kannst ihnen Einkaufskorb legen.


00:30:50:13 – 00:31:14:16


Lukas


Und am Ende, wenn du quasi einmal durch diesen Supermarkt
durchgegangen bist, hast du eine Kasse und da kannst du Dinge
einscannen und dann druckt ihr das wie bei dem Kassen Beleg aus.
Nur die Zusatzstoffe, die in diesem Ding drin sind und auch quasi
zu was für Kategorien, die dazu gehören und wie sich das anhört,
habe ich mit Christian Niemann natürlich auch noch einmal
aufgenommen.


00:31:15:13 – 00:31:42:13


Christian Niemeyer


Also die Idee, diese Produkte, das ist mehr oder minder die
Kinder Spur. Wir haben einzelne Produkte im Supermarkt gekauft
und die Zutatenliste uns angeguckt. Wir wissen ja nicht mehr als
der Hersteller. Das heißt, wir gucken auf die Zutatenliste und
kaufen uns meinetwegen ein Streich Fett mit Butter Geschmack.
Dann kann man das mitnehmen, einen kleinen Einkaufskorb einkaufen
und hier haben wir eine kleine Kasse und das werden Sie
vielleicht an einigen Supermärkten kennen.


00:31:42:13 – 00:32:19:19


Christian Niemeyer


Jetzt sehen nehmen wir eine Streichcreme mit Butter. Geschmack
hat in dieser Zusammensetzung sechs Zusätze und es wird uns hier
ein kleiner Baum ausgeworfen und dann sehen wir, welche Zusätze
typischerweise in so einem Streichcreme sind. Das wird ja mit
e-norm angegeben, das haben wir auch noch uns dazu aufgenommen.
Würde man jetzt hier zehn 20 Produkte einkaufen, kann man sich
entweder herausfordern und sagen Ich krieg die meisten
Zusatzstoffe oder die wenigsten zusammen und man kann darüber
nachdenken, wie sehr ist man eigentlich mit dieser Information
überfordert?


00:32:19:20 – 00:32:22:21


Christian Niemeyer


Also liest man wirklich alle Zutatenliste beim Einkauf oder
nicht?


00:32:24:06 – 00:32:34:05


Ralph


Ja, spannend auch spannender Gedanke. Liest man alle Zutaten oder
nicht? Aber selbst wenn, dann weiß man ja oft gar nicht, was
damit anzufangen ist. Wie jetzt gerade mit den Nummern.


00:32:34:20 – 00:32:55:01


Lukas


Richtig, genau das ist ja der Punkt. Also ich habe es ist jetzt
ein paar Mal so durchgegangen, aber das muss so, ich möchte
einfach, dass da fairer kommuniziert wird. Das ist sozusagen die
Herangehensweise. So, jetzt ist natürlich die Frage, ich wollt
natürlich den Rekordhalter der Zusatzstoffe rausfinden, weil ich
wissen will, okay, in welchen Dingen gibt es die meisten
Zusatzstoffe?


00:32:55:08 – 00:32:56:19


Lukas


Hast du eine Idee?


00:32:57:13 – 00:32:59:04


Ralph


Gehören auch Fertiggerichte dazu?


00:32:59:21 – 00:33:02:11


Lukas


Ja, klar, alles. Also Fertigpizza ist genauso dabei.


00:33:02:20 – 00:33:05:00


Ralph


Okay, er ist jetzt irgendwie mein guess gewesen.


00:33:05:13 – 00:33:05:22


Lukas


Ist nicht nur.


00:33:05:22 – 00:33:06:14


Ralph


Fertigpizza.


00:33:06:22 – 00:33:09:04


Lukas


Nein, Pizza.


00:33:09:04 – 00:33:09:17


Ralph


Tipp geben.


00:33:10:06 – 00:33:11:01


Lukas


Was Flüssiges.


00:33:11:12 – 00:33:18:07


Ralph


Was Flüssiges. Aber das muss irgendwas gepanscht sein. Vielleicht
irgendwie so Tomatensoße oder so.


00:33:19:05 – 00:33:41:15


Lukas


Ne Tomatensoße ist relativ entspannt. Am krassesten sind
Energydrinks mit Abstand die größte. Ja, und was? Was sozusagen
das ist, wo er am bislang am meisten Zusatzstoffe drin gesehen
hat, ist eine Götterspeise mit Vanille Soße. Da sind auch die
meisten. Da ist so ziemlich alles, was.


00:33:41:16 – 00:33:43:09


Ralph


Ist, wie es.


00:33:43:16 – 00:33:46:05


Lukas


Ist. Da ist alles drin, was es gibt. Genau so ist.


00:33:46:05 – 00:34:06:17


Ralph


Es. Noch mal kurz zum Museum. Du hast da diesen Supermarkt
angesprochen und hast auch gemeint, vorher ist das didaktisch
alles schön aufgearbeitet. Was ist denn das erste, wenn man
reinkommt, wo man da konfrontiert wird, wenn es jetzt um
Zusatzstoffe geht? Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Heißt
dann wirklich so Zusatzstoffe, Definition, Geschichte oder wie
ist das?


00:34:07:10 – 00:34:25:08


Lukas


Nee, also du kommst rein und das ist erst mal ein längerer Flur
und das links ist dann sozusagen die der Empfang. Und dann geht
es auch schon los mit so einem Supermarktregal, auf dem die
Zusatzstoffe in diesen kleinen Fläschchen oder halt Beutelchen
drin sind. Damit du mal siehst, wie die eigentlich aussehen. Aber
letztlich das sind alles weiße Pulver.


00:34:25:20 – 00:34:48:20


Lukas


In diesem Fluss selbst ist dann ein Zeitstrahl, wo es um die
Geschichte der Zusatzstoffe geht. Also ich muss sagen, es ist
ehrlich gesagt wirklich erst mal ein bisschen verwirrend, wenn du
reingehst, weil du nicht so genau weißt, wo du jetzt anfangen
sollst. Das liegt daran, dass es halt einfach glaube ich, so von
der Örtlichkeit ist. Sieht eher aus wie ein paar Büros oder
Lager, die aneinander gemacht sind und weniger wie ein Museums
Museumsgebäude per se.


00:34:49:03 – 00:35:08:10


Lukas


Das heißt, es ist auf jeden Fall schwierig da reinzugehen. Du
brauchst erst ein paar Minuten, um dich zurechtzufinden, weil du
nicht weiß, wo du jetzt anfangen sollst. Und bei einer Führung
mitzumachen, hilft da auf jeden Fall sehr. Also beim Interview
war es irgendwann mal so mit Christian Niemeyer. Wir hatten dann
irgendwann mal, ich glaube so zehn Leute um uns rum, die dann
zugehört hatten, weil der dann sozusagen noch eine Führung
gegeben hat.


00:35:08:10 – 00:35:31:01


Lukas


Und es war natürlich dann schon super spannend, ohne diese
Führung, glaube ich, ist es einfach so viel drinnen, da stehen so
viele Sachen rum. Dann gibt es noch einen Raum, wo Maschinen
drinstehen aus der Lebensmittelindustrie hier, die zum Beispiel
für die Verwendung von alkoholfreien Wein verwendet werden und so
was. Aber das ist jetzt noch mal eine andere Dimension, die da
aufgemacht würde, das würde ich sagen.


00:35:31:01 – 00:35:40:21


Lukas


Das sollen sich einfach Menschen angucken, die sich, dass die zu
Besuch sind beim Zusatzstoffe. Also es ist auf jeden Fall, es ist
total interessant und es ist auf jeden Fall ein Besuch wert.


00:35:41:08 – 00:35:53:07


Ralph


Und wie geht es dir jetzt damit, dass dieses Museum besucht? Und
du bist ja auch jemand, der beim Essen eigentlich sehr darauf
achtet, was er kauft und auch wie er die Sachen zubereitet usw.
Hat sich dadurch was bei dir verändert?


00:35:54:16 – 00:36:15:19


Lukas


Nicht so sehr glaube ich, weil ich glaube das ist so mit den
meisten Dingen, dass ich über die meisten Dinge schon
vergleichsweise Bescheid wusste. Jetzt natürlich nicht, woher das
kommt und so, aber gerade beim Kochen ist es zum Beispiel so,
dass ich halt also eigentlich nie mit künstlichen Aromen oder
irgendwie so arbeite. Also so, keine Ahnung, so fertig.


00:36:15:19 – 00:36:23:19


Lukas


Soßen oder Gemüsebrühe oder irgendwie so was damit mache ich.
Eigentlich koche ich sowieso nie genug.


00:36:24:05 – 00:36:36:12


Ralph


Ja, dann würde mich noch interessieren. Bei diesem Museum war es
dann sehr stark besucht. Wer war da drin? Weil du, hast du
gemeint, es ist so versteckt, dass da eigentlich nur Leute
hingehen, die davon wissen, dass es da ist.


00:36:37:16 – 00:37:05:03


Lukas


Ja, also als ich da war, waren schätzungsweise so 15 andere Leute
noch in dem Museum mit drinnen und es war unter der Woche an
einem Vormittag. Das heißt jetzt nicht die krasseste Zeit. Also
ich glaube, es wird schon wirklich wahrgenommen und es ist auch
wirklich so ein bisschen Geheimtipp der Museen in Hamburg, weil
Hamburg ist natürlich als Kulturstadt, die hat natürlich Museen
und gute Museen ohne Ende, aber ich glaube es als Geheimtipp ist
es richtig gut und ich glaube auch, dass es da mittlerweile echt
angekommen ist und die machen eine tolle Arbeit.


00:37:05:03 – 00:37:12:14


Lukas


Also aus meiner Sicht vollkommen gerechtfertigt und das ist
wirklich, also wenn du da hingehst die Wahrscheinlichkeit, dass
da noch andere Besucher sind, ist sehr, sehr hoch.


00:37:13:16 – 00:37:27:08


Ralph


Ja, was du mir jetzt erzählt hast, finde ich das auch total
sinnvoll, dass es dieses Museum gibt, das einfach mal so die wie
sagt meinen, dass das ins Bewusstsein ruft, was in unseren
Lebensmitteln eigentlich drin ist.


00:37:27:23 – 00:37:28:19


Lukas


Genau. Absolut.


00:37:29:07 – 00:37:48:21


Ralph


Ja, wunderbar. Dann vielen lieben Dank, Lukas. Sehr, sehr
spannend. Wirklich? Ja. Na ja, am Anfang war ich da skeptisch.
Weil Zusatzstoffe. Das klingt jetzt nicht besonders spannend
eigentlich. Das ist so ein sehr cooles Wort, wenn ich das mal so
sagen darf. Aber ist dann doch wieder mal sehr spannend gewesen.
Also würde ich wahrscheinlich auch besuchen.


00:37:49:18 – 00:38:08:04


Lukas


Ja, und mich hat es ein bisschen tatsächlich an das Disgusting
Food Museum erinnert, weil ich mir da auch am Anfang gedacht hab
Boah, was ist jetzt dann das Disgusting Food? Irgendwie so
spannend, eklig. Und ich dachte, dass das eher so diesen random
Aspekt hat, so dass man halt mal kurz schockiert ist. Dann, als
du gesagt hast, dass es ja eher darum geht, dass es ja diesen
humanistischen Grundgedanken hat.


00:38:08:04 – 00:38:30:09


Lukas


Also was wir als essen, also wie wir Ekel empfinden und so. Das
war total spannend. Das hat so eine Dimension noch mal
aufgemacht. Und im Zusatzstoffe Museum ist es halt auch so, dass
es ganz viele verschiedene Dimensionen eines grundsätzlichen,
einer grundsätzlichen Situation gibt, nämlich wie essen wir und
was ist da alles dabei? Und das ist halt so der übergeordnete
Teil und das finde ich total interessant, wenn man sich das, wenn
man sich da.


00:38:31:01 – 00:38:55:14


Ralph


Ja, weil es wirklich ein Museum ist, wo man so einen persönlichen
Kontakt dazu hat, so eine persönliche Ebene, das ist ja oft so
bei geschichtlichen Museen oder Anthropologisches Museum oder so,
das ist ja von der Lebensrealität eigentlich verhältnismäßig sehr
weit weg. Selbst wenn du jetzt in Bonn wohnst und gehst ins
Bonner Stadtmuseum und erfährst du was aus dem Mittelalter, dann
betrifft es dich ja in deinem Alltag eigentlich kaum.


00:38:56:01 – 00:38:57:15


Lukas


Weniger zumindest. Ja, da.


00:38:57:15 – 00:38:58:15


Ralph


Kannst du halt sagen, das.


00:38:58:15 – 00:39:27:04


Lukas


Ding ist halt das Gebäude. Genau. Na ja, dann würde ich sagen,
belassen wir es dabei. Das war meine Präsentation des
Zusatzstoffe Museums in Hamburg. Ihr findet natürlich alle
weiteren Informationen noch in den Shownotes mit Kontaktdaten,
mit zusätzlichem Material, mit einer Liste. Und so weiter und so
fort. Wir werden euch damit natürlich versorgen. Und Ralf, was
mich jetzt interessieren würde Du bist ja dann im nächsten Monat
dran mit dem Vorstand eines Museums.


00:39:27:04 – 00:39:28:21


Lukas


Kannst du mir sagen, wohin es gehen wird?


00:39:29:12 – 00:39:59:15


Ralph


Ja, das ist ja immer das Ding. Man muss eine Spannung aufbauen
und darf nicht zu viel verraten. Es. Es geht in ein sehr, sehr
kleines Museum. Ich glaube, das ist kleiner als das Museum, das
du jetzt besucht hast für die Folge. Und es ist auch
persönlicher. Also es ist ja und ich bleibe in Nordrheinwestfalen
Nordrhein Westfalen. Ihr ja sehr gut ist auf jeden Fall wieder
ein sehr ungewöhnliches Thema, was ich so noch gar nicht hatte.


00:39:59:15 – 00:40:03:09


Ralph


Also bin ich gespannt, ob du da irgendwie Bezugspunkt zu hast
oder nicht.


00:40:04:12 – 00:40:06:07


Lukas


Ich bin auch gespannt. Ich freue mich drauf.


00:40:07:02 – 00:40:15:15


Ralph


Und wenn euch jetzt die Folge gefallen hat oder ihr jemanden
kennt, der sich mal mehr mit Essen sollte, dann schickt die Folge
doch weiter.


00:40:16:06 – 00:40:38:01


Lukas


Ja, und ihr könnt uns auch auf Steady unterstützen. Wir betreiben
Bitte nicht anfassen! Ehrenamtlich! Wir haben da keinerlei Profit
raus. Und wenn ihr unsere Arbeit gut findet und uns vielleicht
den einen oder anderen Euro an Fahrtkosten Zuschuss zukommen
lassen möchtet, dann macht das bitte unter steady. Bitte nicht
anfassen und hört auch beim nächsten Mal wieder mit rein.


00:40:38:15 – 00:41:18:03


Ralph


Ja, dann bis zum nächsten Mal. Tschüss.


Der Beitrag Das Zusatzstoffmuseum Hamburg erschien zuerst auf
Escucha.


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