Wie Paul Reuter die Nachrichtenagentur erfand und was wir aus Kleinanzeigen lernen können – das Internationale Zeitungsmuseum in Aachen
32 Minuten
Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 1 Jahr
BITTE NICHT ANFASSEN! #32 – Das Internationale Zeitungsmuseum
Aachen
Show Notes
Oscar liebt Zeitungen und Reisen. Auf Arbeit hat er nicht so
Lust. Als er mit Ende 30 eine reiche Frau kennenlernt, die ihm
das Ja-Wort gibt und auch noch für ihn sorgt, gibt er seinen Job
auf und begibt sich auf Dauerurlaub. Von überallher bringt er
insgesamt 80.000 (!) Zeitungen mit und eröffnet damit ein Museum
in Aachen.
Mehr als 120 Jahre nach seinem Tod wird das Museum heute
fortgesetzt von dem Historiker Andreas Düspohl. Er gibt Einblicke
in alte Zeitungsexemplare, erzählt von Paul Julius Reuter, der
mit Hilfe von Brieftauben sein Nachrichten-Imperium aufgebaut
hat, und erklärt uns, welchen geschichtlichen Wert Kleinanzeigen
haben. Und ja, es ist das älteste Museum, das wir bislang besucht
haben!
#podcastdeutsch #museenentdecken #wissenschaft #museum #Aachen
#zeitung #reuters #Presse #Geschichte
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Hilfreiche Links:
Offizielle Homepage der Insel Tristan da Cunha:
https://www.tristandc.com/index.php
Hier liegt Tristan da Cunha:
https://www.google.com/maps/place/Tristan+da+Cunha/@-36.8447867,-12.1307037,10z/data=!4m6!3m5!1s0x25a3b1a1af6dc9b:0x69ee2d95dc98aedb!8m2!3d-37.1052489!4d-12.2776838!16zL20vMDdxNDg?entry=ttu
Über die Namensherkunft von Zeitung:
https://taz.de/Das-gedruckte-Wort-in-digitalen-Zeiten/!5536196/
Artikel über die erste Tageszeitung der Welt “Einkommende
Nachrichten”: https://www.grin.com/document/134011?lang=en
Weitere Infos über Oscar von Forckenbeck:
https://rp-online.de/nrw/staedte/wassenberg/walter-bienen-ueber-oskar-von-forckenbeck_aid-24134519
Wikipedia Artikel zu Paul Julius Reuter:
https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Julius_Reuter
Das meistgesprochene Wort der Welt:
https://www.welt.de/print/die_welt/vermischtes/article11856002/Der-Siegeszug-von-O-K.html
Auflagenstärkste Zeitungen (Stand 2016 – hier taucht auch die
Zeitung der Kommunistischen Partei China auf):
https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_newspapers_by_circulation
Artikel über Zeitungen und Zeitschriften:
https://www.historia.net/de-de/geschenke-ratgeber/zeitung-vom-tag-der-geburt-verschenken/was-ist-der-unterschied-zwischen-zeitung-und-zeitschrift/#:~:text=Zeitungen%20und%20Zeitschriften%20im%20Vergleich,Inhalte%20zu%20bestimmten%20Themen%20bieten.
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Infos zum Museum:
Internationales Zeitungsmuseum
Pontstraße 13
52062 Aachen
www.izm.de
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über BITTE NICHT ANFASSEN!:
Woran denkst du beim Wort Museum? An weltberühmte
Ausstellungsstücke wie Sarkophage ägyptischer Pharaonen, an
Gemälde von Picasso oder an technische Erfindungen wie das
Automobil? Denkst du an das Deutsche Museum in München, das
Pergamon-Museum in Berlin oder an das Städel in Frankfurt? Wir –
das sind Ralph Würschinger und Lukas Fleischmann – denken beim
Wort Museum an etwas Anderes: an Milbenkäse, Mausefallen, an
Flipper-Automaten, Nummernschilder oder auch an Gartenzwerge.
Denn die schätzungsweise 7.000 Museen in Deutschland haben so
viel mehr zu bieten als das Angebot der großen Häuser.
Mit „BITTE NICHT ANFASSEN – Museum mal anders“ begeben wir uns an
kleine Orte, in Seitengassen großer Städte, um die kleinen und
alternativen Ausstellungen zu finden, von denen du vermutlich
noch nie gehört hast.
Pro Monat erscheint eine Folge, für die einer von uns beiden ein
besonderes Museum besucht und sich mit dem jeweils anderen
darüber austauscht. Dabei kommen Museumsbetreiberinnen und
-betreiber zu Wort, aber auch die Exponate an sich werden hörbar
gemacht.
Dieser Podcast ist für Museumsliebhaber, für Mitarbeiter aus dem
Museumsbereich und für alle, die sich für Kunst, Kultur und
Technik-Geschichte interessieren und skurrile Stories
mögen.
BITTE NICHT ANFASSEN! ist eine Produktion von Escucha – Kultur
für's Ohr.
Mehr Infos auf https://www.escucha.de/bitte-nicht-anfassen/
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Kontakt:
Instagram: https://www.instagram.com/bittenichtanfassen_podcast/
E-Mail: info[at]escucha.de
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Podcast-Credits:
Sprecher: Lukas Fleischmann, Ralph Würschinger
Produktion: Escucha GbR
Podcast-Grafik: Tobias Trauth;
https://www.instagram.com/don_t_obey/
Intro/Outro: Patrizia Nath (Sprecherin)
https://www.patrizianath.com/, Lukas Fleischmann
(Musik)
Wenn euch der Podcast gefällt, dann abonniert uns und
empfehlt uns weiter. Welches Museum sollen wir unbedingt
vorstellen? Schreibt uns eure Vorschläge!
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Transkript
Andreas Düspohl
Da geht es um die Arbeit von Presseagenturen, die
interessanterweise ja zurückgehen auf Paul Julius Reuter, der
sein weltweites Geschäft in Aachen gestartet hat, weil er hier
Brieftauben gemietet hat, mit denen er ein Loch in dem
europäischen Telegraphennetz zwischen Aachen und Brüssel
überbrücken konnte.
(Jingle) Bitte nicht anfassen. Museum mal anders. Ein Podcast von
Escucha.
Ralph
Hallihallo, liebe Freundinnen und Freunde der gepflegten
Museumsbesuche oder auch ungepflegtne Museumsbesuche. Herzlich
willkommen zu Bitte nicht anfassen. Mein Name ist Ralph.
Lukas
Und mein Name ist Lukas und wir stellen euch in diesem Podcast
einmal im Monat schräge, skurrile Alternative, aber durchaus
liebenswerte Museen vor und verbinden das immer mit größeren
Geschichten. Denn jedes kleine Museum hat echt ganz viele Dinge
zu erzählen. Ganz viele tolle Geschichten zu erzählen. Und ja,
das ist so unser Konzept.
Ralph
Und das vergangene, liebenswerte Museum. Das war ja das
Rauchermuseum in Paris, das du mir vorgestellt hast. Und ich habe
da mitgenommen, dass es ja um die Geschichte des Tabaks in Europa
auch ging und wie dort Rauchen salonfähig geworden ist bzw. ja
auch in der Medizin so seine Anwendung gefunden hat.
Lukas
Genau. Also seine zwielichtige Anwendung, wenn man das so sagen
kann. Aber genau darum ging es genau.
Ralph
Und dann warst du ja noch in einer Zigarrenmanufaktur.
Lukas
Genau richtig.
Ralph
In dieser Folge bin ich wieder dran.
Lukas
Das heißt, ich kann mich zurücklehnen.
Ralph
Ja, also in der vergangenen Folge ging es ja ums Rauchen und um
Rauchen als Medizin zum Teil ja auch. Und in dieser Folge geht es
am Rande auch um Rauchen. Beziehungsweise möchte ich da damit
einsteigen, denn Zigaretten wurden ja nicht nur geraucht, sondern
auch für andere Dinge verwendet. Und da habe ich gleich einen Ton
mitgebracht vom Museumsleiter, also vom Museum, wo ich war,
nämlich Andreas Düspohl.
Ralph
Und das klingt dann so
Andreas Düspohl
Hier eine interessante Zeitung. The Tristan Times, das ist eine
Zeitung von der Insel Tristan, der Kutscher, das ist eine
Inselgruppe zwischen Südafrika und der Antarktis. Da braucht man
eine Woche, um dahin zu kommen. Kommt man auf Schiffe nicht mit
einem Flugzeug? Und interessant ist, dass hier der Preis der
Zeitung angegeben ist. Sie sehen es hier drei Zigaretten oder
vier Kartoffeln, und das ist so ein bisschen selbstironisch, weil
auf der Insel wächst nicht viel anderes als Kartoffeln und
deswegen gibt es die da zu Hauf.
Ist ja auch nur ein DIN A4 Format, das mit der Schreibmaschine
geschrieben ist. Aber das ist so ganz interessant, dass wir
tatsächlich diese Zeitungen, von denen wir nicht wissen, wie sie
zu uns gekommen sind, in unseren Beständen drin haben.
Lukas
Okay, also, Tristan da Cunha Es geht um diese Insel. Ähm, es geht
um die Zeitung. Und es geht darum, dass Zigaretten als
Handelsware genutzt wurden. Bzw. Als Währung. Was man ja auch
kennt. Gerade von zum Beispiel dass Deutsche nach dem Jahr der
Deutschen, nach dem zweiten Weltkrieg und nach der Inflation. War
ja auch eine Art Zigarettenwerbung.
Okay, und was ich so mitbekommen habe der der Museumsleiter bzw.
die Person, mit der du dich dann gehalten hast, hat dir gezeigt,
dass es eines von vielen Exemplaren ist. Das heißt, ich gehe mal
davon aus, dass das, dass der Protagonist dieser Folge die
Zeitung ist.
Ralph
Ja richtig, 100 Punkte. Ja, ich war im Internationalen
Zeitungsmuseum in Aachen und die Tristan Times, von der er gerade
gesprochen hat, also diese Zeitungsausgabe, das ist nur eine von
rund 400.000 Zeitungen, die das Museum beherbergt. Es sind dort
aber nicht nur Zeitungen aus verschiedenen Ländern ausgestellt,
sondern es geht auch um die Geschichte der Zeitungen. Also wieder
mal ein Geschichtsthema heute.
Und kurz zum Begriff Zeitung kommt aus dem Mittelhochdeutschen
zidunge, was so viel bedeutet wie Botschaft, Nachricht und
Nachricht wiederum kommt von Nachrichtung, also etwas, nach dem
man sich zu richten hat.
Lukas
Ah, okay.
Ralph
Und was verstehen wir heutzutage unter einer Zeitung? Ich habe
mal geguckt, was es für Definitionen gibt und so. Die gängige
Definition lautet, dass eine Zeitung ein Druckwerk ist, das in
regelmäßigen Abständen erscheint mit nachrichtlichen bzw.
aktuellem Inhalt. Daran orientiert sich auch dieses Museum. So,
jetzt ist es aber so, dass die Zeitungen nicht einfach plötzlich
da waren, sondern die müssen ja irgendwie entstanden sein und die
sind ja, man könnte sagen Seite für Seite gewachsen, nämlich aus
Flugblättern.
Dazu Andreas Düspohl:
Andreas Düspohl
Eines unserer ältesten Blätter ist dieses Flugblatt hier von
1577. Da hat dann ein Drucker für ein Ereignis einen Kupferstich
mit ein bisschen Schrift einmal in den Druckstock eingegeben und
hat das dann verkauft. Und Leute haben das dann gelesen. Und aus
diesen ja ab und an erscheinenden Flugblättern hat sich dann
irgendwann jemand gedacht, man könnte doch auch so was jeden in
regelmäßigen Abständen herausbringen in einer Sammlung. Und
daraus ist dann die älteste Zeitung entstanden. Sehen Sie hier
die Relation aus Straßburg, dass die älteste Zeitung der Welt das
ist die älteste Zeitung der Welt ist allerdings in diesem Fall
ein Faksimile und kein Original ist leider nicht mehr so häufig
vorhanden auf der Welt.
Ralph
Und diese erste Zeitung, die da rausgekommen ist, das war dann im
Jahr 1605 und die erschien dann wöchentlich so und dann haben
sich halt im Laufe der der nächsten Jahrzehnte diese Zeitungen in
anderen Ländern auch verbreitet und es dauert dann genau 45
Jahre, also 1650 ist es dann so weit, dass die erste Tageszeitung
der Welt erscheint.
Die trägt den Namen Einkommende Zeitungen und es ist nicht ganz
sicher, aber sehr wahrscheinlich, dass diese Zeitung in Leipzig
gedruckt worden ist. Und jede Ausgabe bestand aus insgesamt vier
Seiten. Warum Leipzig? Leipzig war eben damals schon eine sehr
verkehrsgünstig gelegene Stadt. Die Regierung dort war nicht so
stark am Zensieren wie beispielsweise in Frankfurt, habe ich
gelesen und es gab dort auch schon viele Messen, die ja dann auch
schon Zeitungen bzw. Zeitschriften dann an die Besucher
rausgegeben haben.
Lukas
Weil du das gerade mit Leipzig und der ältesten Zeitung
angesprochen hast. Ich habe vor kurzem gelesen, dass ja die
älteste Zeitung, die heutzutage noch erscheint, glaube ich, die
Wiener Zeitung ist. Oder wie viel älter ist sie dann? Weil die
erscheint ja noch. Ich nehme an, die in Leipzig erscheint heute
nicht mehr.
Ralph
Die in Leipzig erscheint heute nicht mehr. Und du hast recht, die
Wiener Zeitung ist die älteste, noch veröffentlichte Zeitung und
die wurde Anfang des 18. Jahrhunderts gegründet, also 1705 oder
zehn oder so, okay, wir wissen es ja. Bis heute gibt es
Zeitungen, also die Druckverfahren haben sich verbessert, es
wurde günstiger. Der Umfang der Zeitungen nahm dann
dementsprechend auch zu.
Und heutzutage gibt es ja auch noch Zeitungen und ich möchte auf
ein bestimmtes Jahr in der Vergangenheit zurück, nämlich auf das
Jahr 1854. Da war ein Deutscher im Urlaub in den Niederlanden und
auf dem Boden eines Schiffs hat er eine alte Zeitung liegen
gesehen, die zum Einwickeln von Fisch benutzt worden ist. Und da
hat er sich gedacht: “Na ja, also für so was sind mir irgendwie
die Zeitungen zu schade.
Ich fange mal an, die zu sammeln, dass er nicht einfach die ganze
Zeit Zeitungen weggeschmissen werden.”
Ja, und 170 Jahre später hängt dann von diesem einen deutschen
Urlauber ein Bildnis im Zeitungsmuseum, das ich besucht habe.
Denn dieser Mann ist Oscar von Forckenbeck und der Gründungsvater
des besagten Museums.
Lukas
Dann ist das ein Museum mit sehr, sehr langer Tradition.
Ralph
Hm, ja, und ich stand dort mit Andreas Düspohl und habe ihn auch
gefragt, was denn Oscar von Forckenbeck so für ein Typ war. Und
das hat er gesagt:
Andreas Düspohl
Da sehen wir ihn. Er hat also Jura studiert und war Amtmann in
Rheine und war damit sehr unglücklich. Also dieses
Verwaltungsbeamten da sein, das hat ihm nicht gefallen. Er ist
kein gebürtiger Aachener gewesen.
Also er kam aus Wassenberg, und er ist dann halt durch die
Umstände seiner seiner Tätigkeit ist er dann in Aachen
gestrandet, sozusagen. Er hat erst so im lokalen Bereich
angefangen, Zeitungen zu sammeln, hat sich damit beschäftigt, hat
versucht, hier in Aachen einen Lesesaal einzurichten und hat dazu
alle möglichen Verleger angeschrieben und hat auch relativ
schnell einen ganz guten Fundus gehabt.
Aber irgendwann hat er seinen Fokus auf das Internationale
ausgeweitet. Und da kam es ihm. Da kam es den ihm sehr zupass,
dass er, wie wir heute sagen würden, glücklich geheiratet hat.
Maria Packenius. Die brachte eine stattliche Mitgift in die Ehe
rein, und fortan ist Oscar von Forckenbeck dann in der
Weltgeschichte herumgereist, war in ganz vielen Ländern und hat
von dort Zeitungen mitgebracht, sehr zum Verdruss seiner Ehefrau.
Die hat ihn kaum noch gesehen.
Lukas
Der Wild, also jemand, der Verwaltungsbeamter war, darauf kein
Bock mehr hat, dann sehr reich heiratet, um den Rest seines
Lebens womöglich den Großteil seines Lebens damit verbringt,
durch die Weltgeschichte zu reisen und Zeitungen zu sammeln, muss
man sich auch leisten können.
Ralph
Ja, auf jeden Fall. Ich habe da auch ein bisschen in der
Biografie von ihm gelesen. Der war wirklich, wie soll ich sagen,
da wirklich oft in seinem Leben sehr unglücklich mit der
Situation, hat dann auch ein paar Umzüge hinter sich gehabt und
als er dann eben geheiratet hat, war das so irgendwie. Seine
Probleme Lösung dann, dass er jetzt nicht mehr arbeiten musste
und dass er viel herumreisen konnte, was so seine Leidenschaft
war.
Er hat dann auch zu Hause sehr viel gelesen und eine Bibliothek
aufgebaut. Und ja, das Verhältnis zu seiner Frau aus dem, was ich
so gelesen habe, scheint das ja nicht das innigste zu sein. Meine
war oft unterwegs, auch eben ohne Frau. Sie haben zwar über
Briefe kommuniziert, aber ja, das war ein schwieriges
Verhältnis.
Lukas
Aber der hat dann die ganzen internationalen Zeitungen, die
ganzen Sammelobjekte nach Aachen gebracht.
Ralph
Richtig, Der hat dann in Aachen in den 1880ern das Zeitungsmuseum
gegründet, was seine Frau dann vielleicht auch gar nicht schlecht
fand, weil dann sind die Zeitungen quasi aus seinem Haus in
dieses Museum ausgelagert worden und er hat dann auch mit
Gründung dieses Zeitungsmuseums eine gleichnamige Zeitschrift
veröffentlicht. Zeit seines Lebens hat er dann diese Zeitungen
gesammelt und solange es ihm noch einigermaßen gut ging, denn er
hat ja auch lange Jahrzehnte Rheuma, muss man sagen, hat er halt
dann diese Sammlung weiter aufgebaut.
1898 ist er dann gestorben an Magenkrebs. Er hat dann insgesamt
80.000 Zeitungen schon beisammen gehabt, die, die er ja quasi
seiner Witwe vermacht hatte. Und die wiederum hat gesagt Ja, das
schenke ich der Stadt Aachen und die Stadt Aachen, die war erst
mal nicht so happy drüber, weil die hat sich überlegt, wo kommen
jetzt diese ganzen Zeitungen hin?
Dann haben sich aber schon Plätze gefunden. Das wurde dann
also hat dann öfter so den den Platz auch gewechselt. Also es war
nicht von Anfang an in dem Museum in dem ich war, sondern erst
1923 ist das dann an den heutigen Standort gekommen. Kurz zum
Standort der – Wer sich da auskennt oder Bock hat, halt da
hinzufahren – Das Zeitungsmuseum ist sehr im Zentrum.
Ralph
Ich würde sagen, wenige 100 Meter vom Rathausplatz entfernt in
der Pontstraße. Eine also eine ganz wichtige
Studentenstraße.
Lukas
Wenn man sich, du kennst dich in Aachen ja gut aus. Wenn man sich
also mal Dom oder Rathaus angucken will, kann man auch einen
Abstecher zum Zeitungsmuseum machen.
Ralph
Genau.
Lukas
Ja, ich würde auch sagen, also ich glaube, das ist damit auch das
älteste existierende Museum, was Sie bislang vorgestellt haben.
Kann es sein? Mir würde jetzt keins einfallen, was noch älter
ist, weil wenn es 1870 gegründet wurde, dann ist es doch jetzt
mit Abstand sogar das älteste Museum, was Sie bislang vorgestellt
haben?
Lukas
Ja, aber. Also für so Alltagsmuseen ist doch 1880 extrem früh.
Das sind ja keine Kunstgalerien.
Ralph
Nee, nee, stimmt schon. Äh, ja, du hast recht, weil wir haben ja
oft private Sammler, die dann daraus ein Museum machen. Das ist
natürlich dann sehr jung. Ja, gut, wir hatten das Museum Ville
Montagne, wo ich jetzt gerade dran denk.
Lukas
Aber das ist ja nicht 1880, da haben die doch noch mal mehr
abgebaut.
Ralph
Na ja, ne, stimmt, hast recht.
Lukas
Weil Altenberg gab es ja bis 1900.
00:13:06:05 – 00:13:20:00
Lukas
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es für unsere Serie mit Abstand
das bislang älteste Museum ist. Aber wir können ja mal noch mal
alle Museen durchgehen und dann geben wir euch bei der nächsten
Folge Bescheid, ob es sich hier auch wirklich um das älteste
Museum handelt.
Ralph
So machen wir es. Dann kommen wir zurück zum Museum. Was ich
nämlich auch ganz interessant fand, dass Aachen ja in der
Geschichte des Nachrichtenwesens eine besondere Rolle spielt. Ich
weiß nicht, ob dir das vorher klar gewesen ist. Nein, das kommt
in dem Museum auch ganz gut raus. Man geht dann also erst mal
geht man halt in diesen alten Museumsbau rein, die Treppe hoch
ins erste Stockwerk und dort betritt man einen Raum, in dem man
auch so ein regelmäßiges Piepen von Nachrichten tickern
hört.
Und was es damit auf sich hat, soll dir mal Andreas Düspohl
erzählen.
Andreas Düspohl
Da geht es um die die Arbeit von Presseagenturen, die
interessanterweise ja zurückgehen auf Paul Julius Reuter, der
sein weltweites Geschäft in Aachen gestartet hat, weil er hier
Brieftauben gemietet hat, mit denen er in ein Loch in dem
europäischen Telegrafennetz zwischen Aachen und Brüssel
überbrücken konnte und infolgedessen einen großen
Geschwindigkeitsvorsprung hatte gegenüber den Agenturen, die dann
Nachrichten mit einem Boten berittenen Boten zwischen Aachen und
Brüssel hin und her schicken mussten. Als das Telegrafennetz dann
geschlossen war, schlussendlich Mitte des 19. Jahrhunderts. Er
war also nur wenige Monate hier, hatte er aber so viel Geld, dass
er dann sein weltumspannendes Nachrichtenimperium gründen konnte,
ist er nach London gegangen und hat die Nachrichtenagentur
Reuters gegründet.
Lukas
Äh, ja, das ist ein krasser Fun Fact. Also noch mal Paul Reuter,
der Typ, auf den die wohl bekannteste Nachrichtenagentur Reuters
zurückgeht. Der, der hat die gegründet, weil er binnen weniger
Monate so viel Kohle mit Brieftauben gemacht hat, weil die
schneller waren als berittene Kuriere zwischen Brüssel und
Aachen. Es hieß die weltumspannende Nachrichtenagentur Reuters
ist Das ist ja auch nur der Fun Fact.
Ralph
Ja, ich kann ja noch einen weirden Fact nennen. Ich habe den
nicht verifiziert, aber Andreas Düspohl hat gesagt, dass der Name
Reuters der meistgedrückte Name der Welt ist. Eben aufgrund der
Tatsache, dass viele diese Quellen oder die Informationen von
Reuters verwenden.
Lukas
Ja, das kann schon sein.
Ralph
Also wer es nicht kennt das Geschäftsmodell ist ja, dass das
Reuters, also seine Journalisten Journalistinnen hat, die dann
Texte schreiben. Und diese Texte gehen dann an verschiedene
Medienhäuser, mit denen halt vorher Verträge geschlossen worden
sind und dann können die diese Texte halt verwenden für ihre
Zeitungen, Onlineauftritte usw, müssen aber als Quellenangabe
Reuters nennen und natürlich was dafür zahlen.
Lukas
Was man vielleicht auch noch in Deutschland kennt. Die dpa.
Ralph
Genau.
Lukas
Ist ja auch eine Nachrichtenagentur, Das ist ja dasselbe
Geschäftsmodell Modell, nur das Reuters halt
Internationales.
Ralph
Ja, genau. Also ich hab versucht das zu verifizieren, aber nichts
gefunden. Und jetzt auch ein Fact. Ich habe nur gefunden, was das
meistgesprochene Wort der Welt ist. Eine Ahnung, was das sein
könnte?
Lukas
Das meistgesprochene Wort der Welt. Gesprochene Worte. Hi.
Ralph
Na ja, es ist nah dran. Es sind zwei Buchstaben in Englisch.
Ok.
Lukas
Ah ja. Ok.
Ralph
Also, jetzt haben wir schon gehört, dass Aachen hier glänzen
könnte. Durch Paul Julius Reuter. Aachen hat aber auch in
jüngerer Geschichte eine Vorreiterrolle in Sachen Nachrichten
Zeitung gespielt. Eine Ahnung, welche das sein könnte?
Lukas
Was ist jüngere Zeit?
Ralph
20. Jahrhundert. Ich kann auch sagen Mitte des 20. Jahrhunderts.
Vielleicht ein bisschen leichter.
Lukas
Nee, keine Ahnung.
Ralph
Macht nix. Ich hab es jetzt ja auch nicht gewusst. Aber Aachen
hatte die erste Freie Zeitung nach dem Zweiten Weltkrieg, weil es
ja als erste Stadt erobert worden ist von den Amerikanern.
Lukas
Ah, okay.
Ralph
Am Anfang waren die Amerikaner noch ein bisschen beteiligt an
dieser Zeitung, haben ja auch dann den Wert der Zeitung gesehen
als Informationsquelle, in der die Leute Anordnungen oder Gesetze
halt nachlesen konnten. Kurz nach dem Krieg wurde dann aber diese
Zeitung auch wirklich frei und da fand man dann auch
Informationen drin, ja, wo die Leute halt was zu essen bekommen
oder medizinische Hilfe, aber auch Kleinanzeigen.
Wir hatten das ja mit den Kleinanzeigen oder mit Werbung hatten
wir ja schon mal, wenn ich mich richtig erinnere in der Folge vom
Kleingartenmuseum, wo du darauf verwiesen hast, sie waren das,
was die Leute gegessen haben, dass das irgendwie genau
rausgekommen ist.
Lukas
Also was ich gesagt habe im Kleingarten Museum, das man aus
NS-Zeitschriften und den das waren keine Kleinanzeigen, das waren
Rezepte. Und je nachdem was für Rezepte vorgestellt worden sind,
konnte man Rückschlüsse ziehen, wie die Versorgungssituation zu
Hause war.
Ralph
Ah ja. Na ja, dann habe ich das ein bisschen falsch in
Erinnerung, aber, ähm, es ist jetzt in ähnlicher Weise auch so,
was uns Andreas Düspohl gleich sagen wird, dass man aus den
scheinbar unscheinbaren Texten dann doch einige Rückschlüsse auf
die Vergangenheit ziehen kann.
Andreas Düspohl
Die Kleinanzeigen wurden damals allerdings umformuliert, damit
nicht bestimmte Codes weitergegeben werden konnten an
irgendwelche Werwolfverbände und irgendwelche Exnazis und
dergleichen.
Aber der Inhalt ist interessant und in der ersten Zeit, nachdem
Aachen ja 1944 erobert worden war und fast entvölkert war, es
lebten nicht mal mehr 10.000 Menschen hier in der Stadt, hatten
die Menschen ein Bedürfnis nach sehr fundamentalen Dingen wie
Nahrung, ein Dach überm Kopf. Und da waren dann entsprechend
Kleinanzeigen, dass jemand noch Kartoffeln hat, die er verkaufen
kann, dass jemand ein Handwerker ist und eine Schubkarre und kann
helfen, Schutt wegzuräumen.
Also wirklich das, was die Leute zum Überleben brauchten. Und
plötzlich hat man etwas später, nachdem der Krieg auch schon zu
Ende war, ist plötzlich eine Kleinanzeige drin. Klavierlehrer
gesucht. Und daran sehen Sie, wie die Zeit sich gewandelt hat.
Und das ist auch wieder das, wo man dann die Zeitung entsprechend
umdreht und sieht, dass die, die der Quellenwert der der
Kleinanzeigen in diesem Fall oftmals höher ist als das, was in
der Zeitung drin stand.
Lukas
Ja, es auf jeden Fall. Es ist auf jeden Fall total spannend, sich
Kleinanzeigen der letzten, ja der letzten Jahrzehnte und
Jahrhunderte anzugucken. Was da drin steht, finde ich auch. Finde
ich super interessant.
Ralph
Ja, und das hat mir da noch ein paar andere Beispiele genannt.
Fand ich auch alles sehr, sehr spannend.
Lukas
Ich habe gelesen, weil ganz am Anfang von dem Ton ist er ein
bisschen auf Codes eingegangen. Ich habe zum Beispiel einen
Podcast vor kurzem gehört, einen Geschichtspodcast. Da wurde
erzählt, dass deutsche Spione in den USA Kleinanzeigen im Chicago
Tribune genutzt haben, um mit den Deutschen während des Krieges
zu kommunizieren. Also die sollten immer eine bestimmte Zeit in
unter der Woche eine bestimmte Kleinanzeige schalten.
Ist da irgendwie ein Handwerker der der irgendwie verfügbar ist?
Und wenn diese Anzeige immer Donnerstag drin stand, dann wussten
die okay, die Spione existieren noch und gehen ihrer
Spionagetätigkeit nach oder ihre Sabotage.
Ralph
War ja spannend, Da soll es auch mal Museum drüber geben über
Codes. Vielleicht wäre ja das mal was für die Zukunft.
Lukas
Ich hab so was im Kopf. Ich glaube, es gibt so ein ähnliches
Museum. Ich weiß auch schon wo. Es steht auf meiner Liste.
Ralph
Ja, Andreas Düspohl hat es ja auch gerade angesprochen und ich
meine, es war der zweite Weltkrieg. Aachen war da auch schwer
betroffen. Es wurde vieles zerstört und und damit das
Zeitungsmuseum dieser Gefahr entgehen konnte, hat man die auch
dann ausgelagert. Also man hat dann diese Zeitungen zu so
bündeln, so richtig großen Bündeln oder Rollen halt
zusammengeschnürt und auf einem Bauernhof außerhalb der Stadt
versteckt.
Da gab es dann auch ein paar Verluste, aber relativ wenig an
Zeitungsmaterial, sodass das meiste dieser Sammlung überlebt hat
und jetzt auch kontinuierlich nach dem Krieg halt weiterwächst.
Das hat dann zum Beispiel während der Coroner Pandemie einen
neuen Schub gegeben, weil es ist ja so, dass das Zeitungsmuseum
sich natürlich immer wieder über Zeitungen freut und so können
Privatleute ihre Zeitungen da auch vorbeibringen.
Und die Pandemie haben halt anscheinend viele Leute genutzt, um
auszumisten. Und dann standen fast täglich Leute mit Farbmaske
vor der Tür, um Andreas Düspohl Ihre Zeitung in die Hand zu
drücken. Und so gab es dann zigtausend Neuzugänge. Es ist aber
so, dass Andreas Düspohl und sein Team halt auch eigenständig
Zeitungen sammeln. Und gerade zum Thema Corona haben sie das sehr
intensiv betrieben.
Andreas Düspohl
Wir haben die Corona Pandemie ziemlich gut dokumentiert. Von den
ersten Gerüchten, dass es ein neuartiges Virus irgendwo in China
gibt, bis hin zu den ersten Fällen in Deutschland, den ersten
Toten, den ersten Maßnahmen. Und da haben wir wirklich von jedem
Tag mindestens eine Zeitung gesammelt, teilweise auch aus dem
Ausland und irgendwann mal, wenn man sich da wieder mit
beschäftigen möchte, vielleicht in einigen Jahren, dann können
wir wirklich lückenlos diese Pandemie nachzeichnen.
So direkt nach dem Ende der Pandemie hatte da keiner Lust mehr
drauf. Dann haben wir auch immer gesagt Jetzt ist Schluss, jetzt
sammeln wir nicht mehr jeden Tag eine Zeitung zum Thema. Aber da
sind natürlich dann etliche Hunderte von wenn nicht Tausende von
Zeitungen zusammengekommen, die irgendwann mal eine wertvolle
Quelle sein werden.
Lukas
Ja, spannend. Kann ich mir auch gut vorstellen.
Ralph
Und auch jetzt schon eine spannende Quelle sind. Also klar, wir
haben vorhin das gehört von diesen Kleinanzeigen und die
Tatsache, dass diese Zeitungen halt international sind, also aus
verschiedenen Ländern. Das zeigt sich darin, dass das
Zeitungsmuseum auch öfter Anfragen bekommt. So hat Andreas
Düspohl zum Beispiel gesagt, dass die Universität in Lahore, in
Pakistan dass die halt nach Zeitungen gefragt haben, weil damals
bei der Teilung von Indien und Pakistan ganz viele Archive
zerstört worden sind und damit auch ganz viele Zeitungen.
Und so konnte er dann mit seinem Team zusammen Zeitungen, die er
halt hatte, einscannen und an die Universität schicken.
Lukas
Als wissenschaftlicher Service.
Ralph
Ja, genau. Also zum Museum gehört auch eine Bibliothek und ein
Archiv eben. Also man kann da schon viel arbeiten, wenn man
möchte. Was jetzt nicht erwähnt habe und das jetzt auch nur am
Rande mache, ist so der Aufbau des Museums. Ich habe gesagt,
klar, es geht um die Geschichte des Journalismus, es geht aber
auch um Buchdruck und Typographie.
Es geht dann noch um Fake News und Zensur. Es sind auch ganz
interessante Bilder dabei. Also man kann sich auch Bilder
angucken, die ich jetzt schlecht zeigen kann. Bilder, wo man halt
sieht, wie manipuliert worden ist. Das fand ich auch sehr
eindrücklich. Und es geht auch um die Zukunft von Zeitungen, was
ja bei uns in der Journalisten Bubble ja auch schon länger ein
Thema ist.
Viele, viele gedruckte Zeitungen kämpfen ja ums Überleben oder
zumindest nimmt die Leserschaft ab.
Lukas
Aber ich habe den Eindruck, wenn ich dich da mal kurz
unterbrechen kann. Ich habe den Eindruck, dass diese Diskussion
schon irgendwie seit zehn, 15 Jahren da wird. Und irgendwie jedes
Jahr heißt es, die Zeitungen sind mehr und mehr unter Druck, aber
deswegen gibt es die trotzdem alle noch, Die meisten. Und von
daher. Also entweder ist es ein sehr langsames, sehr siechen
Niedergang oder aber Totgesagte leben länger.
Lukas
Wahrscheinlicher ist es beides. Ich hätte noch mal eine noch eine
andere Frage, die ja zum Wesen des. Ich habe mal gehört, dass die
berühmteste Schriftart der Welt nach Comic Sans Times 's Roman,
dass die auch von der Zeitung kommt.
Ralph
Ja, das ist richtig. Die kommt auch von der Zeitung und zwar, wie
der Name schon sagt, von der Times, aber nicht von der New York
Times, sondern von der Times, also von der britischen
Zeitung.
Lukas
Ah, okay.
Ralph
Aber was jetzt auch eine spannende Frage werde ich nicht
beantworten. Kann. Welchen Deal gibt es denn da zwischen
Microsoft und dieser Zeitung, oder. Weil das ist ja immer
standardmäßig eingestellt. Oder wenn man Wort öffnet, dass man
dann sofort Times New Roman als Schriftart hat.
Lukas
Also bei mir ist es mittlerweile anders, bei mir ist eine andere
Schriftart drinnen, weil ich mal gelesen hab, dass die das mit
dem neuen Update irgendwie ausgetauscht haben. Keine Ahnung. Ich
weiß nicht, ob es da Stil gibt, aber ich glaube, vielleicht ist
ja diese Schriftart so universell und so alt, dass es da halt
auch keine Urheberrechte mehr gibt.
Das ist ja eine freie Font dann sozusagen.
Ralph
Ja, ja, müssen wir mal recherchieren. Ja, jetzt waren wir schon
bei Wort und beim Computer. Es geht auch ein bisschen ums
Digitale und Multimediale. Das hat man auch in der Ausstellung.
Das möchte ich jetzt auch nicht verschweigen, dass diese das
dieses Museum echt sehr multimedial aufgestellt ist, was ich echt
cool fand. Also das sind total viele, wo man was angucken
kann.
Also Video angucken oder es gibt Hörstation, es gibt Sachen, wo
man was drücken kann, Schubladen, die man rausziehen kann. Ganz
eindrucksvoll fand ich Boah, ich kann ja nicht beschreiben, wie
groß das war. Ich will es mal sagen die Diagonale von drei, vier
Metern oder so, okay, also einen Bildschirm, auf dem eine
Weltkarte drauf ist und du kannst dann mit dem Finger auf die
verschiedenen Länder klicken und dann kannst du dir Zeitungen aus
diesen Ländern angucken.
Lukas
Ja, krass.
Ralph
Das ist wirklich spannend anzugucken, wie unterschiedlich die zum
Teil auch aussehen. Auch wenn man die Schrift jetzt nicht lesen
kann, kriegt man trotzdem irgendwie ein Gefühl dafür, was für
eine Art von Zeitung das vielleicht sein könnte. Also Boulevard
oder eher weiß ich nicht, wie Süddeutsche Zeitung mehr zum Lesen.
Ja, also das fand ich ganz schön.
Lukas
Also du kannst das Museum empfehlen?
Ralph
Ich kann es Museum auf jeden Fall empfehlen. Also wenn ihr nach
Aachen kommt, dann macht doch da einen Abstecher hin. Man kann da
schon viel Zeit verbringen in diesem Museum. Ich denke aber, dass
man auch viel mitnehmen kann innerhalb von ein, zwei
Stunden.
Lukas
Alles klar.
Ralph
Und eine Frage habe ich noch, weil du bist doch der Mann der
Superlative. Das ist doch immer dann drin so, ja, das ist das
Größte und das meiste usw. Ja, jetzt habe ich eine Frage an dich:
Was meinst du ist die oder wie hoch ist die höchste Auflage einer
Zeitung weltweit und aus welchem Land könnte diese Zeitung
kommen?
Lukas
Äh, gute Frage. Also ich habe. Ich habe eine Theorie und du
kannst es sagen, ob ich mich da annehme oder nicht. Okay.
Ralph
Ja, gerne.
Lukas
Also, ich meine, sie kommt aus China und es müsste die
Parteizeitung der Kommunistischen Partei sein.
Ralph
Na ja, also nicht, dass ich wüsste, aber sehr, sehr gute
Überlegungen guck ich noch mal nach. Aber was ich herausgefunden
habe, ist die meistgelesene, oder die Zeitung mit der höchsten
Auflage ist die Yomiyuri Shimbun aus Japan, eine Auflage von 7
Millionen Exemplaren.
Lukas
Okay, aber das ist nur eine japanische Zeitung.
Ralph
Was heißt nur eine japanische?
Lukas
Na, weil ich mal zum Beispiel die New York Times gibt es
weltweit.
Ralph
Die New York Times hat aber trotzdem eine niedrigere
Auflage.
Lukas
Echt? Obwohl es auf der ganzen Welt gibt, hat die weniger? Ja,
krass. 7 Millionen. Ich mein, es gibt 1,4 Milliarden
Chinesinnen.
Ralph
Alles Illiteraten.
Lukas
Die Frage ist was ist eine Broschüre? Was ist ein Magazin? Was
ist eine Zeitung? Das also ist jetzt eine Zeitung, die täglich
erscheinen, wöchentlich? Oder ist eine Monatszeitung auch eine
Zeitung? Kann ja gut, aber das da wird es dann
philosophisch.
Ralph
Nee, also laut Definition und was ich so gelesen hab im Internet
ist eine Zeitung einfach was, Was regelmäßig erscheint, das muss
nicht täglich sein, kann auch wöchentlich sein oder
monatlich.
Lukas
Was ist dann der Unterschied zum Magazin? Weil ich würde jetzt
den Spiegel nicht als Zeitung bezeichnen.
Ralph
Hm, eine Zeitung ist relativ aktuell und Magazin ist es
zwangsläufig nicht okay. Vielleicht ist der Spiegel eine Zeitung
laut dieser Definition.
Lukas
Ist auch noch mal nachzugucken, auch wenn wir das in der nächsten
Folge beantworten.
Wir wissen es nicht. Ist der Spiegel eine Seite? Okay, na gut,
dann stelle ich jetzt mal keine weiteren Fragen und
philosophischen Exkurs.
Ralph
Ich schwitze auch schon so genug.
Lukas
Er ist es auch recht warm heute, von daher ist es kein Problem.
Ja ja, dann vielen lieben Dank, dass du mir das Zeitungsmuseum in
Aachen vorgestellt hast.
Ralph
Sehr sehr gerne. Jetzt ist meine Frage an dich Was hören wir denn
das nächste Mal?
Lukas
Das nächste Mal geht's in den hohen Norden Deutschlands und es
wird um ein Projekt gehen, das ich ganz zufällig besucht habe,
weil ich eigentlich für ein anderes Projekt da war und dieses
Museum nicht mal auf dem Schirm hatte. Ich wusste nicht von
dessen Existenz und bin dann durch besagte Stadt im Norden
Deutschlands gelaufen und bin da zufällig vorbei.
Ralph
Die Straße entlanggegangen und dann hast du da dieses Museum
entdeckt, oder?
Lukas
Und dann habe ich einfach bin ich da einfach rein Und es war
interessanterweise, ich glaube eine Stunde vor Schluss. Ich
hatte nicht mal mein Aufnahmegerät dabei. Und dann habe ich sie
gefragt Ja, ich hab mich kurz vorgestellt, wer ich bin und keine
Ahnung. Und dann habe ich gesagt hab ich kurz aufnehmen kann. Ich
bin aber nur noch heute da.
Lukas
Und da ich ja nicht in Norddeutschland wohnt, sondern sehr weit
südlich, da habe ich gesagt, ich komme auch in nächster Zeit da
nicht mehr hin. Und dann haben die gesagt ja, easy, kein Stress,
fahr einfach mit der Tram noch mal zu deinem Hotel, hol das
Aufnahmegerät und wenn wir 20 Minuten länger aufmachen wegen dir,
dann machen wir 20 Minuten länger auf.
Lukas
Wegen dir haben wir dann tatsächlich getan. Und ich freue mich,
dir in der nächsten Folge ein sehr cooles Projekt
vorzustellen.
Ralph
Hm, hm. Ja, wenn ich schon Sehr gespannt.
Lukas
Alles klar.
Ralph
Vielen Dank an alle Leute, die bis hierhin zugehört haben. Wir
freuen uns natürlich, wenn ihr diesen Podcast abonniert, wenn ihr
das schon getan habt, dann vielen Dank und empfehlt ihn doch an
Freunde weiter. An Freunde, Freundinnen, Familie, Verwandte,
Kollegen, Kolleginnen. Wir freuen uns wirklich über alle Leute,
die uns zuhören und uns auch Feedback geben, weil ihr habt ja die
Möglichkeit auch aktiv mitzuwirken, wo wir hinfahren, welches
Museum wir besuchen.
Das wär so mein Aufruf am Schluss.
Lukas
Ein wichtiger Aufruf, ein schöner Aufruf, ein toller Aufruf und
damit bis zur nächsten Folge.
Ralph
Bis zum nächsten Mal. Ciao.
Der Beitrag Wie Paul Reuter die Nachrichtenagentur erfand und was
wir aus Kleinanzeigen lernen können – das Internationale
Zeitungsmuseum in Aachen erschien zuerst auf Escucha.
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