Über eine Giftmörderin und wie der Kaffee nach Deutschland kam – das Bremer Geschichtenhaus

Über eine Giftmörderin und wie der Kaffee nach Deutschland kam – das Bremer Geschichtenhaus

BITTE NICHT ANFASSEN! #33 – Das Bremer Geschichtenhaus
35 Minuten

Beschreibung

vor 1 Jahr

BITTE NICHT ANFASSEN! #33 – Das Bremer Geschichtenhaus


Show Notes 


Es gibt Museen zur Stadtgeschichte und dann gibt es das Bremer
Geschichtenhaus. Statt schnöder Objekte stellen hier Menschen
verschiedene Szenen aus der Stadtgeschichte dar; weder cringe
noch langweilig, sondern ziemlich witzig und vor allem ziemlich
interessant. Darüber hinaus ist das Geschichtenhaus auch noch ein
soziales Projekt: Denn die Darstellenden sind
Langzeitarbeitslose, die hier die Möglichkeit haben über sich
hinauszuwachsen. Lukas berichtet von seinem ganz spontanen Besuch
im Bremer Schnoorviertel.


#podcastdeutsch #museenentdecken #wissenschaft #museum #Bremen
#sozial #impro  #Geschichte


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Hilfreiche Links: 


Hier noch ein paar Infos zu Gesche Gottfried:


https://www.bremen.de/bildung-und-beruf/politische-bildung/gesche-gottfried


Insgesamt behaupten Leipzig, Regensburg und Hamburg das erste
Kaffeehaus in Deutschland zu haben. Alles Quatsch. Es ist Bremen:


https://www.faz.net/aktuell/reise/nah/bremen-ein-hort-deutscher-kaffee-kultur-1438233.html


Infos und Videos zum Schnoorviertel.


https://www.bremen.de/tourismus/sehenswuerdigkeiten/schnoor


~~~~~~~ 


Infos zum Museum:  


Bremer Geschichtenhaus


Wüstestätte 10


28195 Bremen


https://bremer-geschichtenhaus.de


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über BITTE NICHT ANFASSEN!:  


Woran denkst du beim Wort Museum? An weltberühmte
Ausstellungsstücke wie Sarkophage ägyptischer Pharaonen, an
Gemälde von Picasso oder an technische Erfindungen wie das
Automobil? Denkst du an das Deutsche Museum in München, das
Pergamon-Museum in Berlin oder an das Städel in Frankfurt? Wir –
das sind Ralph Würschinger und Lukas Fleischmann – denken beim
Wort Museum an etwas Anderes: an Milbenkäse, Mausefallen, an
Flipper-Automaten, Nummernschilder oder auch an Gartenzwerge.
Denn die schätzungsweise 7.000 Museen in Deutschland haben so
viel mehr zu bieten als das Angebot der großen Häuser. 


Mit „BITTE NICHT ANFASSEN – Museum mal anders“ begeben wir uns an
kleine Orte, in Seitengassen großer Städte, um die kleinen und
alternativen Ausstellungen zu finden, von denen du vermutlich
noch nie gehört hast. 


Pro Monat erscheint eine Folge, für die einer von uns beiden ein
besonderes Museum besucht und sich mit dem jeweils anderen
darüber austauscht. Dabei kommen Museumsbetreiberinnen und
-betreiber zu Wort, aber auch die Exponate an sich werden hörbar
gemacht. 


Dieser Podcast ist für Museumsliebhaber, für Mitarbeiter aus dem
Museumsbereich und für alle, die sich für Kunst, Kultur und
Technik-Geschichte interessieren und skurrile Stories
mögen. 


BITTE NICHT ANFASSEN! ist eine Produktion von Escucha – Kultur
für's Ohr. 


Mehr Infos auf https://www.escucha.de/bitte-nicht-anfassen/ 


 
~~~~~~~ 


 
Kontakt: 
Instagram: https://www.instagram.com/bittenichtanfassen_podcast/
 
E-Mail: info[at]escucha.de  


~~~~~~~ 


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Dann schaut doch auf unserer Steady-Seite vorbei:
https://steadyhq.com/en/bitte-nicht-anfassen  


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Podcast-Credits:  
  


Sprecher: Lukas Fleischmann, Ralph Würschinger  
Produktion: Escucha GbR  
Podcast-Grafik: Tobias Trauth;
https://www.instagram.com/don_t_obey/  
Intro/Outro: Patrizia Nath (Sprecherin)
https://www.patrizianath.com/, Lukas Fleischmann
(Musik)  


Wenn euch der Podcast gefällt, dann abonniert uns und
empfehlt uns weiter. Welches Museum sollen wir unbedingt
vorstellen? Schreibt uns eure Vorschläge! 


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Transkript 


Sara Fruchtmann


Hier packen Leute was an, was sie nie gedacht hätten Dass
sie das machen, nie geglaubt hätten, dass sie das können. Wir
werden mächtig unterstützt von uns, kriegen jede Menge Training.
Aber sie schaffen etwas, das in ihrem Leben noch nie vorgekommen
ist. Bitte nicht anfassen. Museum mal anders. Ein Podcast von
Scooter.


Lukas


Hallo an alle da draußen und herzlich willkommen zu
dieser brandneuen Folge von Bitte nicht anfassen! Muss jemand
anders. Ich bin Lukas.


´


Ralph


Und ich bin Ralph. Und zusammen haben wir diesen tollen
Podcast über kleine, skurrile, ungewöhnliche Museen in
Deutschland, aber auch darüber hinaus. Bei dem wir abwechselnd
die Museen besuchen, mit den Betreiber Betreiberin sprechen und
dem anderen davon erzählen.


´


Lukas


Und das Tolle ist, dass es nicht ausschließlich um die
Museen geht, sondern dass in jedem Museum sich immer fantastische
kleine Geschichten verstecken, die gut für Fun Facts auf Partys.
Und ich habe so einen Fun Fact in der letzten Folge gelernt.
Ralph. Und zwar, als du mir erklärt hast, wo hier die Ursprünge
der Nachrichtenagentur Reuters kommt, nämlich von Brieftauben,
die von Brüssel nach Aachen organisiert worden sind.


Lukas


Und das hat mich ehrlich gesagt ziemlich
geflasht.


Ralph


Freut mich. So soll es ja sein. Vielleicht hat es den
einen oder anderen da draußen auch geflasht. Wir hatten ja am
Ende der Folge auch über die auflagenstärksten Zeitungen ein
bisschen gesprochen, wo ich gesagt habe na ja, es gibt da dieses
Japanische und das gemeint, dass durch die chinesische Zeitung,
also die der Kommunistischen Partei, eigentlich mehr Auflagen
haben müsste.


Ralph


Ich hab da jetzt mal nachgeguckt und die Parteizeitung
heißt Renmin Ribao und die hat eine Auflage von nur 2,5 Millionen
Exemplaren.


Lukas


Alles klar?


Ralph


Ja, und ich hab nochmal geguckt, weil die New York Times
hast ja auch genannt und die New York Times, die hat, wenn man
jetzt wirklich alle Abonnenten auch mit dazu nimmt, auch online
und so, dann kommt die auf 10 Millionen. Aber im Print ist es
dann doch deutlich weniger. Da hat sie nur eine Auflage von knapp
300.000 Stück.


Lukas


Das ist ja weniger als der Spiegel, oder? Ich glaube, der
Spiegel hat noch irgendwie acht oder 900.000. Ich
glaube.


Ralph


Dass die Bild auch deutlich mehr hat. Ich habe mal
geguckt. Die auflagenstärksten Zeitungen der Welt und da ist die
BILD. Ich möchte jetzt nicht lügen, aber die ist glaube ich, in
den Top fünf.


Lukas


Hätten wir das auch geklärt. Ähm, genau. Und da du ja in
der vergangenen, im vergangenen Monat die Folge vorgestellt hast,
das Museum vorgestellt hast, bin ja dieses Mal echt
dran.


Ralph


Genau. Hoffentlich mit einer sommerlichen
Folgewoche.


Lukas


Ja, es ist auf jeden Fall was für ein Städtetrip. Sagen
wir's mal so.


Ralph


Na schön, lasse ich mich mal überraschen.


Lukas


Hast du weiße Flecken in Deutschland, wo du schon immer
mal hinwollte, es aber noch nie warst? Oder Städte, in die du
schon immer mal besuchen wolltest, Aber wo du es noch nie
geschafft hast.


Ralph


Oh, hier jetzt schon einige. Tatsächlich? Ich war zum
Beispiel noch nicht in Dresden. Das sind noch auf meiner Liste.
Ich war aber auch nicht in der. Wie heißt die Mecklenburgische
Seenplatte? War ich auch noch nicht. Und hm. Und ich war zum
Beispiel auch noch nicht mal im Schloss Neuschwanstein. Warst du
da mal?


Lukas


Ja. Also, alles das, was du gesagt hast. Da war ich
schon. Und das kann ich auch alles empfehlen. Bis auf
Neuschwanstein. Das fand ich nicht so cool. Ein bisschen
Disneyland bei mir wars Bremen. Tatsächlich ein bisschen.
Beruflich viel unterwegs gewesen. Und ich war ja schon in
Deutschland. Echt fast überall. Aber ich war eben noch nicht in
Bremen. Für diese Folge bin ich ganz spontan über das Museum
gestolpert, weil eigentlich hatte ich einen anderen beruflichen
Termin in Bremerhaven und habe mich dazu entschlossen, eine Nacht
in Bremen zu verbringen, um mir mal so ein bisschen das
Stadtzentrum von Bremen anzuschauen.


Lukas


Ja, was weißt du über Bremen, dass ich da.


Ralph


Schon mal war und dass im Stadtzentrum eine Statue der
Bremer Stadtmusikanten steht?


Lukas


Genau, Bremer Stadtmusikanten, ganz bekannt. Darüber
hinaus ist es der zweitgrößte deutsche Hafen. Man kennt den
Roland noch, dass es diese dritter Statue die gibt es übrigens
weltweit 27 Mal hab ich nachgeguckt, die ist sehr häufig und sehr
gerne kopiert worden. Er ist eine schöne Stadt und ich weiß
nicht, Wenn du in Bremen warst, warst du im Schnoor
Viertel.


Ralph


Nee, ich war das so kurz. Nur ich hab da. Ich war da auch
beruflich.


Lukas


Also das Schnoor Viertel, das ist ein Stadtviertel, was
bei Touristen besonders beliebt ist. Das ist total süß. Sind
lauter so kleine Häuser, Teehäuser, Läden. Keine Ahnung, was.
Manche Gassen sind so eng, dass man da kaum durchkommt. Also, das
ist irgendwie so ganz, ganz süßes, mittelalterliches Gässchen
Viertel. Und ich bin da natürlich auch durch, weil ich am
Spätnachmittag abends noch Zeit dafür hatte und auf einmal stehe
ich, bleib ich von dem Haus stehen mit roter Fassade auch ich
schätze mal 16. Jahrhundert, 16., 17. Jahrhundert.


Lukas


Irgendwie so was. Und da stehen zwei Leute vor dem Haus,
zwei Männer mit so Spitzhüten. Diese historischen Spitzhüte, die
man vielleicht kennt. Wenn du an so klassische Piratenhüte
denkst, diese Dreieckshüte.


Ralph


Na ja.


Lukas


Genau. Mit zwei, drei Spitz, genau, mit so einem Gehrock
usw und so fort. Und ich habe dann rausgefunden, dass dieses Haus
früher ein Witwenhaus war, das von bremischen Kaufleuten
finanziert wurde. Also das heißt, verarmte Witwen haben da
sozusagen Unterkunft kostenlos gefunden. Und heute hat es aber
eine ganz andere Funktion. Diese zwei Männer, die da in den
Spitzhüten und historischen Ausstattungen vor diesem Museum
standen, deren Funktion war, so ein bisschen dich in dieses Haus
reinzuführen.


Lukas


Und ich habe dann mit den Leuten gesprochen, die haben
auch geantwortet, wie man im 18. Jahrhundert antworten würde,
also schwülstig bis hin zu pittoreske Sprache. Die haben mir dann
erklärt, worum es in diesem Haus geht. Ich habe mich dann
vorgestellt und gesagt, dass sie DNA machen und was es mit Bitte
nicht anfassen soll auf sich hat. Und die fanden es dann ziemlich
cool und meinten ja, wir könnten spontan was machen.


Lukas


Und dann habe ich gesagt Scheiße, ich habe mein
Aufnahmegerät vergessen und dann bin ich wirklich zurückgerast
zum Hotel, habe das Aufnahmegerät geholt und bin dann wieder hin,
habe das Aufnahmegerät angeschaltet und die haben tatsächlich für
mich noch ein bisschen länger aufgemacht und haben das ganz
spontan für mich ermöglicht, dass ich da eine BNA Folge machen
konnte. Also noch mal, noch mal vielen Dank.


Lukas


So was sich im Inneren dieses Hauses verbirgt. Da haben
wir mal ganz kurz in einen Ton rein.


Ralph


Da bin ich ja mal gespannt.


(Ton aus dem Geschichtenhaus. Georg, Schauspieler, stellt
sein fiktives Bremer Kaffeehaus aus 1810 vor)


Ralph


Okay, machen wir das. Gut. Okay. Das war ja mal strange.
Ja, Ja. Also, ich habe mich ja am Anfang gewundert. Okay, sind
auch noch andere Leute da. Und das wirkt ja dann irgendwie wie so
ein Theaterstück. Aber ist es ja nicht.


Lukas


Ja, also du hast schon echt paar gute Schlagworte genannt
und was du da gerade gehört, dass das war eine Stelle, aus der
aus dem Bremer Geschichtenhaus und das Bremer Geschichten Haus.
Das ist eine Mischung aus Museum und Improtheater, was sich um
die Stadtgeschichte Bremens dreht und was du da gehört hast. Dass
es eine von bis zu sieben Stationen, die es auf drei Stockwerken
gibt.


Lukas


Und alle diese Stationen haben eine Gemeinsamkeit Es gibt
eigentlich keine Museumsobjekte, es gibt nur ein bisschen
Kulisse. Es gibt dafür aber immer Menschen, die Geschichten aus
dieser Zeit nacherzählen. Und was du jetzt gerade gehört hast,
das ist der fiktive Kaffeehausbesitzer Georg, der 1810 in das
Kaffeehaus einlädt. Also wir sind da zu der Zeit, in der Bremen
von von Franzosen besetzt ist, also von napoleonischen Truppen
besetzt ist.


Lukas


Und der erklärt dann zum Beispiel weiter im Ton, aber das
dauert noch zu lange. Deswegen hab ich nur den ersten Eindruck da
rein gemacht, dass zum Beispiel in Bremen das erste Kaffeehaus im
deutschsprachig Raum eröffnet wurde, noch zehn Jahre vor Wien,
weil die Wiener ja immer behaupten, dass sie die ersten
Kaffeehäuser im deutschsprachigen Raum gehabt hätten. Es stimmt
nicht.


Lukas


Es war in Bremen, das lag am Hafen usw und so fort.
Genau, genau nimmt das Wien. Und diese Menschen, die wie Georg in
diesem Fall die spielen also nicht wirklich historische Menschen
nach, die es wirklich gegeben hat. Also das ist kein Fake
Napoleon der irgendwas vorstellt, sondern die spielen Menschen
nach, die und das ist so ein bisschen das Motto, die es hätte
geben können.


Lukas


Ja, das ist sozusagen schon mal die erste Idee dieses
Bremer Geschichtenhauses. Es gibt aber noch eine zweite
Besonderheit und diese Besonderheit soll dir SaraFrucht Mann
erklären. SaraFruchtmann ist diejenige, die die Idee des Bremer
Geschichtenhauses hatte und die einen ganz besonderen Twist in
das Geschichten aus eingebaut hat.


Sara Fruchtmann


Was sie gemeinsam haben, ist Sie waren lange arbeitslos.
Wir gehören zu einem Beschäftigungsträger. Das heißt, wir bieten
Arbeit an für Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine
Arbeit finden und in dem Rahmen lernt man hier als Darstellerin
zu agieren und mit großem Erfolg. Das kommt sehr gut an bei den
Besucherinnen.


Ralph


Sehr, sehr cool. Ein soziales Projekt, das den Leuten
wahrscheinlich dann auch wieder so ein bisschen Selbstvertrauen
gibt. Und vor allem sie kommen unter Menschen werden ja auch
sozial eingebunden. Finde ich super. Also bin ich jetzt schon
Fan.


Lukas


Ja, es ist ein tolles Projekt und vor allem
Langzeitarbeitslosigkeit ist in Bremen ein Riesenproblem. Davon
hat nämlich Bremen überdurchschnittlich viel. Aktuell sind es um
die 16.000 Menschen die Langzeitarbeitslos sind. Und statistisch
ist es so Je länger du arbeitslos bist, desto schwieriger findest
du auch was. Da auch noch mal zu Relation was
Langzeitarbeitslosigkeit mit dir macht. Noch mal ein kurzer Ton
von SaraFruchtmann.


Sara Fruchtmann


Glücksforscher ordnen lange Arbeitslosigkeit so knapp
unter chronischer Krankheit an, wenn es um das Unglück geht, das
das mit sich bringt. Und das heißt, eine unserer Aufgaben ist,
die Menschen wieder aufzubauen. Das Schöne, wenn man mit Spiel
mit Darstellen im Spiel arbeitet, ist das ist ja nichts anderes
als Leben. Also einer meiner Lieblingssätze ist Spiel ist
konzentriertes Leben. Was tut man schon, wenn man
spielt?


Sara Fruchtmann


Man steht, man geht, man lacht, man redet. Alles Dinge,
die wir sonst auch tun. Aber in einem, wenn Sie so wollen, in
einer kontrollierten Versuchsanordnung. Das heißt, da gibt es
Möglichkeiten, das Verhalten, das Selbstempfinden neu
auszurichten.


Ralph


Ja, kann ich voll nachvollziehen. Klingt total logisch
und auch cool. Ich habe eine Frage noch Langzeitarbeitslosigkeit.
Also auf welche Dauer geht es dann los?


Lukas


Langzeitarbeitslosigkeit ist natürlich eine
Definitionsfrage, aber im Prinzip spricht man davon, Menschen,
die ein Jahr oder länger arbeitslos sind. Das Klientel von
SaraFruchtmann. Es sind wirklich Menschen, die mehr als ein Jahr
würde ich mal sagen, in der Regel keine Arbeit hatten. Also
mehrere Jahre.


Ralph


Was sind das denn für Menschen dann vom Alter
her?


Lukas


Also ich komme da später noch ein bisschen drauf zurück,
aber vielleicht jetzt schon mal, die sind vom Alter her. Also als
ich da war, würde ich sagen, dass es eher Menschen waren jenseits
der 50, wo es womöglich auch aus Altersgründen schon relativ
schwierig sein könnte, auf dem ersten Arbeitsmarkt noch mal eine
Anstellung zu finden. Also das war, als ich hatte, als ich da
war, nicht den Eindruck, dass es jemand gab, der da unter 50
war.


Lukas


Aber vielleicht habe ich auch einfach jemanden übersehen.
Das war jedenfalls mein Eindruck.


Ralph


Und das sind alles Leute, die vorher noch keine Erfahrung
mit Theater hatten.


Lukas


Genau. In der Regel vielleicht noch mal kurz, um dir das
zu erklären. Also SaraFruchtmann ist eigentlich Regisseurin und
hat halt fürs Theater und so gearbeitet. Und sie hat aber diese
Idee gehabt mit dem Geschichten aus und leitet es seitdem. Und
wir sprechen hier seit 18 Jahren hauptberuflich. Ich habe ihr
kurz erklärt, dass in diesem großen Haus ursprünglich mal dieses
Witwenhaus drin war, wo arme und mittellose Witwen versorgt
worden sind.


Lukas


Und danach war ein Museum zur Stadtgeschichte drin. Das
lief aber nicht wirklich und es ging bankrott. Jetzt war aber der
Besitzer dieses Hauses immer noch dieser Beschäftigungsträger und
da sollte wieder irgendein Projekt rein und vielleicht irgendwas,
was auch mit der Stadtgeschichte zu tun hat. Und dann wurde Sara
Fruchtmann gefragt, ob sie sich das Haus nicht einfach mal
angucken könnte und vielleicht mal so ihre Ideen mitteilen
könnte.


Lukas


Und sie hat man dann im Interview gesagt. Eine
Regisseurin, das heißt, ab dem Zeitpunkt, wo sie quasi ein leeres
Haus sieht, sieht sie Bühnen und das muss bespielt werden. Und
dann war diese Idee geboren. Das heißt, die Leute waren dann
relativ schnell begeistert. Es gab am Anfang natürlich einige
Bauchlandung, logischerweise, weil es ist natürlich nicht einfach
so, aus dem Nichts so ein Improtheater Schrägstrich Museum mit
Langzeitarbeitslosen auf die Beine zu stellen.


Lukas


Aber eben wie bereits erwähnt, jetzt gibt es
Geschichtenhaus, mittlerweile seit 18 Jahren stark. Zu den
einzelnen Herausforderungen habe ich Sara Fruchtmann natürlich
auch noch mal gefragt.


Sara Fruchtmann


Eine Grundschwierigkeit ist, dass sie einem nicht
Schauspieler kein Text auf Papier geben können und sagen So,
jetzt spricht das mal, als wäre das gerade eingefallen. Wenn Sie
in Schauspieler Papier reintun, kommt Leben raus. Und wenn Sie in
Nicht Schauspieler Papier reintun, kommt Papier raus oder etwas.
Das klingt wie Papier. Konsequenz Wir arbeiten ohne geschriebenen
Text. Wir entwickeln die Rollen ausschließlich aus der
Improvisation und da, das ist vielleicht spezifisch, fällt dann
auch das Problem weg, dass durchaus nicht alle lesen oder unsere
Schrift lesen können.


Sara Fruchtmann


Und es entsteht etwas, das beweglich plastisch genug ist,
das man sich dann auf jeden Gast, jede Gruppe, wie sie so
reinkommen, einstellen kann.


Ralph


Also, wenn ich das richtig verstanden habe, ist auch ein
Aspekt, also ein Aspekt, warum das so extrem improvisiertes? Weil
die Leute halt keine Schauspielerfahrung haben und das einfach
besser funktioniert und zweitens, weil sie das an das Klientel
anpassen können, das Konzept.


Lukas


Genau, und das hast du am Anfang auch gehört. Bei meinem
Beispiel aus dem Kaffeehaus mit Georg, dass er dann gefragt hat
Ja, warum sind Frauen im Kaffeehaus? Weil zu dieser damaligen
Zeit durften Frauen halt nicht ins Kaffeehaus. Es geht also
darum, dass man sich so eine gewisse Bandbreite an Wissen
draufschafft. Dazu gibt es, habe ich später auch noch ein paar
Töne mitgebracht.


Lukas


Wir hören auch noch mal andere Ausschnitte rein. Genau.
Also ich will ja nicht zu viel vorwegnehmen, aber damit eben
schon mal weiß, die erzählen ja nicht irgendeinen Stuss. Aber das
Prinzip ist Improvisation. Und die Leute, die bleiben auch
wirklich in ihrer Rolle. Also egal ob die Menschen am Eingang,
die mich dann das Haus reingeholt haben und die mir dann auf
schwülstiger Sprache erklärt haben, dass er in dem Podcast schon
möglicherweise interessiert sein könnten.


Lukas


Oder halt die Person an der Kasse. Also die bleiben da
von der Rolle, die haben auch alle ihre Kostüme an und
normalerweise ist es so, dass für das Geschichtenhaus 80 Menschen
in der Regel arbeiten, also sowohl als Darstellerinnen, aber auch
in der Verwaltung oder hinter den Kulissen. Und natürlich ist es
so, dass diese Leute dann nicht einfach so ins kalte Wasser
reingeschmissen werden.


Lukas


Sie sind immer hier. Hast jetzt fünf Texte zu
Historisches Material über Bremen, Jetzt such dir eine Figur aus
und spielt es dann. Die bekommen auch eine Ausbildung und da kann
dir vielleicht auch Sarafruchtbar noch mal kurz was zu
erklären.


Sara Fruchtmann


Bin heilfroh, dass man niemanden zum Spielen zwingen
kann. Das wird nix. Das heißt, ich habe von vornherein keine
Chance, irgendwie autoritär zu werden. Der Mensch muss so weit
sein und da kriegt hier jeder und jede so viel Zeit, wie er sie
braucht. Es ist, glaube ich, noch nie jemand unter drei Monaten
ins Spiel gekommen. Aber es hat schon Leute gegeben, die haben
zwei Jahre was anderes gemacht.


Sara Fruchtmann


Genau gesagt Ich will gar nicht spielen, ich will hier.
Ich finde den Besucher im Service toll und ich denk nicht dran,
vor Publikum spielend aufzutreten. Nach zwei Jahren kamen sie
plötzlich und sagten Ich würd jetzt doch ganz gerne mal ne Rolle
spielen.


Ralph


Also die bekommen eine Ausbildung im Sinne von so eine
Schauspielausbildung.


Lukas


Also Improausbildung genau, oder
Improausbildung.


Ralph


Ja stimmt, ist auch was anderes, aber nur.


Lukas


Wenn die das halt auch wollen. Also natürlich, wenn die
im Geschichtenhaus mitarbeiten wollen, dann müssen die auch was
machen und die müssen auch in der Regel Kostüme zumindest anhaben
oder irgendwie so was, weil das ist halt die Idee von dem
Geschichtenhaus. Also da laufen halt nur historische
Persönlichkeiten rum. Letztlich aber ob die spielen wollen oder
nicht, das bleibt ihnen überlassen.


Lukas


Und das ist natürlich schon krass. Jetzt überleg dir mal,
du bist irgendwie lange arbeitslos, du bist jenseits der 50, du
hast irgendwie keine Ahnung. Also ich kann mir vorstellen, ich
bin nicht in der Situation, aber ich kann mir vorstellen, dass
das natürlich einiges an dem Selbstbewusstsein macht und noch an
einem Selbstwert möglicherweise. Und dann stellst du dich auf
einmal vor wildfremde Menschen hin und imitierst eine historische
Persönlichkeit.


Lukas


Das finde ich schon ziemlich krass.


Ralph


Ja, finde ich auch. Mein größter Respekt dafür. Wie ist
das denn mit den Leuten? Du hast jetzt die ganze Zeit von diesen
Langzeitarbeitslosen gesprochen. Sind die dann trotzdem nach wie
vor langzeitarbeitslos oder sind die beschäftigt, also angestellt
in diesen Geschichten aus. Wie ist das?


Lukas


Also die sind nicht Angestellten im Geschichtenhaus, weil
das ja von dem Beschäftigungsträger ist. Das heißt, die Idee ist,
dass die über dieses Geschichtenhaus und über die Darstellung als
Skills erwerben, also im Sinne von mit Menschen reden, also
eigentlich klassische Dienstleistung, Skills auf Menschen,
eigenen Kundenkontakt usw und so fort. Die trainieren ihre Stimme
und das soll eine Weiterbildungsmaßnahme sein, die dann wiederum
den Staat zurück auf den ersten Arbeitsmarkt ermöglicht?


Ralph


Denn ja.


Lukas


Ja und vielleicht noch mal ganz kurz zum Aufbau. So ein
bisschen habe ich es ja schon anklingen lassen. Also du gehst da
rein, nachdem ich diese Leute da erfolgreich angeworben haben.
Bei mir hat das gut geklappt, dann gehst du erst mal sonst ein
Souterrain, Das ist so ein Felsenkeller und der ist auch. Also
das ist doch dieses ganze historische Mauerwerk und so
was.


Lukas


Du siehst einfach sofort, Du bist in so einem
spätmittelalterlichen Gebäude und dann warten die Leute, bis eine
Gruppe zusammenkommt und dann geht es durch diese drei Stockwerke
durch und da gibt es bis zu sieben Spielstätten. Normalerweise
hätten die mehr Geschichten, aber mehr als sieben, da hält keiner
aus. Also weil das dauert dann einfach zu lang. Und insgesamt
würde ich mal sagen, dass du je nach Gruppe, je nach
Interaktionen zwischen zwei und drei Stunden drin bist.


Ralph


Ja.


Lukas


Genau, weil ich für den eigentlichen Start der Führung zu
spät gekommen bin. Ich habe dir erklärt, dass das eine total
spontane Aktion war. Habe ich leider nur das dritte Stockwerk
mitbekommen. Das hat aber gereicht, weil ich, während ich auf die
eigentliche Gruppe gewartet habe, das heißt die Gruppe, die du am
Anfang gehört hast. Im Kaffeehaus habe ich mich so ein bisschen
mit den Darstellern unterhalten können, die im dritten Stockwerk
waren und die sich auf ihre Rollen vorbereitet haben.


(Darstellerinnen beschreiben ihre Kostüme und ihre
Vorbereitung. Einmal ist ein Kostüm von 1821, dann von 1910, am
Ende werden wir drauf hingeweisen, dass wir uns zu laut
unterhalte haben)


Ralph


Solltet ihr leise sein?


Lukas


Ja, wir. Waren zu laut. Ist es auch so. Ein
mittelalterlicher Holzdielen Boden, Der halt knarzt. Alles
mögliche. Nur Gäste sind dann das Treppenhaus hoch und ja,
möglicherweise hat man uns halt gehört und der, der seinem Ende
zu es ein bisschen zurück gewiesen hat. Es war dann Georg. Also
das hat derjenige, der da der Schauspieler war, der
Kaffeehausbesitzer.


Ralph


Ja und wie ist das, wenn man da jetzt so durchgeht? Ich
habe es noch nicht ganz verstanden, Ich hab nur verstanden, Es
dauert halt 2 bis 3 Stunden und man geht da durch mehrere Räume
bzw Stockwerke. Äh, und dann setzt man sich hin, wie bei deinem
ersten Ton. Oder steht man dann oder.


Lukas


In der Regel sitzt man und dann dann kommt der
Darsteller, die Darstellerin rein in einem Kostüm und erzählt
halt eine Geschichte. Und damit du dir das noch mal besser
vorstellen kannst, hab ich natürlich noch mal eine zweite Szene
mitgebracht. Das ist die Szene, die auf das Kaffeehaus, äh,
danach gefolgt ist. Im Nachhinein werde ich dir noch so ein
bisschen erklären lassen nach dem Ton, warum ich, also was ich
besonders cool an dieser Szene find einen Platz.


Anna (Darstellerin


Unter also bitte schön jetzt.


Ja, schön, dass ihr mich besuchen kommt. Seit ihr den
Bremer? Ja noch nicht. Bremer Ich auch nicht mehr da.


Nicht draufgekommen.


Ja, die Liebe hat mich hier nach Bremen geführt. Mein
Mann, der Johann Lang und ich, wir haben uns in Leipzig bei der
Messe kennengelernt. Der arbeitet hier beim Schiffsbau und
brauchte noch Teile für sein Schiff. Und als wir uns sahen, haben
wir uns doch gleich ineinander verliebt. Und er fragte mich Anna,
möchtest du mit mir nach Bremen kommen?


Ja, sagte ich, und so waren wir hier schon viele Jahre
hier in Bremen, in Babelsberg Straße und gegenüber wohnte meine
Nachbarin, die geheiratet. Bisher war schon Bescheid. Ich hab
mich ja, ja, sie wollte ja mit den Johann Miltenberg, den Zack
war Meister mit 21 verheiratet, damit sie in höhere Kreise kommt.
Aber ich kann euch verraten, diese Ehe, die war alles andere aber
nicht gut. Jeden Abend ist er in die Schenke, hat das Geld
besoffen und verspielt. Und wenn man nach Hause kam, haben sie
geschlagen und beschimpft. Und mit dem hatte sie ja auch noch
drei Kinder.


Ralph


Hmmm, ja, wahrscheinlich spricht sie von einer
historischen Persönlichkeit, die ich jetzt zumindest nicht
kenne.


Lukas


Genau. Und ich finde, dass das zweite nicht werde jetzt
gleich zu dieser historischen Persönlichkeit noch mehr erzählen.
Aber ich finde, dass du hier dieses Konzept supergut mitbekommst.
Was du. Die Idee ist, wie die Leute ihre Rolle entwickeln, Denn
Anna kommt und das hast du mal Dialekt al gehört aus Sachsen. Und
jetzt ist es natürlich so, dass eine historische Figur, die in
Bremen ist, womöglich mit einem sächsischen Dialekt halt
irgendwie auffallen würde und deswegen hat sie für die
Entwicklung ihrer historischen Figur ihren eigenen Dialekt halt
so ein bisschen mit in die Waagschale geworfen und hat die
Geschichte erzählt, dass sie ihren Mann 1820 auf der Messe in
Leipzig kennengelernt hat und es sehr sie mitgenommen
hat.


Lukas


Und in dieser Rolle ist sie auch gleichzeitig nicht nur
die Ehefrau, sondern auch so eine Tante, die strickt auch die
ganze Zeit. Währenddessen hat schon so so ein schwarz weißes
Kleid an und sitzt da auf ihrem Holzschemel und erklärt immer so
nebenbei sie will ja eigentlich gar nicht tratschen, aber das
habe ich mitbekommen. Eigentlich will ich ja auch da nicht raten,
aber das habe ich mitbekommen.


Lukas


Das ist halt total sympathischen total lieb und sie geht
halt auch wirklich mit dem mit dem Publikum in Kontakt. Gesche
Gottfried. Was es damit auf sich hat, weil man da auch mal sieht,
wie die Geschichten so entwickelt werden. Also es geht darum, sie
ist die fiktive Nachbarin von Gesche Gottfried und weil sie halt
auch so ein bisschen so ein Waschweib ist, kriegt sie den ganzen
Gossip aus den Straßen mit.


Lukas


Was man über Gesche Gottfried weiß: Sie ist eine
Serienmörderin, die 15 Menschen vergiftet hat und dann 1831
hingerichtet wurde, nachdem man vier Jahre später die Mordserie
nachweisen konnte. Sie wurde auch Engel von Bremen bezeichnet,
weil die Leute ursprünglich alle Mitleid hatten, dass es so viele
Leute in ihrem Familien und Bekanntenkreis verloren hat. Bis man
halt mitbekommen hat, dass sie diejenige, die es tat, alle
Genau.


Lukas


Also es ist jetzt irgendwie lustig, aber damals irgendwie
ziemlich krass. Also die hat von 18, 12 bis 18 17 nahezu wahllos
Arsen an Menschen verteilt und sehr viele verletzt, womöglich
auch Menschen getötet, von dem man das gar nicht weiß. Und es
gibt zwei so Mordserien und in ihrer ersten Mordserie hat sie
jeweils zwei Ehemänner umgebracht mit Arsen. Ihre Mutter, ihren
Vater, ihren Bruder, zwei Töchter und ein Sohn.


Lukas


Das sei die erste Mordserie. Dann hat sie ein paar Jahre
aufgehört, und dann hat sie sich damals von einer Magd sogenannte
Mäusebutter holen lassen. Das ist Butter, die zu einem Teil aus
Arsen bestand und mit der man dann teilweise Mäuse vergiften
wollte als Mausefalle. Und da sind auch insgesamt ihr Verlobter
und Freundinnen und Freunde draufgegangen. Also ziemlich krass,
ja.


Lukas


Irgendwann hat ihr Vermieter mal Verdacht geschöpft, als
er im Schinken so kleine weiße Körner gefunden hat und die hat er
dann zu untersuchen geschickt und dabei kam raus, dass das Arsen
ist. Dann ist halt festgenommen worden. Ihre Hinrichtung war dann
1831 durch das Schafott und das sind 35.000 Menschen gekommen.
Und diese Hinrichtung war die letzte öffentliche Hinrichtung in
Bremen.


Lukas


Und seitdem ist diese Gottfried ein bisschen so, ja,
historisches True Crime Format. Also es gibt auch Theaterstücke
und Filme und auch Hörspiele und keine Ahnung was. Also es ist
auf jeden Fall eine sehr interessante Persönlichkeit. Und Anna
also, die du da gehört hast, die möchte halt einfach so das
Waschweib sein, die halt das alles mitgekriegt hat. Und dann sagt
sie mir wusste das ja nett und dachte immer, dass sie so gut ist
und dann hat die so tragisch alle Menschen verloren und ja, aber
dann ist rausgekommen, dass sie das war uns so weiter und so
fort.


Lukas


Also die gehen voll in ihrer Rolle auf, aber alle, die da
arbeiten, das ist echt cool.


Ralph


Und geht man da chronologisch durch dieses Gebäude, durch
die Räume, weil dem Georg war 1810 glaube ich, habe ich in
Erinnerung, jetzt immer schon ein bisschen weiter.


Lukas


In der Regel ist es so, dass das Ganze vor dem
30-jährigen Krieg beginnt und dann glaube ich, nach dem Ersten
Weltkrieg aufhört. Ah ja, ich hoffe, dass Sie da keinen kein
Schmarrn erzählt hab. Da muss ich noch mal nachfragen, aber so
ungefähr. Also genau, man geht auf jeden Fall chronologisch
durch.


Ralph


Hmm.


Lukas


Zum Abschluss noch mal möchte ich dir noch einen Ton von
SaraFruchtmann nicht vorenthalten, weil ich glaube das in dem
Ton, dass sie das noch mal sehr schön zusammenfasst, worum es bei
diesem Projekt eigentlich geht.


Sara Fruchtmann


Hier packen Leute was an, was sie nie gedacht hätten,
dass sie das machen, nie geglaubt hätten, dass sie das können.
Wir werden mächtig unterstützt von uns, kriegen jede Menge
Training. Aber sie schaffen etwas, das in ihrem Leben noch nie
vorgekommen ist. Überwinden natürlich auch Angst. Publikum ist
kann was Furchterregende sein?


Ralph


Das glaube ich auch. Also das klingt total anders. Kann
ich mir richtig gut vorstellen, dass das einfach ein Projektes,
an dem die Leute, die daran teilnehmen, wachsen können und wo die
viel mitnehmen können, sei es für für die künftige Arbeit. Mal
schauen. Aber auf jeden Fall auch fürs Persönliche.


Lukas


Also ich kann das Geschichten aus jedem empfehlen. Also
ich habe ja nur zwei Stationen mitbekommen, aber die waren cool
genug. Also wenn ich das nächste Mal in Bremen bin, dann mache
ich da auf jeden Fall eine komplette Tour mit. Es ist auch sehr
gut besucht. Also vor Corona waren es 40.000 Menschen pro Jahr,
da gehen die jetzt wieder so ein bisschen hin.


Lukas


Im Schnitt kommen 100 Leute am Tag, die da eine Führung
wollen und das ist natürlich schon cool. Also ist auch immer gut
geöffnet, das heißt ganz zu ganz normalen Bürozeiten.


Ralph


Also ich find halt was, was du mir und uns jetzt
vorgestellt hast. Ich finde, dass das so eine solche Technik auch
ist, die sich ruhig auch andere Museen vielleicht angucken
könnten und vielleicht übernehmen könnten, weil es könnte man ja
locker auch in Museumskontext von also von einem regulären Museum
oder von einer Galerie oder was weiß ich was übernehmen.


Lukas


Voll Also es ist immer noch ein bundesweit einmaliges
Projekt und das finde ich echt krass, weil es funktioniert ja
super. Also da sind mehrere 1000 Menschen durch dieses
Improtheater Schauspielprogramm durchgegangen und viele haben
halt auch Jobs gefunden. Also SaraFruchtmann hat mir erklärt,
also nicht jeder findet was, das ist ganz klar. Nur weil die da
spielen, heißt es nicht, dass sie dann drei Monate später ihren
Traumjob finden.


Lukas


Aber es gibt halt auch so Biografien von Menschen. Das
hat ne SaraFruchtmann erzählt. Da dachte sie, der findet nie was.
Und dann hat er was gefunden. Und da hat dieses Projekt einfach
so viel Selbstbewusstsein gegeben, dass der halt dann auch ganz
anders zum Beispiel in Bewerbungen reingegangen ist und ganz
anders sich halt auch verkaufen konnte. Ja, das ist halt schon
super.


Lukas


Also ich versteh's nicht, warum es das nicht häufiger
gibt. Und ich denk mir, dass viele Stadtmuseen von solchen
Initiativen echt profitieren könnten, weil ich glaube, dass
gerade bei Stadtmuseen, die haben ja manchmal so ein Nimbus, so
ein bisschen antiquiert zu sein und ich finde, das ist halt
irgendwie superk cool, wie du einfach mit mit wenig Geld. Also es
ist sehr, sehr, sehr viel Aufwand.


Lukas


Es ist ja nicht wenig Aufwand, aber es ist halt irgendwie
Aufwand, der halt vielen Menschen sehr viel Gutes bringt, weil
die Gäste haben ne tolle Führung. Ich glaube, dass das viel
kurzweiliger ist als alle anderen Museen. Die Menschen haben was
davon, weil die was Gutes bekommen und die Museumslandschaft wird
wird reicher. Um dieses Projekt also von daher ich kann
das.


Lukas


Ich kann das nur raten, wenn hier Leute zuhören im
Museumskontext, die sich überlegen Hey, wie können wir unsere
Ausstellung sozialer gestalten, wie könnten wir vielleicht auch
ein Projekt mit Langzeitarbeitslosen machen oder so was? Ich kann
mir das sehr gut vorstellen, dass man das analog zum Bremer
Geschichtenhaus machen kann. Und ich glaube auch so wie
SaraFruchtmann einschätzt, dass sie auch wirklich sehr
kooperationsbereit wär und auch gerne ihre Erfahrungen
weitergeben würde, sage ich jetzt einfach mal Frau Fuchtel, wenn
Sie das wirklich.


Ralph


Ja, schön, schön. Ja, vielen Dank für dieses mal andere
Haus, das du jetzt heut vorgestellt hast. Also mich würde es auch
reizen. Ich würde auch hingehen. Also eine Frage habe ich noch,
weil ich ja immer so ein bisschen so ein schüchterner Typ bin. Du
kommst da hin und du würdest ja gefragt, wie du heißt und würde
auch so ein bisschen fragen ans Publikum gibt es da und so, aber
man hat da jetzt nicht so viel, wie soll ich sagen Interaktion
oder wird da irgendwie im Mittelpunkt gestellt als Besucher,
Besucherin oder doch.


Lukas


Doch, die gibt es dann auch, als sie. Die Leute
interagieren auch mit dir, die sind ja Impro geschult, das heißt
die also das heißt natürlich, die reden mit dir und du redest
auch mit denen. Du kannst sie noch fragen, Die Hemmschwelle ist
sehr niedrig. Also noch mal, ich habe nicht alles dazu
mitbekommen. Ja, das heißt, ich kann da nur von meiner Erfahrung
sprechen.


Lukas


Und natürlich war das dann irgendwie erst mal wird, wenn
ich dann von diesem Kaffeehaus Georg angesprochen werde, aber das
ist so schnell, das ist eine total entspannt und total lockere
Atmosphäre.


Ralph


Ja schön.


Lukas


Ja, dann so viel zum Bremer Geschichtenhaus. Ich habe
meinen Soll erfüllt für diese Folge. Und Ralph, wir haben ja für
den September ein kleines Special vorbereitet, und zwar können
sich ja die Hörenden von Bitte nicht anfassen auf eine
Kooperation freuen und auf eine sehr große Kooperation dieses Mal
Vielleicht kannst du ein bisschen was dazu erzählen.


Ralph


Ja, und zwar haben wir uns gedacht, wir gehen doch mal
eine Kooperation mit einem Museumsverbund ein, der mehrere Museen
und das sich eben verbindet und wir werden mal ein bisschen was
anderes machen. Also keine Sorge, Leute, es bleibt schon noch.
Bitte nicht anfassen. Und wir besuchen abwechselnd Museen und
stellen das dann dem anderen vor. Aber es wird dann doch
irgendwie die eine oder andere Überraschung dabei geben.


Ralph


Ich möchte nicht zu viel verraten, aber im Monat
September werden wir wahrscheinlich mehr als eine Folge
veröffentlichen. Das wird jetzt mal intensiver für euch
alle.


Lukas


Das ist richtig. Wir freuen uns jedenfalls sehr auf
dieses Projekt und sind natürlich dann auch gespannt, wenn ihr
zum Beispiel Feedback zu dieser Folge habt. Vielleicht, wenn ihr
auch ähnliche Ideen kennt. Museumsinitiativen. Irgendwie ist das
ein rechter. Meldet euch gerne bei uns, wir bauen es gerne mit
ein oder lass uns davon auch gerne inspirieren. Und natürlich wie
immer der Aufruf Wenn euch bitte nichts anfassen gefällt, dann
bewertet uns, schickt uns weiter, abonniert uns.


Lukas


Das ist für uns ganz wichtig, damit wir auch Reichweite
bekommen und auch möglichst viele Menschen von diesen kleinen
Museen und den tollen Geschichten profitieren können.


Ralph


So ist es. Dann entlasse ich euch alle mal in den
Feierabend oder in den Tag, wo noch immer ihr das hört. Und wir
wiederum hören uns dann im September Zack, Tschüss.


Der Beitrag Über eine Giftmörderin und wie der Kaffee nach
Deutschland kam – das Bremer Geschichtenhaus erschien zuerst auf
Escucha.


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