Zwoelfer-Special Folge 3: Burgherren, Bauernmädchen und der Kampf gegen den Nationalsozialismus

Zwoelfer-Special Folge 3: Burgherren, Bauernmädchen und der Kampf gegen den Nationalsozialismus

BITTE NICHT ANFASSEN! #Zwoelfer-Special 3: Widerstand
43 Minuten

Beschreibung

vor 1 Jahr

BITTE NICHT ANFASSEN! #Zwoelfer-Special 3: Widerstand


Show Notes 


Was haben ein Ex-Botschafter und eine wundersame Bauernmagd aus
den 1920ern gemeinsam? Richtig, beide stehen für den Widerstand
gegen die Nazis. Wie das zusammenpasst? Friedrich von der
Schulenburg, ein ehemaliger Botschafter, will seinen Lebensabend
in der Oberpfalz verbringen und kauft sich dafür eine alte
Burgruine. Aber seine Kontakte zu den Leuten rund um das
Hitler-Attentat, darunter Stauffenberg, machen ihm 1944 einen
Strich durch die Rechnung.


Und dann ist da noch Resl von Konnersreuth, eine Mystikerin,
deren Wunderheilungen in den 1930ern dafür sorgen, dass Menschen
den Mut finden, sich öffentlich gegen die Nazis zu stellen – auch
wenn sie dafür einen hohen Preis zahlen.


In dieser Folge geht es um Mut und Widerstand. Wir besuchen das
Therese-Neumann-Museum in Konnersreuth und die Burg Falkenberg.


Die Kooperation von das zwoelfer und dem Podcast „BITTE
NICHT ANFASSEN!“ wird gefördert von der Landesstelle für die
nichtstaatlichen Museen in Bayern.


#podcastdeutsch #museenentdecken #wissenschaft #museum #oberpfalz
#falkenberg #konnersreuth #resl #Schulenburg #Widerstand
#Nationalsozialismus #Hitler #Stauffenberg #katholisch


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Hilfreiche Links: 


Eine alte Doku mit vielen Informationen zur Resl von
Konnersreuth:


https://www.youtube.com/watch?v=4DLI2VgUaRY


Das ist eine Seite mit vielen Informationen zu Fritz Gerlich:


https://www.gerlich.com


Hier findet sich der Stolperstein von Pater Ingbert Naab:


https://stolpersteine-guide.de/map/biografie/614/pater-ingbert-naab


Mehr Informationen zu Schulenburg auf der Internetseite der
Gedenkstätte Deutscher Widerstand:


https://www.gdw-berlin.de/vertiefung/biografien/personenverzeichnis/biografie/view-bio/friedrich-werner-graf-von-der-schulenburg/?no_cache=1


Ein Vortrag über Stephan von der Schulenburg über seinen Ahnen:


https://www.youtube.com/watch?v=WjMKFprEEJ8


So sieht die Burg Falkenberg aus:


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Infos zum Museum:


Therese-Neumann-Museum


Informations- und Begegnungszentrum Schafferhof


Hauptstraße 20


95692 Konnersreuth


https://theres-neumann-museum.de/de/kontakt


Burg Falkenberg


Burg 1


95685 Falkenberg


https://www.burg-falkenberg.bayern/


~~~~~~~ 


über BITTE NICHT ANFASSEN!:  


Woran denkst du beim Wort Museum? An weltberühmte
Ausstellungsstücke wie Sarkophage ägyptischer Pharaonen, an
Gemälde von Picasso oder an technische Erfindungen wie das
Automobil? Denkst du an das Deutsche Museum in München, das
Pergamon-Museum in Berlin oder an das Städel in Frankfurt? Wir –
das sind Ralph Würschinger und Lukas Fleischmann – denken beim
Wort Museum an etwas Anderes: an Milbenkäse, Mausefallen, an
Flipper-Automaten, Nummernschilder oder auch an Gartenzwerge.
Denn die schätzungsweise 7.000 Museen in Deutschland haben so
viel mehr zu bieten als das Angebot der großen Häuser. 


Mit „BITTE NICHT ANFASSEN – Museum mal anders“ begeben wir uns an
kleine Orte, in Seitengassen großer Städte, um die kleinen und
alternativen Ausstellungen zu finden, von denen du vermutlich
noch nie gehört hast. 


Pro Monat erscheint eine Folge, für die einer von uns beiden ein
besonderes Museum besucht und sich mit dem jeweils anderen
darüber austauscht. Dabei kommen Museumsbetreiberinnen und
-betreiber zu Wort, aber auch die Exponate an sich werden hörbar
gemacht. 


Dieser Podcast ist für Museumsliebhaber, für Mitarbeiter aus dem
Museumsbereich und für alle, die sich für Kunst, Kultur und
Technik-Geschichte interessieren und skurrile Stories
mögen. 


BITTE NICHT ANFASSEN! ist eine Produktion von Escucha – Kultur
für's Ohr. 


Mehr Infos auf https://www.escucha.de/bitte-nicht-anfassen/ 


 
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Kontakt: 
Instagram: https://www.instagram.com/bittenichtanfassen_podcast/
 
E-Mail: info[at]escucha.de  


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über „Das Zwoelfer – Museen im Landkreis
Tirschenreuth!“:


Wir sind die Museen im Landkreis Tirschenreuth und hier gibt es
viel zu sehen, staunen und entdecken. 12 Monate im Jahr gibt es
ein vielseitiges Programm: Sonderausstellungen, Veranstaltungen
und Aktionstage zum Mitmachen.


Das Stiftland und der Steinwald haben einiges zu bieten und auch
die Museen in unserem Landkreis sind immer wieder einen Besuch
wert. Nicht nur in den größeren Städten wie Tirschenreuth,
Waldsassen, Mitterteich, Kemnath und Erbendorf finden Sie
mancherlei Museumsschätze, sondern auch in Bärnau, Bad
Neualbenreuth, Mähring, Plößberg und nicht zuletzt auf der Burg
in Falkenberg gibt es viel Neues und Altes zu entdecken.  


Wir laden Sie ein auf eine spannende und abwechslungsreiche
Entdeckungsreise durch die Museen im Landkreis Tirschenreuth und
wünschen Ihnen dabei einen angenehmen Besuch, bleibende Eindrücke
und interessante Begegnungen. Wir freuen uns auf Sie!


Wollt ihr uns unterstützen?  


~~~~~~~ 


Dann schaut doch auf unserer Steady-Seite vorbei:
https://steadyhq.com/en/bitte-nicht-anfassen  


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Podcast-Credits:  
  


Sprecher: Lukas Fleischmann, Ralph Würschinger  
Produktion: Escucha GbR  
Podcast-Grafik: Tobias Trauth;
https://www.instagram.com/don_t_obey/  
Intro/Outro: Patrizia Nath (Sprecherin)
https://www.patrizianath.com/, Lukas Fleischmann
(Musik)  


Wenn euch der Podcast gefällt, dann abonniert uns und
empfehlt uns weiter. Welches Museum sollen wir unbedingt
vorstellen? Schreibt uns eure Vorschläge! 


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Transkript 


Nachrichtensprecher


Der Tod hat dem Leben dieser in der ganzen Welt bekannten Frau
ein Ende gesetzt. Geblieben aber war das Unerklärliche, das
Problematische in der Meinung der verschiedenen Betrachter.
Widersprüch lichem.


Lukas


Hallo und herzlich willkommen, euch allen zu dieser dritten Folge
des Septemberspecials von Bitte nicht anfassen! In Kooperation
mit dem Zwölfer, Hi Ralph.


Ralph


Hi Lukas, für all die Leute, die nicht wissen, was bitte nicht
anfassen ist. Das ist der Podcast über kleine, skurrile,
ungewöhnliche Museen, bei dem das Konzept so ist, dass wir
abwechselnd Museen besuchen. Das heißt, in der vergangenen Folge
habe ich Museen besucht, die Lucas nicht kannte, und habe sie ihm
und auch euch vorgestellt. Und in dieser Episode. Lukas, Da bist
du wieder dran.


Lukas


Genau. Und was ist jetzt hier so Special An dieser
Zwölferedition? Das liegt einfach daran, dass uns das zwölfer
eingeladen hat in die Oberpfalz zu kommen, in die nördliche
Oberpfalz, genauer gesagt in den Landkreis Tirschenreuth. Und da
befinden sich eben ganz viele kleine und liebenswerte Museen.
Davon haben wir jetzt immer jeweils zwei für euch
zusammengefasst. Und in der vergangenen Folge, Ralph, hast du mir
ganz viel über die Tradition des Glasmachen und das Glasblasen
vorgestellt und was der Unterschied zwischen dem Ganzen ist.


Ralph


Genau. Und ich habe sogar noch was über das Glas Schmelzofen
Bauhandwerk erzählt.


Lukas


Richtig? Ja, genau. Das heißt, dass ich jetzt dran bin für diese
Folge.


Ralph


Ja, ich bin schon gespannt.


Lukas


Weißt du, das 2024 ein Jahr voller bedeutender Jahrestage ist,
wenn man sich die jüngere deutsche Geschichte anguckt. Vielleicht
hast du das mitbekommen. Es gab ja vor 80 Jahren die Landung der
Alliierten in der Normandie und ebenfalls vor 80 Jahren, genauer
gesagt am 20. Juli 1944, da scheiterte das Attentat von Graf
Stauffenberg und sein Mitverschwörer auf Hitler. Ich nehme mal
an, von diesem Attentat und Graf Stauffenberg. Hast du schon
gehört?


00:02:07:14 – 00:02:08:05


Ralph


Ja, habe ich.


Lukas


Jetzt fragst du dich natürlich. Was hat das Ganze mit unserem
Podcast zu tun? Und ich kann dir schon mal sagen, auf eine
ziemlich einzigartige und fast schon ja irgendwie absurd
zufällige Art und Weise eine ganze Menge.


Ralph


Bei Stauffenberg, der kommt ja nicht aus der Oberpfalz. Gebürtig
war es und das Attentat hat er auch nicht, oder? Dieser Versuch
hat auch nicht in der Oberpfalz stattgefunden.


Lukas


Genau.


Ralph


Aber es muss ja irgendeinen Oberpfalz Bezug haben.


Lukas


Genau den hat es auch, denn es geht nämlich in dieser Folge um
Mut. Es geht um internationale Beziehungen. Es geht um ein
katholisches Massenphänomen, das bis heute weltweit für
Schlagzeilen gesorgt hat. Es geht um einen burgenliebenden
Botschafter. Und das hast du vielleicht so ein bisschen aus
meiner, aus meinem Intro herausgehört. Es geht um den Widerstand
gegen den Nationalsozialismus mit teils tragischem Ende für die
Beteiligten.


Lukas


Dazu war ich in zwei Museen. Ich war einmal im Museum auf der
Burg Falkenberg, und ich war im Therese-Neumann-Museum in
Konnersreuth. Beide dieser Museen sind wieder in der nördlichen
Oberpfalz, und unsere heutige Geschichte, die sich eben um den
Widerstand gegen den Nationalsozialismus dreht, beginnt mit einer
Kontroverse. Und diese Kontroverse hat auf dem ersten Blick erst
mal so gar nichts Politisches an sich.


Lukas


Es ist aber für unsere Geschichte noch ziemlich wichtig. Hast du
von dem Ort Konnersreuth schon mal gehört?


Ralph


Ja, Ja. Wegen der Resl von Konnersreuth.


Lukas


Ja, genau. Das sind die Namen genannt. Sehr gut. Bürgerlicher
Name ist Therese Neumann. Und wie krass dieser Hype, und diese,
ja, diese Anziehungskraft dieser Therese Neumann nach
Konnersreuth war, zeigt die Tatsache, dass zu ihrer Beerdigung im
Jahr 1962 in der im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ein sieben
Minuten langer Beitrag ausgestrahlt wurde. Und wir hören uns
jetzt mal ganz kurz ein Ausschnitt aus dieser Wochenschau an, vom
September 1962, denn ich glaube, dass der schon mal eine ganz
gute Einführung gibt.


Lukas


Was das Faszinierende an dieser Therese Neumann ist. Und dann
gehen wir den Schritt zurück und gucken uns an Was hat das jetzt
eigentlich mit dem Widerstand zu tun?


Ralph


Okay.


00:04:22:02 – 00:04:49:09


Nachrichtensprecher


Seit 36 Jahren war die Rede von Konrad Reuter im Mittelpunkt
einer nicht endenden Kontroverse. Wissenschaftler bemühten sich
um Erklärung. Die Gläubigen kamen in großer Zahl, die Kirche
blieb zurückhaltend und die Presse machte sie zum Gegenstand
einer sensationellen Publicity. Der Tod hat im Leben dieser in
der ganzen Welt bekannten Frau ein Ende gesetzt. Geblieben aber
war das Unerklärliche, das Problematische in der Meinung der
verschiedenen Betrachter Widersprüchliche.


Ralph


Ja, in den Ton hat man ja schon viel gehört über Kontroversen,
Widersprüche. Wissenschaftler kommen darin vor, die Kirche kommt
auch drin vor. Da geht es doch, so weit ich mich erinnern kann,
um ja, wie tue ich das aus, um vermeintliche Wunder, die in
Zusammenhang stehen mit der Resl von Konnersreuth, oder?


Lukas


Ja, genau so kann man das zusammenfassen. Also Resl von
Konnersreuth war eine katholische Frau, die in ihrem Leben
angeblich mehrere Wunderheilungen erfahren hat, die angeblich
jeden Karfreitag Blutungen an den Stellen bekommen hat, an denen
Jesus ans Kreuz genagelt wurde. Das nennt man sogenannte
Stigmata. Ich weiß nicht, ob du den Namen schon mal gehört hast,
aber daher kommt das ja.


Lukas


Und angeblich hat sie lange Zeit bis zum Tod nix getrunken und
nix gegessen, außer eine Hostie. Also die heilige Kommunion. Sie
ist 1898 geboren, wächst erst mal ganz normal auf, hat dann aber
mehrere Anfälle, möglicherweise epileptische Anfälle und gilt
1919 ab 1910 als völlig blind und bereits schon vorher als
gelähmt, als. Es liegt blind und bettlägerig im Bett und ein paar
Jahre später zur Seligsprechung der Therese von Lisieux.


Lukas


Also das ist eine jetzt eben Heilige. Damals war eben die
Seligsprechung verfahren, also diese Vorstufe der
Heiligsprechung. Dann können Sie auf einmal wieder sehen. Und am
Tag der Heiligsprechung dieser Therese von Lisieux, also ein paar
Jahre später, 1925, da kann sie wieder laufen auf einmal und
keiner kann sich das erklären. Keiner weiß, woher das kommt. Man
spricht von einer sogenannten Wunderheilung.


Lukas


Der örtliche Dorfpfarrer erzählt es weiter und begründet damit
ein weltweites Phänomen. Denn in den nächsten Jahren und
Jahrzehnten wird die Resl von Konnersreuth, wie sie dann genannt
wird, diese Ortschaft, aber auch die ganze Umgebung sehr stark
verändern. Das soll dir noch mal Elisabeth Vogl erklären.
Elisabeth Vogl. Sie ist Historikerin und sie hat das Therese
Neumann Museum in Konnersreuth mitgestaltet.


Lukas


Das ist ein Museum, was relativ modern ist. Es gibt ja seit ein
paar Jahren und das dreht sich um diese Geschichte der Resl von
Konnersreuth, der Therese Neumann, aber eben auch aus ganz
verschiedenen Perspektiven.


Elisabeth Vogl


Die kommen dann wirklich in Massen. Und die Reuter, Die waren da
ganz pragmatisch am Anfang Ja gut, dann haben sie angefangen,
ihre Misthaufen ein wenig ordentlicher hinzurichten, die
Straßenlöcher bissl zuzuschütten. Und es gab natürlich
Wissenschaftler, Einzelbesucher, die dieses Phänomen kritisch
untersucht haben und das auch enttarnen wollten. Also die haben
einfach gesagt, das ist ja Betrügerin, das, was die da behauptet
wird, das kann nicht stimmen.


Ralph


Was es wurde wie sie zu so einem Pilgerort, wenn ich das richtig
verstanden habe. Oder dass Gläubige aus ganz Deutschland oder
vielleicht auch aus anderen Ländern, aus der ganzen Welt in
dieses, in diese kleine Ortschaft namens Konnersreuth gekommen
sind? Was haben sich die Leute dann da erhofft?


Lukas


Ja, wahrscheinlich einfach ein Wunder. Teils. Also Elisabeth Vogl
hat das für mich so ausgedrückt, dass es diese 1920 Jahre eine
Zeit der Instabilität. Es ist trotzdem noch kurz nach dem Ersten
Weltkrieg. Dieser Krieg ist noch irgendwie präsent, auch im
Alltag. Und gleichzeitig ist diese Unsicherheit da. Hohe
Arbeitslosigkeit, diese goldenen 20er neigen sich dann ja auch
schon dem Ende entgegen und da passt einfach diese Geschichte der
Resl von Konnersreuth, dieser Bauernmagt dieser ganz einfachen
Frau, die passte einfach perfekt in den Zeitgeist.


Lukas


Ja, und sie ist immer wieder medizinisch untersucht worden, vor
allem, nachdem sie 1926 angeblich ganz mit dem Essen aufgehört
hat. Und das ist nochmal ganz wichtig. Und das soll ja Elisabeth
Vogl noch mal kurz erklären.


Elisabeth Vogl


Das war dann 1927 durch Mallersdorfer Schwestern, die praktisch
jede Sekunde bei ihr waren, in ihrem Zimmer waren, die es gewogen
waren. Alles ist gemessen worden, sämtliche Ausscheidungen usw.
und das waren 14 Tage, in denen sie tatsächlich weder was
getrunken noch gegessen hat, außer die heilige Kommunion.


Ralph


Damit also bewiesen wurde, wie?


Lukas


Ja, also es ist bis heute nicht ganz geklärt, das muss man auch
wirklich sagen. Und es gibt auch gut begründete Zweifel an dieser
Essenslosigkeit. Das ist aber nicht der Gegenstand dieser Folge.
Da komme ich später noch mal kurz dazu. Aber du fragst jetzt
natürlich zurecht.


Ralph


Aber was hat das denn eigentlich mit Widerstand zu tun?


Lukas


Richtig. Was hat das Ganze mit dem Widerstand gegen den
Nationalsozialismus zu tun? Und ich musste deswegen bisschen
länger ausholen, weil die Resl von Konnersreuth in ihrem Leben
einfach sehr viele Menschen beeinflusst hat, unterstützt hat und
sogar motiviert hat, die sehr früh aktiv gegen Hitler wurden und
sie animiert diese Menschen zum Widerstand gegen den
Nationalsozialismus. Auf eine ganz eigene Art, würde man sagen.


Lukas


Und zwar kommen ganz viele aus dem Umfeld der der Universität
Eichstätt nach Konnersreuth und dieses Phänomen auch zu
untersuchen, um dieses Phänomen besser zu verstehen oder eben
auch zu entlarven, das sind ganz viele verschiedene Professoren
dabei. Und im Laufe dieser Geschichte entwickelt die von
Konnersreuth viele persönliche Freundschaften zu Menschen aus dem
Eichstätter Umfeld, die nach die nach Konnersreuth kommen und
umgekehrt wird Eichstätt auch für die Rätsel von Konnersreuth ein
ganz besonderer Ort.


Lukas


Und das soll dir noch mal Elisabeth Vogl erklären.


Elisabeth Vogl


Eichstätt, das ist jetzt eine freundschaftliche Beziehung, das
wird ihr Zufluchtsort. Und Eichstätt ist Symbol für den
Eichstätter Freundeskreis. Und dort treffen sich Menschen, die
aktiv gegen den Nationalsozialismus praktisch eingetreten sind.


Ralph


Okay, Eichstätter Freundeskreis, muss ich ehrlicherweise sagen,
habe ich vorher noch nicht von gehört.


Lukas


Ich auch nicht. Und es ist auch tatsächlich eine
Widerstandsgruppe, die nicht so bekannt ist, wie ich finde. Also
was es da für Gründe gibt, keine Ahnung. Da müsste man noch mal
tiefer eintauchen. Jedenfalls, das sind halt Äbtissinen dabei,
Professoren, Priester, alles Mögliche. Und die treffen sich in
dem Haus von dem Professor Franz Xaver Wutz. Das ist ein
Professor, der sich damals mit der Resl von Konnersreuth
anfreundet.


Lukas


Und du musst dir das ungefähr so vorstellen: Diese Leute, die
diesem Eichstätter Freundeskreis angehören, die kommen nach
Konnersreuth und besuchen die Resl und wollen sich von ihr
spirituell begleiten lassen. Und eine Person, die sehr mutig,
sehr früh gegen den Nationalsozialismus auftritt, ist Pater
Ingbert Naab. Der ist Priester, Mönch und Publizist und er hat am
20. März 1932, also kurz nachdem die NSDAP zum Ersten Mal die
meisten Stimmen bei den Reichstagswahl in Deutschland erhalten
hatte, einen extrem mutigen Brief verfasst.


Lukas


Und der wusste, glaube ich, ganz genau, was er zu befürchten hat,
wenn er diesen Brief veröffentlicht. Ich habe hier mal einen
Ausschnitt dabei und auch diesen Ausschnitt, den kann man sich an
einer der Medienstationen im Therese Neumann Museum anhören.


Nachrichtensprecher


Sehr geehrter Herr Hitler, wo Sie hinkommen, werden Sie
umschmeichelt und der Rausch der Begeisterung, der sie in ihren
Versammlungen umwogt, lässt sie kaum mehr auf die Idee kommen, ob
ihre Arbeit vor Gott bestehen kann, denn sie sind des Glaubens.
Deutschland steht auf meiner Seite. Ihre Presse verherrlicht sie
in einer widerlichen Weise. Sie gelten als der große Erlöser aus
der Not.


Herr Hitler, Wer hat Sie denn gewählt? Sie und Ihre Presse sagen
das kommende Deutschland, die besten der Nation. Es gibt unter
Ihren Reihen auch eine gute Zahl Idealisten, die ernstlich von
Ihnen alles Gute erhoffen. Diese Idealisten kennen den wahren
Nationalsozialismus nicht, wissen nicht um das, was sie planen,
und nicht um das, was sie persönlich oder durch Unterhändler
verhandelt haben. Wer hat sie gewählt? Die Masse der
suggerierten, sie wollten die Suggestion. Sie sprachen davon,
dass man den Massen einen fremden Willen aufzwingen, dass man sie
fanatisch und hysterisch machen muss. Sie betreiben dieses
Geschäft jetzt seit mehr als zehn Jahren.


Ralph


Also er hat da schon einen wichtigen Punkt angesprochen, finde
ich, dass Hitler halt einfach die Hoffnungen, also die Hoffnungen
genährt hat und daraus eben seine seine Stimmen gezogen hat. Aber
alles Versprechungen, bei denen manche Leute dann vielleicht gar
nicht wussten, wohin das führen wird.


Lukas


Ja, auf jeden Fall. Also ich finde halt, dass dieser Brief, also
dieser ganze Artikel ist natürlich noch wesentlich länger, der
ist ja dann dieser Zeitung abgedruckt worden und zu dem
Herausgeber dieser Zeitung kommen wir später noch. Es heißt sehr
weitsichtig, also 32 durchschaute er den Nationalsozialismus
komplett. Also wer gewählt hat, wie er auf widerliche Weise von
seiner eigenen Presse da gehypt wird, und der.


Ralph


Hat diesen Brief, also der wurde als Leserbrief dann irgendwo
veröffentlicht und grundsätzlich an Hitler oder so geschickt.


Lukas


Nein, der wurde in der Zeitung veröffentlicht. Eine Zeitung, der
gerade Weg, Da kommen wir eben später noch dazu. Ganz kurz noch
zu Ingbert Naab. Der ist eben, wie gesagt sehr oft in
Konnersreuth und die Resl wird für ihn so eine Freundin.
Spirituelle Begleitung. Und nach der Machtergreifung muss Pater
Naab fliehen, weil ganz klar publizistisch, so sich aus dem
Fenster zu lehnen hat natürlich dann auch Konsequenzen.


Lukas


Und tatsächlich wird er mit der Unterstützung der Familie von
Therese Neumann erst nach Esslingen ins Kloster gefahren und dann
kommt er in die Schweiz. Und er kommt in die Tschechoslowakei,
also in die damalige Tschechoslowakei, und ist dann aber 1935 in.
Drei Jahre später in Straßburg gestorben, in einem Kloster, aber
nach Krankheit und nicht, weil er von den Nazis entdeckt wurde.


Lukas


Und es gibt so eine Anekdote im Museum. Das kann man natürlich
jetzt nicht so nachvollziehen, aber angeblich soll die Theres
Neumann immer eine Eingebung bekommen haben, wann die Gestapo
kurz vor der Haustür stand.


Ralph


Aber das hat ihm im Endeffekt nichts gebracht.


Lukas


Na ja, doch, weil er ist ja nie von der Gestapo verhaftet worden.
Ist in Straßburg eines natürlichen Todes gestorben.


Ralph


Na ja, aber weil die Resl dann da angerufen hat oder was?


Lukas


Angeblich hat halt, war halt die Resl immer genau die, die eine
Eingebung bekommen hat. Genau in dem Moment, als die Gestapo kurz
vor der Haustür stand. Die hat ihn quasi immer warnen können.


Ralph


Na ja, verstehe.


Lukas


Was in diesem Bezug einfach sehr wichtig ist, dass es noch mal
andere Widerständler, die sich ganz offen gegen Hitler aussprach
und der auch von der extrem beeinflusst wurde. Ich würde sogar
sagen, ja, ich würde sogar sagen lebensverändernd beeinflusst
wurde. Das war Fritz Gerlich. Hast du den Namen Fritz Gerlich
schon mal gehört?


Ralph


Ja, habe ich schon mal gehört. Tatsächlich. Aber kann ich jetzt
grad nicht zuordnen, was dich wie, in welch welchen Zusammenhang
ich das gehört hab.


Lukas


Also möglicherweise in einem journalistischen Zusammenhang, denn
Fritz Gerlich war von 1920 bis 1928 Chefredakteur der Münchner
Neuesten Nachrichten. Die Süddeutsche Zeitung sagt heute von
sich, dass sie die Nachfolgezeitung ist. Jedenfalls war Fritz
Gerlich Calvinist ursprünglich als ein reformierter Christ, und
der wollte das Phänomen von Konnersreuth journalistisch
untersuchen. Und er ist einer von denjenigen, der diesen ja
Betrug aufdecken wollte.


Lukas


Er ist dann nach Konnersreuth gefahren, hat sie kennengelernt und
ich fasse es jetzt alles sehr, sehr zusammen, war von ihr heute
würde man sagen, so geflasht, dass er zwei Bände über sie
geschrieben hat und dann sogar 1931 zum Katholizismus konvertiert
ist.


Ralph


Na ja.


Lukas


Aus diesem Glauben und das ist Unterstützung hat er dann die
Zeitschrift Der gerade Weg herausgebracht, dass es eine NS
kritische Zeitschrift und in dieser Zeitschrift in dieser Zeitung
wurde eben der Brief von Pater Ingbert Na dann abgedruckt, was
sehr interessant ist bis zur Verhaftung von Fritz Gerlich von
Fritz Gerlich ist verhaftet worden, hat er diese Zeitung mit
seinem Klarnamen herausgegeben, also wissend, in welche Gefahr
sich damit begibt.


Lukas


Das schon wirklich? Herausgeber Fritz Gerlich. Ja, und
Konnersreuth wird auf einmal irgendwie zu so einem spirituellen
Kraftort für Leute, die aus katholischem, aus katholischer
Überzeugung in den Widerstand gehen. Und du kannst natürlich
vorstellen, dass das auch die Aufmerksamkeit der Gestapo auf sich
zieht. Und die Aufmerksamkeit des Regimes nach Konnersreuth.


Ralph


Sollte also gefährlich werden.


Elisabeth Vogl


Kurz nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten hat
man eben begonnen, die Freunde von der Therese Neumann auch in
Konnersreuth zu überwachen. Und dann haben die
Nationalsozialisten den Begriff Konnersreuther Kreis, geprägt.
Das waren also praktisch die Menschen, die nach Konnersreuth
kamen, um sich mit der Resl zu treffen.


Ralph


Also wurde die Resl dann auch zur Widerstandskämpferin, oder wie?


Lukas


Dazu werde ich noch was sagen. Mir war es einfach wichtig zu
verstehen, dass dieser Eichstätter Freundes Kreis nicht
deckungsgleich mit dem  Konnersreuther-Kreis. Dass aber die
Resl so ein bisschen verbindendes Element war, weil die quasi
alle Leute, die aus christlich überzeugen, in den Widerstand
gegangen sind, irgendwie sehr angezogen hat.


Lukas


Ja eben dieser Fritz Gerlich, also derjenige, der Journalist, der
dann der gerade Weg herausgebracht hat, der wurde dann 34
verhaftet, der wurde mehrfach misshandelt und schließlich im
Konzentrationslager Dachau als einer der ersten politischen
Gefangenen ermordet. Und bis zum Schluss hat er nicht vom
Widerstand abgelassen, wohl wissend, was das für ihn für
Konsequenzen hat. Und er hat selbst mehrfach betont, dass er ohne
die spirituelle Unterstützung der Resl und ohne diese
Glaubensüberzeugung, die er dann dadurch bekommen hat, niemals
die Ausdauer gehabt hätte, das bis zum Ende durchzuziehen.


Lukas


Ja, und man kann jetzt natürlich von diesen Wunderheilungen und
den ganzen wundern und uns der Dorfkatholizismus und keine Ahnung
davon kann man jetzt halten was man möchte. Man kann das jetzt
sagen, brauche ich glaub es oder nicht werden bis heute Artikel
Veröffentlichungen rausgebracht, die sich die sich diesem
Phänomen von Konnersreuth sehr kritisch widmen, obwohl die.


Ralph


Schon viele Jahrzehnte gestorben ist.


Lukas


Ja, aber das zieht bis heute. Ich meine, deswegen gibt es ja auch
jetzt ein neues Museum da.


Ralph


Na ja, was eine historische Persönlichkeit dieses Ortes ist.


Lukas


Und die halt auch darüber hinaus. Weil du musst überlegen,
wirklich bei ihrem Tod, da waren sieben oder 8000 Leute sind zu
ihrer Beerdigung gekommen, in den Sechzigern.


Weißt, dass das in Konnersreuth und ohne Bahnhof, ohne keine
Ahnung, was. Das ist schon ziemlich krass. Und was auf jeden Fall
Fakt ist, das kann man sagen. Sie selbst hat sich nie gegen den
Nationalsozialismus geäußert. Man kann aber aus Aussagen Ihrer
Familie und aus Aussagen in Briefen schon herausziehen, dass sie
diese Ideologie abgelehnt hat. Und sie hat auch selbst
Widerständler immer ermutigt und immer versucht, die halt auch ja
spirituell zu begleiten.


Lukas


Und Fakt ist auch und das finde ich sehr interessant Adolf Hitler
hat höchstselbst angeordnet, dass man die Resl von Konnersreuth
heute in Ruhe lässt und nicht verhaftet, weil er befürchtet hat,
dass würde man sie verhaften und würde man sie vielleicht auch.
Ja keine Ahnung, möglicherweise sogar ermorden, dass man sie dann
zu eine Märtyrerin machen würde. Das kann nur nur Nachteile für
einen haben.


Ralph


Dass das dann vielleicht noch mehr Widerstand hervorgerufen
hätte. Ein Aufschrei unter den Gläubigen, unter den Anhängern.


Lukas


Also Hitler muss selbst auf jeden Fall sehr viel Respekt vor
diesem Einfluss und vor dieser Reichweite gehabt haben. Und die
Geschichte von Fritz Gerlich und die Geschichte von Pater Ingbert
Naab zeigen einfach sehr deutlich, wie das dann funktioniert hat.
Und das ist in diesem Museum halt auch ein Teilaspekt. Es geht
natürlich in den meisten Fällen um die Rätsel, um ihre
Wunderheilungen.


Lukas


Keine Ahnung was, aber es geht eben auch um diese Geschichte im
Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Und das war der erste
Teil meiner Geschichte. Aber ich habe ja noch einen sowjetischen
Botschafter erwähnt, bzw einen deutschen Botschafter in der
Sowjetunion, einen Adeligen.


Ralph


Und war das der Burgliebhaber?


Lukas


Genau. Und der Liebhaber? Dazu müssen wir jetzt von Konnersreuth
mit dem Auto 20 Minuten wegfahren und zwar in die Ortschaft
Falkenberg. Falkenberg Den Namen hast du. Habt ihr auch schon mal
in der ersten Folge dieses Specials gehört. Denn in Falkenberg
befindet sich noch ein Kommunbrauhaus für die Herstellung von
Zoigl. Naja und für was Falkenberg bekannt ist, ist die Burg
Falkenberg.


Lukas


Die Burg Falkenberg ist eine Burg aus dem Mittelalter, die echt
sehr, sehr schön auf so einem großen Felsen steht. Also das sieht
so richtig nach Märchenburg mystisch aus. Die Burg ist wohl im
elften Jahrhundert begonnen worden, also dass der Bau begonnen
worden. Im zwölften Jahrhundert ist sie dann erstmals urkundlich
erwähnt. Sie hat dem Geschlecht, der von Falkenberg gehört ist
irgendwie naheliegend.


Lukas


Hat mal dem Kloster Waldsassen gehört. Das hatten wir in der
vergangenen Folge schon mit dem Glas. Und schließlich ist es im
30., im 30-jährigen Krieg von den Schweden zu der Ruine
geschossen worden. Also das mache ich jetzt wirklich sehr, sehr
zusammenfassend, denn dann ist sie irgendwann mal renoviert
worden und das hat mit einem Grafen zu tun, mit Friedrich Werner
Graf von der Schulenburg.


Lukas


Hast du den Namen schon mal gehört?


Ralph


Nö.


Lukas


Okay, Friedrich war der Graf von der Schulenburg. Hat einen
romantischen Altersruhesitz gesucht, wo er seine Memoiren
schreiben kann. Und er hat 1929 diese Ruine zum Ersten Mal
gesehen. Die wollte er sofort kaufen, wollte sagen Ja, das ist
meine Mal, meine Burg, da möchte ich mal meinen Lebensabend
verbringen. Das hat dann sehr lange gedauert. 1936 hat er die
Burg dann schließlich gekauft und hat den Wiederaufbau
koordiniert.


Lukas


Das heißt, heute ist die Burg keine Ruine mehr. Heute ist die
Burg komplett begehbar. Es ist auch im Museum drin. Seine
Memoiren wird er in dieser Burg nie verfassen und er wird noch.
Er wird auch nie längere Zeit auf dieser Burg leben, Denn Graf
Friedrich Werner von der Schulenburg wird 1944 von den
Nationalsozialisten hingerichtet und hat auch vorher eigentlich
kaum Zeit und kaum Gelegenheit, nach Falkenberg zu kommen.


Lukas


Und das ist jetzt der zweite Teil der Geschichte.


Ralph


Ja, wo war er denn vorher?


Lukas


Gute Frage. Also Friedrich Werner Graf von der Schulenburg wird
1875 in Kemberg geboren. Das ist in Sachsen-Anhalt. Er kommt, wie
der Name schon sagt, aus adeliger Familie. Und er ist vor allem
Offizier und Diplomat. Also vor dem Ersten Weltkrieg arbeitet er
schon als Gesandter und ist dann im Kurz Hauptmann im Krieg,
bevor er dann wieder diplomatisch zum Beispiel als
Verbindungsmann beim osmanischen Heer im Ersten Weltkrieg
unterwegs ist und auch nach dem Ersten Weltkrieg und dem Beginn
der Weimarer Republik.


Lukas


Da bleibt er den internationalen Beziehungen treu. Er arbeitet
dann in Teheran, im Iran, in Tbilissi, als damals Deutsch Tiflis
in Georgien und ist natürlich auch immer wieder in Deutschland
zurück. Da fällt eben sein Auge auf die Burg Falkenberg. Und
genau da, wo Graf von der Schulenburg zum Ersten Mal die Burg
betreten hat, da stand ich mit Herbert Bauer.


Lukas


Herbert Bauer ist der ehemalige Bürgermeister von Falkenberg und
der Markt Falkenberg ist nämlich der heutige Besitzer dieser
Burg. Wir hatten ein bisschen was zu der Geschichte dieser Burg
erklärt.


Herbert Bauer


Komm da von dieser Seite, da wo das Tor steht und sieht praktisch
diese Ruine das erste Mal. Es war dann für ihn auch ein
sportliches Unterfangen, denn er hat erst 1936 im Juni den
Notarvertrag bekommen und gleichzeitig musste er 300.000
Reichsmark löhnen, um diese Ruine zu kaufen.


Ralph


Tatsächlich habe ich das Glockenläuten ein bisschen rausgebracht.
Es war ja mindestens 4 Uhr.


Lukas


Ich hab's extra drin gelassen, weil ich mir gedacht hat, es zeigt
so ein bisschen das Ambiente vor Ort. Also du hast diese Burg auf
den Felsen. Es war ein schöner Sommertag. Außen rum ist die
Kirche. Falkenberg ist so richtig idyllisch um diese Burg herum,
irgendwie angeordnet als Ortschaft. Und wir sind da auf diesem
Hof. Dieses Torhaus hatte Herbert Bauer schon erwähnten.


Lukas


Dann schauen wir nach links und es ist einfach diese Burg da
aufragen, Das ist wirklich schön. Das ist jetzt keine immens
große Burg, aber es ist halt eine sehr schöne Burg.


Ralph


300.000 Reichsmark hat die Ruine gekostet, hat er gesagt. War das
sehr, sehr viel Geld oder sehr wenig? Ich kann es gar nicht
einschätzen.


Lukas


Ja, ist natürlich immer schwer das jetzt inflationsbereinigt oder
irgendwie so was. Zu beschreiben. Ich glaube schon, dass es sehr
viel Geld war. Vor allem dafür, dass es ja wirklich eine Ruine
war. Der muss ja noch mal viel mehr investieren. Da gibt es dann
noch eine kleine Kontroverse, aber dazu später mehr. Ich habe mal
gelesen, dass seine Adelsfamilie keine wirkliche Burg mehr hatte
und deswegen hat er halt gerne eine Burg gehabt hätte und
deswegen hat er das investiert.


Ralph


Nachvollziehbar.


Lukas


Ja, also diese Burg kauft er also 1936, als es dann letztendlich
geklappt hat, da ist er mittlerweile Botschafter in der
Sowjetunion. Die Nazis haben ja 1933 die Macht ergriffen und von
der Schulenburg ist 1934 der Partei beigetreten, der NSDAP. Jetzt
weiß ich nicht, ob das. Ich vermute, dass das damals als
Berufsdiplomat halt irgendwie zwangsläufig notwendig war, dass er
der NSDAP beitritt.


Lukas


Ich glaube jedenfalls nicht, dass er überzeugter
Nationalsozialist war. Ich glaube auch, dass er damals trotzdem
auch relativ karriereorientiert war und dass er halt deswegen
gesagt hat ja okay, dann trete ich halt der Partei bei, wenn ich
dafür in den Botschafter Posten bleiben kann und wenn ich dafür
sogar diesen wichtigen Botschafterposten der Sowjetunion
bekommen.


Ralph


Klingt ein bisschen so, weil er vorher auch schon sehr oft die
Länder und Stellungen wechselt.


Lukas


Genau. Ja, er gilt auf jeden Fall als Russlandliebhaber. Er
magister dieses Land, er schätzt die Leute sehr. Es schätzt die
Kultur sehr und er setzt sich zeitlebens dafür ein, dass diese
beiden totalitären Diktaturen also müssen jetzt überlegen. Er ist
jetzt Botschafter in Moskau, der es die totalitäre kommunistische
Diktatur unter Stalin gibt. Und er setzt sich halt irgendwie Zeit
näher dafür ein, dass diese beiden Diktaturen nicht anfangen,
sich zu bekriegen.


Lukas


Vor allem halt auch nach dem Beginn des zweiten Weltkriegs mit
dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen. Er gilt zum
Beispiel auch als einer derjenigen, der damals den
Nichtangriffspakt zwischen Nazideutschland und der Sowjetunion
formuliert hat. Also dieser Nichtangriffspakt, der quasi besagte
Man greift sich eben nicht gegenseitig an! Von Ribbentrop war ja
damals der Deutsche, der deutsche Außenminister, der ja dann auch
die Verhandlungen mitgeführt hat.


Lukas


Und es gibt ja diese, diese Geheimvereinbarung zwischen Stalin
und Hitler, dass die sich gegenseitig Polen territorial aufteilen
wollten, unter sich. Davon wusste von Schulenburg angeblich
nichts. Und es hat ihn wohl maßlos geärgert, weil er quasi als
Botschafter angelogen wurde. Was, glaube ich, könnte ich mir
vorstellen, in Schulenburgs Leben, glaube ich, einer dieser
Momente war, wo für ihn wahrscheinlich alles zusammengebrochen
ist.


Lukas


Das ist im Jahr 1941, denn da muss er dem damaligen
Regierungschef Wlatscheslaw Molotow eine ziemlich bittere
Botschaft überbringen. Und dazu noch mal Herbert Bauer.


Herbert Bauer


Er liest im Molotow die sechs Seiten sogenannte Kriegserklärung
von Hitler vor. Und Molotow sagt sie mir, das bedeute Krieg. Sie
müssen Moskau sofort verlassen, und sie dürfen nichts mitnehmen.


Ralph


Könnte ja dann bedeuten, dass er nach Falkenberg kommt oder
nicht?


Lukas


Könnte es bedeuten. Genau, aber. Also vielleicht noch mal ganz
kurz. Also er liest halt wirklich die Kriegserklärung gegen die
Sowjetunion vor. Und die Deutschen haben ja damals sehr, äh, ich
ja ebenfalls ein Dokument voller Lügen und Anschuldigungen
verfasst, was als Grundlage diese Kriegserklärung gilt. Die
ganzen Jahre vorher. Hatte gehofft, dass er das verhindern kann.
Er war von vornherein überzeugt.


Lukas


Also Schulenburg war von vornherein überzeugt, dass Deutschland
diesen Krieg gegen die Sowjetunion niemals gewinnen könnte. Und
natürlich war auch er nicht naiv. Er hat auch bereits 41 und auch
vorher schon gedacht, dass Deutschland irgendwie alles dafür tut,
in der Rhetorik, in der Vorbereitung, um in den Osten
einzumarschieren. Also es gibt ja auch diesen Begriff vom
Lebensraum Ost, dass man Osteuropa und alles das nennt es halt
germanisieren wollte.


Lukas


Und er hat sich noch 1941 dafür eingesetzt, eine Audienz bei
Hitler persönlich zu bekommen, wenn ich mich richtig erinnere.
Der musste da zehn Tage warten. Und Hitler hat noch 1941 gesagt,
dass er eigentlich gar nicht vorhabe, die Russland anzugreifen,
wie er es gesagt hat. Halt eine 3. Lüge. Er hat sogar im Vorfeld
versucht, die Sowjetunion zu warnen. Aber noch mal ich habe mich
jetzt da nicht stundenlang in die Archive reinsetzen können.


Lukas


Das sind so meine Recherchen und da muss man immer ein bisschen
vorsichtig sein. Aber ich habe mehrfach gelesen, dass er versucht
hat, die Sowjetunion zu warnen im Vorfeld, aber dass sie nicht
ernst nehmen, dass die quasi sagen das kann nicht sein. Und nach
Kriegsbeginn wird er, nachdem er das vorgelesen hat, dann wird er
eben festgesetzt. Er schafft es aber über verschlungene Pfade,
also noch halboffiziell, weil es ist klar, dass wir natürlich
jetzt nicht dann in der Kriegserklärung das ganze
Botschaftspersonal festnehmen.


Lukas


Jedenfalls wird er dann über verschiedene Länder und Wochen kommt
er nach Deutschland zurück. Man könnte jetzt meinen, dass er nach
Falkenberg geht. Es ist auch so, dass er da immer wieder ist.
Aber er wird ein diplomatisches Amt wiederbekommen in Berlin.
Aber er wird politisch aufs Abstellgleis geführt. Der wird
nämlich Leiter des Russlandkomitees. Also das hat überhaupt
keine, keinen politischen Einfluss genommen.


Lukas


Und während all das passiert, also während er in der Sowjetunion
ist, muss ja irgendjemand den Aufbau koordinieren und die
Bauarbeiten auch so ein bisschen begutachten. Es passierte die
ganze Zeit.


Ralph


In der Burg Falkenberg.


Lukas


Genau. Und das soll die Herbert Bauer noch mal kurz erklären.


Herbert Bauer


Er hat nämlich hier seine Lebensgefährtin oder
Lebensabschnittsgefährtin, die Alla Duberg, die hat den hier den
Wiederaufbau der Burg organisiert und er war nicht in Moskau. Ist
er nur ein, zwei Mal im Jahr anwesend gewesen.


Ralph


Wie war das jetzt noch mal? Ich dachte, der ist nach Deutschland
zurückgekommen.


Lukas


Aber dann in Berlin.


Ralph


Ah ja, okay, weil er jetzt gerade gesagt hat, der war in
Russland, weil es noch während dessen war, so ein bisschen davor
noch.


Lukas


Genau. Ja, genau. Weil es hat dann ein paar Jahre gedauert, das
alles herzurichten. Und dann war er entweder in Moskau und dann
war in Berlin. Also jedenfalls, er war nicht oft da, er war auf
jeden Fall da und es gibt auch Bilder von ihm da, aber er war
halt nicht viel, als er nicht viel Zeit da verbracht.


Ralph


Was ich mich jetzt frage, weil. Aber wahrscheinlich kommst du
noch dazu. Du hast ja eingangs erwähnt, dass er hingerichtet
worden ist.


Lukas


Genau.


Ralph


Aber eigentlich klingt das alles ja jetzt so, als hätte der
Deutschland ja bislang ordentlich vertreten. Das Deutsche Reich.
So.


Lukas


Ja, da wird es ehrlich gesagt nicht so ganz einfach. Aus meinen
Recherchen konnte ich rekonstruieren, dass auf jeden Fall. Also
Schulenburg will auf jeden Fall keinen Krieg mit der Sowjetunion.
Der will den Frieden im Osten. Und er würde sich auch bereit
erklären, mit Stalin zu verhandeln. Aber mit dieser Art und Weise
ist er natürlich gegen den Duktus der nationalsozialistischen
Regierung, weil die wollen die Sowjetunion und ich drücke das
jetzt mal sehr martialisch aus, die wollen die Sowjetunion
plattmachen und das ist natürlich der Unterschied. Der
Unterschied ist, dass er gegen deutsche Linie ist und du kannst
dir in einer totalitären Diktatur nicht deine eigenen politischen
Friedensschlüsse forcieren wollen.


Lukas


Also das ist natürlich schon mal ganz, ganz schwierig. Aber er
hatte Kontakte zu Carl Friedrich Goerdeler, das ist auch ein
Widerstandskämpfer, und der wäre nach den Plänen der Attentäter
vom 20. Juli, also eben dieser Attentäter um Graf von
Stauffenberg als der neue Reichskanzler forciert worden und Graf
von Schulenburg wäre war, wurde kurzzeitig gehandelt als
Außenminister des Neuen Deutschen Reichs des Neuen Deutschlands,
wäre dieses Attentat eben erfolgreich gewesen. Die Frage ist
jetzt wie eng ist jetzt von Schulenburg mit diesem Attentat vom
20. Juli verbunden oder nicht? Also er wird im Zuge einer
Mitwisserschaft an diesem Attentat letztlich 1944 festgenommen
und dann wieder kurzfristig freigelassen, um dann wieder
festgenommen zu werden. Am 10. November 1944 wurde er von den
Nationalsozialisten ermordet.


Lukas


Man weiß es nicht oder ich konnte es mir nicht so ein Bild davon
machen, wie eng jetzt der Kontakt zwischen Schulenburg und den
Verschwörern vom 20. Juli, also den Kreis um Carl Friedrich
Goerdeler und Graf von Stauffenberg, wirklich, wirklich war. Es
gibt Berichte, dass sie regelmäßig Kontakt miteinander haben. Es
gibt auch Berichte, dass die sich gegenseitig inspiriert haben.


Lukas


Es gibt aber auch Berichte, weil zum Beispiel von Schulenburg
noch bis zum Ende geleugnet hat, dass er damit was zu tun hatte.
Und warum er das geleugnet hat, weiß ich nicht. Also ja,
jedenfalls. Er stirbt dann 1944, weil er gehängt wird in Berlin,
Plötzensee.


Ralph


Was so Ich dachte, es wäre nicht eindeutig beweisbar gewesen,
dass er das wusste.


Lukas


Oder doch. Kann auch sein. Das Ding ist es halt. Man weiß es halt
nicht. Also ich könnte das aus meinen Recherchen nicht so
hundertprozentig rausfinden. Ja, seine Lebensgefährtin, die
Alwine von Duberg oder auch Alla von Duberg, das ist übrigens
eine gebürtige Russin und die wurde bereits 1941 verhaftet. Und
zwar, Also angeblich soll sie ein Alkoholproblem gehabt haben.


Lukas


Soll gar nicht klar gekommen sein mit der ländlichen Bevölkerung
in Falkenberg und soll da deshalb teilweise sehr offen und sehr
ehrlich ihre Meinung herausgeschrien haben. Halt im Rausch. Das
habe ich in einem Video gesehen, was Nachfahren von Schulenburg
dem ein bisschen seine Geschichte erklären, beschreiben. Ich
werde auch dieses Video in den Shownotes verlinken, das sieht man
noch mal gern.


Lukas


Also es ist ein wissenschaftlicher Vortrag zur Geschichte der
Schulenburg. Da kann man sich dann noch mal ein bisschen, wenn
man das interessant findet, noch mal angucken. Genau. Und sie
wird in der Nervenheilanstalt ermordet. 1944. Also das heißt,
auch seine Lebensgefährtin wird dann ermordet. Genau. Aber es
gibt auch ein paar Kontroversen. Wo man noch keine Antwort
gefunden hat. Und es ist natürlich auch immer so, dass bei der
ganzen Geschichte natürlich auch die Menschen vor Ort in
Falkenberg die Orte, die auch im Museum mitbeteiligt sind,
natürlich immer sehr im Austausch mit Historikern zum Beispiel
stehen und einfach was Wissen so ein Geschmäckle reingebracht
hat.


Lukas


Soll dir Herbert Bauer noch mal erklären.


Herbert Bauer


Und Hitler hat ihm ja 1941 200.000 Reichsmark als Geschenk
gegeben, um seine Schulden zu bezahlen.


Lukas


Also jetzt Welche.


Herbert Bauer


Schulden bei Burg? Die Burg schulden.


Lukas


Und wieso hat Hitler 200.000.


Herbert Bauer


Geschenkt? Das wissen wir überhaupt nicht.


Lukas


Du musst überlegen. Du hast ja vorhin mich nach diesen
300.000 Mark gefragt, ob das jetzt viel oder wenig Geld ist
für die Renovierung dieser Burg bzw für den Kauf dieser Burg.
Insgesamt hat sich das über die Jahre auf 1,2 Millionen
Reichsmark geläppert und und. Von diesen 1,2 Millionen Reichsmark
hat das wahrscheinlich noch ganz viele Schulden. Entstanden ist
mir mal an das Schulenburg gut verdient.


Lukas


Hat aber wahrscheinlich auch nicht so gut, dass er das einfach so
aus da aus der Portokasse zahlen kann. Und Hitler hat eben dazu
200.000 € einfach dazu geschenkt. Also von, wenn ich jetzt
nicht komplett bescheuert bin, 1/6. Ja ja, wenn man jetzt
Widerständler im Nachhinein so ein bisschen bewerten will oder
sagen ja, war das jetzt heroisch, weil es nicht heroisch ist, ein
Held ist er kein Held ist es.


Lukas


Natürlich gibt es da keine einfache Antwort drauf. Fakt ist
Schulenburg war Humanist, Schulenburg war gebildet, Schulenburg
war international, Schulenburg hat andere Länder, Menschen,
Kulturen auf jedenfalls sehr wertgeschätzt. Das heißt, ich würde
jetzt mal sagen, er war kein überzeugter, glühender
Nationalsozialist, der diese rassische Ideologie verinnerlicht
hat. Aber er war halt trotzdem Diplomat. Ich glaube, er war
trotzdem sehr ehrgeizig, karriereorientiert.


Lukas


Und er war ja trotzdem auch Offizier. Und das ist halt für mich
deswegen einfach schwierig, jetzt so ein Bild von ihm zu
bekommen. Ob man ihn jetzt da als Held des Widerstands hinstellen
kann, der für seine Überzeugung gestorben ist oder nicht.


Ralph


Und gleichzeitig denke ich mir, er hat ja jetzt auch nicht groß
im Widerstand gekämpft oder irgendwie Flugblätter verteilt oder
was weiß ich was. Sondern er hat halt einfach letzten Endes nicht
gestanden oder seine Mitwisserschaft.


Lukas


Widerstand ist ja trotzdem sehr vielfältig. Also ich glaube, die
Tatsache, dass er versucht hat, während der Zeit, als es als der
Krieg schon am Laufen war mit der Sowjetunion. Die Tatsache, dass
er sich da für Frieden einsetzen wollte, sich als
Verhandlungspartner angeboten hat, wenn auch unter
Widerstandskreisen, ist schon krass, weil das ist ja offiziell
Staats verrat, wenn du dich im Krieg befindest, Du kannst ja
nicht.


Lukas


Also du musst überlegen, Du lebst in der nationalen, in der
totalitären Diktatur und die sagen Hey, wir kämpfen gegen die
Sowjetunion. Und er sagt Nein, wir brauchen den Frieden. Das ist
eine totalitäre Diktatur, nicht hinnehmbar. Das ist Verrat.


Ralph


Ah, okay, das habe ich so nicht verstanden. Ich habe nur
verstanden gehabt, dass er halt vorher sich dafür eingesetzt hat,
um Krieg zu verhindern. Ja, und auch gegen Krieg war prinzipiell.
Und dann auch dieser Nichtangriffspakt und so, äh. Aber dass er
dann danach halt, weil er musste ja dann Moskau verlassen, als er
dann diese Kriegserklärung da übermittelt hat.


Lukas


Ja, aber so funktionieren halt internationale Beziehungen. Du
kannst jetzt nicht einfach, wenn Krieg ausbricht, er jeden
Botschafter sofort lynchen. Das funktioniert halt so nicht. Es
sind ja trotzdem noch so Regelwerke am Laufen. Aber Graf
Schulenburg war aus meiner Sicht davon überzeugt und es hatte er
auch schon vor dem Krieg gesagt. Er hat gesagt, die Deutschen
werden diesen Krieg nie gewinnen können, und das ist ja schon
was, wo er sagt, dass er da von der offiziellen Linie des
Nationalsozialismus abgewichen ist.


Lukas


Aber was für mich halt nicht so ganz klar wurde, ist die Tatsache
wie öffentlich hat er das gesagt und mit wem hat er das
kommuniziert und wie wurde das rausgefunden? Und ich glaube, das
ist noch so was. Ich glaube, da gibt es wirklich noch viel
Potenzial, das zu untersuchen.


Ralph


Ich glaube, dass genau das eben ein Problem ist, weil es nicht
klar für mich rausgekommen ist.


Lukas


Ja, und das ist halt auch was, wo ich sag, da müsste man sich
einfach viel länger damit beschäftigen. Ja, genau. Ich habe noch
mal einige Links zum Grafen von der Schulenburg eingefügt, was
man so finden kann, damit ihr euch auch noch mal ein eigenes Bild
davon machen könnt. Das Museum auf der Burg.


Lukas


Was sich um Schulenburg hauptsächlich dreht, das kann ich
jedenfalls sehr empfehlen. Das ist auch sehr neu und es ist sehr,
sehr schön gemacht. Bewegend, weil man geht da wirklich durch.
Und es gibt da verschiedene lebensgroße Aufnahmen von ihnen in
verschiedenen Anzügen. Dann kann man diese diplomatische Karriere
gut nachvollziehen. Es gibt so ein Zeitstrahl, es ist wirklich da
ist viel, viel Medienstationen, also dass viel, viel Energie
reingeflossen und warum gibt es dieses Museum überhaupt?


Lukas


Das liegt darin, dass der Markt Falkenberg unter der Initiative
von Herbert Bauer, der uns ja die Routine gegeben hat, im Jahr
2009 die Burg für 650.000 € von den Erben von den
Schulenburg gekauft hat und noch mal 10 Millionen €
reingesteckt hat, um das zu restaurieren. Und seitdem ist die
Burg da gibt es Veranstaltungen, da gibt es eben das Museum, da
gibt es Tagungsräumen, Hotel usw und was ich besonders cool
finde, wenn du da hoch willst, Du kannst entweder mit dem Fußvolk
hoch oder die haben sich den kompletten Felsen.


Lukas


Es ist ein keine Ahnung wie hoch dieser Felsen ist. Ich würde
jetzt mal schätzen 30 40 Meter. Also das ist wirklich ein sehr
hoher Felsen, wo diese Burg drauf steht, haben die einen
Aufzugsschacht reingebohrt. Das heißt du kannst dann mit einem
Aufzug von unten rein und kannst dann durch diesen Felsen hoch in
die Burg fallen. Das ist auf jeden Fall ein Erlebnis.


Lukas


Also kann ich als Museum so auf jeden Fall empfehlen.


Ralph


Ja, sehr schön. Und eine Frage habe ich noch dazu.


Lukas


Gerne.


00:40:19:09 – 00:40:23:17


Ralph


Schulenburg und Konnersreuther Kreis. Da gibt es aber keine
Beziehung, oder?


Lukas


Nee, weil die Leute beim Konnersreuther, die waren ja alle schon
tot, ermordet oder kaltgestellt, als Schulenburg ja angefangen
hat. Da sprechen wir von den frühen dreißiger Jahren. Also Fritz
Gerlich wurde 34 ermordet, Ingbert Na bis 35 gestorben. Und
Schulenburg wäre dann letztlich ja erst und ich Ja, ich glaube
einfach, dass das der Widerstand von Schulenburg und Gerlich, den
kannst du nicht vergleichen, weil das ist eine andere Motivation,
das ist eine andere Zeit.


Lukas


Ist es ein anderer Beweggrund? Genau das sind einfach zwei
unterschiedliche Art und Weisen, Widerstand zu leisten oder halt
aktiv passiv Widerstand zu leisten, je nachdem, wie man das halt
definiert.


Ralph


Okay.


Lukas


Ja, das war meine Folge zum Thema Widerstand. Und dazu habe ich
das Therese Neumann Museum in Konnersreuth und das Museum auf der
Burg Falkenberg besucht.


Ralph


Sehr. Ja, einiges gelernt. Ich weiß auch gar nicht, ob ich in den
Museen mal war. Also in Konnersreuth war ich noch nicht im
Museum. Hast du auch gesagt, es relativ neu und Falkenberg wie
neu ist das?


Lukas


Ich glaube 2021.


Ralph


Ja, nee, dann war ich da auch auf keinen Fall drin. Aber die Burg
Falkenberg, klar, die sagt mir was. Und ich glaube, ich war da
früher auch mal.


Lukas


Wir haben ja jetzt noch eine Folge in unserem 12. September.
Special übrig. Worum wird es denn in der nächsten Folge gehen?


Ralph


In der nächsten Folge wird es um das Leben an der Grenze gehen.
Das ist ja Grenzregion und im Laufe der Geschichte der
Jahrhunderte, auch der vergangenen zehnte hat sich da ja einiges
getan. Auch jetzt. Du hast die Sowjetunion angesprochen. Der
Zusammenbruch der Sowjetunion hat sich einiges geändert und das
hatte dann auch enorme Auswirkungen auf die Menschen vor Ort.


Ralph


Und ich habe unter anderem mit jemandem gesprochen, dessen Leben
sich wirklich radikal dadurch verändert hat.


Lukas


Ich bin sehr gespannt. Also es bleibt historisch auf jeden Fall
super spannend. Das war die dritte Folge des September Specials
von Bitte nicht anfassen, Museum mal anders. Gemeinsam mit dem
Zwölfer, dem Museumsbund in der nördlichen Oberpfalz, der Museen
im Landkreis Tirschenreuth. Diese Folge wurde auch unterstützt
von der Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern.


Ralph


Wenn euch dieser Podcast gefallen hat, wenn euch die Folge
gefallen hat, dann teilt sie doch unseren Freunden, Familie,
Verwandten, Arbeitskollegen, Arbeitskolleginnen. Wir freuen uns
über alle, die uns hören. Auch über Feedback. Ihr erreicht uns
entweder über Social Media, Instagram oder per Mail.


Lukas


Bis dahin.


Ralph


Bis dahin ciao.


Der Beitrag Zwoelfer-Special Folge 3: Burgherren, Bauernmädchen
und der Kampf gegen den Nationalsozialismus erschien zuerst auf
Escucha.


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