Menschen, die auf Enten starren – Von einer mutigen Übersetzerin, einem akribischen Fan und viel Widerstand

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BITTE NICHT ANFASSEN! #34 Das Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach
41 Minuten

Beschreibung

vor 1 Jahr

BITTE NICHT ANFASSEN! #34 Das Erika-Fuchs-Haus in
Schwarzenbach 


Show Notes 


Schmutz, Schund, Mittel zur Verdummung – so wurden Comics in den
50er Jahren von vielen Menschen bezeichnet. In den USA gab es
heftige TV-Debatten, Behörden prüften, ob das Lesen von Comics zu
Gewalttaten führe, und Menschen verbrannten in der Öffentlichkeit
Comic-Hefte. Only in America? Nein, auch in Deutschland. 


Aber eine Frau mit dicken Brillengläsern verteidigte das Medium
Comic: Erika Fuchs.  


Sie war die erste Chefredakteurin des damals neu entstandenen
Micky Maus -Magazins und übersetzte die englischen Texte ins
Deutsche. Aus Halloween wurde Fasching/Karneval, aus Vroom Brumm.
Viele Anspielungen aus ihrer Wahlheimat Schwarzenbach an der
Saale haben es ins Magazin geschafft, aber auch Zitate aus Werken
Goethes und Schillers sowie der Popmusik. 2015 hat ihr der Ort
ein Museum gewidmet, das Erika-Fuchs-Haus.  


In dieser Folge machen wir einen #deepdive in die Welt der
Comics, insbesondere Entenhausens. Wir lernen Museumsleiterin
Joanna Straczowski kennen und Jakob Breu, der als Donaldist in
seiner Freizeit wissenschaftliche Arbeiten über den Kosmos von
Dagobert, Donald und Co. verfasst. #kannmanmalmachen 


Außerdem: ein Exkurs zur Frage, was eigentlich Comics
auszeichnet.  


#podcastdeutsch #museenentdecken #wissenschaft #museum #franken
#bayern #Geschichte #schwarzenbach #comic #mickymaus #disney
#donald #donaldist 


~~~~~~~ 


Hilfreiche Links: 


Ein Foto vom Liporello:
https://www.escucha.de/wp-content/uploads/EFH_Simon_Schwartz_Fuchs_Biografie.jpg 


Ein Foto aus der Entenhausener Ausstellung:
https://www.escucha.de/wp-content/uploads/EFH_Dauerausstellung_Donald-scaled.jpg 


Infos zu den Verbrennungsaktionen:
https://giubanski.wordpress.com/2016/12/12/buecherverbrennung-der-kreuzzug-der-bibliotheken-gegen-comics/ 


https://kingkalli.de/comics-vor-60-jahren-im-schmoekergrab-verbrannt-heute-in-aachen-gefeiert


Über den Comics Code in den USA:
https://en.wikipedia.org/wiki/Comics_Code_Authority# 


Zum Erikativ:
https://de.wikipedia.org/wiki/Inflektiv#:~:text=Der%20Inflektiv%20wird%20scherzhaft%20auch,wurde%20sie%20aber%20schon%20fr%C3%BCher 


Literatur Comics richtig lesen von Scott McCloud:
https://www.carlsen.de/softcover/comics-richtig-lesen/978-3-551-74817-1?srsltid=AfmBOorF1dnzpKJELlyHMKyMjCysmrtNFBC-DTzswB0BTghAfmnep1gd 


Über die Geschichte des Comics:
https://cle.ens-lyon.fr/allemand/arts/bande-dessinee/die-geschichte-des-comics-in-deutschland 


Offizielle Homepage der deutschsprachigen Donaldisten:
https://www.donald.org/ 


Direktlink zu Jakob Breus Arbeit über die Geschichte
Entenhausens:
https://www.donald.org/uploads/downloads/Forschung/2024_Jakob%20Breu_Eine%20kurze%20Geschichte%20Entenhausens_s-w.pdf 


~~~~~~~ 


Infos zum Museum 


Erika-Fuchs-Haus – Museum für Comic und Sprachkunst 
Bahnhostraße 12 


95126 Schwarzenbach 


https://www.erika-fuchs.de


~~~~~~~ 


über BITTE NICHT ANFASSEN!:  


Woran denkst du beim Wort Museum? An weltberühmte
Ausstellungsstücke wie Sarkophage ägyptischer Pharaonen, an
Gemälde von Picasso oder an technische Erfindungen wie das
Automobil? Denkst du an das Deutsche Museum in München, das
Pergamon-Museum in Berlin oder an das Städel in Frankfurt? Wir –
das sind Ralph Würschinger und Lukas Fleischmann – denken beim
Wort Museum an etwas Anderes: an Milbenkäse, Mausefallen, an
Flipper-Automaten, Nummernschilder oder auch an Gartenzwerge.
Denn die schätzungsweise 7.000 Museen in Deutschland haben so
viel mehr zu bieten als das Angebot der großen Häuser. 


Mit „BITTE NICHT ANFASSEN – Museum mal anders“ begeben wir uns an
kleine Orte, in Seitengassen großer Städte, um die kleinen und
alternativen Ausstellungen zu finden, von denen du vermutlich
noch nie gehört hast. 


Pro Monat erscheint eine Folge, für die einer von uns beiden ein
besonderes Museum besucht und sich mit dem jeweils anderen
darüber austauscht. Dabei kommen Museumsbetreiberinnen und
-betreiber zu Wort, aber auch die Exponate an sich werden hörbar
gemacht. 


Dieser Podcast ist für Museumsliebhaber, für Mitarbeiter aus dem
Museumsbereich und für alle, die sich für Kunst, Kultur und
Technik-Geschichte interessieren und skurrile Stories
mögen. 


BITTE NICHT ANFASSEN! ist eine Produktion von Escucha – Kultur
für's Ohr. 


Mehr Infos auf https://www.escucha.de/bitte-nicht-anfassen/ 


 
~~~~~~~ 


 
Kontakt: 
Instagram: https://www.instagram.com/bittenichtanfassen_podcast/
 
E-Mail: info[at]escucha.de  


~~~~~~~ 


Wollt ihr uns unterstützen?  


Dann schaut doch auf unserer Steady-Seite vorbei:
https://steadyhq.com/en/bitte-nicht-anfassen  


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Podcast-Credits:  
  


Sprecher: Lukas Fleischmann, Ralph Würschinger  
Produktion: Escucha GbR  
Podcast-Grafik: Tobias Trauth;
https://www.instagram.com/don_t_obey/ ; Dall-E
Intro/Outro: Patrizia Nath (Sprecherin)
https://www.patrizianath.com/, Lukas Fleischmann
(Musik)  


Wenn euch der Podcast gefällt, dann abonniert uns und
empfehlt uns weiter. Welches Museum sollen wir unbedingt
vorstellen? Schreibt uns eure Vorschläge! 


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Transkript 


Teaser-Ton 


Dinge wie Thanksgiving und Halloween. Das kannte man hier noch
nicht so richtig in den Fünfzigern und das musste sie ja auch
irgendwie für ein deutsches Publikum aufarbeiten und hat dann
daraus eben den Faschingsumzug gemacht. Oder das Erntedankfest.
 


Intro 


Bitte nicht anfassen. Museum mal anders. Ein Podcast von
Escucha. 


Lukas 


Einen wunderschönen guten Tag und herzlich willkommen zu Bitte
nicht anfassen. Museum mal anders. Mein Name ist Lukas. 


Ralph 


Und mein Name ist Ralph. 


Lukas 


Und in diesem Format nehmen wir euch mit zu ganz verrückten
kleinen alternativen Museen, die jenseits der großen Häuser nicht
ganz unbedingt in den Zentren der Städten sind, vielleicht doch
manchmal ein bisschen außerhalb. Und die Idee ist, dass wir
einmal im Monat dem anderen ein Museum vorstellen. Und der andere
hat wiederum keine Ahnung, wo der eine war. Und das sorgt für
Geschichten, die skurril sind, die verrückt sind, die für
ordentlich Fun Facts auf Partys sorgen. 


Und, Ralph, im September hatten wir ja ein kleines Special. 


Ralph 


Genau da hatten wir eine Kooperation mit einem Museumsverbund im
Landkreis Tirschenreuth in der Oberpfalz. Das Zwoelfer heißt er,
und da haben wir anstatt eine Folge pro Monat vier Folgen
gemacht. Es ging beispielsweise um Zoigl. Das ist eine ganz
besondere Braukunst, die es eigentlich nur in der Oberpfalz gibt.
Es ging auch um die Glasherstellung auf traditionelle Art und
Weise, also um das Glasblasen. 


Aber auch den Unterschied zum Glasmachen. Es ging noch um
Mystizismus am Rande, um NS Widerstand. 


Lukas 


Ja, genau. 


Ralph 


Und was hatten wir in der vergangenen Folge? Weißt du das
noch? 


Lukas 


Da warst du mit Karl Schneider in einem untergegangenen Dorf in
Lohhäuser, was heute in Tschechien ist, aber eben damals in
Bayern lag, also ein wirklich eine total spannende Folge, was
alles an dieser Grenze passiert ist und was das Leben an der
Grenze mit den Menschen gemacht hat. 


Ralph 


Ja, sehr gut, dass du sogar noch den Namen Lohhäuser drauf
hast. 


Lukas 


Na ja, weil ich das total spannend fand. Genau. Und das heißt
aber, das wir jetzt quasi wieder in den regulären BNA Modus
reinkommen. Und da ich im August dran war den regulären BNA Modus
einzuleiten und jetzt mal eine Ausnahme war, heißt es, dass ich
heut eigentlich nichts machen muss, sondern nur mich auf deine
Vorstellung freu. 


Ralph 


Lukas, Du kennst doch bestimmt den Begriff bildende Kunst. 


Lukas 


Ja?  


Ralph 


Was stellst du dir darunter vor? Was gibt es da so? 


Lukas 


Na ja, halt verschiedene Formen der bildenden Kunst, also
Malerei, Bildhauerei, äh, vielleicht Fotografie, Zeichnungen,
irgendwie so was in der Richtung. 


Ralph 


Und es gibt auch eine sogenannte neunte Kunst. Kannst du dir
vorstellen, was das sein könnte? 


Lukas 


Neunte Kunst, also irgendwas, was mit einer klassischen bildenden
Kunst zu tun hat, aber ein bisschen außerhalb davon steht.
Performance? 


Ralph 


Nein, nein, ist es nicht. Comic wird oft als die neunte Kunst
bezeichnet. 


Lukas 


Okay. 


Ralph 


Darum wird es heute gehen. 


Ja, es geht um Comics. Und zwar Ich war im Erika Fuchs Haus in
Schwarzenbach an der Saale. 


Lukas 


Ja. 


Ralph 


Das liegt ja in Oberfranken. Und das Museum, das widmet sich eben
Comics, aber auch vor allem den Werken von Erika Fuchs, nach der
das Haus benannt ist. Und die hat einen wirklich sehr großen
Anteil daran, wie wir Comics in Deutschland lesen. Ja, also in
der kommenden Folge, da geht es um Nachkriegsdeutschland, um
Nerds. Und es geht um das Unsichtbare. 


Lukas 


Also gut, ich bin gespannt. 


Ralph 


Also ich bin mit dem Zug nach Schwarzenbach an der Saale
gefahren, vor gar nicht allzu langer Zeit. Gute Anbindung zum
Glück. Und wenn man da aussteigt, am Bahnhof und den Bahnsteig
verlässt, dann findet man da sehr schnell Fußspuren auf dem
Asphalt. Gelbe Fußspuren, aber nicht Menschliche Fußspuren,
sondern tierische Spuren mit Schwimmhäuten dazwischen. Und wenn
man dieser Spur folgt, so 3 bis 4 Minuten, dann kommt man zu dem
Museum, zum Erika Fuchs Haus. 


Und das musst du dir so vorstellen, dass am Vorplatz da ist es
gepflastert. Da hat man so ein paar Stelen aufgestellt, wo auch
Comickunst drauf ist und man hat eine ganz große Glasfront. Und
wenn man reinschaut in dieses Museum, dann sieht man erst mal den
Museumsshop. Und da liegen ganz, ganz viele verschiedene Comics,
Comicbücher, Comichefte aus. Und ich habe mich mit Joana
Straczowski getroffen. 


Sie ist Leiterin des Museums und hat mich durch die Räume
geführt. Es sind insgesamt 600 Quadratmeter. 


Lukas 


Wow. 


Ralph 


Ja, und dort geht es eben, wie gesagt, um das Leben der
Namensgeberin Erika Fuchs. Aber dazu soll dir die Leiterin
einfach kurz mal was erzählen. 


Joana Straczowski 


Die Biografie ist in Form eines Comics dargestellt, das ja so ein
bisschen Liporello-artig würde ich sagen, in den Raum
reingestellt ist, ist von hinten beleuchtet. Erika Fuchs ist ja
in Rostock geboren, also im hohen Norden im Dezember, am 7.
Dezember 1906. Aber sie hatte eben das Glück, dass sie in ein
wohlhabendes Elternhaus eingebunden ist. Sie hat Kunstgeschichte
studiert, hat dann auch in Kunstgeschichte promoviert, war in
London, war in Lausanne, und als sie dann in München war, hat sie
den Günter Fuchs kennengelernt. 


Und der Günter Fuchs ist wiederum aus Schwarzenbach. Und so hat
sich das Ganze dann ergeben, dass die doch sehr weitgereiste
Erika Fuchs in das kleine, aber feine Schwarzenbach an der Saale
gekommen ist. 


Lukas 


Alles klar, was ist denn ein Liporello? 


Ralph 


Das ist so was Auffaltbares, Längliches wie so ein Banner im
Endeffekt. Und den kann man dann von links nach rechts
lesen. 


Lukas 


Ah, okay, alles klar. 


Ralph 


Ja, und so ist das halt in einem Comic angeordnet. 


Lukas 


Das heißt, wenn ich das richtig verstanden habe, Du gehst da rein
und dann sieht erst mal das Leben der Erika Fuchs. Aber im
Comic. 


Ralph 


Ja, das ist nicht das Allererste, was du siehst. Aber ja, genau.
Und Joana Straczowski hat ja schon gesagt, dass dann Erika Fuchs
nach Schwarzenbach an der Saale gekommen ist. Das war 1932 und
ein Jahr später hat sie dann ihr erstes Kind bekommen. Ein paar
Jahre später dann das zweite Kind und der Günter Fuchs, der sie
nach Schwarzenbach geführt hat, war zu der Zeit Geschäftsführer
in einem Mittelstandsunternehmen und im Rahmen des Zweiten
Weltkriegs wird er dann eingezogen und ist beim Militär als
Ingenieur tätig. 


Unter anderem verbessert er zum Beispiel Panzer und ist auch zu
einem gewissen Grad an der Entwicklung der V2 Rakete beteiligt.
Als dann die Fabrik von den Amerikanern eingenommen wird,
kooperiert Günter Fuchs und kommt dann relativ bald wieder nach
Schwarzenbach zurück. Jetzt wenn wir uns schon nach dem Krieg
befinden. Dann ist es ja so, dass Deutschland ja dann in Zonen
eingeteilt war. 


Das hatten wir ja auch schon in einer der Spezialfolgen mal
gleich behandelt. Und Bayern war ja in der amerikanischen Zone
und damit kamen ja auch amerikanische Einflüsse ins Land, also
Coca Cola, Rock'n'Roll, Nike  


Lukas 


T Shirts.  


Ralph 


Hast du da eine kleine Anekdote zu? 


Lukas 


Na ja, aber das hatten wir doch im Elvis Museum, dass das mit
Elvis und mit dem Rock n Roll gekommen ist. Und die Jeans ist ja
nach Bayern gekommen und das hatten wir ja beim Levi Strauss
Museum, was ja auch in Oberfranken ist, dass die Jeans erst nach
dem Zweiten Weltkrieg populär wurde. 


Ralph 


genau. 


Ralph 


Folge Nummer 3? 


Lukas 


Irgendwie so was. Ja, Frühwerk. 


Ralph 


Ja, ja, ja, genau. Und es kamen eben auch Comics nach
Deutschland. Und Comics waren zu dem Zeitpunkt in den USA sehr
populär. Also innerhalb von wenigen Jahre sind da die
Verkaufszahlen an die jährlichen Verkaufszahlen von 180 Millionen
auf 540 Millionen verkaufter Comics gestiegen im Jahr 1948. Grund
dafür ist auch, weil die so günstig sind, die kosten ja nur
wenige Cent und deutsche Verlage haben dann darin auch Potenzial
gesehen. 


Dann war es eben so, dass die Erika Fuchs eines Tages kontaktiert
worden ist. 


Joana Straczowski 


Und der neu gegründete Ehapa Verlag damals hatte sie dann
gefragt, ob sie sich vorstellen könnte, diese neuartigen Jugend-
und Kinderheftchen zu übersetzen, die in in Amerika, in Amerika
oder in englischsprachigen Ländern natürlich schon der große Hit
waren. Erika Fuchs war am Anfang sehr skeptisch. Sie hatte sich
das vielleicht jetzt nicht so unbedingt vorstellen können, hat
sich dann aber ein bisschen Bedenkzeit eingeräumt und es dann mit
ihrem Ehemann ins Gespräch gegangen. 


Und der fand die Idee ganz gut. Der hat sie darin auch bestärkt
und hat gesagt Ach, schau mal, da kann bestimmt was draus werden,
Probier's einfach mal! Und Erika Fuchs hat sich dann auch nach
ersten Zweifeln recht schnell für ihre Arbeit entschieden und hat
gesagt Ja, das mach ich. 


Lukas 


Alles klar. Ich habe aber nicht verstanden. Warum sind sie denn
jetzt genau auf die Erika Fuchs zugegangen? 


Ralph 


Ja, die hat sich vorher schon als Übersetzerin einen Namen
gemacht, weil sie Readers Digest übersetzt hatte. Ah, na ja, und
jedenfalls hat sie sich dann darauf eingelassen und die Zweifel
wurden dann relativ schnell aus dem Weg geräumt, weil die erste
Ausgabe, die wurde dann schon rund 130.000 Mal verkauft. 


Lukas 


Was war das für eine Ausgabe? 


Ralph 


Das war die Ausgabe vom Micky Maus Magazin. Sagt dir das
was? 


Lukas 


Na ja, kennt man ja, oder? 


Ralph 


Also, hattest du das mal in der Hand, oder kennst du das nur vom
Sehen? 


Lukas 


Na, ich kenne das halt noch aus meiner Kindheit oder Jugend. Da
gab es ja das Micky Maus Magazin, wo es immer so o Spielzeuge mit
dabei gab. Genau. Also ich hab das bestimmt mal gekauft. Ich weiß
nicht, ob es das heute noch gibt, aber damals auf jeden
Fall. 


Ralph 


Genau. Es gibt es heute auch noch. Tatsächlich. Und dieses dieses
Billo Spielzeug, das gibt es auch schon relativ lang, das gab es
noch nicht von Anfang an, aber das hat sich dann relativ schnell
etabliert. Trotz oder vielleicht auch wegen des Erfolgs haben
halt immer mehr Leute von diesem Magazin erfahren. Und es sind
halt auch Stimmen laut geworden, die dann angefangen haben, diese
Comics zu kritisieren. 


Und das war auch in den USA so, deswegen machen wir einen kleinen
Ausflug noch mal zurück in die USA. Da war es nämlich so, dass
eben eine Gegenbewegung aus Lehrkräften und
Bibliotheksmitarbeitenden entstanden ist, die Comics als
Schundliteratur betitelt haben und darin halt eine Gefahr für das
Leseverhalten der Kinder gesehen haben. Und das Ganze wurde dann
noch befeuert. 


1954 von einem amerikanischen Psychiater, der eine Studie
herausgebracht hat, wonach Comics die Leser und Leserinnen halt
gewalttätiger mache. 


Lukas 


Na ja. 


Ralph 


Und im selben Jahr gab es dann auch eine Umfrage, nach der 70 %
der US Bevölkerung Comics daran die Schuld geben an der
gestiegenen Jugendkriminalität. 


Lukas 


Es ist logisch, dass das Micky Maus Heftchen Gewalt verherrlicht.
Das sind halt Studien und Erhebungen aus den 50er und 60er. Ich
meine, es ist verrückt, wie viel wir heute noch an Mythen
glauben, die da an den 50er und 60 ern in irgendwelchen
pseudowissenschaftlichen psychologischen Instituten gemacht
worden sind. Dieses Gefangenenexperiment, alles Mögliche, das ja
alles ist ja alles aus der Zeit. 


Also mich wundert da gar nichts. Ja. 


Ralph 


Aber ich finde es trotzdem krass, weil ich hab ich mich so ein
bisschen reingefuchst und es war halt jetzt nicht nur einfach so
hier eine Umfrage und da der Psychiater. Es gab dann auch TV
Debatten, es wurde extra eine Kommission, so ein US Komitee
gegründet zur Bekämpfung von Jugendkriminalität. Und es hat dann
so eine Anhörung im Fernsehen gemacht, wo dann eben Verleger
befragt worden sind und die Verleger kamen da relativ schlecht
weg, so sodass nach der Ausstrahlung dann in mehreren Städten,
also der Protest dann so groß war, dass sie dann Comics verbrannt
haben und dass es auch Forderungen nach Zensur gab. 


Lukas 


Irre. 


Ralph 


Und im selben Jahr hat dann auch eine Vereinigung von
Comicverlegern, Vorgaben erarbeitet mit dem Ziel, halt die Comics
sittlicher zu machen den Comics Code. Und da stand zum Beispiel
drin, dass keine Nacktheit mehr gezeigt werden dürfte, dass Worte
wie Horror oder Terror nicht beim Namen auftauchten dürften und
auch, dass Homosexualität, Scheidungen und Flüche sowie
Drogenkonsum nicht mehr Bestandteil von Comics sein
sollten. 


Lukas 


Und das war vorher der Fall. 


Ralph 


Das war vorher der Fall. Ja, es gab ja auch Comics, die also
Extra Horror Comics gab's zum Beispiel Geschichten aus der Gruft,
Das ist ja vielleicht auch was, was man kennen könnte, weiß ich
nicht. Ja, und der sich nicht daran gehalten hat, der hat von
dieser Vereinigung halt kein Prüfsiegel bekommen. Was jetzt nicht
so schlimm wirkt, aber es war so, dass dann viele Läden halt
keine Comics mehr ohne Prüfsiegel verkauft haben und erst viele
Jahrzehnte später, weil wir befinden uns ja jetzt gerade 1954 und
die Folgejahre. 


Ralph 


Aber erst 1989 wurden dann die Beschränkungen im Verkauf
eingestellt und Homosexualität durfte dann wieder thematisiert
werden, sodass es ein Prüfsiegel gab. 


Lukas 


Das hat bis 1989 gab's diese Zensur, um dieses Prüfsiegel zu
bekommen? 


Ralph 


Ja. 


Lukas 


Das ist ja verrückt. 


Ralph 


Ja, dieses Prüfsiegel, das gibt es ja sogar immer noch
offiziell. 


Lukas 


Okay. 


Ralph 


Aber es sind halt dann nach und nach mehr Verlage abgesprungen.
Wobei echt große Verlage relativ lang dabei geblieben sind. Also
Marvel war bis 2001 dabei und DC Comics ja, Verleger von Batman
bis 2011. 


Lukas 


Krass. 


Ralph 


Und in Deutschland war es dann ähnlich. Also jetzt nicht 2011,
sondern in Deutschland. Was dann? Zur selben Zeit, also von Erika
Fuchs war es dann ähnlich, das auch ganz viel Diskussion gab.
1953 wird dann Gesetz über die Verbreitung jugendgefährdende
Schriften erlassen und das führt dann auch zur Gründung, zur
Institution, die heute als Bundeszentrale für Kinder und
Jugendschutz bekannt ist. 


Ah und Comics, das ist auch ein Fun Fact. Comics werden zu den
ersten überhaupt initiierten Schriften in Deutschland gezählt.
Ja, und weil jetzt die USA so krass klang in Deutschland gab es
tatsächlich auch extreme Aktionen, sag ich mal. Also da war es
dann so, dass es die Schmökergrabaktionen gab. Hast du von denen
schon mal gehört? 


Lukas 


Nein. 


Ralph 


Also 1954 war das. Das waren sogenannte Tauschaktionen, bei denen
Kinder und Jugendliche ihre Bücher und vor allem Comics gegen
gute, Spannende und Jugendliteratur bei Bibliotheken eintauschen
konnten. Und in der Stadt Hagen wurden da 15.000 Comics
eingesammelt. Und was mit denen passiert ist, ist nicht so leicht
zu verifizieren. Ich hab da ein bisschen recherchiert, aber es
gibt auf jeden Fall Quellen, die nahelegen, dass die Comics
verbrannt und vergraben worden sind. 


Deswegen ja auch Schmökergrab. Und zum Beispiel in Aachen. Da
habe ich zum Beispiel Beweise dafür gefunden, dass bei einem
Martinsfeuer 1958 Comics verbrannt worden sind. 


Lukas 


Verrückt. 


Ralph 


In Deutschland war es so, dass Erika Fuchs sich in TVDebatten
dafür eingesetzt hat, Comics aus dieser Schundecke heraus zu
hieven, weil sie war zu dem Zeitpunkt Chefredakteurin des Micky
Maus Magazins und war im Endeffekt ja, sie war dafür zuständig,
diese Comics um Donald, Micky Maus usw zu übersetzen. Und das hat
sie dann relativ gut verteidigt. Dazu Joana Straczowski. 


Joana Straczowski 


Sie hat mit ihren Übersetzungen immer wieder versucht, eben
einmal auch bildungsbürgerliche Elemente, also Zitate aus
Schiller, aus Goethe, aus berühmten Sagen, auch teilweise von
Richard Wagner Elemente da einzufügen und dann aber auch
gleichzeitig wieder aus der Populärkultur, also auch Texte aus
Schlagerliedern oder dergleichen. Sie hat da wirklich eine bunte
Mischung gemacht, und das hat die Comics besonders anspruchsvoll,
denke ich, gemacht und gerade auch für eine Leserschaft im
Nachkriegsdeutschland noch mal neuen Reiz hervorgerufen, weil
dann eben auch Worte vielleicht mal gefallen sind, die nicht
jedes Kind kannte, aber die dann natürlich intellektuell noch mal
gefordert haben.  


Ralph 


Sie hat halt gewisse Freiheiten in der Übersetzung und nutzt das
dann, um ja einen gewissen Bildungsauftrag sozusagen umzusetzen.
Ja, also dieses Museum widmet sich ja dem Leben von Erika Fuchs,
aber auch der Arbeitsweise von Erika Fuchs. Und da gibt es einen
Raum, wo man zum Beispiel die Schreibmaschine von ihr sieht, und
daneben liegen Blätter und auch ihr Notizbuch, wo es halt
reingeschrieben hat, wie sie was übersetzt hat. 


Aber wie dieser Prozess genau ablief, das soll dir mal Johanna
Strakowski erklären. 


Joana Straczowski 


Man sieht hier Originaldokumente auch aus ihrem Haus, also aus
dem Nachlass von Erika Fuchs. Sie hat im Prinzip die englischen
Originale zugeschickt bekommen. Sie konnte aber zum Beispiel die
Farben gar nicht sehen. Also das hat auch am Anfang vor allem für
Probleme oftmals gesorgt, weil sie natürlich nur raten konnte,
welche Farbe dann irgendwelche Kleidungsstücke oder so hatten.
Und man sieht in den Sprechblasen das Englische. 


Also ist ja im Allgemeinen relativ kurz im Vergleich zum
Deutschen. Und sie hat sich diese Blasen dann durchnummeriert und
anhand dieser Nummern dann eben die deutschen Übersetzungen auf
ein separates Blatt, dann abgetippt. 


Lukas 


Okay. Ja gut, das ergibt ja irgendwie Sinn, also. Aber warum hat
sie die Farben dann nicht gesehen? Hat sie dann nur Schwarz Weiß
Exemplare bekommen oder was? 


Ralph 


Ja, richtig. Die Blätter, die sie halt dann übersetzt hat. Das
ging dann zurück an Verlag. Der hat dann die Texte in die Comics
eingefügt, auch in diese Sprechblasen usw und das Ganze dann
schließlich farbig gedruckt und Herausforderungen, die Erika
Fuchs bei der Übersetzung zu meistern hatte, waren zum Beispiel
auch kulturelle Unterschiede zu den USA. Vom Verlag bekam sie
dafür aber sehr viel Freiraum. 


Joana Straczowski 


Dinge wie Thanksgiving und Halloween, das kannte man hier noch
nicht so richtig in den Fünfzigern und das musste sie ja auch
irgendwie für ein deutsches Publikum aufarbeiten und hat dann
daraus eben den Faschingsumzug gemacht. Oder das
Erntedankfest. 


Lukas 


Ja, okay, das gibt ja auch Sinn. 


Ralph 


Und eine weitere Leistung, die sogar nach ihr benannt ist, ist
der Erikativ. Hast du von dem schon mal gehört?  


Lukas 


Nein. 


Ralph 


Also der Erikativ, das sind so Wörter wie quietsch, seufz,
grübel. 


Lukas 


Ah okay. 


Ralph 


Also so Infinitive, wo dann was weggenommen wird und die
untermalen halt so Gemütszustände oder gestische Handlungen. Und
Erika Fuchs, ja, die hatte ja natürlich auch die Aufgabe,
genannte Soundwords zu übersetzen Bumm oder so und das passiert
ja meist auf lautmalerische Art und Weise. Und hier schieb ich
jetzt mal einen kleinen Exkurs ein Was ist ein Comic? 


Denn da gibt es auch wirklich Abhandlungen darüber, was ein Comic
ist. Und ich habe eine Abhandlung gelesen von Scott McCloud. Der
ist selbst Comiczeichner und -theoretiker und der bezeichnet die
Comickunst als sequentielle Kunst, Das heißt, der Comic wird erst
zum Comic durch die Abfolge von Bildern. Also ein Einzelbild ist
kein Comic, aber hat man zwei, hat man schon eine Abfolge. 


Und möglich macht auch diese Abfolge oder diese Rezeption der
Abfolge der sogenannte Rinnstein. Das ist die Abtrennung bzw. der
Platz zwischen den Kästchen, zwischen Kästchen eins und zwei
beispielsweise. Da ist ja nichts zu sehen. Das ist das
unsichtbare. Aber unser Verstand erkennt, dass ein Zusammenhang
zwischen dem ersten Bild und dem zweiten Bild bestehen muss und
dadurch reimt man sich ja irgendwas oder fantasiert man sich was
zusammen, was eigentlich nicht da ist? 


Es kann aber auch eine Detailaufnahme sein oder ein anderer
Blickwinkel oder ein anderer Ort, an dem gleichzeitig was
passiert. Und Scott beschreibt das sehr schön als Zitat:
“Zwischen den Panels ist nichts zu sehen, aber unsere Erfahrung
sagt uns, dass dort etwas sein muss. 


Lukas 


Okay. Woher kommt denn eigentlich der Comic? Wer hat den Comic
erfunden? 


Ralph 


Wer hat Comic erfunden? Eine ganz schwierige Frage. Also Comic
gibt es schon sehr, sehr lange. Und der älteste Comic, der stammt
aus dem Jahr 1400 vor Christus aus Ägypten und erzählt von einer
Getreideernte. Und der besteht nur aus Bildern. Also das sind
jetzt keine Worte oder Sprechblasen oder so dabei. Im elften
Jahrhundert, da haben wir dann was, was schon Wörter drin hat,
nämlich den Teppich von Bayeux. Also der Teppich von Bayeux ist,
wie der Name schon sagt, ein Teppich mit bildlichen Darstellungen
von der Eroberung Englands durch William, den Eroberer stammt aus
dem elften Jahrhundert und da findet man auch schon
Beschreibungen. Beschreibungstexte zu Bildunterschriften, aber
immer noch keine Sprechblasen, denn da dauert es dann noch mal
viele Jahrhunderte, bis die auftauchen. Nämlich erst im Ende des
19. Jahrhunderts im amerikanischen Comic The Yellow Kid, also das
gelbe Kind. 


Da sprechen aber nur die Nebencharaktere in Sprechblasen, weil
das Yellow Kid, das hat das, was es sagt, auf seinem gelben
Nachthemd draufstehen. 


Lukas 


Okay. 


Ralph 


Kommen wir mal zurück zu Erika Fuchs und zum Museum Erika Fuchs.
Die war ja noch bis 1988 Chefredakteurin des Micky Maus Magazins
und du hast ja auch schon erwähnt, dass du das noch in den Händen
gehalten hast. Und es gibt es auch immer noch in den 90er Jahren,
was am auflage auflagenstärksten. Da hat es eine Auflage von
einer Million. 


Lukas 


Krass.  


Ralph 


Heutzutage ist es wirklich stark zurückgegangen, da hat die
Auflage nur noch 60.000 Stück. Und das Museum, das musst du dir
hands on tatsächlich vorstellen, auch wenn wir jetzt dieses
Leporello zum Anschauen hat und eine Schreibmaschine usw, da gibt
es auch trotzdem sehr viele Stationen, wo man das machen kann. Es
gibt zum Beispiel eine Station, wo man ja eine Explosion zieht
und das Mikrofon aufgestellt und dann kannst du da Boom oder was
rein machen, rein sprechen. 


Oder es gibt auch andere Sachen, wo man Sprechblasen beschreiben
kann und es gibt auch Entenhausen. 


Joana Straczowski 


Das Ganze hier basiert tatsächlich auch auf den Zeichnungen von
Carl Barks. Carl Barks ist ja eben einer der großen
Disneyzeichner, der vor allem für Donald so relevant ist. Und
alles, was Sie hier sehen, sind eigentlich Carl Barks Zeichnungen
im Großformat, die dann eben uns ermöglichen, als Besucherinnen
und Besucher durch Entenhausen durchzulaufen, die Werkstatt von
Daniel Düsentrieb anzugucken, sich genauer in Donalds Haus
umzusehen. 


Wir haben dann natürlich auch Emil Erpel. Das ist der der Gründer
von Entenhausen. Wir haben die entsprechenden Soundeffekte. Also
man hört eben Kirchenglocken, Autohupen, Wir haben den
Geldspeicher von Onkel Dagobert, der darf natürlich nicht
fehlen. 


Lukas 


Okay, das heißt, Sie haben diesen Miniatur Entenhausen dann im
Museum nachgebaut? 


Ralph 


Ja, richtig. Es ist auch richtig schön. Das kann ich jetzt gar
nicht so wirklich beschreiben. Ich kann ja schon mal ein Foto
reinhauen. Das muss man, muss man sich angucken vor Ort. Das ist
wirklich schön. Vor allem für Kinder ist es natürlich toll. Aber
ich fand's auch schön. Ein schöner, bunter Raum einfach. Und es
gibt noch einen Tisch, den fand ich sehr interessant. 


Ein Tisch mit einer digitalen Platte oder einem digitalen
Bildschirm drauf. Auf diesem Bildschirm sieht man die Stadtkarte
von Entenhausen und man kann darum klicken und sich angucken, was
für Sehenswürdigkeiten es gibt. Das ist wirklich sehr aufwendig
gestaltet. Dazu soll dir aber Joana Straczowski was
erzählen. 


Joana Straczowski 


Da kann man dann noch mal sehen, wo Erika Fuchs ihre Inspiration
aus dem Fichtelgebirge in die Entenhausen Comics hat einfließen
lassen. Und so kann jede Besucherin, jeder Besucher noch mal ganz
konkret nachgucken. Aber wo taucht denn zum Beispiel der
Ochsenkopf auf? Oder wo taucht das Cafe Rheingold auf? Oder wo
sind einzelne Figuren, auch die hier in Schwarzenbach, also
Menschen, die es wirklich gab? 


Das ist also unser ich sag immer Alleinstellungsmerkmal, weil wir
sind das real existierende Entenhausen. Erika Fuchs hat ihre
eigene Umgebung hier diese Stadt wirklich für die Inspirationen
ihrer Übersetzungen genommen. 


Lukas 


Also ist in den deutschen Übersetzungen von Micky Maus Magazin
Das ganze Fichtelgebirge dabei. 


Ralph 


Und auch ganz viel Schwarzenbach tatsächlich also Name der
örtlichen Bäckerei findet sich also insgesamt 60 Einwohner und
Geschäftsleute werden auch namentlich genannt. Das Elektriker
heißt eben dabei Konditor. Alles mögliche. 


Lukas 


Ja, krass, was du vorhin gesagt. Sie hat bis 1988 das gemacht.
Ja, dann war sie ja, weil du hast gesagt, sie ist 1906 Geborenen,
hat selbst mit 82 Jahren aufgehört. 


Ralph 


Ja, richtig, das hat sie lange gemacht. Und was ich so
faszinierend auch fand an dieser Karte, die ist ja nicht von Carl
Barks oder von einem offiziellen Comiczeichner gefertigt worden,
sondern von einem deutschen Fan. Der hat unzählige Comics von
Carl Barks ausgewertet und mithilfe eines Stichwortregisters hat
er geguckt, wo steht welches Haus, was sie immer im Hintergrund
oder daneben? Und anhand dieser ganzen Hinweise hat er diese
Karte gebaut. 


Und die Fertigstellung dieser Karte hat 13 Jahre gedauert. 


Lukas 


Ja, krass. 


Ralph 


Es ist halt so, dass diese Comics um Micky Maus und Donald die
haben so eine große Fangemeinde und offensichtlich auch eine
echte Bedeutung für die Leute. Dass sich daraus ein Kult
entwickelt hat und in vielen Ländern, so auch in Deutschland,
aber auch in Skandinavien gibt es dazu extra Vereine. In
Deutschland heißt der. 


Deutsche Organisation nicht kommerzieller Anhänger des lauteren
Donaldismus, kurz Donald. 


Die hat sich 1977 gegründet und Stand heute hat die rund 1200
Mitglieder im deutschsprachigen Bereich also gar nicht so wenig.
Und die haben diese Prämisse, dass sie die Geschichten von Carl
Barks nicht als fiktiv auffassen, sondern als wahre
Tatsachenberichte, die dann auch eben ja Wirklichkeit
wiedergeben. Und ausgehend davon erforschen die Entenhausen, also
das ganze Universum und verfassen wissenschaftliche Arbeiten
darüber. 


Lukas 


Hä? Verstehe ich nicht. 


Ralph 


Ja, also die sagen das, was wir lesen von Carl Barks. Es ist kein
Roman, kein fiktiver Text, sondern es ist ein Sachtext. Das sind
Erlebnisberichte, Das sind wahre Begebenheiten, die da
geschrieben hat. Wenn da diese Geschichten von Donald und so
stattfinden. 


Lukas 


Noch mal kurz ein Gang zurück zu Carl Barks, der war
Chefzeichner, das heißt, der hat auch die Geschichten erfunden,
oder was? 


Ralph 


Genau. Carl Barks ist der, der Dagobert Duck erfunden hat und
noch einige andere Charaktere wie Daniel Düsentrieb zum Beispiel.
Ich glaube auch Tick, Trick und Track. Und er hat ganz viele
Geschichten geschrieben über dieses, über Entenhausen. Und diese
Geschichten fassen die Donaldisten eben als Erlebnisberichte auf,
als Tatsachenberichte. Also nutzen die quasi als Quelle und
verfassen da wissenschaftliche Arbeiten drüber. 


Zum Beispiel habe ich da Arbeiten gefunden mit dem Titel
Abfallwirtschaft in Entenhausen oder physikalische, anatomische
und soziokulturelle Grundlagen der Entenhausener Psychoakustik
und systematisches Verzeichnis von Donald's Berufen bei Carl
Barks usw. Da gibt es richtig viel und die treffen sich auch
jedes Jahr zu dem Kongress. 


Lukas 


Der Wahnsinn. 


Ralph 


Und da wird dann der Professor Püstele Preis vergeben für
besonders tolle wissenschaftliche Arbeiten. Und ich, lieber
Lukas, ich hatte die Ehre, mit einem der beiden diesjährigen
Preisträger zu sprechen, mit Jakob Breu, der 27 Jahre alt ist,
also ein vergleichsweise junger Donaldist. Das sind sonst schon
eher ältere Leute. Der wohnt in Wien und ist Historiker und sein
geschichtliches Interesse? Ja, das macht dann auch nicht vor
Entenhausen halt. 


Jakob Breu 


Also ich habe versucht, eigentlich ein Grundlagenwerk, ein
Überblickswerk über die gesamte Geschichte von Entenhausen, vom
Entenstern, wie man bei uns halt sagt, zu schreiben. Also eben
nicht nur die Stadt, wo Donald und Dagobert usw wohnen, sondern
auch alles darüber hinaus. Noch was, wo sie hinreisen, wen sie
dort treffen, was man über die jetzt erfahren kann. Da geht es
dann auch natürlich. 


Es ist so, es ist so, umfasst eigentlich alles so von
Architektur, von Bekleidung, von allem Möglichen, womit man sich
halt auch als Historiker beschäftigen kann.  


Lukas 


Noch mal, ich verstehe es immer noch nicht zu 100 %, das heißt,
der liest jetzt alle Comics oder oder alles was es gibt und
denkt, das ist jetzt wirklich die reale Welt und sein Ziel ist,
eine umfangreiche Geschichte von Entenhausen zu schreiben. 


So als wäre, als würde ich mich jetzt keine Ahnung in Stadtarchiv
München setzen, weil ich eine neue Stadtgeschichte über München
schreiben will. 


Ralph 


Ja, so kann man das verstehen. Also die Donaldisten, die beziehen
sich eigentlich nur auf Carl Barks, auf die Geschichten von Carl
Barks. Und da gibt es 600 Stück und die nehmen das als Quelle für
wissenschaftliche Arbeiten. Die nehmen das an sich ernst, so
innerhalb dieser Donaldisten. Aber denen ist Klar, das ist
einfach Quatsch. Und sie machen es halt aus Spaß. Also die
glauben jetzt nicht dran. Es ist keine
Verschwörungstheorie. 


Lukas 


schon klar. 


Ralph 


Ja, ja, ich wollte es nur mal klarstellen. 


Lukas 


Man weiß ja nie. 


Ralph 


Ja, und der hat halt diese ganzen Comics auch daheim, hat er mir
erzählt, der hat diese 600 Geschichten, und zwar drei Mal und hat
die sich halt angeguckt. Und herausgekommen ist dann eine
80-seitige Arbeit, die kann ich auch gern verlinken, die findet
man im Internet und er saß sieben Jahre dran. Aber natürlich
nebenbei. Ja, und da gab es natürlich auch einige
Herausforderungen, weil er möchte es ja wissenschaftlich gut
aufarbeiten. 


Jakob Breu 


Was einem dann schnell auffällt, ist das, dass die ganzen
Jahreszahlen und ein Gutteil der Jahreszahlen passen einfach
nicht zusammen. Gut, jetzt kann man natürlich sagen, die Autor
und Zeichner bzw Übersetzerin haben sich halt nicht so wahnsinnig
viel dabei gedacht. Aber es ist natürlich etwas, was dann, was
dann eben auch das Schöne ist an unserer Donaldismus und unserer
wissenschaftlichen Herangehensweise, dass man dann versucht,
genau solche Widersprüchlichkeiten oder irgendwelche originellen
oder nicht so originellen wie auch immer Theorien dafür zu
finden, die das erklären. 


Und dann habe ich das Ganze mit einer sozusagen sehr, sehr
abgedrehten physikalischen Theorie von Macro Microzeit versucht
zu klären. 


Ralph 


Jetzt, nachdem er ja schon einen geschichtlichen Abriss über
Entenhausen verfasst hat, der Jakob Breu, hat er auch schon die
nächste Idee für ein Forschungsprojekt. 


Jakob Breu 


Ich habe jetzt mal einen kleinen Artikel vor zu Betrugsverhalten
von Tieren in Entenhausen. Ich habe bemerkt, dass Donald vor
allem zum Beispiel Vögeln sagen Wir sind vor allem mal Vögel.
Immer ganz interessante, einfallsreiche, unfreundliche Spitznamen
gibt. Ich habe festgestellt, dass sich dieses Tier auch noch
besonders unfreundlich verhält und man teilweise sogar. Und es
betrifft auch noch andere Tiere. 


Also im Endeffekt unterstelle ich sozusagen mal diesen diesen
Tieren, dass sie, dass sie, dass sie absichtlich die Leute quälen
und betrügerisch handeln. Das ist so ungefähr die These. Also er
liest sich jetzt alle 600 Comics noch mal durch und will dann
quasi eine Abhandlung darüber schreiben, ob Donald Duck jetzt
irgendwie feindselig gegenüber Vögel ist, weil die in der Regel
so assoziiert sind. 


Ralph 


Er stellt halt eine These auf und die versucht er halt zu belegen
oder zu widerlegen, nämlich dass Tiere wie zum Beispiel der
Vogel, der genannt worden ist, dass die betrügerisch sind und
dass sie eigentlich falsch dargestellt sind im Comic. Und da
überlegt es sich, gibt es da nicht vielleicht Beweise dafür, dass
die Tiere das auch verdient haben, weil sie irgendwelche
betrügerischen Geschäfte durchziehen oder so. 


Lukas 


Okay. 


Ralph 


Es ist eine andere Welt. Ich fand es auf jeden Fall sehr
faszinierend, dass man sich das so ja, dass er so viel Zeit
investiert und sich das so reinfuchsen und auch extra dann auf
die Kongresse immer fährt und die Vorträge hält und so. Ich
finde, das verdeutlicht halt trotzdem, was für einen Einfluss
diese Comics und auch was für eine Bedeutung diese Comics für
Leute haben. 


Also ich könnte mir jetzt nicht vorstellen, Donaldist zu werden.
Das wäre jetzt ein bisschen zu krass. 


Lukas 


Ich auch nicht. 


Ralph 


Hab ich auch so gedeutet ja. Aber es ist trotzdem erstaunlich.
Und da möchte ich jetzt mal wieder weg von Entenhausen zu den
Comics an sich, dass Comics ja schon längst aus dieser
Schundliteratur Ecke draußen sind, also die Comics, die
beeinflussen ja uns. Und jeder von uns kennt Comics und hat
irgendwie mit Comics zu tun. Comics befruchten Kunstgattungen,
die wie Pop Art zum Beispiel. 


Ralph 


Es gibt Comicfestivals, Conventions, wo sich Leute wie
Comicfiguren verkleiden. Es gibt die Marvel Filme, die
unglaublich erfolgreich sind und das findet man leider im Erika
Fuchs Haus eher weniger. Aber es gibt da trotzdem auch ein paar
Gegenstände, die ausgestellt sind, also Merchandise. Menschen als
Gegenstände zum Beispiel. Da gibt es ja viel und es gibt auch ein
paar Kuriositäten und eine davon, die möchte ich dir nicht
vorenthalten. 


Joana Straczowski 


Also für mich wirklich kurios war dieses Feuerzeug. Das ist ein
Feuerzeug aus dem Vietnamkrieg und da es hinten damit ich es auch
richtig vorlese, lese ich sie ab. Darauf eingeritzt Der Tod ist
mein Geschäft und das Geschäft lief gut. Und vorne drauf ist eine
selbst eingravierte Donaldfigur zu sehen. Also da sieht man dann
auch noch mal, wie weit die Disneyfiguren natürlich auch noch in
allen Varianten für Propaganda teilweise auch verwendet wurden,
aber dann eben auch für die Soldaten während des Kriegs, die sich
dann ihre Figuren da in die in die Feuerzeuge haben rein
gravieren lassen. 


Das finde ich schon sehr seltsam. So dieses dieses martialische
Kriegsmotto und dann der lustige Donald vorne drauf. 


Lukas 


Ja, auf jeden Fall. 


Ralph 


Und diese Bibliothek mit dieser Kuriosität, die befindet sich am
Ende des Museums. Und ich wollt jetzt zum Ende dieser Folge auch
noch mal Joana Straczowski fragen, wohin sich denn die Comics
entwickeln. 


Joana Straczowski 


Allgemein kann man sagen, dass einfach Mangas, also diese
japanischen Comics, die ja wirklich mit Anime fallen, auch also
in meiner Jugend so in den Neunzigern schon sehr beliebt geworden
sind, dass das ein riesen Trend ist. Das hat sich denke ich auch
einfach die letzten Jahre noch mal verstärkt, auch über Internet,
soziale Medien, Cosplay. Und da sind einfach diese ästhetischen
Elemente aus Manga Comics einfach noch mal viel bewusster in
Deutschland wahrgenommen worden. Mangas nehmen tatsächlich einen
großen Platz auch bei den Comicverlagen ein. Und dann denke ich,
ist es hier in Deutschland auch weiterhin so, dass schon auch da
Anspruch besteht, die Comics eben mit ernsten Themen durchaus
auch aufzustellen. Also dass man wie jetzt bei der
Sonderausstellung, die bei uns ab August geplant ist, auch ein
schweres Thema wie den Holocaust in Comicform darstellt, also die
Erinnerungen an diese fürchterlichen Verbrechen dann eben in
Bildsprache umsetzt. 


Und das ist eine große Leistung. Also da hat damals mit Maus,
also den kennt man wahrscheinlich das Buch hat einen
Pulitzerpreis gewonnen Art Spiegelman hat da den Grundstein für
so was gelegt, dass eben Bildgeschichten nicht nur dieses
Schenkelklopfer, haha sind, sondern eben auch solche
geschichtlichen Themen sehr seriös und sehr ernsthaft auch
behandeln können. 


Ralph 


Sagt dir Maus was? 


Lukas 


Ja, kenn ich. 


Ralph 


Hast du es Gelesen? 


Lukas 


Nee, aber ich kenne das von der Ästhetik. Ich habe vielleicht mal
einige Seiten gelesen oder so, aber nicht ein ganzes Buch. 


Ralph 


Ich hab den gelesen. Fand ich sehr eindrücklich. Auch dass so
schon viele Jahre her und tatsächlich ist es bei mir ja so, also
ich finde das super interessant alles. Aber so wirklich Comics
lesen mache ich eigentlich fast gar nicht. Ich weiß nicht, wie
ist das bei dir? 


Lukas 


Ich verbringe sehr viel Zeit in Frankreich und in Frankreich sind
Comics zum Beispiel viel größer als in Deutschland. Hier gibt es
überall Comicläden und alle haben Comics zu Hause. Das ist total
verrückt. Kenne ich so aus Deutschland überhaupt nicht. Für mich
kenne ich das so in Deutschland. Du bist Comicleser wegen Micky
Maus Magazin, oder Lustiges Taschenbuch. 


Oder eben Mangas dann in der Pubertät und dann irgendwann
verlierst du so diese Leidenschaft für Comics. Wenn du also aus
dem Gröbsten draußen bist. Und hier in Frankreich habe ich den
Eindruck, ist es ganz anders. Da wird das ganze Leben lang
werden. Da komme ich in Kauf, dass auch die Kultur viel größer.
Ich meine, du hast ja mit Belgien die Comicnation
nebendran. 


Die Franzosen selbst haben ja auch sehr viele Comics gemacht.
Also das ist ganz anders. Ich hab den Eindruck, dass wir in
Deutschland keine wirkliche Comicnation sind. 


Ralph 


Ja, den Eindruck habe ich auch. Aus meinem eigenen Leben ist es
ja auch so, dass wenn ich jetzt mit meinen Eltern drüber rede
oder so, die würden sofort sagen Comics ist irgendwas für Kinder,
das ist doch keine erwachsene Person. 


Lukas 


Ja, genau. 


Ralph 


Und ich glaube, wir haben einfach. Also wir haben ja schon
Comiczeichner und Zeichnerinnen in Deutschland. Aber irgendwie
ist es nie so wirklich in den Mainstream gedrungen, habe ich den
Eindruck. 


Lukas 


Zumindest nicht für Erwachsene. Ja, oder vielleicht war das
irgendwann mal so, aber ab dem Zeitpunkt, wo du in Deutschland zu
alt bist, um in der Pubertät Mangas zu lesen. Ja, also du schaust
dir vielleicht irgendwelche Anime Serien an oder so was, aber das
ist ja dann auch kein Comic mehr. Das ist ja dann eher
Zeichentrickfilm. Hm, also das heißt Comic im Sinne von
sequentielle Bildabfolge, so wie du das in deinem Intermezzo da
erklärt hast, Ja, keine Ahnung. 


Ralph 


Ja, eigentlich ein bisschen schade, weil ich find dass Comic ja
schon viel Potenzial hat. Und tatsächlich habe ich auch zwei
Graphic Novels. Das ist ja auch ein Comic. Ich hab sapiens von
Harari zum Beispiel und auch das geheime Leben der Bäume von
Wohlleben und find das ja ganz toll, weil es ja zugänglicher sein
müsste. Aber jetzt weiß ich natürlich auch nicht die genauen
Verkaufszahlen, aber ich finde auf jeden Fall die Entwicklung
ganz gut. 


Lukas 


Also generell würdest du sagen, hatte das Museum und das Thema
auf jeden Fall gut gefallen, oder Das habe ich schon so raus
gehört. 


Ralph 


Ich fand's total spannend und find es auch nach wie vor spannend,
das Comic Thema. Also ich habe vorher nie von diesen Donaldisten
gehört gehabt. 


Das ist irgendwas sehr spezielles, aber ich mag halt so nerdige
Sachen. Das fand ich ganz cool. Und vor allem ich fand auch die
Aufbereitung im Museum sehr abwechslungsreich. Du hast dieses
bunte Entenhausen, Dann hast du diesen Comic, der das Leben von
Erika Fuchs erzählt. Dann hast du ganz viel Station, wo du was
machen kannst. Also nicht nur für Kinder, was sondern eigentlich
ist das Familienmuseum würde ich jetzt mal beschreiben. 


Lukas 


würde ich mir auf jeden Fall angucken. 


Ralph 


Hast du noch Fragen zum Museum? Zu Erika Fuchs, sonst in der
Nähe? 


Lukas 


Aktuell nicht! Vielen Dank auf jeden Fall für die sehr
umfangreiche Vorstellung mit Intermezzo, mit Donaldisten Portrait
und dann mit dem Exkurs Quo vadis Comiclandschaft? Ähm, nee, also
es war zu viel Information für mich. Erstmal denke ich, bin ich
soweit befriedigt. 


Ralph 


Was ist denn Thema der nächsten Folge? Kannst du so was
erzählen? 


Lukas 


Ja, die nächste Folge wird sich drehen, um eine Religion. Um eine
Religion, die ursprünglich aus Westafrika kommt. Eine Religion,
die Popkultur und unser Leben viel mehr beeinflusst hat, als wir
uns das vorstellen. Und die, würde ich mal sagen in 95 % der
Fälle missverstanden wird und gleichzeitig und da kann ich ja
auch schon mal drauf hinweisen, Ralph, wirds eine Kooperation
geben mit einem Podcast und zwar mit dem Podcast Heldendumm und
da könnt ihr euch also kannst du dich, da könnt ihr euch auf
jeden Fall sozusagen auf eine kleine Doppelfolge freuen. Es wird
einmal in bei uns um das Museum gehen, von dem ich gerade erzählt
habe. Und dann geht es im Podcast Heldentum, zu dem ich
eingeladen bin, um einen Menschen, der genau diese Religion auf
ziemlich brutale Art und Weise missbraucht hat, um sich um an die
Macht zu kommen und um lange an der Macht zu bleiben. 


Ralph 


Okay, das reicht jetzt, aber du hast dazu wirklich sehr, sehr
viel verraten. 


Lukas 


Ja. 


Ralph 


Gut, dann würd ich sagen, verabschiede ich uns mal in Art der
Donaldisten und sag ja bis zum nächsten Mal und Duck auf! 


Der Beitrag Menschen, die auf Enten starren – Von einer mutigen
Übersetzerin, einem akribischen Fan und viel Widerstand erschien
zuerst auf Escucha.


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