Was denkst du über den Valentinstag?

Was denkst du über den Valentinstag?

Jana und Maite im Gespräch
26 Minuten
Podcast
Podcaster
Der queerfeministische Generationen-Podcast der frauenseiten Bremen.

Beschreibung

vor 1 Woche
Rote Rosen, teure Geschenke und romantische Dinner zu zweit – der
Valentinstag ist jedes Jahr allgegenwärtig. Gleichzeitig löst er
bei vielen Menschen längst ambivalente Gefühle aus. In der neuen
Folge des Podcasts "Von Boom bis Z " sprechen Jana und Maite
darüber, was der 14. Februar heute noch bedeutet, welche
Erwartungen damit verbunden sind und für wen dieser Tag eigentlich
gemacht ist. Schulzeit-Erinnerungen und Erwartungsdruck Beide
gehören der Gen Z an und teilen ähnliche Erinnerungen an ihre
Schulzeit: Rosenverkäufe in den Klassen, öffentliche
Liebesbotschaften und das bange Hoffen, selbst „auserwählt“ zu
werden. Rückblickend beschreiben sie diese Rituale als ausgrenzend,
leistungsorientiert und stark von heteronormativen Vorstellungen
geprägt. Wer keine Rose bekam, blieb sichtbar zurück und wurde früh
mit romantischen Idealen und Vergleichen konfrontiert. Zwischen
Konsum, Normen und Alternativen Ein zentrales Thema der Folge ist
die Kommerzialisierung des Valentinstags. Maite erläutert, dass die
Rosenpreise im Gartencenter, in dem sie arbeitet, zu dieser Zeit
stark ansteigen. Das wirft die Frage auf: Wie viel Bedeutung kann
ein Geschenk wirklich haben, wenn es aus sozialem Druck gekauft
wird? Jana und Maite betonen ausdrücklich, dass es nicht
grundsätzlich falsch ist, Liebe zu feiern. Das Problem liegt darin,
dass Liebe auf ein einziges Beziehungsmodell reduziert wird. Der
Valentinstag spricht nach wie vor überwiegend monogame,
heterosexuelle Paare an. Queere Menschen, Singles oder Menschen,
die keine romantische Beziehung suchen, werden dabei oft
ausgeschlossen. Deshalb gilt der Galentine’s Day (13. Februar) als
wichtige Alternative: ein Tag, um Freundschaften zu feiern.
Gemeinsam Zeit verbringen, kochen, einander wertschätzen – ganz
ohne Shopping-Stress. Laut Jana und Maite ist dieser Ansatz
Ausdruck einer persönlichen und zugleich politischen Haltung. Auch
romantische Komödien und Romance-Romane kommen zur Sprache. Trotz
ihrer oft klischeehaften Darstellungen gestehen Jana und Maite ein,
diese Formate gelegentlich als „Guilty Pleasure“ zu genießen.
Entscheidend sei, Fiktion und Realität voneinander zu trennen – und
Beziehungen nicht mit unrealistischen Medienbildern zu vergleichen.
Zum Abschluss betonen sie die Bedeutung offener Kommunikation: ob
und wie man Valentinstag feiern möchte, welche Wünsche und Grenzen
bestehen – und dass man sich dabei nicht von Social Media, Werbung
oder äußeren Erwartungen leiten lassen muss. Liebe zeigt sich nicht
an einem bestimmten Datum, sondern in bewusster Zuwendung,
gegenseitigem Respekt und gelebter Verbundenheit. Selina Yener

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