Also sprach Zarathustra - Kapitel 3-5 - Von den Lehrstühlen der Tugend - Von den Hinterweltlern - Von den Verächtern des Leibes
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Beschreibung
vor 6 Monaten
Von den Lehrstühlen der Tugend
Untertitel: Kritik an der schlafmachenden Moral
Geschichte: Zarathustra hört einem Weisen zu, der lehrt, dass das
Ziel der Tugend ein guter Schlaf sei. Dieser Weise predigt
Selbstüberwindung, Frieden mit dem Nächsten und Gehorsam
gegenüber der Obrigkeit, alles nur, um nachts gut ruhen zu
können. Zarathustra lacht innerlich über diese Lehre.
Aussage: Die konventionelle Tugendlehre ist eine "Schlaf-Moral".
Sie zielt nicht auf ein waches, schaffendes und risikobereites
Leben ab, sondern auf Bequemlichkeit und das Vermeiden von
Störungen. Für Zarathustra ist eine solche "Weisheit" nur eine
Form von geistiger Trägheit.
Von den Hinterweltlern
Untertitel: Absage an Jenseitsglauben und Metaphysik
Geschichte: Zarathustra gesteht, dass er einst selbst an eine
jenseitige Welt glaubte ("Hinterwelt"). Er sah die Welt als das
Werk eines leidenden Gottes. Doch er erkannte, dass solche Götter
und Jenseitswelten nur von Menschen erdachte Illusionen sind,
geboren aus Leid, Müdigkeit und der Verzweiflung am eigenen
Körper und an der Erde. Er lehrt nun, dem Körper und der Erde
treu zu bleiben und den "Sinn der Erde" zu schaffen.
Aussage: Religion und Metaphysik ("Hinterwelten") sind
Fluchtversuche vor dem Diesseits. Sie entwerten das Leben, den
Körper und die Erde. Die wahre Aufgabe des Menschen ist es, sich
von diesen Illusionen zu befreien und einen neuen, erdverbundenen
Sinn zu schaffen.
Von den Verächtern des Leibes
Untertitel: Der Körper als Sitz der wahren Vernunft
Geschichte: Zarathustra wendet sich an jene, die den Körper
verachten. Er erklärt, dass der Mensch vollständig Leib ist und
die Seele nur ein Wort für "ein Etwas am Leibe" ist. Der Leib ist
eine "grosse Vernunft", während der "Geist" nur ein kleines
Werkzeug davon ist. Hinter den Gedanken und Gefühlen steht ein
mächtigerer Gebieter, das "Selbst", welches im Leibe wohnt. Die
Verachtung des Leibes entsteht, weil das Selbst nicht mehr die
Kraft hat, über sich hinaus zu schaffen, und sich deshalb vom
Leben abwendet.
Aussage: Der Körper ist nicht minderwertig, sondern die
eigentliche Quelle unserer Vernunft und unseres Willens. Das
"Selbst", die treibende Kraft im Menschen, ist untrennbar mit dem
Leib verbunden. Die Ablehnung des Körpers ist ein Zeichen von
Dekadenz und Lebensfeindlichkeit.
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