Also sprach Zarathustra - Kapitel 6-8 - Von Den Freuden Und Leidenschaften - Vom Bleichen Verbrecher- Vom Lesen Und Schreiben
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Beschreibung
vor 6 Monaten
Von den Freuden- und Leidenschaften
Untertitel: Die Veredelung der Triebe zu Tugenden
Geschichte: Zarathustra lehrt, dass Leidenschaften nicht böse
sind. Sie sind die Wurzel, aus der Tugenden wachsen. Indem man
seine Leidenschaften auf ein höheres Ziel ausrichtet, werden sie
zu schaffenden Kräften ("Freudenschaften"). Alle Teufel können zu
Engeln werden. Der Kampf zwischen den eigenen Tugenden ist jedoch
unvermeidlich, denn jede Tugend strebt nach der Vorherrschaft.
Aussage: Moral besteht nicht darin, Leidenschaften zu
unterdrücken, sondern sie zu kultivieren und zu veredeln. Die
Triebe sind die Energiequelle des Menschen; sie müssen auf ein
schöpferisches Ziel gelenkt werden, um zu Tugenden zu werden.
Vom bleichen Verbrecher
Untertitel: Psychologie der Tat und Überwindung der Rache
Geschichte: Zarathustra betrachtet einen zum Tode verurteilten
Verbrecher. Er erklärt den Richtern, dass ihr Töten Mitleid und
keine Rache sein solle. Er analysiert die Psyche des Verbrechers:
Nicht die Tat selbst, sondern das "Bild der Tat" hat ihn bleich
gemacht und zerstört. Seine Seele wollte Blut, nicht Raub; seine
Vernunft aber konnte diesen "Wahnsinn" nicht begreifen und
überredete ihn zu einem Raub, um die Tat zu rationalisieren.
Aussage: Nietzsche kritisiert das Konzept der Rache im
Strafrecht. Er fordert ein psychologisches Verständnis für den
Verbrecher. Die Tat ist oft nur der Ausbruch unterdrückter
Triebe, die die schwache Vernunft nicht kontrollieren kann.
Anstatt von "Sünder" oder "Bösewicht" sollte man von "Kranker"
oder "Thor" sprechen.
Vom Lesen und Schreiben
Untertitel: Die Verkörperung von Weisheit und der Geist der
Schwere
Geschichte: Zarathustra erklärt, dass er nur das liebt, was mit
Blut geschrieben ist, denn "Blut ist Geist". Wahre Weisheit muss
verkörpert und gelebt, nicht nur gelesen werden. Er verachtet die
"lesenden Müssiggänger". Er beschreibt seinen eigenen Weg als
einen von Gipfel zu Gipfel, der Mut erfordert. Er identifiziert
seinen größten Feind als den "Geist der Schwere", der alles nach
unten zieht. Diesen Geist tötet man nicht durch Zorn, sondern
durch Lachen.
Aussage: Wissen muss tief und existenziell sein, nicht
oberflächlich und akademisch. Der größte Gegner auf dem Weg zur
Höhe ist der "Geist der Schwere" – Pessimismus, Nihilismus, und
die Last alter Werte. Die Überwindung geschieht durch Lachen,
Leichtigkeit und Tanz, die höchsten Ausdrücke eines freien
Geistes.
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