Also sprach Zarathustra - Kapitel 12-14 - Vom neuen Götzen - Von den Fliegen des Marktes - Von der Keuschheit

Also sprach Zarathustra - Kapitel 12-14 - Vom neuen Götzen - Von den Fliegen des Marktes - Von der Keuschheit

3 Minuten

Beschreibung

vor 6 Monaten

Vom neuen Götzen





Untertitel: Der Staat als Feind des Individuums





Geschichte: Zarathustra erklärt, was der "Staat" ist: das
kälteste aller kalten Ungeheuer. Er lügt, wenn er behauptet,
"Ich, der Staat, bin das Volk". In Wahrheit wurde er für die
"Viel-zu-Vielen", die Überflüssigen, erfunden. Er lockt sie an,
verschlingt die Individualität und dient den Predigern des Todes.
Wo der Staat aufhört, beginnt erst der Mensch, der nicht
überflüssig ist.





Aussage: Der Staat ist ein "neuer Götze", der an die Stelle
Gottes getreten ist. Er ist eine anonyme Macht, die Konformität
erzwingt, das Individuum erdrückt und die schöpferische Kraft
lähmt. Der freie Geist muss sich vom Staat distanzieren, um
seinen eigenen Weg zu gehen.





Von den Fliegen des Marktes





Untertitel: Die Flucht vor dem Lärm der Öffentlichkeit





Geschichte: Zarathustra rät seinem Freund, in die Einsamkeit zu
fliehen. Der "Markt" (die Öffentlichkeit) ist voll von Lärm,
giftigen "Fliegen" (kleinen, neidischen Menschen) und
Schauspielern, die Ruhm suchen. Das Große geschieht abseits von
Markt und Ruhm. Die giftigen Fliegen stechen den Einsamen aus
Neid und Rache.





Aussage: Ein schaffender Geist muss sich vor der Öffentlichkeit
und ihrer oberflächlichen Meinungsmache schützen. Der "Markt" ist
ein Ort der Eitelkeit und des Neides, der wahre Größe nicht
versteht und versucht, sie zu vernichten. Die Einsamkeit ist
notwendig, um Großes zu schaffen.





Von der Keuschheit





Untertitel: Die Zweideutigkeit der Enthaltsamkeit





Geschichte: Zarathustra stellt fest, dass Keuschheit für einige
eine Tugend, für viele aber beinahe ein Laster ist. Bei letzteren
ist sie nur unterdrückte Sinnlichkeit, die sich neidisch in all
ihrem Tun zeigt. Er rät jenen, denen die Keuschheit schwerfällt,
davon ab, damit sie nicht zum Weg in die "Hölle" – zu "Schlamm
und Brunst der Seele" – wird. Er rät nicht zur Tötung der Sinne,
sondern zur "Unschuld der Sinne".





Aussage: Keuschheit aus Schwäche oder unterdrückter Lust ist
wertlos und heuchlerisch. Sie führt zu psychologischer
Vergiftung. Wahre Reinheit liegt in der "Unschuld der Sinne",
einer natürlichen und nicht-neurotischen Haltung zur
Sinnlichkeit, die frei von schlechtem Gewissen ist.

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