Also sprach Zarathustra - Kapitel 18-20 - Vom Wege des Schaffenden - Von alten und jungen Weiblein - Vom Biss der Natter

Also sprach Zarathustra - Kapitel 18-20 - Vom Wege des Schaffenden - Von alten und jungen Weiblein - Vom Biss der Natter

3 Minuten

Beschreibung

vor 6 Monaten

Vom Wege des Schaffenden





Untertitel: Die Qualen und die Kraft der Einsamkeit





Geschichte: Zarathustra spricht zu dem, der in die Einsamkeit
gehen will, um ein Schaffender zu werden. Er warnt ihn vor den
Gefahren: Man wird an sich selbst leiden, sich selbst als Feind
begegnen und sich in der eigenen Flamme verbrennen müssen, um neu
zu werden. Man muss sein eigenes Gutes und Böses schaffen und
sich selbst Richter und Rächer sein. Der schlimmste Feind ist man
sich selbst.





Aussage: Der Weg des Schöpfers ist ein Weg der radikalen
Einsamkeit und der härtesten Selbstkonfrontation. Um neue Werte
zu schaffen, muss man sich von der "Herde" und ihrem Gewissen
lösen und bereit sein, immense innere Qualen auszuhalten. Nur
durch diese Zerstörung und Selbstüberwindung kann man sich neu
erschaffen.





Von alten und jungen Weiblein





Untertitel: Zarathustras ambivalente Sicht auf die Frau





Geschichte: Zarathustra trifft ein altes Weiblein, das ihn
bittet, über die Frau zu sprechen. Er erklärt, der Mann sei für
die Frau ein Mittel zum Zweck, und der Zweck sei immer das Kind.
Der Mann wolle Gefahr und Spiel, weshalb er die Frau als das
"gefährlichste Spielzeug" begehre. Die Hoffnung der Frau solle
sein: "möge ich den Übermenschen gebären!". Das Weiblein gibt ihm
zum Dank eine "kleine Wahrheit" mit auf den Weg: "Du gehst zu
Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!".





Aussage: Dieses Kapitel spiegelt Nietzsches kontroverse und oft
als frauenfeindlich interpretierte Ansichten wider. Die Frau wird
auf ihre Rolle als Mutter und als "Spielzeug" für den Mann
reduziert. Ihre Bestimmung ist es, den Übermenschen
hervorzubringen. Das berühmte Peitschen-Zitat am Ende
unterstreicht eine Haltung der Distanz und Härte im Umgang mit
Frauen, die im Kontext des Buches als Teil der Selbstdisziplin
des Mannes gedeutet werden kann.





Vom Biss der Natter





Untertitel: Überwindung der Rache durch Großzügigkeit





Geschichte: Zarathustra wird im Schlaf von einer Natter gebissen,
schreit auf und erwacht. Anstatt sich zu rächen, dankt er der
Natter, weil sie ihn zur rechten Zeit geweckt hat. Die Moral
dieser Geschichte, erklärt er seinen Jüngern, ist die Überwindung
des Rachegedankens. Man solle einem Feind nicht Böses mit Gutem
vergelten, denn das beschämt, sondern beweisen, dass er einem
etwas Gutes angetan hat. Lieber solle man zürnen als beschämen.
Eine kleine Rache sei menschlicher als gar keine.





Aussage: Das traditionelle moralische Gebot, Böses mit Gutem zu
vergelten, wird als psychologisch unaufrichtig und beschämend
kritisiert. Zarathustra plädiert für eine noblere Form der
Auseinandersetzung mit Feinden, die auf Stärke und Großzügigkeit
basiert. Man soll sich über den Impuls der Rache erheben, aber
auf eine ehrliche und nicht heuchlerische Weise.

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