Also sprach Zarathustra - Kapitel 21-23 - Von Kind und Ehe - Vom freien Tode - Von der schenkenden Tugend

Also sprach Zarathustra - Kapitel 21-23 - Von Kind und Ehe - Vom freien Tode - Von der schenkenden Tugend

3 Minuten

Beschreibung

vor 6 Monaten

Von Kind und Ehe
Untertitel: Die Ehe als Wille zur Schöpfung des
Übermenschen
Geschichte: Zarathustra stellt einem jungen Mann, der heiraten
und Kinder haben möchte, die Frage, ob er ein Mensch sei, der
sich ein Kind wünschen darf. Ist er ein Siegreicher, ein
Selbstbezwinger?. Er definiert die Ehe als den "Willen zu Zweien,
das Eine zu schaffen, das mehr ist, als die es schufen". Dieses
Ziel ist der Übermensch. Er kritisiert die meisten Ehen als
"Armuth der Seele zu Zweien".
Aussage: Ehe und Fortpflanzung sind keine Selbstzwecke und
sollten nicht aus Bedürftigkeit oder Einsamkeit angestrebt
werden. Sie erhalten ihre wahre Berechtigung nur als bewusster
schöpferischer Akt, der auf die Hervorbringung eines höheren
Menschen, des Übermenschen, abzielt.
Vom freien Tode
Untertitel: Der Tod als Vollendung eines sinnerfüllten
Lebens
Geschichte: Zarathustra lehrt, dass viele zu spät und einige zu
früh sterben. Die Lehre lautet: "stirb zur rechten Zeit!". Wer
sein Lebensziel erreicht hat, soll den "freien Tod" wählen, einen
Tod, der aus eigenem Willen kommt und zur Vollendung des Lebens
wird. Dieser "vollbringende Tod" wird zu einem Stachel und
Gelöbnis für die Lebenden. Er kritisiert den Tod Jesu als zu früh
und unreif.
Aussage: Der Tod sollte nicht passiv erlitten, sondern aktiv als
Vollendung eines Lebens gestaltet werden. Ein selbstbestimmter
Tod zur rechten Zeit ist der Gipfel eines Lebens, das sein Ziel
erreicht hat. Dies steht im Gegensatz zum langsamen,
unfreiwilligen Dahinsiechen, das Zarathustra verachtet.
Von der schenkenden Tugend
Untertitel: Die Tugend des Gebens und der Abschied von den
Jüngern
Geschichte: Am Ende des ersten Teils verabschiedet sich
Zarathustra von seinen Jüngern an einem Kreuzweg. Er erklärt
ihnen das Wesen der "schenkenden Tugend", der höchsten Tugend.
Sie ist wie Gold: ungemein, unnützlich und leuchtend. Ihr Wesen
ist das unersättliche Verlangen, die in der Seele angehäuften
Reichtümer zu verschenken. Er fordert seine Jünger auf, ihm und
der Erde treu zu bleiben. Schließlich schickt er sie fort und rät
ihnen, sich gegen ihn zu wehren und ihn sogar zu verleugnen, um
sich selbst zu finden. Erst dann will er zu ihnen
wiederkehren.
Aussage: Die höchste Tugend ist nicht empfangend, sondern gebend
und überfließend. Sie entspringt einem inneren Reichtum. Ein
wahrer Lehrer will keine blinden Anhänger, sondern ermutigt seine
Schüler, ihren eigenen Weg zu finden, selbst wenn das bedeutet,
sich gegen den Lehrer zu stellen. Die Selbstfindung ist die
Voraussetzung für eine echte Wiederbegegnung.

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