Also sprach Zarathustra - Teil 2 - Kapitel 24-26 - Das Kind mit dem Spiegel - Auf den glückseligen Inseln - Von den Mitleidigen

Also sprach Zarathustra - Teil 2 - Kapitel 24-26 - Das Kind mit dem Spiegel - Auf den glückseligen Inseln - Von den Mitleidigen

3 Minuten

Beschreibung

vor 6 Monaten

Zweiter Theil





Das Kind mit dem Spiegel





Untertitel: Die Rückkehr aus der Einsamkeit und die Gefahr der
Entstellung





Geschichte: Nach Jahren in der Einsamkeit wächst in Zarathustra
die Ungeduld, wieder zu seinen Freunden zurückzukehren. Er hat
einen Traum, in dem ihm ein Kind einen Spiegel vorhält. Darin
sieht er nicht sich selbst, sondern die "Fratze und das
Hohnlachen eines Teufels". Er deutet dies als Zeichen, dass seine
Feinde seine Lehre entstellt haben und seine Liebsten sich nun
seiner Gaben schämen. Dies treibt ihn an, seine "verlornen"
Freunde zu suchen.





Aussage: Eine Lehre ist in Gefahr, wenn sie von Feinden oder
falschen Anhängern verzerrt und ins Gegenteil verkehrt wird. Der
Urheber einer Lehre muss immer wieder in die Welt zurückkehren,
um diese Entstellungen zu korrigieren und den wahren Sinn seiner
Botschaft wiederherzustellen.





Auf den glückseligen Inseln





Untertitel: Der Mensch als Schöpfer von Sinn und Übermensch





Geschichte: Zarathustra kommt zu den "glückseligen Inseln" und
spricht zu seinen Freunden. Er wiederholt, dass Gott eine
Mutmaßung ist und es keine Götter gibt. Er ruft die Menschen auf,
den Übermenschen zu schaffen. Die Welt soll nicht als gegeben
hingenommen, sondern durch den eigenen Willen, das eigene Bild
und die eigene Liebe neu geschaffen werden. Schaffen ist die
große Erlösung vom Leiden.





Aussage: Da Gott tot ist, fällt die Aufgabe der Sinngebung auf
den Menschen zurück. Die Welt hat keinen vorgegebenen Sinn; der
Mensch muss ihn selbst erschaffen. Der höchste schöpferische Akt
ist die Erschaffung des Übermenschen, was der Menschheit ein
neues Ziel gibt.





Von den Mitleidigen





Untertitel: Die Gefahr des Mitleids und die Notwendigkeit der
Scham





Geschichte: Zarathustra kritisiert die "Barmherzigen", die selig
in ihrem Mitleiden sind. Ihnen fehle es an Scham. Mitleid sei oft
aufdringlich und verletze den Stolz des Leidenden. Er erzählt,
dass der Teufel ihm sagte, Gottes Hölle sei seine Liebe (sein
Mitleid) zu den Menschen, und dass Gott an diesem Mitleiden
gestorben sei. Große Liebe, so Zarathustra, steht über dem
Mitleiden, denn sie will das Geliebte noch schaffen und stark
machen.





Aussage: Mitleid ist eine gefährliche Emotion. Es entspringt oft
nicht wahrer Stärke, sondern schwächt sowohl den Gebenden als
auch den Empfangenden. Es ist eine Form der Herablassung und kann
den Willen zur Selbstüberwindung lähmen. Eine schaffende, "harte"
Liebe, die den anderen zur Stärke erzieht, ist dem weichen
Mitleid überlegen.

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