Also sprach Zarathustra - Teil 2 - Kapitel 27-29 - Von den Priestern - Von den Tugendhaften - Vom Gesindel

Also sprach Zarathustra - Teil 2 - Kapitel 27-29 - Von den Priestern - Von den Tugendhaften - Vom Gesindel

3 Minuten

Beschreibung

vor 6 Monaten

Von den Priestern





Untertitel: Die Priester als Gefangene falscher Werte





Geschichte: Zarathustra begegnet Priestern und empfindet Mitleid
für sie. Er sieht sie als Gefangene, die von ihrem "Erlöser" in
die Bande falscher Werte und Wahnworte geschlagen wurden. Ihre
Lehren, so sagt er, sind aus Lücken in ihrem Geist entstanden,
die sie mit dem Wort "Gott" füllten. Ihr Glaube ist
lebensfeindlich; sie konnten Gott nicht anders lieben, "als indem
sie den Menschen an's Kreuz schlugen".





Aussage: Das Priestertum repräsentiert eine institutionalisierte
Lebensfeindlichkeit. Priester sind Verwalter einer Moral, die auf
Ressentiment, körperfeindlichen Werten und einem lückenhaften
Weltbild basiert. Sie halten die Menschen in geistiger
Gefangenschaft.





Von den Tugendhaften





Untertitel: Die wahre Tugend als Ausdruck des Selbst





Geschichte: Zarathustra kritisiert das gängige Verständnis von
Tugend. Viele Tugendhafte wollen für ihre Tugend "bezahlt sein"
mit Lohn oder einem Platz im Himmel. Er deckt die verborgenen,
oft unedlen Motive hinter der scheinbaren Tugend auf: bei manchen
ist sie nur ein Krampf unter einer Peitsche, bei anderen das
Faulwerden ihrer Laster. Wahre Tugend hingegen, so lehrt er, ist
das eigene, liebste Selbst und will keinen Lohn. "Dass eure
Tugend euer Selbst sei und nicht ein Fremdes, eine Haut, eine
Bemäntelung: das ist die Wahrheit aus dem Grunde eurer Seele".





Aussage: Konventionelle Tugend ist oft heuchlerisch und basiert
auf dem Wunsch nach Belohnung oder der Angst vor Strafe.
Authentische Tugend ist kein äußeres Regelwerk, sondern der
Ausdruck des innersten Wesens, des eigenen Willens und der
eigenen Kraft, ohne Hintergedanken an Lohn.





Vom Gesindel





Untertitel: Ekel vor der Mittelmäßigkeit der Masse





Geschichte: Zarathustra beschreibt seinen tiefen Ekel vor dem
"Gesindel". Das Gesindel vergiftet alles, was es berührt: die
Brunnen, die Worte, die Freuden. Es ist die Masse der Unreinen,
der Neidischen und der geistig Armen. Dieser Ekel trieb ihn in
die Höhe, wo er einen "Born der Lust" wiederfand, an dem kein
Gesindel mittrinkt.





Aussage: Die Masse ("Gesindel") wirkt nivellierend und vergiftend
auf alles Edle und Hohe. Der Ekel vor dieser Mittelmäßigkeit ist
eine treibende Kraft für den höheren Menschen, die ihn zur Flucht
in die Einsamkeit und geistige Höhe motiviert, wo er Reinheit und
wahre Freude finden kann.

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

15
15