Also sprach Zarathustra - Teil 2 - Kapitel 30-32 - Von den Taranteln - Von den berühmten Weisen - Das Nachtlied

Also sprach Zarathustra - Teil 2 - Kapitel 30-32 - Von den Taranteln - Von den berühmten Weisen - Das Nachtlied

3 Minuten

Beschreibung

vor 6 Monaten

Von den Taranteln





Untertitel: Die Gleichheits-Prediger als rachsüchtige Giftspinner





Geschichte: Zarathustra benutzt das Bild der Tarantel, um die
"Prediger der Gleichheit" zu beschreiben. In ihrer Seele sitzt
die Rache. Ihr "Wille zur Gleichheit" ist in Wahrheit der
"Tyrannen-Wahnsinn der Ohnmacht", der alles, was Macht hat,
herabziehen will. Ihre Gerechtigkeit will, dass die Welt "voll
werde von den Unwettern unsrer Rache". Dagegen setzt Zarathustra
seine Lehre: "die Menschen sind nicht gleich. Und sie sollen es
auch nicht werden!".





Aussage: Die Forderung nach radikaler Gleichheit entspringt nicht
der Gerechtigkeit, sondern dem Ressentiment und der Rachsucht der
Schwachen gegen die Starken. Das Leben selbst basiert auf
Ungleichheit, Wettbewerb und dem Streben nach Höhe. Wahre
Gerechtigkeit anerkennt diese Unterschiede.





Von den berühmten Weisen





Untertitel: Die Diener des Volkes statt der Wahrheit





Geschichte: Zarathustra kritisiert die "berühmten Weisen". Sie
haben dem Volk und seinem Aberglauben gedient, nicht der
Wahrheit. Sie sind wie Esel, die den Karren des Volkes ziehen.
Ein wahrhaftiger Geist hingegen ist jener, der in die "götterlose
Wüste" geht und sein verehrendes Herz zerbrochen hat. Diese
Weisen, so Zarathustra, verstehen nicht, was Geist wirklich ist:
das Leben, das sich an der eigenen Qual mehrt und in sich selbst
schneidet.





Aussage: Intellektuelle und Gelehrte, die vom Volk verehrt
werden, sind oft keine wahren Sucher der Wahrheit. Sie bestätigen
nur die bestehenden Vorurteile der Masse. Ein echter freier Geist
muss bereit sein, sich vom Volk zu entfremden und die Einsamkeit
der "Wüste" auf sich zu nehmen.





Das Nachtlied





Untertitel: Die Einsamkeit des Schenkenden





Geschichte: In einem lyrischen Monolog beklagt Zarathustra sein
Schicksal. Er ist Licht und kann die Dunkelheit nicht genießen.
Seine Natur ist es, zu schenken, aber er kennt nicht das Glück
des Nehmenden. Seine Fülle erzeugt in ihm den Wunsch, denen
wehzutun, denen er leuchtet, und seine Beschenkten zu berauben –
eine "Bosheit", die aus seiner Einsamkeit quillt. Er leidet an
seiner Unfähigkeit, nicht zu geben, und an der Kluft zwischen
Geber und Nehmer.





Aussage: Das Lied drückt die tragische Isolation des
schöpferischen Genies aus. Sein innerer Reichtum zwingt ihn,
ständig zu geben, aber diese Einbahnstraße des Schenkens führt zu
einer tiefen Einsamkeit und dem Gefühl, von anderen nie wirklich
verstanden oder erreicht zu werden.

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