Also sprach Zarathustra - Teil 2 - Kapitel 36-38 - Von den Erhabenen - Vom Lande der Bildung - Von der unbefleckten Erkenntniss

Also sprach Zarathustra - Teil 2 - Kapitel 36-38 - Von den Erhabenen - Vom Lande der Bildung - Von der unbefleckten Erkenntniss

3 Minuten

Beschreibung

vor 6 Monaten

Von den Erhabenen





Untertitel: Die Unvollkommenheit des rein asketischen Geistes





Geschichte: Zarathustra beschreibt einen "Erhabenen", einen
"Büsser des Geistes", der finster und humorlos aus dem Wald der
Erkenntnis zurückkehrt, behängt mit hässlichen Wahrheiten. Ihm
fehlt das Lachen und die Schönheit. Zarathustra lehrt, dass
dieser Erhabene seine Erhabenheit überwinden muss. Seine
Schönheit wird erst anheben, wenn er sich von sich selbst
abwendet und lernt, seine Erkenntnis mit Anmut und Lächeln zu
tragen.





Aussage: Reine, asketische und ernste Erkenntnis ist
unvollkommen. Wahre Größe zeigt sich nicht nur in der Tiefe des
Wissens, sondern auch in der Leichtigkeit, Schönheit und Anmut,
mit der dieses Wissen gelebt wird. Der Geist muss lernen zu
lächeln und zu spielen, um seine letzte Vollendung zu finden.





Vom Lande der Bildung





Untertitel: Kritik an der historisierenden und oberflächlichen
Kultur der Gegenwart





Geschichte: Zarathustra kehrt aus der Zukunft zurück zu den
"Gegenwärtigen" im "Lande der Bildung". Er muss lachen über das,
was er sieht: Menschen, die wie mit fünfzig Klexen bemalt sind,
vollgeschrieben mit Zeichen der Vergangenheit, aber ohne eigene
Substanz. Sie sind "wandelnde Widerlegungen des Glaubens selber"
, unfruchtbar und nur noch ein "Gemälde von Allem, was je
geglaubt wurde". Er wendet sich von ihnen ab und richtet seine
Hoffnung auf das unentdeckte Land seiner "Kinder".





Aussage: Nietzsche kritisiert hier die moderne Kultur, die er als
"Bildung" bezeichnet. Sie ist historisierend, eklektisch und
oberflächlich. Der moderne Mensch schmückt sich mit den
Versatzstücken aller vergangenen Kulturen, ohne selbst noch
schöpferische Kraft oder einen eigenen Glauben zu besitzen. Er
ist innerlich leer und unfruchtbar.





Von der unbefleckten Erkenntniss





Untertitel: Gegen die begierdelose, "reine" Betrachtung der Welt





Geschichte: Zarathustra vergleicht die "Rein-Erkennenden" mit dem
Mond: Sie sind lüstern nach der Erde, aber ihre Liebe ist voller
Scham und schlechten Gewissens. Sie geben vor, das Leben ohne
Begierde betrachten zu wollen, was er als Heuchelei entlarvt.
Wahre Erkenntnis und Schönheit entstehen dort, wo man mit allem
Willen wollen muss, wo man bereit ist zu lieben und unterzugehen.
Er stellt ihnen die Liebe der Sonne entgegen, die "Unschuld und
Schöpfer-Begier" ist.





Aussage: Das Ideal einer rein objektiven, leidenschaftslosen
Erkenntnis ist eine lebensfeindliche Illusion. Es entspringt
einer unterdrückten Lüsternheit und einem schlechten Gewissen
gegenüber den eigenen Trieben. Wahre Erkenntnis ist
leidenschaftlich und schöpferisch; sie will die Welt nicht nur
betrachten, sondern sie ergreifen und gestalten.

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