Also sprach Zarathustra - Teil 2 - Kapitel 39-41 - Von den Gelehrten - Von den Dichtern - Von grossen Ereignissen

Also sprach Zarathustra - Teil 2 - Kapitel 39-41 - Von den Gelehrten - Von den Dichtern - Von grossen Ereignissen

3 Minuten

Beschreibung

vor 6 Monaten

Von den Gelehrten





Untertitel: Der Unterschied zwischen Wissen und Weisheit





Geschichte: Zarathustra verlässt das "Haus der Gelehrten". Er
beschreibt die Gelehrten als kühle Zuschauer, die nur die
Gedanken anderer "angaffen". Sie sind geschickt in kleinen Dingen
("Strümpfe des Geistes wirken"), aber ihnen fehlt die
Leidenschaft und Tiefe. Sie sitzen kühl im Schatten, während
Zarathustra "zu heiss und verbrannt von eigenen Gedanken" ist.





Aussage: Es gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen der
sterilen, unpersönlichen Gelehrsamkeit und der lebendigen,
existentiellen Weisheit. Gelehrte sind passive Sammler von
Wissen, während der wahre Denker seine Erkenntnisse aus eigenem
Erleben und Leiden schmiedet.





Von den Dichtern





Untertitel: Die Lüge und Oberflächlichkeit der Dichter





Geschichte: Auf die Frage eines Jüngers, warum er sage, die
Dichter lügen zuviel, antwortet Zarathustra, dass auch er ein
Dichter sei. Er gesteht, dass Dichter lügen müssen, weil sie zu
wenig wissen und schlechte Lerner sind. Ihre Gefühle sind seicht,
sie trüben ihr Gewässer, damit es tief scheine. Alle Götter sind
nur "Dichter-Gleichniss, Dichter-Erschleichniss". Er selbst sei
der Dichter müde geworden.





Aussage: Dichter sind oberflächlich und unaufrichtig. Sie
erschaffen schöne Illusionen und Götterwelten, aber ihr Wissen
ist nicht tief genug. Ihre Kunst entspringt eher der Langeweile
und einer seichten Wollust als einem tiefen Verständnis des
Seins. Zarathustra, obwohl er selbst dichterisch spricht, will
diese Art von Dichtung überwinden.





Von grossen Ereignissen





Untertitel: Die stillen Schöpfungen versus den lauten Lärm der
Politik





Geschichte: Schiffsleute sehen Zarathustra scheinbar zur "Hölle"
fahren, was sich als Gerücht verbreitet. Zarathustra erklärt dies
durch ein Gespräch mit dem "Feuerhund", einem Vulkan, der das
Symbol für revolutionäre Umstürze ist. Zarathustra entlarvt
dessen lautes Gebrüll und den Rauch als oberflächlich und
lügnerisch. Die größten Ereignisse sind nicht die lautesten,
sondern die stillsten Stunden. Die Welt dreht sich nicht um die
Erfinder von neuem Lärm, sondern "um die Erfinder von neuen
Werthen; unhörbar dreht sie sich".





Aussage: Politische Revolutionen und andere "große Ereignisse"
sind meist nur lauter Lärm ohne tiefgreifende Wirkung. Die wahren
welthistorischen Ereignisse sind die stillen Schöpfungen neuer
Werte durch einzelne Denker, deren Wirkung sich erst langfristig
und unhörbar entfaltet.

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