Also sprach Zarathustra - Teil 3 - Kapitel 46-48 - Der Wanderer - Vom Gesicht und Räthsel - Von der Seligkeit wider Willen
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Beschreibung
vor 6 Monaten
Dritter Theil
Der Wanderer
Untertitel: Der Weg zur letzten Einsamkeit und zum höchsten
Gipfel
Geschichte: Auf seinem Weg über die Insel reflektiert Zarathustra
über sein Leben als Wanderer und Bergsteiger. Er erkennt, dass er
nun vor seinem letzten, härtesten Gipfel steht: der Überwindung
seiner selbst. Um dies zu erreichen, muss er tiefer hinabsteigen
als je zuvor, hinab in den Schmerz und in seine "schwärzeste
Fluth".
Aussage: Der Weg zur höchsten Erkenntnis ("Gipfel") führt durch
die tiefste Selbsterforschung und Konfrontation mit dem eigenen
Schmerz ("Abgrund"). Gipfel und Abgrund sind untrennbar
miteinander verbunden. Die letzte Stufe der Selbstüberwindung
erfordert, auch die eigenen Sterne unter sich zu sehen, also auch
die höchsten eigenen Ideale zu überwinden.
Vom Gesicht und Räthsel
Untertitel: Die Vision der Ewigen Wiederkunft und ihre
Überwindung
Geschichte: Zarathustra erzählt von einer Vision. Er stieg einen
Bergpfad hinauf, auf seiner Schulter saß der "Geist der Schwere"
in Gestalt eines Zwerges, der ihn verhöhnte. Sie gelangen zu
einem Torweg namens "Augenblick", wo zwei ewige Wege
zusammenlaufen. Der Zwerg sagt: "Alle Wahrheit ist krumm, die
Zeit selber ist ein Kreis". Zarathustra formuliert daraufhin die
Lehre von der Ewigen Wiederkunft des Gleichen: Alles, was
geschieht, ist schon unendlich oft geschehen und wird unendlich
oft wiederkehren. Plötzlich hört er einen Hund heulen und sieht
einen jungen Hirten, dem eine schwarze Schlange im Mund festsitzt
und ihn würgt. Zarathustra schreit ihm zu: "Beiss zu! Den Kopf
ab!". Der Hirt beißt zu, speit den Kopf der Schlange aus und
springt empor, verwandelt und lachend mit einem Lachen, "das
keines Menschen Lachen war".
Aussage: Dies ist eines der zentralen Kapitel. Die Ewige
Wiederkunft ist der "abgründlichste Gedanke", der "Geist der
Schwere", der alles lähmen kann (die Schlange im Hals). Die
Erlösung von dieser lähmenden Last geschieht nicht durch
Nachdenken, sondern durch eine heroische Tat: das "Zubeißen".
Dies symbolisiert die radikale Bejahung des Schicksals (amor
fati), die den Menschen verwandelt und ihn zum Lachen des
Übermenschen befähigt.
Von der Seligkeit wider Willen
Untertitel: Die Flucht vor dem Glück und die Vollendung der
eigenen Kinder
Geschichte: Nachdem er seinen Schmerz überwunden hat, fühlt
Zarathustra das Glück auf sich zukommen. Er spricht vom
"Nachmittag seines Lebens" und von seinen "Kindern" (seinen
Gedanken und Jüngern), die er nun vollenden muss. Um sich und sie
zu prüfen, weicht er seinem Glück aus und bietet sich allem
Unglück an. Er beschreibt sein Glück als ein Weib, das ihm
nachläuft, weil er nicht den Weibern nachläuft.
Aussage: Der Schaffende muss sich selbst vollenden, um sein Werk
(seine "Kinder") zu vollenden. Dies erfordert, sich nicht im
zufälligen Glück auszuruhen, sondern sich bewusst den härtesten
Prüfungen auszusetzen. Wahres Glück ist nicht etwas, das man
jagt, sondern etwas, das einem folgt, wenn man seinen eigenen,
harten Weg geht.
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