Also sprach Zarathustra - Teil 3 - Kapitel 49-51 - Vor Sonnen-Aufgang - Von der verkleinernden Tugend - Auf dem Ölberge

Also sprach Zarathustra - Teil 3 - Kapitel 49-51 - Vor Sonnen-Aufgang - Von der verkleinernden Tugend - Auf dem Ölberge

3 Minuten

Beschreibung

vor 6 Monaten

Vor Sonnen-Aufgang





Untertitel: Eine Hymne an den Himmel der Unschuld und des Zufalls





Geschichte: In einer hymnenartigen Anrufung spricht Zarathustra
zum Himmel über sich. Er preist ihn als Symbol der Reinheit, weil
es in ihm keine "ewige Vernunft-Spinne und -Spinnennetze" gibt.
Er hat den Dingen den "Zufall", die "Unschuld" und den "Übermuth"
zurückgegeben und sie von der Knechtschaft unter einem Zweck
befreit. Der Himmel ist ihm ein "Tanzboden für göttliche
Zufälle".





Aussage: Das Universum wird nicht von einem rationalen,
zielgerichteten "ewigen Willen" regiert. Stattdessen herrscht der
schöpferische Zufall. Diese Befreiung von Zweck und Vorsehung ist
die höchste Freiheit und Unschuld. Sie ermöglicht es, das Dasein
als ein spielerisches und offenes Geschehen zu bejahen.





Von der verkleinernden Tugend





Untertitel: Die Schrumpfung des modernen Menschen





Geschichte: Zarathustra beobachtet die Menschen und ihre neuen
Häuser und stellt fest: "Es ist Alles kleiner geworden!". Die
Menschen sind kleiner geworden, und das liegt an ihrer Lehre von
Glück und Tugend. Sie praktizieren eine bescheidene, kleine
Tugend, weil sie Behagen wollen. Ihre Tugend macht zahm und
verwandelt den Wolf zum Hund und den Menschen zum Haustier.
Zarathustra ruft ihnen zu, dass sie immer kleiner werden und an
ihren vielen kleinen Tugenden zugrunde gehen werden.





Aussage: Die moderne Gesellschaft mit ihrem Fokus auf Sicherheit,
Komfort und Mittelmäßigkeit führt zu einer "Verkleinerung" des
Menschen. Die "kleinen Tugenden" (Bescheidenheit, Fleiß,
Rücksicht) verhindern das Wachstum von wahrer Größe und züchten
einen Menschen, der unfähig zu großen Taten und großen
Leidenschaften ist.





Auf dem Ölberge





Untertitel: Die Bosheit als Schutz vor dem Mitleid





Geschichte: Zarathustra sitzt im Winter auf seinem
"Sonnen-Winkel" und preist seinen schlimmen Gast, den Winter. Er
spricht von seiner liebsten Bosheit und Kunst: sein Schweigen so
zu gestalten, dass es sich nicht verrät. Er muss sich verbergen,
damit der Neid der "vergrämelten Seelen" sein Glück nicht
ertragen muss. Er zeigt ihnen nur das Eis auf seinen Gipfeln,
aber nicht die Sonnengürtel. Er lässt sie ihn bemitleiden, um vor
ihrem Mitleid geschützt zu sein.





Aussage: Der höhere Mensch muss sein Glück und seine Tiefe vor
den neidischen und mitleidigen Blicken der anderen schützen. Dies
erfordert eine Art von "weiser Bosheit" – eine Maske der Härte,
Kälte und des Leidens –, um nicht von der Schwäche und dem
Ressentiment der Masse heruntergezogen zu werden.

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