Also sprach Zarathustra - Teil 3 - Kapitel 55-57 - Von den drei Bösen - Vom Geist der Schwere - Von alten und neuen Tafeln
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Beschreibung
vor 5 Monaten
Von den drei Bösen
Untertitel: Die Neubewertung von Wollust, Herrschsucht und
Selbstsucht
Geschichte: Zarathustra beschließt, die drei Dinge, die bisher am
besten verflucht wurden, "menschlich gut" abzuwägen: Wollust,
Herrschsucht und Selbstsucht.
Wollust: Sie ist nur für die Welken ein Gift, für die freien
Herzen aber unschuldig und das "Garten-Glück der Erde".
Herrschsucht: Sie ist nur als "Sucht" schlecht. Wenn aber das
Hohe hinab nach Macht gelüstet, um zu schenken, ist sie eine
Tugend ("Schenkende Tugend").
Selbstsucht: Die kranke Selbstsucht will stehlen. Die "heile,
gesunde Selbstsucht" aber quillt aus einer mächtigen Seele und
einem hohen Leib und ist die Voraussetzung wahrer Tugend.
Aussage: Dies ist ein zentrales Kapitel der "Umwertung aller
Werte". Die traditionell als "böse" verurteilten Triebe –
Wollust, Herrschsucht, Selbstsucht – sind in ihrer Wurzel
natürliche und kraftvolle Impulse. Anstatt sie zu verdammen,
müssen sie veredelt und in den Dienst eines höheren,
schöpferischen Lebens gestellt werden.
Vom Geist der Schwere
Untertitel: Die Überwindung der Schwere durch Selbstliebe und
Tanz
Geschichte: Zarathustra erklärt erneut den "Geist der Schwere" zu
seinem Erzfeind. Dieser Geist ist es, der Erde und Leben als
schwer erscheinen lässt. Er manifestiert sich in den fremden,
schweren Worten und Werten ("gut" und "böse"), die uns von
Kindheit an aufgeladen werden. Um leicht zu werden und wie ein
Vogel zu fliegen, muss man sich selbst lieben lernen – mit einer
heilen und gesunden Liebe. Er lehrt: "Wer einst fliegen lernen
will, der muss erst stehn und gehn und laufen und klettern und
tanzen lernen". Am Ende proklamiert er, dass es "den Weg" nicht
gibt, sondern nur "meinen Weg" und "euren Weg".
Aussage: Die größte Last, die den Menschen niederdrückt, sind die
von der Gesellschaft auferlegten Moralvorstellungen. Die
Befreiung von diesem "Geist der Schwere" gelingt durch eine
gesunde Selbstliebe, die es einem ermöglicht, die fremden Lasten
abzuwerfen. Der höchste Ausdruck dieser Freiheit ist der Tanz. Es
gibt keinen universellen Weg zur Wahrheit, jeder muss seinen
eigenen finden.
Von alten und neuen Tafeln
Untertitel: Die Zerstörung alter Werte und die Proklamation neuer
Gebote
Geschichte: Dieses lange Kapitel ist eine Sammlung von Aphorismen
und Proklamationen, die alte Wert-Tafeln zerbrechen und neue
aufstellen. Zarathustra sitzt zwischen zerbrochenen alten und
halb beschriebenen neuen Tafeln und wartet auf seine Stunde. Er
fasst seine bisherigen Lehren zusammen: die Kritik an der alten
Moral , die Lehre vom Übermenschen und die Erlösung des
Vergangenen. Dann stellt er eine Reihe neuer "Gebote" auf:
"werdet hart!" , ehrt nicht eure Herkunft, sondern euer Ziel ,
und schafft einen neuen Adel. Er kritisiert die Welt-Müden und
die Prediger der Knechtschaft. Das Kapitel endet mit dem Aufruf,
das Beste solle herrschen und der Ankündigung, dass die
Schaffenden hart sein müssen.
Aussage: Dieses Kapitel ist das Herzstück der "Umwertung aller
Werte". Zarathustra agiert als neuer Gesetzgeber. Er zerschlägt
die alten, lebensfeindlichen Gebote (christliche Moral,
Demokratie, Mitleid) und ersetzt sie durch neue, harte,
lebensbejahende Werte, die auf den schaffenden Willen, das
Streben nach Höherem und die Liebe zur Zukunft ausgerichtet sind.
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