Also sprach Zarathustra - Teil 3 - Kapitel 58-60 - Der Genesende - Von der grossen Sehnsucht - Das andere Tanzlied
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Beschreibung
vor 5 Monaten
Der Genesende
Untertitel: Der Ekel vor der Ewigen Wiederkunft und seine
Überwindung
Geschichte: Zarathustra erwacht schreiend aus einem Albtraum, in
dem er seinen "abgründlichsten Gedanken" heraufruft und dann vor
Ekel zusammenbricht. Nach sieben Tagen des Krankseins erklären
ihm seine Tiere (Adler und Schlange), was er lehrt: "dass alle
Dinge ewig wiederkehren und wir selber mit". Sie enthüllen, dass
der große "Überdruss am Menschen", insbesondere die ewige
Wiederkunft des "kleinen Menschen", ihn krank gemacht hat. Der
Gedanke an die ewige Wiederkehr des Kleinsten war der Ekel, der
ihn würgte. Die Tiere trösten ihn, indem sie ihm sagen, dies sei
sein Schicksal als der Lehrer der ewigen Wiederkunft.
Aussage: Die Lehre von der Ewigen Wiederkunft ist die größte
Herausforderung. Sie ist nicht nur eine kosmologische Theorie,
sondern ein existenzieller Test. Der Ekel entsteht bei dem
Gedanken, dass nicht nur das Große, sondern auch das Kleinste und
Erbärmlichste ewig wiederkehrt. Die Überwindung dieses Ekels ist
die letzte und höchste Form der Lebensbejahung und der
eigentliche Schritt zum Übermenschen.
Von der grossen Sehnsucht
Untertitel: Der Gesang der übervollen Seele
Geschichte: In einem hymnischen Zwiegespräch mit seiner Seele
blickt Zarathustra zurück, wie er sie von aller Scham, allen
Winkeln und allem Gehorsam befreit hat. Nun ist seine Seele ein
überreicher Weinstock, der vor Fülle sehnende Hände ausstreckt.
Weil sie ihr Leid nicht ausweinen will, muss sie singen – Gesänge
von einem zukünftigen Erlöser, dem "Winzer mit dem diamantenem
Winzermesser".
Aussage: Dieses Kapitel ist ein poetischer Ausdruck des Zustands
der "schenkenden Tugend". Die Seele, die ihren höchsten Reichtum
erreicht hat, empfindet eine "große Sehnsucht", diesen Reichtum
zu verschenken. Dieser schöpferische Drang findet seinen Ausdruck
im Gesang, der auf die Zukunft und die Vollendung durch den
Übermenschen ("der Winzer") verweist.
Das andere Tanzlied
Untertitel: Ein Zwiegespräch zwischen Zarathustra, dem Leben und
der Weisheit
Geschichte: Dieses Kapitel ist ein weiteres allegorisches
Gedicht. Zarathustra tanzt wieder mit dem Leben, das als eine
wilde, unberechenbare Frau erscheint. Seine "wilde Weisheit" ist
eine eifersüchtige Dritte im Bunde. Das Leben wirft ihm vor, es
bald verlassen zu wollen (eine Anspielung auf seinen Tod). Das
Lied endet mit dem zwölfstimmigen Gesang der Mitternacht, der
bereits im Kapitel "Der Wahrsager" angedeutet wurde, hier aber
vollständig wiedergegeben wird: Es handelt von der Tiefe der
Welt, vom Weh und von der Lust, die "tiefe, tiefe Ewigkeit" will.
Aussage: Das Lied vertieft die Beziehung zwischen dem Denker, dem
Leben und der Weisheit. Es endet mit der Formel der Ewigen
Wiederkunft, ausgedrückt durch die tiefe Mitternacht: Jede Lust
ist so tief mit dem Leid verflochten, dass, wer einmal "Ja" zu
einer einzigen Lust gesagt hat, Ja zu allem Leid und damit zur
ewigen Wiederkehr des ganzen Kreislaufs des Daseins sagen muss.
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