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  4. Also sprach Zarathustra - Teil 4 - Kapitel 65-68 - Der Blutegel - Der Zauberer - Ausser Dienst - Der hässlichste Mensch
Der Blutegel

Untertitel: Die Gewissenhaftigkeit im Kleinsten

Geschichte: Zarathustra tritt aus Versehen auf einen Mann, der im
Sumpf liegt und sich von Blutegeln beißen lässt. Der Mann stellt
sich als der "Gewissenhafte des Geistes" vor. Seine ganze Welt
ist die Erforschung des "Blutegels Hirn". Er will lieber "Nichts
wissen, als Vieles halb wissen" und geht einer Sache bis auf den
Grund. Zarathustra erkennt seine Redlichkeit an und lädt auch ihn
in seine Höhle ein.

Aussage: Der "Gewissenhafte des Geistes" repräsentiert die Tugend
der intellektuellen Redlichkeit in der Spezialisierung. Obwohl
diese Konzentration auf das Kleinste eine gewisse Beschränktheit
darstellt, ist die dahinterstehende Härte und Gründlichkeit eine
Tugend, die Zarathustra schätzt.

Der Zauberer

Untertitel: Der Künstler, der an seiner eigenen Falschheit leidet

Geschichte: Zarathustra findet einen alten Mann, der sich in
Krämpfen windet und in einem langen Gedicht einen "unbekannten
Gott" anklagt und anfleht. Zarathustra entlarvt ihn als
"Schauspieler" und "schlimmen Zauberer". Der Zauberer gesteht,
dass er nur den "Büsser des Geistes" gespielt hat, um Zarathustra
auf die Probe zu stellen. Er gibt zu, dass er immer nach Größe
gesucht, sie aber nur vorgespielt hat und nun an seiner eigenen
Lüge zerbricht.

Aussage: Der Zauberer symbolisiert den modernen Künstler oder
Intellektuellen, der nicht mehr aus innerer Fülle schafft,
sondern nur noch Rollen spielt und Effekte erzielt. Er ist sich
seiner eigenen Unechtheit bewusst und leidet darunter. Er ist der
"Büsser des Geistes", der an der Kluft zwischen seinem Anspruch
und seiner Wirklichkeit zerbricht.

Ausser Dienst

Untertitel: Der letzte Papst nach dem Tode Gottes

Geschichte: Zarathustra trifft den letzten Papst, der nach dem
Tod Gottes "ausser Dienst" ist. Er war auf der Suche nach dem
letzten frommen Menschen. Der Papst erzählt, dass Gott an seinem
allzugroßen Mitleiden mit den Menschen gestorben sei. Er erkennt
Zarathustra als den "Frömmsten der Gottlosen" an, dessen
Frömmigkeit ihn selbst daran hindere, an Gott zu glauben. Auch
ihn lädt Zarathustra in seine Höhle ein.

Aussage: Mit dem "Tod Gottes" hat auch die Kirche ihre Funktion
verloren. Der letzte Papst repräsentiert die alte Frömmigkeit,
die nun heimatlos geworden ist. Er erkennt paradoxerweise in
Zarathustras radikaler Gottlosigkeit eine neue, höhere Form der
Redlichkeit und Frömmigkeit.

Der hässlichste Mensch

Untertitel: Der Mörder Gottes und die Rache am allsehenden Zeugen

Geschichte: In einem "Reich des Todes" trifft Zarathustra auf
eine unaussprechliche Gestalt, den "hässlichsten Menschen".
Zarathustra erkennt ihn sofort: "du bist der Mörder Gottes!". Der
hässlichste Mensch gesteht die Tat. Gott musste sterben, weil er
ein Zeuge war, der Alles sah, auch des Menschen ganze
Hässlichkeit und verhehlte Schmach. "Der Mensch erträgt es nicht,
dass solch ein Zeuge lebt". Er flieht nicht vor dem Hass der
Menschen, sondern vor ihrem Mitleid.

Aussage: Der "hässlichste Mensch" ist die Personifikation des
modernen Nihilisten, der die Illusion Gottes zerstört hat, weil
er die Vorstellung eines allwissenden, moralisch urteilenden
Beobachters nicht ertragen konnte. Der Mord an Gott war ein Akt
der Rache am Zeugen der eigenen Unvollkommenheit. Nun leidet er
unter der Last seiner Tat und flieht vor dem Mitleid, das ihm
seine Hässlichkeit nur bestätigt.
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„Also sprach Zarathustra - Teil 4 - Kapitel 65-68 - Der Blutegel - Der Zauberer - Ausser Dienst - Der hässlichste Mensch“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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