Also sprach Zarathustra - Teil 4 - Kapitel 78-80 - Die Erweckung - Das Eselsfest - Das Nachtwandler-Lied

Also sprach Zarathustra - Teil 4 - Kapitel 78-80 - Die Erweckung - Das Eselsfest - Das Nachtwandler-Lied

3 Minuten

Beschreibung

vor 5 Monaten

Die Erweckung





Untertitel: Die Rückkehr zur Frömmigkeit und die Anbetung des
Esels





Geschichte: Zarathustra stellt erfreut fest, dass seine Gäste
durch seine Lehren "genesen" und wieder fröhlich geworden sind.
Als er jedoch in die Höhle zurückblickt, sieht er zu seinem
Entsetzen, dass alle höheren Menschen auf den Knien liegen und
einen Esel anbeten und mit Weihrauch beräuchern. Der hässlichste
Mensch singt eine Litanei, die die Dummheit, Geduld und
Ja-Sagerei des Esels als göttliche Weisheit preist.





Aussage: Dieses Kapitel ist eine Parodie auf die Religion.
Nachdem der alte Gott tot ist, suchen die höheren Menschen in
ihrer spirituellen Not nach einem neuen Idol. Sie wählen
ausgerechnet den Esel – das Symbol für Dummheit und blinden
Glauben. Nietzsche zeigt damit, wie schnell das Bedürfnis nach
Anbetung selbst bei den "höheren" Menschen wieder durchbricht und
sie zu neuen, noch absurderen Formen der Frömmigkeit verleitet.





Das Eselsfest





Untertitel: Zarathustras Spott über die neue Götzenanbetung





Geschichte: Zarathustra unterbricht die Anbetung, indem er selbst
lauter "I-A" schreit als der Esel. Er nennt seine Gäste
"Schalks-Narren" und "Possenreisser" und tadelt sie für ihre
"Kinderei". Die verschiedenen höheren Menschen rechtfertigen
sich: Der Papst meint, es sei besser, Gott in dieser Gestalt
anzubeten als in gar keiner ; der Wanderer sagt, der hässlichste
Mensch habe den alten Gott wiedererweckt ; der Gewissenhafte
findet es glaubwürdig, dass Gott so dumm wie möglich sei.
Zarathustra erklärt ihnen, dass sie, da sie Männer geworden sind,
das Erdenreich und nicht das Himmelreich wollen sollen . Er lobt
jedoch ihre wiedergefundene Fröhlichkeit und nennt das Eselsfest
ein gutes Zeichen der Genesung .





Aussage: Zarathustra verurteilt nicht die Frömmigkeit an sich,
sondern die Regression in eine kindische Form des Glaubens. Er
versteht die Anbetung des Esels jedoch als ein positives Zeichen:
Die höheren Menschen haben ihre lähmende Verzweiflung überwunden
und sind wieder fähig, Feste zu feiern und zu glauben – auch wenn
ihr Objekt absurd ist. Es ist ein notwendiger Schritt auf dem Weg
der Genesung.





Das Nachtwandler-Lied





Untertitel: Die Verkündung der tiefsten Weisheit in der
Mitternacht





Geschichte: In der Stille der Nacht, nachdem der hässlichste
Mensch seine Zufriedenheit mit dem Leben ausgedrückt hat,
überkommt Zarathustra wieder eine Trunkenheit des Geistes . Er
hört den Klang einer Glocke aus der Tiefe und legt den Finger an
den Mund . Er trägt seinen Gästen und der Welt das
"Nachtwandler-Lied" vor, das bereits im "Anderen Tanzlied"
erklang. Es ist das Lied der tiefen Mitternacht, das verkündet,
dass die Lust tiefer ist als das Herzeleid und dass alle Lust
Ewigkeit will .





Aussage: Dies ist die feierliche Wiederholung der zentralen
Formel der Lebensbejahung. Die Mitternacht, die stillste und
tiefste Stunde, offenbart die tiefste Wahrheit: Das "Ja" zum
Leben muss so allumfassend sein, dass es auch alles Leid bejaht,
weil Lust und Leid untrennbar miteinander verkettet sind. Die
Sehnsucht der Lust nach Ewigkeit ist die Sehnsucht nach der
ewigen Wiederkehr aller Dinge.

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