Alexandra Senfft über Schuld, Scham und Verantwortung in Täterfamilien

Alexandra Senfft über Schuld, Scham und Verantwortung in Täterfamilien

1 Stunde 16 Minuten

Beschreibung

vor 4 Tagen

In dieser Folge spreche ich mit Alexandra Senfft über Schuld,
Scham, Verantwortung – und darüber, warum das Schweigen oft
lauter wirkt als jedes Wort.


Alexandra Senfft ist Autorin und Islamwissenschaftlerin. Seit
1984 reist sie regelmäßig in den Nahen Osten und hat sich früh
eine tiefe regionale Expertise erarbeitet. Sie war
Pressesprecherin von UNRWA im Gazastreifen während der ersten
Intifada und hat politische Gewalt, Alltag und Trauma aus
unmittelbarer Nähe erlebt.Zugleich engagiert sie sich seit vielen
Jahren in der Erinnerungs- und Dialogarbeit: als Vorständin im
Arbeitskreis für die intergenerationellen Folgen des Holocausts,
als Vorstand und Mitbegründerin von Parents Circle Friends
Deutschland sowie als Beisitzerin des Präsidiums der
Lagergemeinschaft Dachau.


Ausgehend von ihrer eigenen NS-Familiengeschichte sprechen wir
darüber, was es bedeutet, Täter*innenschaft innerhalb der eigenen
Familie anzuerkennen – und warum genau diese Auseinandersetzung
so schmerzhaft, aber auch so notwendig ist. Senfft hat diese
Fragen auch literarisch und analytisch bearbeitet, unter anderem
in Schweigen tut weh. Eine deutsche Familiengeschichte, Fremder
Feind, so nah und Der lange Schatten der Täter. Zuletzt
veröffentlichte sie 2024 gemeinsam mit Romeo Franz Großonkel
Pauls Geigenbogen, die Familiengeschichte eines preußischen
Sinto.


Wir reden über Abwehrmechanismen wie Verdrängung, Relativierung
und Schuldumkehr. Über den Unterschied zwischen Schuld und
Verantwortung. Und über die Frage, was passiert, wenn
Tätergeschichten nicht aufgearbeitet werden – weder im Privaten
noch gesellschaftlich.


Ein weiterer Fokus liegt auf Dialogarbeit und biografischem
Erzählen: Was braucht es, damit solche Räume nicht nur symbolisch
bleiben, sondern tatsächlich transformativ wirken? Welche Rolle
spielen Initiativen wie der Parents Circle, in denen Menschen
trotz Gewalt und Verlust bewusst auf Entmenschlichung verzichten?


Diese Folge ist eine Einladung, Widersprüche auszuhalten,
Ambivalenzen zuzulassen und Verantwortung nicht als moralische
Pose, sondern als Voraussetzung für Empathie und
Konfliktfähigkeit zu begreifen.


Gästin: Alexandra SenfftHost: Shai Hoffmann


Links und mehr: Homepage von Alexandra Senfft, Autorin und
Publizistin: https://alexandra-senfft.de


Hompage vom Arbeitskreis für Intergenerationelle Folgen des
Holocaust, ehem. PAKH: https://www.pakh.de/


Homepage von Parents Circle Friends Deutschland e. V.:
https://parentscirclefriends.de


Link zum Instagram Account von Alexandra:
https://www.instagram.com/alexandra_senfft/


Handle zum Blue Sky von Alexandra: @alexsenfft.bsky.social


Link zum Linkedin Account:
https://www.linkedin.com/in/alexandra-senfft-a3a7a0a2/


Alexandra Senfft: Schweigen tut weh. Eine deutsche
Familiengeschichte:
https://www.ullstein.de/werke/schweigen-tut-weh/taschenbuch/9783548608266


Alexandra Senfft: Fremder Feind, so nah. Gespräche mit
Palästinenser und Israelis:
https://www.edition-einwurf.de/kopie-von-zu-viel-f%C3%BCr-diese-welt


Alexandra Senfft mit Romeo Franz: Großonkel Pauls Geigenbogen.
Die Familiengeschichte eines preußischen Sinto:
https://www.penguin.de/buecher/alexandra-senfft-grossonkel-pauls-geigenbogen/buch/9783442317073


Danke an Lea Volz und 365 Sherpas (Redaktion), Simon Eichinger
(Postproduktion), sowie an Jordi Kuragari und Saed productions
(Video-Snippets).


Der Podcast ist ein Projekt der Gesellschaft im Wandel gGmbH,
gefördert von der Robert Bosch Stiftung.


Schön, dass ihr zugehört habt – abonniert den Podcast gern und
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