Multikulturelles Istanbul – auf Spurensuche am Bosporus

Multikulturelles Istanbul – auf Spurensuche am Bosporus

Istanbul war über Jahrtausende ein «Mosaik der Völker». Doch die nationalistische Staatsideologie der modernen Türkei leugnete die kulturelle Vielfalt. Aber es gibt eine Gegenbewegung: Menschen, die das multikulturelle Erbe der Stadt wiederbeleben wol ...
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Beschreibung

vor 1 Monat
Istanbul war über Jahrtausende ein «Mosaik der Völker». Doch die
nationalistische Staatsideologie der modernen Türkei leugnete die
kulturelle Vielfalt. Aber es gibt eine Gegenbewegung: Menschen, die
das multikulturelle Erbe der Stadt wiederbeleben wollen. Die
historische Strassenbahn bimmelt auf der Flaniermeile Istiklal
Caddesi an armenischen und griechischen Stadtpalästen vorbei. Wer
sich umschaut, findet überall in der Bosporus-Stadt Zeugnisse der
multikulturellen Vergangenheit. Doch die moderne Türkei verstand
sich als Einheitsstaat: «Glücklich, wer ein Türke ist». So der
Leitsatz von Republikgründer Mustafa Kemal Atatürk. Bis heute sind
die nationalistischen Strömungen in der Türkei stark.
«International» begegnet Menschen, die genug haben von politischer
Polarisierung und die multi-ethnische Tradition dieser Stadt auf
zwei Kontinenten für sich neu entdecken. Can Evrensel Rodrik ist
fasziniert vom jüdischen Erbe. Er gibt Kurse in der Sprache der
sephardischen Juden Istanbuls und schafft so eine Verbindung zur
eigenen Herkunftskultur. Mehmet Ugur Korkmaz will mit seinem
Podcast «Die Kurden sind in der Stadt» dazu beitragen, dass das
«kurdische Istanbul» als Teil der Identität der türkischen
Mittelmeer-Metropole wahrgenommen wird. Traditionen, Stimmen,
Kulturen und verschiedene Epochen flössen am Bosporus ineinander,
das fasziniere sie seit ihrer Kindheit, sagt Kübra Şenyaylar. Die
Musikerin bringt die Istanbuler Vielstimmigkeit mit ihrem «Koro
Istanbul» zum Klingen.

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