Jobst Landgrebe & Barry Smith – Why Machines Will Never Rule the World

Jobst Landgrebe & Barry Smith – Why Machines Will Never Rule the World

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Beschreibung

vor 2 Monaten

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Jobst Landgrebe, ein erfahrener Wissenschaftler und
KI-Unternehmer, und Barry Smith, ein fĂĽhrender Philosoph der
Ontologie, präsentieren in der zweiten, überarbeiteten
und erweiterten Auflage ihres Buches „Why Machines Will
Never Rule the World“ (erschienen 2025) eine radikale These. Die
erste Auflage erschien just in der Woche, als ChatGPT
veröffentlicht wurde. Die Autoren stellen die weit verbreiteten
Ängste vor einer unkontrollierbaren „Superintelligenz“ infrage
und zeigen auf interdisziplinärer Basis – von Mathematik, Physik
und Informatik bis hin zu Linguistik und Biologie – warum das
Streben nach einer Allgemeinen KĂĽnstlichen Intelligenz (AGI)
aus fundamentalen mathematischen GrĂĽnden
unmöglich ist.


3 zentrale Erkenntnisse aus dem Buch


* Die mathematische Unmöglichkeit von AGI: Das
menschliche Gehirn und das zentrale Nervensystem sind
komplexe dynamische Systeme im Sinne der
Thermodynamik. Solche Systeme können nicht synoptisch so
modelliert werden, dass ihr Verhalten in einem Computer
nachgebildet (emuliert) werden könnte, da die Komplexität über
die Möglichkeiten unserer mathematischen Modellierung hinausgeht.


* LLMs sind stochastische Mathematik, keine
Denker: Neue Modelle wie ChatGPT (Large Language Models)
unterliegen denselben mathematischen Beschränkungen. Sie sind
lediglich sequentielle stochastische Modelle,
die die wahrscheinlichste Ausgabe-Sequenz berechnen, anstatt Text
wirklich zu verstehen, zu fĂĽhlen oder einen eigenen Willen zu
entwickeln.


* Die fehlende praktische Intelligenz: Die
KI-Forschung ignoriert den Unterschied zwischen
propositionalem Wissen (knowing that) und
praktischer Intelligenz (knowing how), welches
das unbewusst erworbene, nicht-propositionale Wissen umfasst.
Diese praktische Intelligenz ist entscheidend fĂĽr die menschliche
Kognition und Kreativität und kann von Maschinen nicht emuliert
werden.


FĂĽr wen ist das Buch besonders interessant?


* KI-Enthusiasten und Investoren: Das Buch ist
essenziell fĂĽr alle, die von der aktuellen
KI-Hype-Welle erfasst werden oder Angst vor einer
Superintelligenz haben. Es bietet eine fundierte
Entzauberung transhumanistischer Ideen und liefert eine
realistische Einschätzung des erreichbaren Potenzials.


* KI-Forscher und Entwickler: Es ist eine
kritische LektĂĽre, um die strukturellen Grenzen der
mathematischen Modellierung komplexer Systeme zu
verstehen. Dies hilft, zukünftige „AI Winter“ zu vermeiden und
sich auf realisierbare, schmale KI-Anwendungen (Narrow AI) zu
konzentrieren.


* Studierende und Experten der Natur- und
Geisteswissenschaften: Die Arbeit stĂĽtzt sich umfassend
auf Erkenntnisse aus Mathematik, Physik, Biologie,
Linguistik und Philosophie. Sie liefert einen
interdisziplinären Rahmen, um die Funktionsweise des
menschlichen Geistes und der Sprache im Kontrast
zur Maschine zu beleuchten.


Was Du aus dem Buch mitnehmen kannst


Die Grenzen der Modellierbarkeit


Das Buch geht der Frage nach, was menschliche Intelligenz
ausmacht und warum unsere Interaktionen mit KI, etwa am Telefon
mit Bankcomputern, nach ĂĽber 50 Jahren immer noch
unbefriedigend sind. Die zentrale These lautet,
dass die Entwicklung einer Allgemeinen KĂĽnstlichen Intelligenz
(AGI) mathematisch unmöglich ist. Dieses
Argument fuĂźt auf der Erkenntnis aus der Thermodynamik, dass das
menschliche Gehirn und das zentrale Nervensystem komplexe
dynamische Systeme sind. Solche Systeme – im Gegensatz
zu logischen oder nur komplizierten Systemen – können nicht
hinreichend in einer Weise modelliert werden, die eine
synoptische und adäquate Emulation in einem
Computer ermöglichen würde.


Von stochastischen Sequenzen zur fehlenden Intentionalität


Die Autoren belegen ihre These mit Evidenz aus einem breiten
Spektrum an Disziplinen. Sie zeigen auf, dass selbst
Large Language Models (LLMs) wie ChatGPT – deren
Algorithmen die mathematischen Beschränkungen teilen – lediglich
als sequentielle stochastische Modelle
funktionieren, die die wahrscheinlichste Ausgabe-Sequenz
berechnen. LLMs sind lediglich Turing-berechenbare
Algorithmen, deren Komplexität in der schieren Anzahl
ihrer Parameter (trillions) liegt, nicht jedoch in einem
echten Verständnis. Der menschlichen Intelligenz
fehlt in der Maschine die entscheidende praktische
Intelligenz (knowing how) sowie die elementaren
Attribute des menschlichen Mind-Body Continuum
wie Bewusstsein, GefĂĽhl oder ein eigener Willen.
Daher können Maschinen keine Handlungen initiieren oder
unvorhergesehene Situationen spontan und bedeutungsvoll
bewältigen. Auch die transhumanistische Vorstellung der
„Whole Brain Emulation“ (WBE), bei der das
Gehirn kopiert wird, scheitert, da sie wissenschaftlich
absurd und biologisch unmöglich ist.


Realistischer Optimismus fĂĽr Narrow AI


Die Schlussfolgerung des Buches ist, dass die BefĂĽrchtungen vor
einer unkontrollierbaren oder gar böswilligen
Superintelligenz unbegrĂĽndet sind. Da KI selbst nur
Mathematik ist und keinen eigenen Willen
entwickeln kann, ist sie nicht in der Lage, Aktionen zu
initiieren. Die Autoren sind jedoch leidenschaftliche
Optimisten in Bezug auf das erreichbare Potenzial der
schmalen KI (Narrow AI). Wenn wir uns auf
Anwendungen fĂĽr nicht-komplexe Systeme (auch
logische Systeme genannt) konzentrieren – deren Verhalten
mathematisch vorhersagbar ist – wird KI weiterhin enorme Vorteile
bringen. Die wahre Herausforderung besteht darin, die
strukturellen Grenzen der KI zu erkennen und
diese im Einklang mit den Anforderungen und der Ethik des
Menschen zu nutzen.


Das Buch in einem Satz


Da die menschliche Intelligenz das Produkt eines komplexen,
nicht-modellierbaren neurokognitiven Systems ist, können
Maschinen niemals Allgemeine KĂĽnstliche Intelligenz (AGI),
Bewusstsein oder einen eigenen Willen entwickeln.


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