02. Reich an Geld, arm an Menschlichkeit – meine Begegnung mit einem 78-jährigen atheistischen Millionär

02. Reich an Geld, arm an Menschlichkeit – meine Begegnung mit einem 78-jährigen atheistischen Millionär

35 Minuten

Beschreibung

vor 1 Monat

Manchmal begegnet man einem Menschen, der auf dem Papier alles
erreicht hat, was unsere Gesellschaft als Erfolg bezeichnet. Viel
Geld, Sicherheit, Freiheit, ein Leben ohne finanzielle Sorgen.
Ich habe kürzlich einen solchen Menschen kennengelernt, einen
Millionär im Rentenalter, einen Atheisten, der sehr offen darüber
spricht, wie es ist, reich zu sein. Und doch hat mich diese
Begegnung auf eine Weise berührt, die ich nicht erwartet hätte.
Nicht wegen seines Reichtums, sondern wegen dessen, was in seinen
Erzählungen gefehlt hat.


Er sprach über sein Leben in Zahlen, über Investitionen, über
kluge Entscheidungen, die sich ausgezahlt haben. Über Freiheit,
die man sich erarbeitet und erkauft hat. Alles klang
kontrolliert, rational, durchdacht. Doch während er erzählte,
wurde mir immer deutlicher, dass zwischen all diesen Worten kaum
Wärme lag. Kaum echtes Mitgefühl. Kaum Interesse an Menschen als
fühlende Wesen. Beziehungen wirkten in seinen Erzählungen wie
abgeschlossene Projekte, Gefühle wie etwas, das man analysiert,
aber nicht wirklich zulässt.


Ich habe mich gefragt, wie es sich anfühlt, so viel zu besitzen
und gleichzeitig so wenig berührbar zu sein. Reich an Geld, aber
arm an Menschlichkeit. Vielleicht ist das eine Form von Armut,
über die kaum gesprochen wird. Eine stille, unsichtbare Armut,
die nicht im Außen auffällt, weil sie von Wohlstand überdeckt
wird. Geld kann vieles erleichtern, es kann absichern, es kann
Freiheit schenken, aber es kann keine Nähe ersetzen, keine
Verbundenheit, kein echtes Interesse am Gegenüber.


Diese Begegnung hat mir gezeigt, dass ein erfülltes Leben nicht
an Kontoständen messbar ist. Dass wahre Fülle dort entsteht, wo
Menschen sich berühren lassen, wo sie zuhören, fühlen, sich
selbst und andere ernst nehmen. Menschlichkeit ist keine Schwäche
und kein Luxus, sie ist die eigentliche Substanz eines reichen
Lebens. Vielleicht liegt der wahre Reichtum nicht darin, alles zu
haben, sondern darin, noch etwas zu fühlen.





deine BUSE (Instagram @busenoor)

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

15
15