Albumcheck Taylor Swift, The Life of a Showgirl

Albumcheck Taylor Swift, The Life of a Showgirl

vor 10 Monaten
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Vinyl Gespräche mit Musikerinnen und Musikern über Alben Musik und Schallplatten

Beschreibung

vor 10 Monaten


Erschienen am 03. Oktober 2025 bei Republic. Unser Review.


Taylor Swift präsentiert sich im vertrauten Glitzer-Pop-Gewand
- jedoch ohne große Überraschungen. Ihr neues Album überzeugt
durch solide produzierte Songs, die in ihrer Gesamtheit ein
stimmiges, unterhaltsames Werk ergeben. Der Charme erinnert
stellenweise an den Soundtrack eines Teenie-Musicals -
leichtfüßig, eingängig und von einer gewissen Unbeschwertheit
geprägt. Das mag polarisieren: Während es bei manchen für
Begeisterung sorgt, wirkt es auf andere womöglich überzogen.
Ein zentraler Kritikpunkt: Das Album wirkt stellenweise etwas
aufgesetzt und überladen. Viele Texte kreisen um vermeintlich
bedeutende, in Wirklichkeit aber eher triviale Themen - hier
hätte man sich mehr Tiefe und Substanz gewünscht. Auch
musikalisch fehlen deutliche Höhepunkte: Keine Nummer ragt
besonders hervor, kein Track brennt sich nachhaltig ins
Gedächtnis. Trotzdem bleibt unterm Strich ein solides Popalbum,
das Swift-Fans sicherlich zu schätzen wissen - und das für die
eine oder den anderen genau den richtigen Glanz entfalten
dürfte. Bewertung: 4 von 5 Platten-Panorama-Punkten.
(Martin)


Nun also die zwölfte Era. Schillerndes, reichhaltiges Showbiz
und zugleich sehr viel Fake, sehr viel Emulation. Eine
Taylor-Show, in der Synthies wie Fakten durch die Popgeschichte
marschieren. Der Versuch, sich neu zu erfinden, wirkt eher wie
ein Zwang - und das ohne klaren Plan. Produziert mit Max Martin
und Shellback klingt die Platte wie ein Querschnitt durch die
Popgeschichte: Synth-Pop, Soft Rock, Disco, Motown-Anklänge.
Nostalgie trifft auf modernen Pop. Der größte Popstar der Welt
schreibt hier über sein Fame, Reputation, Erfolg. Nur wirkt
Taylor längst nicht mehr relatable - dabei war sie das früher
wie kaum jemand sonst. Die junge Taylor aus der Zeit von
Fearless, Speak Now und Red hat mit Geschichten und normale
Menschen berührt. Gewaltige Popsongs, die sofort ins kollektive
Gedächtnis übergingen hat sie schon immer geschrieben. Doch
hier fehlt dieser Funke. Nach der kräftezehrenden Tour scheint
mehr Energie in die perfekt getaktete Marketingkampagne als ins
Songwriting geflossen zu sein. Hits fehlen komplett. Ich hoffe,
dass nun endlich eine kollektive Müdigkeit einsetzt - denn mehr
Taylor bedeutet nicht automatisch besser. Mein Wunsch: eine
lange Pause. Aber keine endlose – sonst steigen die Erwartungen
nur ins Unermessliche. In zwei, drei Jahren dann ein
Songwriting-Vlog, vielleicht die bewusste Wahl einer neuen Era?
Dann könnte Taylor wieder zu jener Künstlerin werden, die wir
einst so gern gehört haben - ehrlich, nahbar und mitreißend.
Ich kann nur 2,5 Punkte vergeben.
(Dennis)


Wertung: 6,5/10


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