Wandel durch Annäherung – Der Diplomat Egon Bahr

Wandel durch Annäherung – Der Diplomat Egon Bahr

vor 9 Monaten
Wie kann Diplomatie gelingen, wie Frieden gesichert und Entspannung erreicht werden? Egon Bahr fand Epoche machende Antworten auf diese Fragen und prägte die Ostpolitik unter Kanzler Willy Brandt. Porträt des Diplomaten.
59 Minuten
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Beschreibung

vor 9 Monaten
Es war das Jahr 1970, als sich Egon Bahr die
Bewunderung seiner Diplomatenkollegen erwarb. In einem 60-stündigen
Verhandlungsmarathon trotzte er, noch völlig unerfahren auf dem
internationalen Parkett, Andrej Gromyko, dem dienstältesten
Außenminister der Welt, den alle nur "Mister Njet" nannten, die
"Moskauer Verträge" ab. Bahr hatte den Gesprächsverlauf
exakt vorausgeplant und jeden nur denkbaren Einwand Gromykos in
seine Überlegungen einbezogen. Während der Verhandlungen hatte er
lediglich einen Zettel vor sich liegen – alles andere hatte er im
Kopf. 

Egon Bahr, 1922 in Treffurt, Thüringen, geboren, wollte
eigentlich Pianist werden, doch im faschistischen Deutschland
erhielt er keine Studienerlaubnis. Nach dem Ende des Krieges musste
er Geld verdienen, er wurde Journalist, er war Reporter bei der
Berliner Zeitung und Chefredakteur des RIAS. 1960
wechselte Bahr das Fach: Er folgte einem Ruf des damals
regierenden Bürgermeisters Willy Brandt nach Berlin und wurde dort
Sprecher des Senates. Als Vor- und Mitdenker
entwickelte Bahr zusammen mit Brandt 1963 die Formel
"Wandel durch Annäherung", die eine Überwindung der
Ost-West-Konfrontation zum Ziel hatte. 1970
fand Egon Bahr seine Bestimmung – er wurde Diplomat.
Das Feature zeichnet ein Porträt des leidenschaftlichen
"Verhandlungsführers" Egon Bahr, der es liebte, auf
verschiedenen Ebenen gleichzeitig zu verhandeln, verdeckt, durch
sogenannte "Back Channels"

Porträt von Steffen Lüddemann
Produktion: MDR 2007
Verfügbar bis 15. August 2026
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